Wer von uns darf denn nun im Irrenhaus bleiben?
09.10.2011
Pro:
Kulisse, Darsteller ,Idee, Charme, Nonsense
Kontra:
Am Schluss knickt die Story kurz mal ein
Empfehlenswert:
Ja
 David.1980
Über sich:
Es geht wieder Richtung Messen... wer Filme brauch und sucht... nun bitte melden! Empfehlung!!! Bi...
Mitglied seit:06.05.2006
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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 79 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Ein Film in dem es um den Wahnsinn geht und als Komödie klassifiziert wurde... na das muss man doch gesehen haben. Daher viel Spaß mit dem neuesten Bericht zu "Asylum Seekers"! Inhalt: Wahnsinnig zu sein und einen Platz in einem Irrenhaus zu finden, ist gar nicht so leicht wie man glaubt. Denn als sechs neue Patienten das Haus betreten, wird ihnen erst einmal klar gemacht, dass nur noch ein einziges Bett vorhanden ist, um das die Herrschaften nun zu konkurrieren haben. Natürlich nicht leicht, denn sie alle haben ganz unterschiedliche Probleme und Charakter. Da wären: Dr. Antoine Raby - jungfräulicher Nymphomane Maud - Mausfrauen Trophäe Paul - Evangelikaler Nihilist Miranda - introvertierte Exhibitionistin Alan - Flüchtlingstrans Alice - kybernetische Lolita Klingt nun vielleicht nicht nach professionellen psychologischen Beurteilungen, aber das macht es ja nun auch wirklich spannend. Denn diese Leute müssen durch die verrücktesten Untersuchungen, wobei sie immer wieder von einem Doktor über Mikrofon und Lautsprecher Hinweise erhalten, wie sie den einen Platz wohl erhalten könnten. Dies geht aber nicht nur so weit, dass sie alle auf einer Bühne ihren Irrsinn darstellen müssen, sondern sie auch spontan die etwas morbiden Spiele der Anstalt für sich nutzen und unglaublich viel Spaß haben. So planen sie einen Aufstand, fordern mehr Bananen in den Fruchtsalat und spielen allgemein gern mit den Medikamenten oder der der Hausbar in der Irrenanstalt. Alles natürlich nur für das eigene Wohl, denn wenn man mal diesen einen Platz haben sollte, dann darf man sich auf ein Lächeln und endlose Träume freuen. Ein Preis den man ja eigentlich für sich beanspruchen will. Doch kann jemand diese etwas seltsamere Aufnahme wirklich mit ähm, durchgedrehten Verstand überstehen? Denn wenn es hier mal bunt wird, dann so richtig und wer weiß schon, was die Ärzte oder Pfleger vor haben?
Regisseur: Rania Ajami (A Dangerous Idea, And the Woods fell silent again, Katalog, Shadow of a Leader) Maud: Pepper Binkley (The Kitchen, Eavesdrop, Bastard of Orleans, Weekend Away, Repatriate)
Alan: Bill Dawes (EvenHand, Two Altercations, Born Loser, Vinsanity, The Science of Love) Nurse Milly: Judith Hawking (A very serious Person, The Poker Club, Winter Excursion, The Mercy Man)
Dr. Raby: Danil Irizarry (Mariposa, A Dangerous Idea, Genau) Alice: Stella Maeve (See Kate Run, Harald, Euthanasia, Accused at 17, the Runaways)
Miranda: Camille O'Sullivan (On the Edge, No Strings attached) Paul: Lee Wilkof (Afterschool, Route 30, Dumped, Tracks, Love comes lately, YellowBrickRoad)
Technische Daten: Herstellungsland: USA (2009) Laufzeit: 85:12Min Altersfreigabe: FSK 16 Bildformat: 1,78:1 Tonformat: Deutsch (Dolby Digital 5.1) Deutsch (Dolby Digital 2.0) Englisch (Dolby Digital 2.0) Untertitel: keine
Trailer: Yamato
Kritik: *Story*. Die Story ist herrlich. Es geht um den alltäglichen Wahnsinn und im Null Komma nichts, weiß man schon nicht mehr, wer eigentlich gemeint ist, mit diesem seltsamen Wort "normal". Schade ist nur, dass der Schluss ein wenig zu unlogisch oder grotesk wird, dass man schon gar nicht mehr erkennen kann, worauf der Film hinaus will. Das wird nur kurz angedeutet, in dem die Geschichten der Figuren noch fertig erzählt werden, und das ist mir ehrlich gesagt zu wenig. Man hätte da noch ein wenig mehr Zeit investieren sollen, denn dann hätte man zu dem doch recht guten Ende auch noch mehr verdeckt Spuren legen können und kleine Hinweise platzieren können. Schade, aber nicht das Schlimmste, da ja trotzdem genug an interessanten Dingen vorhanden ist. *Regie* Rania Ajami versucht an den Hype um die "Rocky Horror Picture Show" anzuknüpfen, wobei sie durchaus brauchbare Ideen hat. Sie konnte sogar einige Elemente gut übernehmen und eigene Ideen einflechten. Was sie aber nicht schafft, ist eine Konstante zu kreieren, die dann den Stil und den Charme beibehält bis zum Schluss. Viel mehr driftet der Film dann immer mehr in eine Maskerade ab, in der die Hüllen manchmal zu abrupt fallen, wobei die Figuren im wahrsten Sinne des Wortes noch mehr aufsetzen. Erinnert ein wenig an Monty Python, wobei da dann aber der gute englische Humor fehlen würde. Ansonsten kann sie recht gut mit den Schauspielern umgehen und vor allem, durch kreative Arbeit ein interessantes Szenario entwerfen, dass optisch sehr schräg und ansprechend ist.
