Astronomie GK

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Ich habe mich eigentlich schon ziemlich lange für Astronomie interessiert und mich in der 9. Klasse dafür entschieden dieses Fach als Wahlpflichtfach zu belegen. Aber irgendwie war es ziemlich langweilig, da die Lehrerin nicht wirklich was drauf hatte. In der 10. Klasse deutete sich dann ... Bericht lesen





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Wer war nochmal Galilei?
Erfahrungsbericht von Lyra1986 über Astronomie GK
18.03.2005


Produktbewertung des Autors:   

Arbeitsaufwand: durchschnittlich 
Schwierigkeitsgrad der Ausbildung: mäßig 
Prüfungsanforderungen: hoch 

Pro: interessante Alternative zu Physik
Kontra: -

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

Ich habe mich eigentlich schon ziemlich lange für Astronomie interessiert und mich in der 9. Klasse dafür entschieden dieses Fach als Wahlpflichtfach zu belegen. Aber irgendwie war es ziemlich langweilig, da die Lehrerin nicht wirklich was drauf hatte.

In der 10. Klasse deutete sich dann ein Wechsel der Verordnung der gymnasialen Oberstufe Brandenburgs an. Das bedeutete für uns jede Menge Veränderungen, einige Planungen mussten über den Haufen geworfen werden, da manche Wahlfächer nun zu Pflichtfächern wurden und umgekehrt. Beispielsweise mussten wir nun 2 Fremdsprachen bis zum Ende der 13. Klasse belegen, ein Schock für viele. Aber glücklicherweise brachte dieser Wechsel auch einige positive Dinge mit sich – Informatik war kein Pflichtfach mehr. Für mich bedeutete das, dass ich neben Biologie nun auch Astronomie belegen konnte, was ich sonst als zusätzliches Fach hätte nehmen müssen.

Zwar waren die zwei Jahre Astronomie (11. und 12. Klasse) lediglich eine Wiederholung und Vertiefung des Stoffes, den ich schon in der 9. und 10. Klasse gehabt hatte, aber der Unterricht bei unserem Direx machte riesigen Spaß.


:::::: 11. Klasse ::::::

Zu Beginn der 11. Klasse standen einige Grundlagen der Astronomie, beispielsweise der Aufbau eines Fernrohres – schließlich möchte man auch einmal Sterne etc. beobachten – und die Funktion einer Sternenkarte. Selbstverständlich waren die beiden Abschnitte nicht wirklich spannend, schließlich kannte ich das ja alles schon, aber sie gingen dennoch schnell vorbei.

Dann folgte die Geschichte der Astronomie. Babylonisches, geozentrisches oder heliozentrisches Weltbild oder doch lieber das von Tycho Brahe? Gehört hatten wir von den ersten Weltbildern alle schon, doch wann und wie waren sie entstanden, das interessiert uns natürlich. Es folgten astronomische Berühmtheiten wie Galilei oder Newton und schon war auch dieser Teil vorbei.

Im zweiten Halbjahr interessierten uns dann die Planeten unseres Sonnensystems. Erdähnlich oder jupiterähnlich? Innere oder äußere? Deklination – hat das nicht was mit Sprachen zu tun? Und was ist eigentlich mit Pluto los? Unser Lehrer bezeichnete den letzten Planeten unseres Sonnensystems immer als Doofie, denn er passte nirgends rein. Es gab also viele Fragen zu klären und viel zu lachen, doch auch dieser Teil des Schuljahres ging schnell vorbei.


:::::: 12. Klasse ::::::

Die 12. Klasse wurde dann physikalischer. Gravitationskonstante und Leuchtkraft bestimmten in den beiden Halbjahren den Unterricht, spannend war es dennoch. Schließlich ist es schon interessant die Masse der Erde aus Entfernung und Geschwindigkeit des Mondes zu berechnen.

