Heckträger mit Hindernissen
24.06.2003
Pro:
Material
Kontra:
Befestigung, Gummiauflagen, nicht abschließbar, Bedienungsanleitung, Radbefestigung, Schutzfolie, Montage
Empfehlenswert:
Nein
 mlootz
Über sich:
Mitglied seit:23.06.2003
Erfahrungsberichte:1
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 13 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Mein Erfahrungsbericht bezieht sich auf den Atera Heckträger für den VW Sharan ab Modelljahr 2000 ohne Anhängerkupplung. Ich mußte mich recht kurzfristig nach einem Heckträger erkundigen da wir spontan in den Urlaub fahren wollten. Natürlich mit unseren 4 Fahrrädern. Im Internet stieß ich zu erst auf den Thule Träger, welcher aber von einigen Käufern als nicht sehr Anwendungsfreundlich beschrieben wurde. Statt dessen wurde u.a. der Atera Träger genannt, welcher zwar recht teuer sei dafür aber wesentlich besser. Von Atera bekan ich die Info, was ich bräuchte: Grundträger, Anbaukit + 4. Schiene inkl. Bestellnummern. Unterdessen habe ich von einem ebay'ler erfahren, daß ATU den Träger vertreibt was mir entgegenkam, da einer bei mir in der Nähe und das Personal sehr hilfsbereit und freundlich ist. Nach 1 Woche hatte ich die Teile im Auto. Zu Hause angekommen sortierte ich die 3 Kits inkl. Bedienungsanleitungen und Montageteile. Notwendiges Werkzeug lag ebenfalls dabei.
Die Bedienungsanleitungen hinterlassen einen sehr schlechten Eindruck: kopierte, einzelne Blätter wurden zusammengeheftet. Aber der Träger sollte sich auch ohne große Hilfe zusammenbauen lassen. Zu erst wollte ich den Träger mit dem Anbaukit verschrauben aber einige Unklarheiten in der Anleitung ließen mich erstmal mit der 4. Schiene beschäftigen. Ich steckte die offensichtlich fehlenden Kunststoffendstücke auf die Schiene. Mit den Schrauben in der Hand wollte ich diesen an den Träger montieren. Dazu sind die Kunststoff-Blindstopfen am Träger zu entfernen. Uup's, die Schienen haben ja gar kein Gewinde? Aha, in der Bedienungsanleitung steht, daß Vierkantmuttern in die untere Nut der Schiene zu schieben sind. Die Kunststoffendstücke also wieder entfernt (die gehen aber leicht runter, ob die wohl nach einer Fahrt noch vorhanden sind). Jetzt steht man allerdings vor dem Problem, die Muttern entsprechend zu positionieren da sie bei Montage nicht mehr sichtbar sind. Gott sei Dank ist die Schraubenlänge passend da ansonsten die Schiene nicht fest verschraubt werden kann. Jetzt montier ich den umklappbaren Fahrradhalter mit den Schienen an den Grundträger. Zurück zum Problem mit dem Fahrzeugspezifischen Kit und dem Träger. Da liegen 4 Profilteile rum die ich nicht recht zuordnen kann. Aha, sie dienen wohl als Abstandshalter zwischen diesen beiden Teilen. Sieht gut aus und macht auch einen soliden Eindruck. Das ganze nun zum Auto gewuchtet (trotz leichter Materialien wiegt das Teil über 10 KG) und die Montageanleitung zur Befestigung am Auto mitgenommen. Vor der Befestigung sind alle Stellen am Auto an denen die Halter anliegen, mit einer Klebefolie zu versehen. Gut, denke ich, so wird der Lack nicht beschädigt. Aber die Ausrichtung der Klebefolien zueinander ist nicht ganz einfach denn die Dinger haften sofort am Auto wenn Sie damit in Berührung kommen. Nun die Halter für die obere Heckklappenkante in den Spalt zwischen Heckklappe und Rahmen geschoben aber paßt nicht rein. Die Heckklappe muß zu 3/4 geöffnet werden - nicht wie in der Anleitung steht nur ein bischen - damit die Halter eingehängt werden können. Dabei muß man höllisch aufpassen daß beim Einsetzen des 2. Halters der erste nicht verklemmt wird. Am Besten man macht es zu Zweit. Anschließend kann der Fahrradträger einfach eingehängt werden. Für die unteren Abstützungen sind Schutzgummis zu befestigen. Die Runden sind klar, die anderen beiden für die unteren Halteklammern aber nicht denn die Beschreibung in der Bedienungsanleitung ist alles andere als Aussagekräftig. Aber durch probieren und logik läßt sich auch dieses Problem lösen. Nun die unteren Klammern festziehen und den Rat aus der Anleitung befogen, von Zeit zu Zeit die Montage zu überprüfen. Ich habe dazu eine Leerfahrt (ohne Räder) unternommen und nach der 2. Fahrt/Nachziehen war das Ding fest.
