Audi A2 1.4 TDI

Erfahrungsbericht über

Audi A2 1.4 TDI

Gesamtbewertung (44): Gesamtbewertung Audi A2 1.4 TDI

 

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Der ist ja Innen größer als Außen!

5 31. Okt 2004

Pro:
kompakt, innere Größe, sicher, sparsam, komfortable

Kontra:
neu und gebraucht sehr teuer

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Zuverlässigkeit:

Fahreigenschaften:

Bedienung:

Platzangebot:

mehr


hartmetall

Über sich: BioUmweltJoggerBastler

Mitglied seit:19.05.2003

Erfahrungsberichte:21

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 28 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Vorwort:
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Nachdem ich nun 1,5 Jahre mit einem Post-Polo zur Dienststelle (siehe anderer Bericht) gefahren bin, ist der Wunsch nach mehr Komfort, mehr Sitzplatz - bei gleicher Sparsamkeit - aufgekommen.
Die Wahl – die wirklich nicht leicht war - fiel dann auf einen Audi A2.
Nun, gleich vorab, der A2 ist genau DAS Fahrzeug für mich:
· selten – trotzdem Made in Germany
· außen klein (geschickt im Parkhaus und schnell gewaschen)
· innen groß (echt erstaunte Mitfahrer über den vorhandenen Platz)
· komfortabel – Sportsitze, Radio/Kass/CD Symphony, Open Sky, Klimaautomatik...
· sparsamer 1.4 tdi – Verbrauch liegt je nach Fahrweise zwischen 4,4 und 5,5 l Biodiesel
· schnell genug – 75 PS reichen locker für die 1.065 kg
· sehr gutes, sicheres Fahrwerk und gute Bremsen
· einfache Tuning-Möglichkeiten per Chip und tolle LM-Felgen

Beurteilung im Detail:
Karosserie - Außen:
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Aluminium-Karosserie – trotzdem, es fühlt sich alles stabil und robust an. Sonst sind nur die ganz teuren Wagen wie Audi A8, Rolls Royce, Bentley und der neue Jaguar XJ aus Aluminium. Die Türgriffe sind groß und massiv. Die 4 Türen und die Heckklappe fallen satt ins Schloß. Die Stoßstangen sind aus Kunststoff, aber unheimlich stabil.
Die Form ist vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig – er sieht halt ein bißchen nach Mini- / Microvan aus – schmal, kurz, hoch – einfach kompakt. Er ist kaum größer als der aktuelle VW Polo. Ob er nun schöner oder nicht schöner ist als die Mercedes A Klasse – am Markt konnte er sich jedenfalls (für mich unverständlich) nicht durchsetzen.
Ach ja, die aerodynamische Form ist vom K-Wagen abgeleitet. Der Aerodynamik-Pionier, Professor Dr.-Ing. WUNIBALD KAMM hat diese Form in den 30er-Jahren entwickelt (ein original Fahrzeug steht im Automuseum Langenburg). Das Heck ist eingezogen (wird nach hinten schmaler), die Dachlinie ist abfallend und der Heckspoiler mündet in eine senkrechte Abrisskante. Genau wie o.g. Prototyp, sogar Form und Anzahl der Seitenfenster sind identisch. Wenn Audi den Prof. Dr. Kamm nicht ehrt, dann tue ich es eben.

Beurteilung im Detail:
Karosserie - Innen:
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Die Überraschung ist innen – das Auto ist innen tatsächlich größer, als es von außen erscheint.
Man steigt bequem ein/aus und sitzt leicht erhöht. Selbst eine Kollegin mit 1,92m fand vorne erstaunlich gut Platz. Der „Ellbogen-Raum“ ist irgendwo zwischen Polo und Golf.
Für 4 Erwachsene reicht der Platz gut und bequem. Die Fond-Passagiere dürfen sich an dem tiefen Fussraum freuen, denn sie sitzen ohne angewinkelte Beine. Das Lenkrad und die vorderen Sitze sind höhenverstellbar – die hinteren Sitze umleg- und ausbaubar. Ausgebaut sind die Fondsitze zusammengeklappt, mit dem praktischen Griff kann man sie wie einen Koffer in der Garage abstellen. So entsteht ein großer Stauraum bei „fachgemachten“ Beifahrersitz können Teile mit 2 m noch transportiert werden.
Die Bedienung der Knöpfe, Schalter und Hebel für Türen, Sitze, Fenster, Klima, Radio ... stellt keine Probleme dar – alles logisch und gut. Allerdings muss man zum Öffnen/Schließen des riesigen Glasschiebedach (Open Sky) den Knopf leider sehr lange gedrückt halten. Sonst ist Open Sky ein Traum – sogar an ein verschiebbares Insektengitter hat Audi gedacht. Die Klimaautomatik ist ebenso super - genaue Temperatureinhaltung Sommer wie Winter, nichts zieht. Im Winter wird per Eberspächer auch noch dazu geheizt. Die Radio/CD/Kassettenkombination „Symphony“ ist vom Erstausrüster einfach toll – sicherlich können aber Fremdanbieter für dieses Geld mehr Sound liefern.

