At the End of the Day - Till Brönner

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At the End of the Day - Till Brönner

1 - CD EXTRA/Enhanced - Island - Universal - 15. Oktober 2010 - 602527513683

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Erfahrungsbericht über "At the End of the Day - Till Brönner"

veröffentlicht 25.06.2011 | Hollgo
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Über sich :
Das Vergangene ist niemals tot; es ist noch nicht einmal vergangen. (William Faulkner)
Ausgezeichnet
Pro + fast durchweg gute bis sehr gute Stücke...
Kontra - nur ein Stück war nicht so ganz meins..
sehr hilfreich
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
Häufigkeit der Nutzung
Dieser Tonträger ist:

"Jazz am Abend..."

At the End of the Day - Till Brönner

At the End of the Day - Till Brönner

... klingt wohl genauso gut wie am Ende des Tages. Dies sagte sich auch der gebürtige Viersener Till Brönner und wählte das "Tagesende" gleichzeitig als Titel für sein 2010 erschienenes Album, welches auf englisch entsprechend "At The End Of The Day" heißt. Doch ist dieses Album am Ende des Tages auch gut anzuhören oder sollte schlimmstenfalls irgendwann, während die Scheibe läuft, der "Aus"-Knopf des CD-Players betätigt werden ?

So kam ich zum Album

Till Brönner war mir als "Jazzvirtuose" schon länger bekannt, nur bislang habe ich mich seit dem Tod von Miles Davis nicht weiter an "lebende Jazzmusiker" herangetraut, weil ich ja so ein bischen dem klassischen Jazzstil, der von den klassischen Jazz-Instrumenten wie Kontrabass, ein wenig Hammond-Orgel, dem Piano, Saxophon , natürlich der Trompete und Posaune und natürlich der Klarinette nicht zu vergessen geprägt wird. "Acid Jazz" ist da schon eine etwas andere "Baustelle", auf die ich aber auch irgendwie stehe (Brand New Heavies / Incognito etc.). Zu dieser CD von Till Brönner kam ich jedenfalls durch ein Sonderangebot bei Saturn. 5,99 € für sein bis dato neuestes Album, welches im letzten Jahr erst herauskam, das war doch mal ein echter Schnapp. Wenn nur die anderen Platten von Brönner nicht immer sooo teuer wären, ich hätte mehr davon ;-))

Zu Till Brönner

Geboren wurde Till Brönner 1971 in Viersen am Niederrhein. Sein Talent wurde schon in seiner Schulzeit erkannt und gefördert. So begann er 1993 mit seinem ersten , damals noch reinem Jazz-Album "Generations Of Jazz" seine musikalische Karriere, welches er mit echten Jazz-Größen u.a. Ray Brown, Jeff Hamilton, Frank Chastenier und Gregoire Peters aufnahm.
Das "Instrument seiner Wahl" ist dabei die Trompete, die er sehr variabel in seinen jazzgeprägten Stücken einzusetzen versteht. Dazu singt Brönner seine Titel auch selber ein. Seine Stimmfarbe ist dabei am besten wohl mit "weich und geschmeidig" zu umschreiben.
Dabei blieb er in seinen Anfangsjahren zunächst nur "Insidern" bekannt. Allerdings sind gerade seine letzten erschienen Alben "Rio" wie auch "At The End Of The Day" in den Charts zumindest in Deutschland bis unter die Top 10 gekommen.
Die meisten seiner Stücke schreibt Brönner dabei selbst, jedoch finden sich auch manche Neuinterpretationen von bekannten Stücken aus dem Pop- und Klassikbereich auf manchen Alben, die Brönner in seiner ganz eigenen, jazzigen Art umzusetzen versteht.

Stilistisch ist Brönner eigentlich "geborener Jazzer",in seinen neuen Alben jedoch begibt er sich auch gerne einmal in die dem Jazz zugewandte Musikbereiche . Dazu zählt z.B. der Rhythm & Blues-., der Soul- und teilweise sogar der Countrybereich.

