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Karl Marx, Sigmund Freud, und...Zwiebelstrumpf

2  28.08.2004

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Zwiebelstrumpf

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Hallöle liebe Community!
Ich habe vor einiger Zeit mal einen Text über Atheismus- genauer über die Religionskritik von Karl Marx und Sigmund Freud verfasst. den möchte ich euch nicht vorenthalten. Mich persönlich hat dieses Thema sehr interessiert - und wenn es euch auch interessiert, lest einfach mal selbst.
Achtung: Dies ist nicht mein "üblicher Schreibstil", da es als sogenannte "gfs" für die Schule verfasst wurde. Ich setze mich in dem Text mit den Marxschen und Freudschen Theorien auseinander...ich stimme ja nicht so ganz mit denen überein *g
Und: Teilweise sind Vorkenntnisse nötig, aber nicht viele.

Aber jetzt, viel Spaß beim Lesen!

.:Die Religionskritik von Karl Marx und Sigmund Freud:.

Nach Feuerbach zählen Karl Marx und Sigmund Freud wohl zu den bekanntesten und vor allem anerkanntesten Religionskritikern. Ihre atheistischen Theorien sind weit verbreitet ? das allein sei schon Grund genug, sich damit zu beschäftigen. Im folgenden möchte ich beide Ansätze der Religionskritik samt ihren Begründern kurz vorstellen. Auch werde ich kurz die Schwächen aufzeigen, die sowohl Marx als auch Freuds Argumentationen aufweisen.

.:Karl Marx ? eine kurze Biographie:.
Karl Marx wurde 1818 in Trier geboren, wo man auch heute noch sein Geburtshaus besichtigen kann. Sowohl sein Vater als auch seine Mutter waren ursprünglich Juden. Sein Vater konvertierte 1817 aus beruflichen Gründen zum evangelischen Glauben, da er sonst seine Tätigkeit als Jurist nicht hätte weiterführen können.
Karl wurde 1824 zusammen mit seinen Geschwistern ebenfalls konvertiert. Auch seine Mutter wechselte 1825 zum evangelischen Glauben, ebenfalls aus beruflichen Gründen. Dieses Erlebnis sollte prägend für Marx' weiteres Verhältnis zur Religion werden.
Marx galt als überdurchschnittlich begabt und besuchte ein Gymnasium, er war sehr aggressiv und fühlte sich stets als ein Fremder, er war nie wirklich zufrieden. 1835 begann er ein Jurastudium in Bonn, dass er jedoch gleich ein Jahr später abbrach und in Berlin weiterstudierte, jedoch nicht Jura, sondern Philosophie. 1841 promovierte er schließlich zum Doktor der Philosophie an der Universität in Jena.
In der Zeit von 1841 bis 1860 befasste sich Marx mit seinem Vorhaben, die soziale Frage zu lösen. Währenddessen stellte er fest, dass er mit der Religion nicht sehr viel anfangen konnte. Als er sich schließlich mit Darwins Evolutionstheorie befasste, fand er darin auch seine eigenen Ansichten wieder. Er verfasste den berühmten Text 'Religion als Opium des Volkes', in dem er seine Religionskritik ausführlich darlegt.
Marx emigrierte nach London, wo er schließlich auch am 14. März 1883 verstarb.