Fahreigenschaften / Sicherheit:
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Das Auto liegt prima auf der Straße, gutes Handling, sichere Bremsen, wendig, ESP, ASR und ABS sind Serie, viele Airbags. Auch auf wirklich schlechten Straßen ist man sehr sicher in der Spur. Mit den eigentlich mageren 75 PS ist man wacker unterwegs – den 100 PS Benzin-Golf vom Nachbar, habe ich an einem sehr langen Berg locker abgehängt. Überholmanöver – keine Frage - Drehmoment und Motorelastizität begeistern hier. Autobahn, hier spürt man bei höheren Geschwindigkeiten den Windgegendruck, außerdem wird’s dann auch laut und der Verbrauch steigt an. Ideales Autobahnreisetempo sind 120 – 140 kmh - Verbräuche um 5 l/100 km sind dann noch drin.

Kosten, Unterhalt, Werkstatt:
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Also nach fast 2 Jahren und knapp 40.000 km hat mein Auto, abgesehen vom Einbau einer Anhängerkupplung (siehe unten), nur 2x die Werkstatt gesehen - eigentlich gar keine, denn ich mache grundsätzlich beim Kauf eines Gebrauchten einen Motor- und Getriebeölwechsel – das hätte ich mir ja sparen können. Den 2. hätte ich mir auch sparen können, nur hatte ich da einen Termin mit Anzugpflicht und 1 Scheinwerfer war ausgefallen.
Bei TÜV und ADAC wurde „ER“ zum „Mängelzwerg“ und Pannensieger im positiven Sinne gekürt.
Die meisten Autos verbrauchen auf der Autobahn weniger als über Land. Der A2 kommt bei mir bei geschlossenen Dach, ohne Klima und Zusatzheizung über Land mit Stadtfahrten mit 4,5 l/100 aus. Viele Fahrten mit Klima oder offenen Dach erhöhen den Verbrauch auf 5 Liter. Einen Unterschied (Verbrauch/Leistung) zwischen Diesel und Biodiesel konnte ich nicht feststellen – daher reiner Biodieselbetrieb – weil viel billiger. Netter Nebeneffekt – beim Kaltstart riecht es besser. Allerdings reicht der Tankinhalt (32 Liter) nicht weit – dafür ist die Biodieselsäule meist frei – ab Modelljahr 2003 werden 42 Liter Tanks eingebaut.
Haftpflicht B3 Typklasse 12
Vollkasko B5 Typklasse 15
Steuer 215,-- Euro


Fazit:
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Ein kleiner / großer, komfortabler, sicherer, nicht rostender Wagen, der zuverlässig, sehr günstig im Unterhalt und bei Kennern sehr angesehen ist. Weil aber von breiter Kundschaft verschmäht, stellt Audi die Herstellung spätestens 2006 ohne Nachfolger ein. Kein anderer Wagen hat bei so viel Platz und Komfort einen so geringen Verbrauch. VW/Audi konstruiert halt lieber Riesenschiffe wie VW Phaeton, Audi A8 und für die Konzernkollegen wie Bentley, Lamborghini, Bugatti – Luxus- und Supersportwagen – als sich um seine Kernkompetenz wie Lupo, Polo, Golf und kleine Audi’s zu kümmern. Mercedes hat trotz „Elchtest-Debakel“ die A-Klasse gut verkauft und bringt jetzt mit der neuen die A-Klasse und der B-Klasse gleich 2 Nachfolger auf den Markt – außerdem haben die noch SMART als 2- und 4-Türer im Konzern.
Die Welt verliert 2006 ein wirklich gutes Auto.
Der nachfolgende Text kann übersprungen werden, er berichtet über die klagvolle Nachrüstung einer Anhängerkupplung.


Nachrüstung einer Anhängerkupplung:
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Das Auto war 2 Jahre alt aber ohne AHK – trotzdem gekauft, eine Anhängerkupplung nachzurüsten ist ja kein Problem – dachte ich.

Meine freie KFZ-Werkstatt hat erst mal tief Luft geholt und oops gesagt.
· Materialkosten 564,92 Euro
· Voraussetzung sind: 1.4 tdi mit Klimaanlage aber kein Bose Soundsystem – i. O. wird erfüllt.
· Kopie vom KFZ-Brief (alle Seiten) über Audi-Werkstatt an Audi schicken.
· Im Antwortschreiben (hat nur 1 Woche gedauert) von Audi steht dann welche Eintragungen sich im KFZ-Brief ändern bzw. ergänzt werden.
· KFZ-Brief und das Antwortschreiben von Audi dem TÜV für die Eintragungen geben - kostet 43,56 Euro.
· Neuen KFZ-Schein von der KFZ-Zulassungsstelle ausstellen lassen – weitere 10,70 Euro
· Erneute Kopie vom KFZ-Brief (wieder alle Seiten) über Audi-Werkstatt an Audi schicken, zur Anfertigung eines neuen Typenschildes – das dann nur die Audi-Werkstatt montieren darf. Nochmal 75,-- Euro.

