Asterix, Asterix als Legionär / Albert Uderzo, René Goscinny

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Asterix, Asterix als Legionär / Albert Uderzo, René Goscinny

ISBN: 9783770400102 - Verlag: Egmont EHAPA

98% positiv

21 Erfahrungsberichte der Community

Erfahrungsbericht über "Asterix, Asterix als Legionär / Albert Uderzo, René Goscinny"

veröffentlicht 21.02.2010 | Spassprediger
Mitglied seit : 21.08.2005
Erfahrungsberichte : 1259
Vertrauende : 80
Über sich :
www.spassprediger.de
Ausgezeichnet
Pro Die Geschichte, die Zeichnungen, die Texte
Kontra nichts: dies ist ein Asterix aus den besseren Tagen der Serie
sehr hilfreich
Leserschaft
Aufmachung
Zeichnungen:
Unterhaltungswert
Anspruch

"Asterix in der Legion Etrangere"

Man muss sicher nicht erst selbst Militärdienst abgeleistet haben, um an einem "Asterix"-Abenteuer Spaß zu haben, aber es dürfte helfen – denn die Comic-Geschichten um den listigen kleinen Gallier stecken voller Anspielungen, von denen viele sich auch auf das Soldatentum beziehen. Besonders deutlich wird das natürlich in einem Band, der schon im Titel den Bezug zur kämpfenden Truppe herstellt.


„Asterix als Legionär“ stammt aus einer Zeit, in der die Asterix-Reihe ihren Zenit noch lange nicht überschritten hatte. Einer Zeit, in der neue Asterix-Abenteuer noch mit schöner Regelmäßigkeit erschienen und regelmäßig schön waren. „Asterix als Legionär“ war stets einer meiner Favoriten, und im Laufe der Jahre hat sich daran nichts geändert. Der Band hat sich auf seinem Platz in meiner ewigen Bestenliste gut behauptet und ist im Laufe der Zeit allenfalls noch ein Stück weiter nach oben gerückt.

Dass Asterix sich als Legionär verdingt, hat natürlich einen guten Grund. Der heißt Tragicomix, ist mit der schönen Falbala verlobt und jüngst zum Dienst in Cäsars Heer zwangsverpflichtet worden. Als Fräulein Falbala davon per Eilpost aus Condate (Rennes) erfährt, setzt ein großes Brechen ein: Falbala bricht in Tränen aus, Obelix bricht das Herz und kurz darauf brechen Asterix und Obelix gen Afrika auf.

Wie bitte? Das ging jetzt eine Spur zu schnell? Ok, also schön der Reihe nach.

Obelix auf Freiersfüßen

Hinkelsteinlieferant Obelix verspürt Frühlingsgefühle und macht der schönen Falbala den Hof. Schenkt Menhire, Wildschweine und, auf Anraten von Busenfreund Asterix, sogar Blümchen. Und sein Herz natürlich sowieso. Dass die Angebetete bereits vergeben ist, ahnt vorerst niemand. Wie denn auch? Schließlich hat Falbala längere Zeit in Condate studiert, und da hat sie offenkundig mit einem Herrn namens Tragicomix angebandelt. Für unseren stämmigen Steinbrecher ist diese Nachricht natürlich ein herber Rückschlag. Aber was tut ein gallischer Gentleman in einem solchen Fall? Richtig: Er gelobt, der verehrten Frau den Liebsten wiederzubeschaffen. Und weil ein Obelix ohne einen Asterix nur ein halbes Duo ist, macht man sich natürlich zu zweit auf die Reise.

Die führt zunächst einmal in die römische Kommandantur nach Condate. Dort angekommen, melden sich unsere Helden freiwillig zum Militärdienst, werden gemustert, neu eingekleidet und, zusammen mit einer Reihe anderer neuer Rekruten aus aller Herren Länder, kaserniert. Der Haufen, der sich da zusammengefunden hat, ist ziemlich bunt aus Angehörigen verschiedenster Provinzen des römischen Reiches zusammengewürfelt. Die Frisur des Belgiers Mannekenpix erinnert frappierend an die des Landsmannes und Reporters Tim, der Brite Eftax findet als einziger die Verpflegung aus der Truppenküche genießbar, und Ägypter Tennisplatzis, der sich die ganze Zeit über auf einer Art Erlebnisreise wähnt, gibt immer und überall wunderbar verquere Kommentare von sich.

