Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
siehe Text |
| Kontra: |
gibt es nicht |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Zufällig bin ich jetzt auf ein Buch gestoßen, in dem eine an Asthma erkrankte Journalistin über Ihre eigenen Erfahrungen mit der Erkrankung berichtet. „Atem-Not“ von Monika Buttler liest sich wie ein Krimi. Sie berichtet über ihre Empfindungen, Ängste, ihren Kampf gegen die Krankheit und wie sie sich letztendlich doch einigermaßen mit dem Asthma arrangiert. Monika Buttler, geb. 1939 in Berlin, aufgewachsen in Detmolt, hat in Hamburg Germanistik und Philosophie studiert und machte 1976 ihren Abschluß M.A.. Nach einem Volentariat bei der „Welt am Sonntag“ arbeitete sie als Redakteurin bei „Constanze“, „praline“, „Für Sie“ und übersetzte aus dem Dänischen ins Deutsche. Seit 1973 ist sie Redakteurin bei der Zeitschrift „Zuhause“, die seit 1992 „Zuhause Wohnen“ heißt.
Im Alter von 46 sollte ihr Leidensweg beginnen. Die Diagnose: Sie haben Asthma. Nein, das kann nicht sein. - Nun gut, aber das ist nur vorübergehend. - Bisher war ich ja auch schon mal krank und bin immer wieder gesund geworden. - Die Ärzte sagen ihr ehrlich, daß es sich bei Asthma um eine chronische und unheilbare Erkrankung handelt, die mit Medikamenten in den Griff zu bekommen ist. - Monika Buttler weigert sich, regelmäßig Kortison zu nehmen. - Darauf folgen unzählige Klinikaufenthalte. Immer wieder bekommt sie Kortisonspritzen, die sie dann wieder zurück ins Leben holen. - Sie schreibt davon, daß sie nach jedem Krankenhausaufenthalt einen erneuten „Kortisonentzug“ startet, denn Kortison muß ja ausgeschlichen werden. Eine Weile kommt sie dann ohne aus, um dann erneut im Krankenhaus zu landen. - Unzählige Versuche, von Homöopathie, „Wundersaft“, Hypnose, verschiedenen Kuraufenthalten, Psychotherapie, Bach-Blüten, ja gar Wahrsagerin, unternimmt sie, um ihr Asthma loszuwerden. - Nichts hilft. - Sie berichtet von unseriösen Machenschaften auf dem Alternativen Markt, von der teilweisen Geldgier der selbsternannten Heiler, die auch nicht davor zurückschrecken, das Leben des Hilfesuchenden, ihr Leben aufs Spiel zu setzen. (Eine ihrer Freundinnen stirbt aufgrund dieser unseriösen Praktiken, aber lest selber...)
Immer wieder fragt sie sich, warum sie unter Asthma leidet. Bei anderen Betroffenen glaubt sie die Zusammenhänge erkennen zu können, nur nicht bei sich selber. - Sie berichtet von sozialen Ausgrenzungen und davon, daß sie beinahe ihren Arbeitsplatz verliert
Endlich- nachdem sie Jahre des Leidens und der unzählichen Atemnotsanfälle, Notarztbesuche und Krankenhausaufenthalte hinter sich hatte, spürt sie so langsam eine Erleichterung. Sie merkt langsam, daß sie ihr Asthma nicht wegzaubern kann, daß es ein Teil von ihr ist. Von nun an, versucht sie mit der Erkrankung und den sich daraus ergebenden Einschränkungen zu leben, ja diese zu akzeptieren. Sie gibt den sinnlosen Kampf gegen das Asthma auf und kann nun ihre Kräfte anders einsetzen.
Ein packender und mitreißender Bericht. Ich persönlich habe mich selber sehr oft wiedererkannt und konnte während des Lesens mein eigenes Leid noch einmal aus einer anderen Perspektive betrachten, aus der Perspektive des Beobachters. Auch wenn ich mittlerweile gerlernt habe, die Erkrankung als Teil von mir zu akzeptieren und mit ihr zu leben, so hat dieses Buch mir noch mehr Mut gemacht. Jeder der an Asthma leidet und immer noch unzählige Energien darauf verschwendet, gegen diese Erkrankung anzukämpfen, der sollte dieses Buch auf jeden Fall lesen. Für Asthmatiker, die es mittlerweile gelernt haben, ihre Erkrankung zu akzeptieren kann dieses Buch eine ermutigende Lebenshilfe sein. Auch Nichtbetroffene können meiner Meinung nach von diesem Buch profitieren. Hier wird Ihnen genauestens aufgezeigt, was in einem Menschen vorgeht, der an Asthma leidet. Sicher, nicht jeder empfindet gleich, doch ich kann nur sagen, daß ich viele meiner eigenen Ängste und Nöte wiedergefunden habe. Vielleicht kann dieser Bericht dazu beitragen, daß auch Nichtbetroffene mehr Verständnis für Asthmakranke entwickeln.
Ich habe das 206 Seiten umfassende Buch an zwei Abenden verschlungen und könnte noch weiterlesen... ;-)
Das Buch „Atem-Not“ von Monika Buttler ist beim Morgenbuch Verlag, Volker Spieß, Postfach 61 04 94, 10928 Berlin, Tel.: 030/6917073 erschienen und kann direkt dort bestellt werden. Unter Bezug auf den Artikel „Atem-Not“ im Liga-Journal Nr.2/1999 (Deutsche Atemwegsliga) könnt ihr das Buch zum Preis von DM 9,95 (früher DM 29,80) zzgl. Porto bestellen. Die Lieferung erfolgt prompt. Ich hatte letzen Donnerstag (07.09.00) dort angerufen und das Buch war direkt am darauffolgenden Tag (08.09.00) bei mir.
*Bemerkung am Rande*:
Menschen mit Atemwegserkrankungen können bei der Deutschen Atemwegsliga kostenlos Mitglied werden. Für Ärzte beträgt der Mitgliedsbeitrag DM 50/Jahr.
Die Ziele der Atemwegsliga sind u.a.:
- Erarbeitung von Empfehlungen zur Vorbeugung, Früherkennung, Diagnostik, Behandlung, Nachsorge und Rehabilitation der Atemwegserkrankungen.
- Aufklärung der Bevölkerung über Bedeutung, Ursachen und Bekämpfungsmöglichkeiten dieser Erkrankungen.
Mitglieder erhalten regelmäßig das „Liga Journal“ mit zahlreichen interessanten Information. Ferner hat die Deutsche Atemwegsliga eine Reihe von Informationsschriften herausgegeben. Die Mehrzahl der heute über 1000 Mitglieder sind Ärzte, doch auch die Anzahl der Patienten und Förderer steigt stetig.
Für weitere Informationen:
Internet: http:www.atemwegsliga.de
Anschrift: Deutsche Atemwegsliga e.V., Burgstraße 12, 33175 Bad Lippspringe, Tel.: 05252/933615