So weit so Gut. Jetzt gings ans Fahrrad montieren. Die ersten beiden ließen sich noch ohne großen Aufwand befestigen. Beim 3. gings nur mit einem Kniff und das 4. wollte überhaupt nicht. Nach 1,5 h rumprobieren gönnte ich mir eine (Gedanken-)Pause und reagierte mich beim Service von Atera ab denn die folgenden Probleme sind die Ursache für das Scheitern: 1. Der Schienenabstand ist mit 12,5 cm einfach zu Knapp bemessen. Zu Zeiten von 5-Gang Schaltungen war das wohl noch OK aber bei den üblichen 24/27-Gang Schaltungen ist die Hinterachse zu Dick als daß sie sich anschließend noch mit den Befestigungshaltern fixieren lassen. Der Einwand seiten Atera Service, die Fahrräder in Schienenrichtung zu versetzen führt zu Punkt 2
2. Die Schienen sind zu Kurz. Sowohl das 24" Mountenbike als auch das 26" Damenfahrrad und schon gar nicht das 28" Herrenrad hat noch genug Spielraum auf der Schiene. Hier fehlen rund 10 cm 3. Die Fixierungsstangen sind das eigentliche Hauptproblem denn sie sind nur für die Rennrahmen geeignet. Weder das City-Fahrrad und schon gar nicht die Mountenbikes lassen sich am Fahrradrahmen befestigen. Das Argument des Atera Service, und auch die Bedienungsanleitung weist darauf hin, die Fahrräder an der Sattelstütze oder Lenkerstütze zu befestigen gelingt nur selten. Beispiel: Beim Mountenbike bietet sich nur die Sattelstütze an; diese ist aber höher ausgelegt als der Trägerbügel und liegt zu dem auch noch außerhalb der zur Verfügung stehenden Breite. Oder: Die Lenkerstütze ist bei meinen beiden Fahrrädern zu dünn. Oder: Spätestens das 3. Fahrrad kann so nicht mehr befestigt werden da die vorigen Fahrräder diesen Weg blockieren. Atera aber meint: Wir haben 4 verschiedene Fahrräder getestet und da gings!!! Da geht einem doch die Hutschnur auf: nur 4 Fahrräder???? Also ich hätte ja 5 genommen. Und Mountenbikes gibts ja auch erst seit einem Jahr, nicht wahr Atera.
4. Die Radrinnen auf dem Träger sind recht schmal. Mit den Mountenbikereifen liegen diese schon auf dem Rand der Schienen. Für die Superdicken Downhillreifen wird's so wohl nicht gehen. 5. Ein Höhenunterschied kann mit den fixen Befestigungsstangen nicht ausgeglichen werden (Montage an Sattelstütze respektive Lenkerstütze) da ansonsten ein Verkannten der Muffen auftritt wobei sich diese dann nicht mehr schließen lassen.
6. Die Befestigungsblöcke auf den Fahrradschienen haben keine Arretierung zu den Enden hin. Wenn diese Blöcke bereit an den äußeren Rändern sitzen so besteht die Gefahr, daß diese durch Vibration von der Schiene gleiten. 7. Weder die Fahrräder noch der Träger sind abschließbar. Den Vielzahnschlüssel kann man an jeder Ecke erwerben. Aber: Den Träger bekommt man nur bei geöffneter Heckklappe ab.
