Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
sehr flüssige Animationen, schöne Bilder |
| Kontra: |
eindeutig ein Kinder - und Jugendfilm, hat wenig mit der Asterix - Reihe gemein |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Es ist mal wieder soweit!
In der letzten Woche geschah eine Tragödie: Mir ist die S-Bahn Lektüre ausgegangen! In Ermangelung guter Romane greife ich zu wirklich Allem, was man irgendwie lesen kann. Sucht lässt die Menschen wirklich tief sinken - Ich griff sogar zu den Werbebroschüren der deutschen Bahn.
Da ich es immer noch nicht geschafft hatte, mir ein paar neue Bücher zu kaufen, kramte ich also meine alten Asterix-Comics hervor - nur vorbeugend, um nicht zur Tarifexpertin der deutschen Bahn zu mutieren. Da mich Asterix auch beim 1000 x lesen noch immer amüsierte wie eh und je und das Gallier-Fieber voll um sich griff, liehen wir sogleich "Asterix und die Wikinger" aus der Videothek aus … und nun entführe ich meine Leser ins alte Gallien ;-)
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1. Ein paar Basisdaten ……………………………………………………………………………
2. Die Synchronsprecher …………………………………………………………………………
3. Die Story ………………………………………………………………………………………..
4. Der Comic ………………………………………………………………………………………
5. Mein Kommentar ……………………………………………………………………………….
6. Fazit ……………………………………………………………………………………………..
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… und los geht's !
1. Ein paar Basisdaten ……………………………………………………………………………
Originaltitel …………………………….. Asterix und die Wikinger
Genre …………………………………... Zeichentrick
Filmlänge ………………………………. 79 Minuten
FSK ……………………………………... ab 6 Jahren
Verleih ………………………………….. Universum Film GmbH
Regie ……………………………………. Stefan Fjeldmark Jesper
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2. Die Synchronsprecher …………………………………………………………………………
Asterix ………………………………….. Christian Tramitz
Obelix ……………………………………Tilo Schmitz
Grautvornix …………………………….. Smudo
Abba ……………………………………. Nora Tschirner
Olaf ……………………………………… Götz Otto
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3. Die Story …………………………………………………………………………………………
In einem eisig-kalten und fernen Land leben die furchtlosesten und berüchtigtsten Krieger ihrer Zeit - die Wikinger. Ihre Raubzüge versetzen die Küsten des europäischen Kontinents in Angst und Schrecken und genau das ist, zumindest in diesem Abenteuer, das Problem: Die Wikinger kennen keine Angst und doch sind sie besessen davon, dieses mystische und legendäre Gefühl zu finden.
Als der raue Häuptling Maulaf seinem Berater befiehlt, jene Gefilde ausfindig zu machen, in denen die Wikinger das Geheimnis der Angst ergründen können, deuten die Runen ausgerechnet den Weg zur gallischen Küste …
Im letzten gallischen Dorf, dass sich seit nunmehr Ewigkeiten dem römischen Eroberer erwähren kann, hält unterdessen eine weitere Naturgewalt Einzug: Die Pubertät. Aus dem verweichlichten Schönling Grautvornix soll endlich ein Mann werden und zu diesem Zwecke wird er aus Lutetia (Paris) in die Provinz geschickt - zu keinem Geringeren, als seinem legendären Onkel Majestix.
Majestix delegiert die kriegerische Ausbildung seines Neffen an die beiden besten Krieger seines Stammes, nämlich Asterix und Obelix, und verfolgt mit wachsendem Unmut die offenbare Hoffnungslosigkeit dieses Falles …
Während die Gallier von Grautvornix' Ängstlichkeit schockiert und bisweilen genervt sind, wird den ankommenden Wikingern schnell klar, dass es sich hierbei um den Großmeister der Angst handeln muss. Als Grautvornix' das gallische Dorf in Panik verlässt (Dort scheint nämlich niemand durch die Ankunft der Drachenboote beunruhigt zu sein!), wird er von den Wikingern entführt und - mit größter Behutsamkeit - auf deren Schiff gebracht. Immerhin weiß dich jeder, dass der Großmeister der Angst einfach davonfliegen könnte … und das soll er den Wikingern nun auch in diversen Flugstunden beibringen - andernfalls …
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4. Der Comic
Grundlage für "Asterix und die Wikinger" war sicherlich der Comic "Asterix und die Normannen". Der Film hält sich stellenweise sehr genau an die Comicvorlage. Auch im Comic wird der pubertierende Grautvornix zu seinem Onkel Majestix in die Provinz geschickt, um dort ein Mann zu werden. Schon im Comic glauben die Wikinger, Angst verleihe wortwörtlich Flügel.
Andere Elemente, wie beispielsweise die gesamte Odyssee in die nördlichen Gefilde oder die schöne Häuptlingstochter Abba, kommen ausschließlich im Film vor.
Freunde der Asterix-Comics werden sich allerdings doch immer wieder an die Vorlage erinnert fühlen - manchmal findet sich sogar der genaue Wortlaut wieder. Auch wenn der Film mit vielen Elementen aufgepeppt und erweitert wurde, so bezieht er doch seine größten Witze aus den Büchern. Besonders die Ausarbeitung der Charaktere und ihre Verhaltensweisen halten sich dicht am Original.