*Kamera* Die Kamera wechselt durch recht viele interessante Perspektiven und passt sich oftmals den einzelnen Charakteren an. Das Schöne dabei ist auch, dass dadurch nicht nur Sympathien aufgebaut werden können, sondern man auch gleich Veränderungen an den Figuren merkt. Schnell wird dann mal diese dann mal diese Figur im Wettstreit bevorzugt und am Schluss, denkt man sofort daran, dass es eigentlich nie hätte anders enden können, da die Kamera es heimlich schon verraten hat. Das finde ich sehr intelligent und habe das Zuschauen so sichtlich genossen. *Darsteller* Pepper Binkley ist eine wundervolle Mimikerin, die durch einen Blick, durch verziehen der Mundwinkel und durch ihre Körperhaltung alles ausdrücken kann, was ihrer Figur so nicht so recht über die Lippen kommen will. Das macht sie zu einem perfekten Zugpferd im Film und man genießt, dass die USA doch noch Talente hervorbringt, bei denen das Aussehen eben zweitrangig ist.
Dazu passt natürlich auch Danil Irizarry, der ja schon in New York mit sehr interessanten und eigensinnigen Theaterproduktionen auffiel. Der kann natürlich Rollen in die Extreme ausspielen und folglich auch innerhalb von Sekunden den mentalen Zustand ändern. Einfach herrlich und von meiner Seite aus durchweg super in Szene gesetzt. Lee Wilkof stört mich ein bisschen, da er mich zu sehr an eine Figur von Nick Frost aus "Spaced" erinnert. Und wenn dieser Vergleich erst einmal da ist, dann brauch man einfach einen durchgeknallten Engländer in der Rolle, der dann auch den Humor noch interessant gedreht hätte. Schade, denn ansonsten ist er als Schauspieler gar nicht schlecht, nur eben hier nicht die Idealbesetzung.
Stella Maeve ist ja herrlich niedlich und schafft es endlich, dass Schulmädchenoutfit wieder nach Amerika zu holen. Ähm und darstellerisch ist sie auch OK, wenn das nun noch wichtig ist!?!? Judith Hawking als Krankenschwester ist ein Hit, da sie durch ihre Uniform beinah schon wie in den Klamotten eingeschweißt aussieht. Sie überzeugt sogar durch ihre skurrile Art mit der Szenerie und den Patienten umgehen und verhilft dem Film zu einem Kleinod an Humor. Immer wenn sie auftritt, verkrampf man innerlich und droht gleichzeitig vor Lachen auf den Boden zu stürzen. Prima, denn das kann man nur spielen, wenn man selbst über Selbstironie verfügt und Humor versteht.
Fazit: Der Film hat von mir 4 Sterne verdient, da er einfach wundervoll skurril ist. Er verführt in eine unglaublich lustige und schräge Welt, wo man innerhalb von kürzester Zeit den Zusammenhang zur Realität verliert. Schön ist dabei auch, dass die Schauspieler recht gut in ihre Rollen passen und die Blödeleien nicht ausarten. Der etwas komische Knick am Schluss kostet halt den einen Stern, aber man kann dennoch sich den Film anschauen und genießen. Wie heißt es darin ja auch so schön auf dem Weg aus dem Irrenhaus... "Wo wollen wir hin? ... Bitte dahin wo keine Menschen sind... Dann auf zum Pluto... Oh das passt, denn der ist ja auch erst kürzlich aus dem Verband ausgeschieden...."
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sehr informativ
10.10.2011 20:13
Klingt nach ner echt gemütlichen Bleibe, wäre mal ne Verbesserung zu meiner augenblicklichen Umgebung, Ha! Bh und LG BIlly
10.10.2011 16:38
Ich hab mit Anstaltshorror auf DVD meist nicht so gute Erfahrungen gemacht. Nee, lass ma. ;-)