8. Die Befestigungsschrauben des Trägers lassen sich nicht bei Beladung von 3 Fahrrädern (evtl. auch schon bei 2) nachziehen da die Heckklappe zu schwer ist. Nach der ersten Fahrt war der Träger noch fest mit dem Auto verbunden, bei der 2. Fahrt war am Ende der Strecke die unteren Halter locker was auch zu den nächsten Punkt führt: 9. Die aufgesteckten Schutzgummis können leicht verloren gehen
10. Nach meinem ersten Fahrradtransport habe ich den Halter wieder abmontiert. Dabei zeigte sich, daß die oberen beiden Schutzfolien den Druck durch die Fahrräder nicht gewachsen sind. Sie weisen Verwerfungen auf und sind an den Rändern bis zum Gummi abgelöst. Beim Versuch, die Gummihalterung zu entfernen klebte dieser an der Schutzfolie so daß diese ebenfalls abging allerdings nicht ohne Kleberückstände zu hinterlassen. 11. Die Schutzgummis für die oberen Halter gehen nicht um den Fals herum. Eventuell reicht aber die kunststoffummantelte Verkleidung des Halters aus um Schäden an der Heckklappe zu vermeiden.
Wenn ich mir im Rückblick dies alles durch den Kopf gehen lasse, so fallen mir dann noch die weniger gelungenen Dinge ein als da wären: - Die Schutzgummis der oberen Halter sind nach dem ersten Fahrradtransport stark deformiert. Auch diese können leicht verloren gehen von daher sollte man sich gleich mehrere Sätze besorgen, am besten von allen benötigten Schutzgummis denn spätestens wenn die nächste Fahrt mit Fahrrädern ansteht dürfte einer Fehlen.
- Die Bedienungsanleitung ist eine Zumutung. Bei soviel Geld für den Träger kann man eine bessere erwarten. Atera: Schaut Euch doch bitte mal bei IKEA um denn dort wird gezeigt, wie die Zuordnung von Einzelteilen zu denen der Beschreibung gelingt. - Wenn nur die Schrauben an den Befestigungsbügeln länger währen, dann könnte so manches Problem behoben werden. Gibt es aber nicht von Atera. Auch andere Haltebügel gibt es nicht, nur eine zusätzliche, die ein Gelenk aufweist um unzugängliche Stellen zu erreichen - natürlich nur gegen saftiges Geld.
- Die Befestigung der Fahrräder ist ohne Leiter nicht machbar da man sonst nicht mehr an die Verschraubungen kommt wenn das 3. oder 4. Fahrrad ansteht. - Der Vielzahnschlüssel funktioniert einwandfrei, aber nach dem 4. Rad stellen sich die ersten Handkrämpfe vom vielen drehen ein. Ob da wohl nicht Schneespannverschlüsse die bessere Wahl gewesen wäre?
Fazit: So nicht Atera. Setzen 6. Für einen Träger, der vom Preis her das Prädikat 'Mercedes unter den Trägern' zukommt, dürfen solche Mängel nicht vorkommen. Ich will meinen Erfahrungsbericht aber nicht negativ Enden lassen. Die Vorteile des Trägers spiegeln sich im soliden Material wieder. Für 2 Fahrräder ist der Träger sicherlich besser geeignet als für 4 und damit dürften einige Probleme, die ich geschildert habe, gar nicht aufkommen.
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24.06.2003 21:49
wirklich super erstling. da kann man nur s.h. sagen.
24.06.2003 21:17
Erst mal glückwunsch zu dem gelungendem Einstand den hast du mehr wie mit brawour bestanden du hast sicherlich nichts dagegen das ich dich mal in meinem Cis unterbringe darf doch nicht so informative Berichte von dir verpassen cu DHAWK
24.06.2003 21:11
Guter Bericht! Wenn mal ein Auto habe, werde ich mir das nicht dazu kaufen! Benji