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5. Mein Kommentar
Auch die unerschrockenen Gallier mussten ihren Tribut an die Zeit zahlen. Das wird deutlich, sobald der Film anläuft. Ähnlich wie schon in "Asterix und Amerika" hat der Film selbstverständlich an Farbintensität und Qualität zugenommen - man beachte nur die flüssige Bewegung der Figuren oder die verbesserten Lippenbewegungen - aber gegenüber den klassischen Filmen auch an Charme eingebüßt. "Asterix und die Wikinger" ist schon bemüht, an die vergangenen Teile anzulehnen, fällt aber doch auf den ersten Blick aus der Reihe. Mir fielen spontan die vielen Schatten- und Lichteffekte ins Auge, welche die Küste, den Wald und das Dorf umspielen. Ein wunderschöner Effekt, den die Technik heute möglich macht, in einem Asterix-Film aber einfach ungewohnt wirkt.
Ein weiterer Tribut an die zeitliche Entwicklung, ist sicherlich die schöne Häuptlingstochter Abba. Im Asterix Universum gibt es die verschiedensten Frauencharaktere, etwa die wunderschöne und unnahbare Falbala. Man erinnere sich auch an die resolute Gutemine, die schon in den Siebzigern die Hosen im Häuptlingshaus anhaben durfte. Abba hingegen scheint mir eine Krankheit des neuen Jahrtausends, wo weibliche Heldinnen oft zum zwanghaften Inventar gehören. Natürlich ist sie, ganz im Sinne des heutigen Zeitgeistes, eine emanzipierte Frau, die sich in eine Männerrolle hineindrängt und letztlich doch nur allzu schwach in die Arme des männlichen Helden sinkt - all das in hautengen und superkurzen Outfits, versteht sich.
Habt ihr meine seichte Kritik bis hierhin noch nicht herausgehört, so spreche ich sie noch einmal deutlicher aus. Abba ist eine witzige und charmante Figur, die aus meiner Sicht dennoch nicht in das Asterix-Universum passen will. Das wunderbare an Asterix-Filmen (und Comics) war auch immer die Vielschichtigkeit des Humors. Jede Altersklasse fühlt sich von der Handlung angesprochen und amüsiert, jedoch immer aus ganz unterschiedlichen Gründen.
Das Auftauchen von Abba und ihre zarte Liebesgeschichte zu Grautvornix schafft es jedoch nicht, auf diesem allgemeingültigen Pfad zu wandeln - hier biegt der Film eindeutig in Richtung einer jugendlichen, vielleicht sogar noch jüngeren, Zielgruppe ab. Dies deckt sich mit meiner sonstigen Einschätzung des Films, dessen Zeichenstil bei mir teilweise eine starke Assoziation zu den "Benjamin Blümchen" Zeichentrickfilmen hervorrief.
Die gewohnten Synchronstimmen standen für diesen Asterixfilm leider nicht zur Verfügung. Ich hatte deutliche Probleme mich an die Stimmen altbekannter Gallier zu gewöhnen. Neben den Stimmen von Asterix und Obelix, die aus meiner Sicht nicht an ihren alten Charme anknüpfen konnten und nur wenig von den altbewährten Wesenszügen transportierten, fiel mir auch die Stimme des Druiden Miraculix sehr negativ auf. Ich hätte mir gewünscht, dass die neuen Stimmen sich mehr an den alten Stimmen orientieren - das heißt nicht, dass die alten Stimmen kopiert werden sollten. Die typischen Merkmale der Stimme, welche sich einfach über Jahre in unser Hirn eingeprägt haben, hätten mehr hervorgehoben werden müssen. Die Stimme von Obelix wird aus meiner Sicht zum Beispiel von der Stimmgewalt aber auch von ihrer Vielfalt bestimmt. Obelix hat eine tiefe aber warme Stimme, die in Erregung glockenhell oder laut und dröhnend wie ein Donnerschlag werden kann.
Dennoch bietet der Film eine breite Palette an Späßen und urkomischen Gags, die, wie schon erwähnt, zum großen Teil aus der Comicvorlage stammen. Auch sorgen wieder zahllose Streitereien zwischen "Herr Asterix" und "Herr Obelix" für Augenzwinkern und Schmunzeln - Hier, das muss ich durchaus zugeben, wird dann doch ein bisschen Nostalgie wach. Ohne Frage hat sich die Visualisierung des Films, im Vergleich zu den Vorgängern, stark verbessert - aus rein objektiver Sicht. Ob dies dem Charme nun zu- oder abträglich ist, ist zweifelsohne eine sehr subjektive Entscheidung. Besonders auffällig ist die verbesserte Mimik der Figuren, welche in den Gesichtsaudrücken von Abba einen Höhepunkt erreicht.
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6. Fazit
Als Untermieter im bekanntesten gallischen Dorf aller Zeiten, hat mich der Film stellenweise schwer enttäuscht. Ich habe einfach den typischen Charme der Asterix-Reihe vermisst, der sich niemals aus einer perfekten Visualisierung oder bombastischen Bildern ergab. Optisch fehlt mir die Atmosphäre, die gerade aus den begrenzten Möglichkeiten entstand. Dennoch räume ich an dieser Stelle ein, dass gerade für die neue Zielgruppe - Kinder und Jugendliche - die Bildgewalt sicherlich beeindruckend und faszinierend ist. Der überraschende Zielgruppenwechsel ist ein weiterer Kritikpunkt. Die Komik der Asterix-Reihe lag in der sprühenden Intelligenz, mit der Wort- und Bildwitze für jede Alters- und Bildungsklasse verknüpft wurden. "Asterix und die Wikinger" ist, vielleicht gerade durch die fortgeschrittenen technischen Möglichkeiten, eindeutig zum Kinder- und Jugendfilm avanciert.
Im Ergebnis bewerte ich den Film mit drei Römerhelmen … äh Sternen und spreche eine eingeschränkte Empfehlung aus.
Es grüßt,
Känguruhix
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