Gute Laune vs. Kommiss

Es dauert nicht lang, bis unsere Kameraden die ruhmreiche Armee Cäsars kräftig aufgemischt haben. Dem Küchenbullen wird ziemlich früh verbimst, er habe den Speisenplan künftig um Wildschein und Süßspeisen zu erweitern; und schließlich widersetzen sich allein die höheren Dienstgrade noch dem Verfall aller soldatischen Tugend. Selbst mit Gewaltmärschen und schwerem Gepäck ist den unerschütterlich gutgelaunten Galliern, denen kein Drill hart genug scheint, nicht beizukommen.

Eines schönen Tages ist es dann endlich soweit: Unsere frischgebackenen Legionäre werden nach Nordafrika abkommandiert, daselbst es Cäsars Truppen im Kampf gegen Feind Pompejus zu unterstützen gilt. Der Eilmarsch zum nächstgelegenen Hafen nagt bald kräftig am Selbstbewusstsein der römischen Truppführer, denn auch hier kann den Galliern nichts schnell genug gehen: Nach einfachem, aber ordnungsgemäßem Nachtmahl im einfachen, aber ordnungsgemäßen Zelt und einer ohnehin schon kurzen Nachtruhe müssen die beiden Kommandierenden feststellen, dass ihre Untergebenen sich noch lange vor dem ersten Hahnenschrei auf und davon gemacht haben. Ja, kann denen der Zug ins Feld denn nicht schnell genug gehen!? Nein, kann er natürlich nicht – schließlich hat man sich einzig und allein dem Ziel verpflichtet, Tragicomix schnellstmöglich wieder zum Zivilisten zu machen und dann ratzfatz die Heimreise anzutreten.

Sorgfalt und Liebe zum Detail

„Asterix als Legionär“ geizt, wie könnte es anders sein, nicht mit Seitenhieben auf das Leben im Kasernenhof; die Charaktere sämtlicher Figuren sprechen von Sorgfalt und Liebe zum Detail auf Seiten von Texter Goscinny und Zeichner Uderzo. Das Panel, in dem wir den ewig glücklosen, einmal mehr ihres Schiffes verlustig gegangenen Piraten begegnen, ist diesmal besonders schön, zumal das Bild klar erkennbar Eugène Delacroix’ Gemälde „Das Floß der Medusa“ karikiert: in den Asterix-Abenteuern vergangener Tage fanden sich solche Anspielungen immer mal wieder; heutzutage vermisse ich diesen feinsinnigen Humor schmerzlich – spätestens seit dem 33. Band der Serie („Gallien in Gefahr“), der in meinen Augen komplett verunglückt ist.

R e s ü m e e

Lieber mit Asterix nach Nordafrika als mit zu Guttenberg gen Afghanistan: "Asterix als Legionär" ist ein rundum empfehlenswerter Band der Reihe.

Community Bewertungen

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • andreasloy veröffentlicht 26.02.2010
    Ich glaub das kenn ich gar nicht. Übrigens bin ich untauglich in den Augen der Bundeswehr ;-)
  • uweBeelitz39 veröffentlicht 22.02.2010
    Deinem Resümee schließe ich mich vollinhaltlich (gibts dieses Wort eigentlich?) an. Asterix gehört auch zu meinen Lieblingscomics. LG Uwe
  • Miraculix1967 veröffentlicht 22.02.2010
    Jau, Obelix auf Freiersfüßen war genauso amüsant wie die beiden Legionäre "Asterus" und "Obelus", die die römische Armee ja kräftig aufgemischt haben! Als Fan - siehe mein Nickname - kann ich gar nicht anders, als für diesen treffenden Bericht ein BH zu vergeben:-)! WWW = Wunderschöne Wochenstarts-Wünsche! LG aus dem gallischen Dorf Miraculix1967:-)
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