Außerdem beschäftigten wir uns nun mit den Sternen, in erster Linie natürlich mit unserer Sonne und irgendwie fühlte man sich da in den Geographie-Unterrichte versetzt, denn auch hier wurde zunächst einmal der Aufbau besprochen, wobei es natürlich wieder viel Interessantes zu entdecken gab. Und selbst den Physik-Teil mit der Kernschmelze brachten wir bravourös hinter uns.
Dann ging es in die Ferne und wir durften Zusammenhänge zwischen Leuchtkraft, Helligkeit (absolut oder scheinbar?) Temperatur und Größe herausfinden und dazu eine Belegarbeit anfertigen, weil unser Lehrer krank war. Selbststudium war also angesagt und am Ende hätten wir uns alle eine 3 gegeben, unser Direx war da allerdings anderer Meinung und so durften sich die meisten zum Schluss über richtig gute Noten freuen.

Mit der Betrachtung der Sterne gingen dann unsere 4 Astronomie-Halbjahre auch zu Ende, in der 13. haben wir dann keine Astronomie mehr gehabt.


:::::: Beobachtungen ::::::

Unsere Beobachtungen während der zwei Jahre hielten sich leider in Grenzen, da nahezu jeder angesetzte Beobachtungsabend Wolken verhangen war. Venus- und Merkurdurchgang haben wir aber fleißig beobachtet, ebenso wie die vielen Sonnenflecke – tagsüber beobachten macht also auch Spaß. Der Höhepunkt, eine totale Mondfinsternis, fiel auch ins Wasser, aber man kann ja schließlich nicht alles haben.


:::::: Tipps ::::::

Astronomie ist wie gesagt eine spannende Alternative zu Physik, ganz ohne mathematisches und physikalisches Interesse fällt man aber schnell auf die Nase, denn Astronomie lebt von der Physik, zumindest wenn man sich tiefgründig damit beschäftigen will.

Wer Astronomie andauernd mit Astrologie verwechselt ist ebenso falsch in diesem Kurs, denn Horoskope haben wir nur in den letzten Stunden aus Spaß gemacht. Schließlich ist Astronomie eine Wissenschaft, die sich auf Daten stützt. Eine Gemeinsamkeit haben Astronomie und Astrologie jedoch – beide beschäftigen sich mit den Tierkreiszeichen, denn am Himmel sind diese ja ebenfalls vertreten.

Und zu guter letzt sollte sich niemand auf meinen Unterrichtsplan stützen. Astronomie wird schließlich nur an wenigen Schulen in der Sekundarstufe II unterrichtet, in Brandenburg sind es meines Wissens sieben oder acht. Daher weiß ich auch nicht, ob es überhaupt einen verbindlichen Lehrplan gibt. Wer also Interesse an dem Fach hat, sollte sich vorher erkundigen was behandelt wird.

Wer glaubt, dass in diesem Fach keine Tests geschrieben werden, der irrt. Und für die Tests sollte man sich gründlich vorbereiten, denn da ist es wie in der Physik - ohne die richtige Formel und den richtigen Denkansatz geht gar nichts.


:::::: Fazit ::::::

Mir hat Astronomie einiges gebracht (immerhin zweimal 14 Punkte fürs Abitur), auch wenn ich es nicht als Abiturfach wählen konnte, das ist in Brandenburg schlichtweg nicht möglich. Aber immerhin weiß ich jetzt bei „Wer wird Millionär?“ immer die Astronomie-Aufgaben, bei denen Günther Jauch ja verzweifelt. Außerdem musste ich nicht Informatik, Physik oder Chemie wählen – haben übrigens viele angegeben, als uns unser Lehrer zu Beginn der 11. Klasse nach unseren Beweggründen für die Fachwahl gefragt hat – er hat’s locker gesehen.

Wer also auch nicht so recht weiß ob pure Physik das richtige für ihn ist, ist bei Astronomie gut aufgehoben. Manchmal dauert es zwar ein bisschen ehe man hinter den Sinn und Unsinn einiger Formeln steigt, aber man weiß wenigstens immer was man berechnet. Außerdem sollte ein bisschen Interesse an unserem Universum mitgebracht werden und dann steht einer Karriere als Astronom nichts mehr im Wege. Problematisch wird’s nur wenn der Lehrer das Wissen nicht gut vermitteln kann, dann ebbt das Interesse unter umständen schnell ab – aber dafür kann das Fach ja nichts.
   

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