Zum Album "At The End Of The Day"


Das Cover & Inlay

Hier finde ich zwar keine Songtexte vor, dafür finde ich zu jedem Song Infos zum Arrangement, wer welches Instrument zum Gelingen (oder Nichtgelingen) eines Songs beisteuerte und natürlich, wer der "helle Kopf" hinter dem Stück war.
Dazu finde ich einige Fotografien des "Meisters" persönlich vor, der ihn in einer recht trockenen Landschaft zeigt - wenn ich raten müsste, würde ich auf Mallorca im Sommer tippen.

Die Songs dieses Albums

Nachfolgend stelle ich jeden der 13 auf dem Album befindlichen Songs (Gesamtspielzeit: 49 min, 23 sec.) mal ein wenig näher vor.

1.: And I Love Her (3:39)

Nachdem sich Till Brönner auf seinem Vorgängeralbum "Rio" ganz stark dem Bossanova, einer brasilianischen Mischung aus Samba und Jazz, verschrieben hatte, ist folgerichtig auch auf "At The End Of The Day" mit diesem Titel ein stilistisch nahezu lupenreiner Bossanova enthalten, der allerdings nicht, wie es "stilecht" wäre, in portugiesisch, sondern auf englisch vorgetragen wird. Piano, Geigen und gelegentliche Saxophon- und Trompeteneinlagen machen passend zu der eher weichen Stimme von Brönner das typische "Bossa"-Behaglichkeitsgefühl ganz einfach komplett. Der Samba-Rhythmus, der bei einer Bossa einfach nicht fehlen darf, ist hier passend dezent und unaufgeregt ganz einfach spürbar. Zur "Kuschelatmo" passen da auch die ganz weich gespielten Trompetensounds, die nicht etwa fanfarenmässig hart gespielt sind, sondern eher ein wenig ineinander verschwimmen.
Wirklich klasse gemacht !

2.: After You've Gone (4:22)

Dieser Titel ist ein fast schon "klassischer " Jazz-Song, der von Stil und Ausführung her mühelos in die 50´er oder 60´er Jahre des vorigen Jahrhunderts passen könnte. Ein wenig melancholisch wirken die Geigen wie der Kontrabass im Hintergrund mit, während das Klavier im Vordergrund die schöne und griffige, fast schon swingende "Schu-bi-du" Melodie spielt und dadurch den Gesang von Till Brönners weicher Stimme unterstreicht, der natürlich pausieren muss, wenn er in gelegentlichen "Hornsections" dieses Stückes selber zur Trompete greift. Wie es sich für "echten" Jazz gehört, ist in diesem Stück eine kleine, instrumentale "Jam"-Passage eingebaut, in der das Stück ein wenig vor sich selbst herläuft.
Ein schöner Song, der an die "good ole Jazztimes" erinnert.

3.: Human (3:35)

"Na sowas, der Song kommt mir doch bekannt vor. Aber der Stil - das ist doch Country, oder ? Sind wir noch bei Till Brönner ?" - diese Fragen kamen beim ersten Anhören dieses Songs auf. Tatsächlich: "Human" ist die Brönner-Version des gleichnamigen Rock-Songs der "Killers". Allerdings ist Till diesmal nicht der Jazzer, sondern eher der Country-Star. Dafür sorgt neben dem typischen Countryrhythmus der akustischen Gitarren natürlich auch das sonstige "Makeup" dieses Songs, wobei: Trompeteneinlagen gibt es in , wenn auch kleiner Form, auch bei diesem Stück wieder zu hören.

4.: I'm Through With Love (2:36)

Dieser Song ist wie "After You´ve Gone" der zweite, schon klassische swingende Jazz-Song auf diesem Album. Die Instrumentierung passt einfach voll in die 50´er / 60´er Jahre. Ein Kontrabass ist mit dabei, eine "flarrige" Hammond-Orgel darf auch nicht fehlen, genauso wie die von der Percussion gelieferten Woodwinds, die in Songs dieser Zeit eben geradezu typisch waren und nicht fehlen durften.

5.: Summer Breeze (3:26)

Ohne ganz den jazzigen Grundeinfluß zu verlassen, muss ich doch sagen, dass sich "Summer Breeze" schon eher im vom Soul beeinflußten Popbereich einstufen lässt. Die Melodie erinnert teilweise an den vielleicht bekannten Song "A Little Birdhouse In My Soul" von "They Might Be Giants" aus dem Jahr 1990 - in etwa diesem Stil ist der ganze Song auch gehalten. Der Song eignet sich sehr gut für die Untermalung einer lockeren Atmosphäre, wie sie z.B. auf einer Sommernachtsparty am Abend des öfteren herrscht. Eine schöne Nummer, die gleichzeitig die erste Singleauskopplung dieses Albums war.