.:Karl Marx' Religionskritik:.
Marx bezieht sich in seinen Ausführungen auf den deutschen Philosophen Feuerbach, der als Begründer des Atheismus gilt und sowohl Gott als auch die Religion als Werk des Menschen bezeichnete.
Marx behauptet, die Religion habe ihren Ursprung in den gesellschaftlichen Verhältnissen. Weil diese zu Marx' Zeiten schlecht waren, entwickelte der Mensch die Vorstellung eines jenseitigen Paradieses. Solange aber der Mensch an diesen Projektionen festhält, wird er daran gehindert, das Paradies, das er sich in seinen Wunschvorstellungen ausmalt, hier auf der Erde zu verwirklichen. Seiner Ansicht nach müsste Religion also u.a. aus diesem Grund bekämpft werden, um den Menschen ein besseres Leben zu ermöglichen, das sie sich dann auch teilweise selbst schaffen würden, da sie diese Projektion des Paradieses nicht mehr hätten.
Religion sei also eine Ideologie, die die sozialen Unrechtsverhältnisse, die zu Marx Zeiten herrschten, legitim machte und rechtfertigte. Sie hindere den Menschen daran, sein wahres Ziel zu erkennen. Gleichzeitig aber bezeichnet er die Religion aber auch als einen leisen Protest gegen das Elend. Marx schreibt in seinem Text "Opium des Volkes" : "Der Mensch macht die Religion, die Religion macht nicht den Menschen". Sie sei eine Art Seufzer der armen Kreaturen - das, was entsteht, wenn es den Menschen schlecht geht. Sozusagen das Opium des Volkes, wie er sein bekanntestes Werk auch überschreibt.
Indem man die Religion kritisiert, so Marx, kommt man schließlich zu der Erkenntnis, dass der Mensch das höchste Wesen für für den Menschen
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Karl Marx
sei, und alle Verhältnisse umzuwerfen sind, in denen der Mensch als schlechtes und erniedrigtes, geknechtetes ,verlassenes und verächtliches Wesen dargestellt wird- in diesem Fall bezieht er sich auf die Religion, da der Mensch hier ja als "von Grund auf böse" beschrieben wird.
Die Tatsache, dass der Mensch in der christlichen Religion von Gott abhängig ist, wird ebenfalls von Marx kritisiert. Er fragt sich wie es möglich sei, dass sich der Mensch als ein selbständiges Wesen entwickeln kann, wenn er von Kindheit auf mit der Religion aufwächst, die ihm einprägt, er sei von Gott abhängig. Marx konnte offensichtlich nicht mit dem Gedanken leben, ein abhängiges Wesen zu sein. "Ein Mensch, der von der Gnade eines anderen lebt, betrachtet sich als ein abhängiges Wesen.", so Marx. Er meint, der Mensch könne auf diese Weise niemals auf eigenen Füßen stehen und sich ausreichend entwickeln um genügend Selbstbewusstsein zu erlangen, etwas in dieser Welt zu verändern.
Genau aus diesem Grund bezeichnet Marx die Religion als Opium des Volkes und ist der Meinung, das sie etwas schlechtes ist und abgeschafft werden muss, damit sich etwas in der zu seiner Zeit existierenden Welt verändert.
Marx versuchte, eine neue Staatsform mit u.a. diesen Prinzipien zu Gründen, den Kommunismus. Ein atheistischer Staat, ohne jegliche Religion- Marx war fest davon überzeugt, dass die Menschen ohne Religion zufriedener sein würden und sich wohler fühlen würden. Nur offensichtlich hat es - im Rückblick auf die Weltgeschichte, und vor allem auf die Geschichte der Sowjetunion, welches ja ein Staat war, der auf Marx Prinzipien beruhte, offensichtlich auch nicht besser, ja sogar schlechter Funktioniert als die Staatsformen, die sich zu einer Religion bekannten.

.:Sigmund Freud ? eine kurze Biographie:.
Am 6. Mai 1856 wurde Sigmund Freud als Sohn des jüdischen Textilkaufmanns Jacob Freud und dessen ebenfalls jüdischer Ehefrau Amalia in Freiberg, welches heute in der Tschechei liegt, geboren.
Freud hatte zudem ein katholisches Kindermädchen, das ihm immer von Himmel, Hölle und Strafen erzählte und ihn auf katholische Messen mitnahm. Als er vier Jahre alt war zog seine Familie nach Wien, aus geschäftlichen Gründen (jüdische Familie unter Katholiken). In der Schule wurde er mit vielen Antisemitischen Äußerungen und Demütigungen konfrontiert, er hatte nur wenige nicht jüdische Freunde. Er verlor teilweise seinen Respekt vor seinem Vater, da dieser sich nicht gegen die antisemitischen Übergriffe wehrte.
Nach seiner Zeit im Gymnasium, wo er stets Klassenbester war, studierte er Medizin an der Universität in Wien. 1881 wurde der 25jährige Freud schließlich Doktor der Medizin. Anfangs arbeitete er in einem Wiener Krankenhaus, aber 1886 eröffnet er an einem Ostersonntag eine eigene Praxis.
Beruflich hatte Freud keine sehr erfolgreiche Laufbahn zu verzeichnen, hauptsächlich aufgrund von Antisemitismus. Auch behandelte er seine Patienten mit Kokain, was aber misslang (Sucht). Er ging für eine Weile nach Paris, wo ihm ein Studium in Fachrichtung Psychologie möglich wurde.
Bis 1912 beschäftigte er sich dann mit der Psychologie und erarbeitete seine heute noch anerkannten psychologischen Thesen. 1912 verfasste er dann seinen ersten religionskritischen Text "Totem und Tabu".
1923 erkrankte er an Gaumenkrebs- er unterzog sich bis zu seinem Tod 30 Operationen, die ihn jedoch nicht heilen konnten. Im Alter von 67 Jahren beschäftigte er sich abermals intensiv mit der Religion, vor allem mit den Fragen: "Was ist der Ursprung der Religion?" und "Was ist das Wesen der Religion?".
Freud starb schließlich 1939 an einer Überdosis Heroin. Er bat seinen Hausarzt, ihm diese zu verabreichen, weil seine Krankheit nun schon so schlimm war, dass er sogar nur noch unter einem Moskitonetz schlafen konnte.