Also, feste geschluckt und o.k. gesagt – weil die Montage dürfte ja wenigstens kein Problem sein – dachte ich.
Habe schließlich schon mal als Hobbybastler am Polo III in 4 Std. eine abnehmbare AHK inkl. Elektrik montiert.

Also am A2 haben 1 KFZ-Geselle und mit mir als Helfer, in o.g. freien KFZ-Werkstatt, 7 Std. gebraucht um das Teil anzubauen. Gut, der Geselle hat keine spez. Audi-Kenntnisse (hat bei Mercedes gelernt) und beim nächsten Mal geht es sicherlich schneller - aber trotzdem ...
· Der Stoßfänger (Außenhaut und Innenteil), Wärmeleitbleche, Innenverkleidungen, Innenradläufe, schwere Gegengewichte ... mit vielen Clips und Schrauben müssen erst mal entfernt werden. Die Beschreibung hierzu war leider ziemlich vage und lückenhaft daher viel „try and error)
· Die Zeichnung für die vielen Bohrungen war dagegen superexakt.
2 Löcher davon müssen mit 39,5 mm Durchmesser 155,5 mm ab Außenkante in die Mitte der Längsholme gebohrt werden.
Also „KFZ’ler“, egal ob Freie oder Audi, sind schließlich keine Feinmechaniker – 0,5 Millimeterangaben sind in einer Autowerkstatt nicht realisierbar.
Außerdem werden die s.g. Befestigungsböcke angenietet und haben zur Befestigung der AHK Langlöcher - es sind somit sogar einige Millimeter „Luft“. Was soll das also?
· Noch „dicker ist der Hund“ mit dem Loch in die Außenhaut vom Stoßfänger.
Da wird verlangt, dass ein Rechteck mit 335 x 160 mm reingesägt wird. Außerdem wurde auf der Schablone/Zeichnung vergessen wo das „Schuhkarton große Loch“ überhaupt sitzen soll. Ich bin also schrittweise vorgegangen – mein Ausschnitt ist jetzt optimiert und nur noch 320 x 110 mm groß – und somit von Außen nicht sichtbar.
· Bei der Elektrik ging es genauso lustig zu – wieder allerhand Verkleidungen demontieren, 20 mm Löcher bohren, ...
· Ein enormer Kabelbaum muss da haarsträubend reingefummelt werden.
· Die bereits vorgefertigten Steckkontakte haben aber dafür prima gepasst.
· Nach dem Zusammenbau des Autos kam der nächste Hammer.
Das Schloss zur Diebstahlsicherung ist zum einen ziemlich hakelig, dann haben die 2 winzigen Schlüssel keine Ösen für den Schlüsselbund und der komische „Gummi-Knubbelgriff“ bietet keine Möglichkeit für eine Bohrung - jetzt schleppe ich das „Unding“ im Geldbeutel rum.

Sehr viel Geld ausgegeben, jede Menge Zeit und Nerven für Montage und Lauferei vergeudet – wenigstens ist das Resultat ansehnlich und brauchbar:
· Ohne AHK ist von Außen nichts zu sehen, da sich der Ausschnitt an der Unterseite des Stoßfänger befindet.
· Die Steckdose kann nach oben in den Stoßfänger weggeschwenkt werden.
· Die Aufnahme für den Haken, wird autom. mit einer Klappe verschlossen und ist somit gut vor Verschmutzung geschützt.
· Das Schloss hat ebenfalls eine stabile Staubkappe.
· Der aus Alu geschmiedete und unlackierte Haken macht sich optisch sehr gut am A2.
· Außerdem ist der Haken schnell montiert - Audi hat sogar ein Paar Schutzhandschuhe mitgeliefert.
Leider hat Audi an die Unterbringung des abmontierten Haken nicht gedacht. Im Kofferraum, neben der Batterie habe ich noch Platz gefunden, diesen etwas ausgefüttert und so den Haken „klapperfrei“ verstaut. Ein Schaumstoff-Formteil wäre da vorteilhaft.
Trotz allem bin ich jetzt froh und warte nur noch auf die restlichen Rechnungen.
 

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
koeter1097

koeter1097

02.11.2004 08:47

Sehr guter und umfangreicher Bericht, auch wenn die Beschreibung des AHK-Einbaus schon fast einen eigenen Beitrag verdient hätte ;-) Was sagt Audi zum Biodiesel? Gruß Thomas

Wolfi76

Wolfi76

01.11.2004 16:23

Klasse Bericht...... *sh* Gruß Wolfgang

Roger2

Roger2

31.10.2004 17:53

Das ist ein wirklich sehr guter Bericht zum A2. Das äußere Erscheinungsbild des Wagens ist m.E. etwas außergewöhnlich. Ein etwas anderes Design hätte den A2 sicherlich erfolgreicher gemacht. Gruß Roger

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