6.: We Said It All (3:16)

Auch hier verlässt Till Brönner musikalisch das "Jazz"-Terrain ein wenig. "We Said It All" groovt ganz schön und ist m.E. fast schon ein Rhythm & Blues-Stück, bei dem allerdings die jazztypischen Instrumente wie Saxophon und Trompete nicht vergessen wurden. "Wir haben alles gesagt und alles versucht, aber wo ist die Liebe ?" singt Till in englisch sinngemäß ein wenig melancholisch. Offenbar hat er die Trompetenpassage selbst nochmal eigens extra eingespielt, denn in manchen Passagen, wo ich eben dieses Instrument höre, singt er gleichzeitig.
Schön anzuhörende Nummer.

7.: Your Life (3:07)

Dieser Song ist einer meiner Lieblingssongs. Erstmal erwartet mich ein schönes Trompetensolo, dahinter den gewohnt toll gespielten Geigenvorhang, ein einfühlsames Piano und dazu der weiche Gesang von Till Brönner, der in diesem Song fragt, was jemand mit seinem letzten Tag, den er zu leben hätte, wohl tun würde, wenn dieser wüsste, dass es sein letzter sei. Würde er einen anderen Blick aufs Leben werfen oder würde er es einfach so machen, wie sonst auch immer ?

8.: I'm Only Human (3:40)

"Human", der Hit der Gruppe "Human League" aus dem Jahr 1986 wird hier in der "Till Brönner"-Version wiedergegeben. Statt der dieses Stück im Original doch stark ausmachenden Synth-Sounds und Beats wurde hier die doch sehr schöne und auch romantische Melodie des Stücks doch recht einfühlsam durch wohlige Pianoklänge und kleine Geigenvorhänge eine nochmals ruhigere Atmosphäre verpasst. Dazu trägt durchaus auch die Tatsache bei, dass hier nochmals ein wenig "entschleunigt" wurde, denn die Töne werden im Vergleich zum Original nochmals ein wenig länger gehalten. Schön finde ich auch die Trompetensoli von Till Brönner, der mal härter, mal den "Brönner-typisch" eher ganz weichen Anschlag in seinen Solis zum Einsatz bringt.

9.: Space Oddity (4:37)

In diesem Instrumentalstück zeigt Till Brönner vor allem sein Können an der Trompete.
Das Stück an sich ist eins der romantisch-verträumten Art, eine Stimmung, für die neben dem Piano auch einige Geigen im Hintergrund sorgen. Das Stück könnte ich mir passend zur Untermalung eines Sonnenuntergangs vorstellen.


10.: If I Saw You Tomorrow (5:03)

Der Song groovt erneut ganz gut ab. Eine warme, etwas "downlight"-Atmosphäre verschafft schon der Kontrabass, der diesem Stück seinen Charakter vorwiegend verpasst. Dazu gesellen sich einige "dip-di-dips" von der Hammond-Orgel und natürlich erneut die Trompeten-Soli von Till Brönner himself, der in diesem Song eine etwas längere "Jam"-Session mit einbaut, die den Schluß des Songs einläutet. In seiner weichen Stimme sinniert Till darüber, dass er sofort wieder glücklich wäre, wenn er eine uns unbekannte "Verflossene" morgen wieder sehen würde, egal, wie sehr er vorher unter der Trennung gelitten hätte.

11.: I Wanna Be Around (3:07)

Durchaus ist "I Wanna Be Around" auch ein Bossa-Nova, obwohl sich hier der Samba-Rhythmus erst nach einer gewissen Einhörungszeit findet. Wie es sich für einen guten Bossa gehört, sind auch wieder alle typischen Instrumente vorhanden: Geigen, Saxophonsounds, Trompeteneinlagen vom Meister persönlich, dieses Mal gar nicht so typisch weich wie sonst gespielt - perfekt gemacht. Die Stimme von Brönner mit seiner in ihr wohnenden Verträumtheit passt wie die Faust aufs Auge zu diesem Stück.