.:Sigmund Freuds' Religionskritik:.
Durch seine psychoanalytischen Forschungen kam Freud zu der Erkenntnis, das für jeden einzelnen Menschen der Gott nach dem Vater gebildet ist. Das Verhältnis eines jeden zu Gott hänge stark mit dem Verhältnis zum leiblichen Vater ab. Verändert sich das Verhältnis zu leiblichen Vater, so verändert sich ebenso das Verhältnis zu Gott. Gott sei im Grunde also nichts anderes als ein "erhöhter Vater", so schreibt Freud in seinem Text "Totem und Tabu" 1912. Er deutet hier praktisch alle Religion als Zwang aus Angst vor einem übermächtigen Vater.
Später kommt Freud jedoch noch auf eine andere Theorie, wie er die Religion erklären würde. Er sieht sie auch als Illusion aufgrund des kindlichen Wunsches, einen schützenden und barmherzigen Vater zu haben. Gott sei eine Wunschvorstellung eines Vaters, wie wir uns alle einen Wünschen - gnädig, barmherzig, wohlwollend und schützend. Seiner Ansicht nach ist Gott und Religion insgesamt also, sofern es keine Zwangsneurose ist (Angst vor dem allmächtigen Vater), eine illusionäre Wunscherfüllung dieses kindlichen Wunsches nach einem perfekten Vater.
Freud erklärt diese Entwicklung Folgendermaßen: "Selbst erwachsen geworden, weiß sich der Mensch zwar im Besitz größerer Kräfte, aber auch seine Einsicht in die Gefahren des Lebens hat zugenommen, und er schließt mit Recht, dass er im Grunde noch ebenso hilflos und ungeschützt geblieben ist wie in der Kindheit, dass er der Welt gegenüber noch immer Kind ist. Er mag also auch jetzt nicht auf den Schutz verzichten, den er als Kind genossen hat." (S. Freud,Totem und Tabu)
Da der Mensch aber nun auch erkennen muss, dass sein leiblicher Vater, der ihm als Kind immer Schutz und Geborgenheit geboten hat, keinesfalls allmächtig und in seiner Macht sehr beschränkt ist, greift er auf das Erinnerungsbild seiner Kindheit zurück. Damals überschätze er seinen Vater und glaube, er sei nahezu allmächtig. Genau dieses Bild projiziert und erhebt der Mensch jetzt als Gottheit, um es in die Gegenwart und Realität zu rücken.
Freud sieht es also ähnlich wie Feuerbach. Die unklaren inneren Vorstellungen werden nach außen hin projiziert, auf etwas Jenseitiges. Aber nach Freud sind all diese Wünsche nur infantile, kindliche Wünsche, die von den Konflikten stammen, die in der Kindheit nie ganz überwunden wurden.
Für Marx war die Religion etwas schlechtes, etwas, das bekämpft werden musste. Freud war hier anderer Ansicht. Die religiösen Handlungen, die zur Besänftigung der Götter in den primitiven Religionen oder der des Vatergottes in den monotheistischen Religionen durchgeführt werden, bringe zwar keineswegs eine reale Hilfe, aber auf jeden Fall eine seelische Entlastung, so Freud. Für ihn war die Religion also, anders als für Marx, eine durchaus "hilfreiche" Illusion, die man nicht bekämpfen musste.
Religion war für Freud auch in anderer Hinsicht hilfreich: Die sozialen Gebote z.B. der Bibel halfen, ein geregeltes Leben zu führen, auch im Hinblick auf seinen Nächsten. Religion könnte aber dann abgeschafft werden, wenn an ihre Stelle die Rationalität tritt. Nicht religiöse Regeln und Verbote sollen die "Triebwünsche" der Menschen bändigen, sondern die Vernunft und die Intelligenz eines jeden einzelnen. Der Mensch sollte seine Erwartungen vom Jenseits lösen und all seine Kräfte auf seine Existenz hier auf der Erde beziehen, weg von der Illusion eines jenseitigen Himmelreichs.
Freud zweifelt ohnehin an, das sich die Religion durchsetzten kann. Er glaubt, die Wissenschaft wird an die Stelle der Religion treten und sie ablösen. Mit der Zeit werde die Wissenschaft alle Fragen gelöst haben und Religion sei nicht mehr notwendig. Vor allem die Psychologie, mit der sich Freud ja ausgiebig und intensiv beschäftigt hat, werde zur Klärung der Fragen "Was ist der Ursprung der Religion?" und "Was ist das Wesen der Religion?" beitragen.