12.: Everybody's Got to Learn Sometime (3:56)

Ein Stück der "Korgis" aus dem Jahr 1980, welches schon im Original eine eher traurige, nachdenkliche Atmosphäre schuf, wird in der Till Brönner-Version nochmals auf typisch jazzige Art - melodisch fast schon ein wenig entrückt - interpretiert. So ganz mein Fall ist diese Version des von mir eigentlich ganz gerne im Original gehörten 80s Hits allerdings nicht. Nahezu in der Art von "Betonstiefeln" bewegt sich der Song zäh und langsam nach vorne und verliert dadurch ein wenig den Reiz des Originals. Dazu hören sich Brönners Trompetensounds nach mehr Luft als Ton an - was natürlich vom "Meister" beabsichtigt wurde und irgendwie zur zähen Atmo passt...

13.: Air (4:59)

Das gleichnamige, klassische Stück aus Barockzeiten von Johann Sebastian Bach
wird in der Interpretation von Till Brönner durch den jazzigen, von seiner Trompete mit getragenen Sound fast schon ein wenig ins kontemplative - nachdenkliche
gedreht - somit ist "Air" in der "Brönner"-Version im Vergleich zum klassichen Original einfach nochmals mehr zum einfachen wegdriften wie geschaffen.
Auf einen Blick

  • Titel: At the End of the Day
  • Künstler: Till Brönner
  • Label: Island / Vertrieb: Universal
  • Genre: Jazz ,Mainstream Jazz; Vocal Jazz
  • Veröffentlichungsdatum: 15. Oktober 2010
  • 13 Songs / Gesamtspielzeit: 49 min, 23 sec.
FAZIT
Bis auf Till Brönners Neuinterpretation von Korgis "Everybody´s got to learn sometimes" finde ich alle anderen Stücke dieses Albums gut bis sehr gut. Hervorheben möchte ich dabei die Titel "Summer Breeze" , den tollen Bossa-Nova Track "And I Love Her" und natürlich meinen Lieblingssong "Your Life". Für Jazz-Freunde ist dieses Album m.E. genauso ein guter Tipp wie für alle Freunde von vom Jazz beeinflussten Musikrichtungen wie Soul oder Rhythm & Blues. Gesangstechnisch finde ich Till Brönners weiche Stimme wirklich hervorragend geeignet für das Jazz-Genre - er schafft es, seine meistens eher "behaglich-schmusigen" und mal "jazzig-swingenden" Stücke gekonnt passend zu Untermalen. Auch an der Trompete zeigt er sich auf diesem Album sehr variantenreich. Ob nun mit einem ganz wachsweichen Ansatz oder klaren Sounds - er weiss sein Instrument entsprechend des Songs und der Stimmung variabel einzusetzen. Ich finde das Album jedenfalls klasse und gebe fünf Sternchen und eine Empfehlung für "At The End Of The Day".

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • Anacrusis veröffentlicht 18.07.2011
    Sehr ausführlich beschrieben.
  • Miraculix1967 veröffentlicht 29.06.2011
    BH:-)!
  • MuMpeLchen veröffentlicht 28.06.2011
    bh
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Produktdaten : At the End of the Day - Till Brönner

Produktbeschreibung des Herstellers

1 - CD EXTRA/Enhanced - Island - Universal - 15. Oktober 2010 - 602527513683

Haupteigenschaften

Titel: At the End of the Day

Künstler: Till Brönner

Komponist: .

Genre: Jazz

Schlagworte: Mainstream Jazz; Vocal Jazz; Entertainer Englisch; Entertainer Sonstiges; Trompete (Kammermusik)

Medium: CD EXTRA/Enhanced

Set-Inhalt: 1

Veröffentlichungsdatum: 15. Oktober 2010

Label: Island

Vertrieb: Universal

EAN: 602527513683

Titel auf CD 1

1.: And I Love Her

2.: After You've Gone

3.: Human

4.: I'm Through With Love

5.: Summer Breeze

6.: We Said It All

7.: Your Life

8.: I'm Only Human

9.: Space Oddity

10.: If I Saw You Tomorrow

11.: I Wanna Be Around

12.: Everybody's Got to Learn Sometime

13.: Air

14.: Interactiveaudio¿ Player

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