.:Religionskritik in der Kritik:.
So gut Karl Marx und Sigmund Freud auch argumentiert haben mögen, ihre Argumentationen weißen doch einige Lücke auf, an denen Kritiker ansetzen können. Alle Argumente, die Freud bringt, beweisen nichts. Sie sind reine Spekulationen, dass es so sein könnte. Natürlich ist das bei der Religion genau so, es gibt keinerlei Beweise, dass es so ist, wie es z.B. die Bibel sagt. Aber Freuds Theorie und Argumentation schließt nicht aus, dass es einen Gott gibt ? er glaubt es lediglich nicht. Dies ist ähnlich wie bei Feuerbach. Da Freuds' Theorie grundsätzlich auf Feuerbachs Theorie basiert, lässt sich prinzipiell jede Kritik an Feuerbach auch hier anwenden.
So behauptet Freud, die Religion sei aus einem Vaterkomplex heraus entstanden: die Menschen sehnen sich nach einem überirdischen Vater, der sie beschützt. Natürlich sehnt sich jeder Mensch nach Schutz und Geborgenheit, das ist ganz menschlich. Er bezeichnet das Wunschdenken des Menschen als "infantile Illusion". Aber ist es das wirklich? Wunschdenken ist doch ganz und gar menschlich, das hat nichts mit einer infantilen Illusion zu tun. Und zudem schließt die Annahme, das Gott ein Wunschdenken ist, nicht aus, das er wirklich existiert.
Auch widerspricht es Freud, dass die Religion heutzutage überhaupt noch existiert. Wenn man seiner Argumentation folgt, müsste die Wissenschaft die Religion abgelöst haben- oder zumindest auf dem Weg dazu sein. Dies ist aber keineswegs der Fall. Im Gegenteil: Die Religion - nicht nur die christliche - finden immer mehr Anhänger. Das widerspricht eindeutig Sigmund Freuds Ansicht, dass die Religion aussterbe.
Freud untersuchte alle Gesichtspunkte seiner Religionskritik auf psychologischer Basis. Es ist auch völlig legitim, die Religion einmal aus der Sicht der Psychologie zu untersuchen und zu analysieren, so wie er es tat. Allerdings gibt es ein Problem: Die Religion, z.B. die christliche Religion, besteht keineswegs nur auf psychologischen Faktoren. Die Bibel beschreibt etliche Erlebnisse von Menschen, die Gott nicht nur psychisch, sondern durchaus auch physisch erlebt haben - die Heilungen von Krankheiten seien nur eines von vielen Beispielen. Auch heute noch gibt es durchaus Christen (und natürlich bezieht sich das auch auf andere Religionen), die nicht nur psychische Erfahrungen mit ihrem Gott gemacht haben, wo sich nicht alles nur in der Psyche des Menschen abspielt? ich zähle mich auch selbst zu diesen Leuten.
Im Gegensatz zu Freud basiert Marx seine Theorie hauptsächlich auf den gegebenen Gesellschaftlichen Umständen. Wo Freud sagt, es käme alles aus der Psyche der Menschen, behauptet Marx, es komme immer auf die Gesellschaftliche Struktur an. Im Kommunismus zum Beispiel wäre die Religion überflüssig, weil es allen Menschen gut ginge? So war sein Gedanke.
Auch hier lassen sich Einwände bringen. Man kann nun wirklich nicht behauptet, das wir hier unter schlechten Verhältnissen leben würden und dass es uns nicht gut ginge, als Beispiel im Bezug auf Mitteleuropa. Aber das heißt nicht, das es keine Religion gäbe. Zu Marx Zeiten waren die Verhältnisse noch ganz anders, die soziale Ungerechtigkeit um einiges größer. Da lag es nahe, die Religion durch die gesellschaftlichen Probleme zu begründen. Heute funktioniert das nicht mehr: wir leben in einer Gesellschaft, in der es die Art von Probleme, von denen Marx spricht, nicht mehr gibt. Und dennoch: Die Religion ist ein großer Bestandteil unserer Kultur, unserer Gesellschaft. Zu Marx Zeiten, so behauptet er, glaubten die Leute an Gott in der Hoffnung, ein besseres Leben im Jenseits zu haben. Was würde Marx heute sagen? Er müsste sich wohl eingestehen, dass es nicht mehr der selbe Grund sein kann, denn heutzutage geht es den meisten Menschen hier auf der Erde gut (ich spreche immer noch von Mitteleuropa). Die Motivation, an Gott zu glauben, ist also eine andere geworden, nicht mehr ein besseres Leben, sondern ein ewiges Leben wurde zum "Hauptbestandteil" des Glaubens. In dieser Hinsicht wird Marx also entkräftet, seine Argumentation hat keinen Ansatz mehr. Alles hat er auf den gesellschaftlichen Problemen aufgebaut, die heute nicht mehr existieren. Demzufolge müsste laut Marx die Religion ausgelöscht sein. Aber die Religion existiert noch, und sie existiert nicht nur "gerade noch", sondern sie findet sogar immer mehr Anhänger.

Letztendlich waren Freud und Marx Personen, die versucht haben, die Religion mit logischen Ansätzen zu erklären. Entweder durch die sozialen Verhältnisse, die damals wahrlich nicht sehr gut waren, oder durch die menschliche Psyche. Beides mag damals durchaus eine glaubwürdige und gute Methode gewesen sein, die Ursprünge der Religion zu erklären. Im Hinblick auf die Geschichte jedoch lässt sich klar sagen, dass die Argumentationen von Freud und Marx heutzutage keinen Halt mehr haben. Die gesellschaftlichen Verhältnisse haben sich um 180-Grad gedreht und auch die Wissenschaft ist nun seit 1939, dem Todesjahr Sigmund Freuds, deutlich vorangeschritten. Dennoch existiert die Religion noch, was sowohl nach Freud als auch nach Marx nicht möglich wäre.
Religion ist und bleibt meiner Meinung nach etwas, das sich nicht auf eine logische Art und Weise erklären lässt. Es wird immer Punkte geben, wo sowohl der menschliche Verstand als auch die Wissenschaft an ihre Grenzen stoßen, und das ist auch gut so. Wenn man Glaube erklären könnte, wäre es kein Glaube mehr - daher ja auch der Name. Religion wird immer ein wichtiger Bestandteil der Menschheit seit, und daran kann keiner etwas ändern. Sie wird durch die Erfahrungen leben, die die Menschen mit ihrem Gott machen, sowohl psychisch als auch physisch. Denn für diese Erfahrungen haben weder Freud noch Marx , und auch Feuerbach nicht, ausreichend glaubhafte Erklärungen.

Danke fürs lesen, bewerten und kommentieren!

Euer
[Zwiebelstrumpf]

PS: Die Bewertungen beziehen sich auf meine Sicht der Dinge im Bezug auf Marx und Freud

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Ojinaa

Ojinaa

30.07.2012 12:40

"Weil diese zu Marx' Zeiten schlecht waren, entwickelte der Mensch die Vorstellung eines jenseitigen Paradieses." Diese Vorstellungen gab es schon viiiiiiiiiiiiiiiiiiiel eher!

Ojinaa

Ojinaa

30.07.2012 12:39

@Zwiebelstrumpf: Auch Marx & Co waren eben nicht unfehlbar … Doch, Glauben kann man erklären. Es ist eine Zuschreibung. Die Zuschreibung von Erklärung (z. B. für den Zustand Trance, Ich-Grenzen-Auflösung/Sich-Eins-Fühlen) oder "Sinn" (für Zufälle oder Erlebnisse, die einen sehr betreffen oder bewegen). Glaube schafft Rahmen, in denen man sich bewegen kann. Der Christ nutzt den Rahmen „der Allmächtige Gott weiß schon, was er tut …" als Halt für sein Leben in „… auch wenn ich den Sinn (das Ziel) nicht verstehe"; der Atheist benutzt „alles läuft gemäß der Naturgesetze ab" als Rahmen (Halt) für sein Leben in „… auch wenn diese keinen Sinn /kein erklärtes Ziel haben“. Der Mensch muss sich auf etwas verlassen können, er braucht psychologisch gesehen eine Art Grundprämisse. Welche er "wählt", hängt von Herkunft und Mentalität sowie von den Erfahrungen beim "Ausprobieren der Prämissen" ab.

Ojinaa

Ojinaa

30.07.2012 12:13

@silbertanne: Das ist wirklich Unsinn. Natürlich kann, wo Religion A nicht "verlangt" oder "vorgegeben" wird, Religion B oder irgend ein anderes Weltbild Fuß fassen. Deshalb muss man also Religion A ganz vehemet durchsetzen? Klasse Argument für Fundamentalisten!

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