Das Aluminium-Ei auf deutschen Straßen
11.11.2003 (23.01.2005)
Pro:
Gewicht, Aluminium, Wartungsinterfall
Kontra:
Design, hoher Preis
Empfehlenswert:
Ja
 meister999
Über sich:
Mitglied seit:01.01.1970
Erfahrungsberichte:273
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 54 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
so dachte ich bisher über den A2. Da ich immer noch auf meinen neuen A3 warte, bekam ich jetzt vom Autohaus für die Übergangszeit einen A2 mit dem 1.4-Liter-Hubraum-Benzinmotor und einiges an schicker Sonderausstattung. Mit Kopfschütteln musste ich zunächst feststellen, dass dieses Ei auf deutschen Straßen mit zugegeben guter Ausstattung (Klimatronic, Sitzheizung als Highlights) weit oberhalb der 15.000-Euromarke Neupreis kosten soll. Für einen Wagen mit dieser doch eher gewöhnungsbedürftigen Form viel Geld, denn mit 3,82 Meter ist er nicht besonders groß. Im Gegensatz zur A-Klasse von Mercedes sieht er aber schicker aus, denn die nach hinten leicht abfallende Dachpartie gibt dem Wagen ein etwas schnittigeres Aussehen. Allerdings erinnern die Dachstreben, wohl für die Aerodynamik gedacht, eher an einen Aluminiumkoffer.
Aluminium das Stichwort, den der A2 ist zum Großteil aus Aluminium gebaut, dennoch bringt es der Wagen auf fast 1 Tonne-Leergewicht, was angesichts der Ausstattung aber wiederum nicht verwundert. Ferner ist die solide Verarbeitung absolut tadellos, dies wirkt sich sicherlich gewichtssteigernd aus. Im Gegensatz zum Polo aus dem gleichen Konzern ist der A2 wesentlich besser im subjektiven Qualitätseindruck. Für vier Personen ist der A2 im Vergleich zum Polo genauso gut geeignet, eher bietet er auf den hinteren Plätzen etwas mehr Platz. In jedem Fall verdienen Sitzposition und die Sitze generell gute Noten. Mit der guten Sitzhöhenverstellung fand ich eine optimale Sitzposition, konnte meinen Ellenbogen schön abstützen und das Lenkrad vergleichsweise angenehm tief (aber das Armaturenbrett abdeckend) drehen. Die Rundumsicht ist aber nach hinten überraschen stark eingeschränkt, was aufgrund der Außenmaße aber kaum störend ist.
Mit den vier serienmäßigen Airbags, ABS,ESP,ASR und EDS bietet der Wagen eine hohe Sicherheitsausstattung, wobei man dies im normalen Betrieb kaum merkt. Die Straßenlage ist auch in schnell durchfahrenden Kurven angenehm, wobei die Sitze etwas mehr Seitenhalt für sportliche Fahrer bieten könnten. Aber mit dem 75-PS-Motor sind sportlich-ambitionierte Fahrer sicherlich nicht zu begeistern. Dieser erweist sich zwar als durchaus aufgrund des geringen Gewichtes als träge, doch muß dazu auch die Drehzahl etwas höher bewegen. Laut Werksangabe beschleunigt der Motor den Wagen in 12,1 Sekunden auf 100 km/h. Dabei bleiben die Innengeräusche auf der Landstraße bis 100 km/h sehr gering, so dass man nicht merkt, wie schnell man unterwegs ist. Auf der Autobahn zeigt sich auch das geringe Gewicht, so dass man trotz nur 75 PS bis 150 km/h durchaus flott unterwegs ist und auch gut beschleunigen kann, allerdings wird es dann auch etwas lauter und bei höheren Geschwindigkeit vermisst man doch etwas mehr Breite, hier zollt der A2 seinen Ausmaßen Tribut, auch wenn dies ein subjektiver Eindruck ist, den jeder anders empfinden mag.
Beim Verbrauch konnte ich im Gegensatz zum Polo vergleichsweise gute Werte feststellen, bei gemischter Nutzung im Stadtverkehr und auf der Landstraße konnte ich bei durchaus flotter Fahrweise mit gut 5-Litern einen guten Wert verzeichnen. Typisch für den VW-Konzern sind die fummeligen elektrischen Fensterheber, die im Vergleich zum Opel Astra schlecht sind, da die Dauerfunktion nicht besonders schnell eintritt.
Anstatt des Ersatzreifens bietet der A2 ein Reparaturspray und einem Kompressor, der über die 12-Volt-Steckdose gespeist wird wird, im Kofferraum. Auf Wunsch wird alternativ ein Faltrad angeboten, wobei ich hier hoffe, nie eines von beiden zu beötigen. Toll ist die Innenraumbeleuchtung, die sich beim Türöffnen und beim Abziehen des Zündschlüssels automatisch einschaltet und ebenso schnell beim Motorstart zurückzieht und durch die angenehme Armaturenbeleuchtung ergänzt wird. Temperaturanzeige und Uhrzeit werden modern im Display angezeigt, Drehzahlmesser und Tempoanzeige in klassischer „Uhrenform“, ebenso wie die kleinere Anzeige des Tankinhaltes und der Motortemperatur. Beschlagene Fenster ließ die Klimatronic nicht zu, die Lüftung wirkte aber sehr gut.
Positiv ist zu erwähnen, dass die Wartungsintervalle mit 30.000 Kilometer vergleichsweise lang sind, so dass man im Vergleich zu anderen Autos Geld sparen kann. Betrachtet man die vielen „Kleinigkeiten“, ist der Preis angemessen. Im Vergleich zum Polo wirkt der A2 erwachsener und edler. Da der Polo vergleichsweise teuer ist, sollte man durchaus einen A2 prüfen, auch wenn man sich mit dem Design anfreunden muß. Die Einordnung des A2 in die Poloklasse ist zwar fragwürdig, denn in vielen Kategorien nimmt er es locker mit dem Golf auf, aber letztlich hinkt auch dieser Vergleich. Der A2 hat einen Hoch von Van, so dass man sich auf Anhieb wohl fühlt, auch wenn die Größe eher etwas eng ist. Der Kofferraum bietet mit einem Fassungsvolumen von 390 Litern erstaunlich viel Platz, wobei, Sollte das mal nicht genug sein, die Rücksitze umgeklappt werden können.
Etwas erstaunlich ist, dass Audi dem A2 keine Heckscheibenwischer spendierte, wobei dafür eine wasserabweisende Fensteroberfläche bestehen soll. Dies mag durchaus ausreichend sein, aber speziell im Winter wird man sicherlich dann häufiger die Scheibe von Hand reinigen müssen, anstatt hier auf den Scheibenwischer zu setzten.
Fazit: Den A2 habe ich als agiles Fahrzeug kennengelernt. Der äußere Eindruck täuschte mich, der A2 ist ein erwachsenes Auto. Der 75-PS-Motor mag sportlichen Fahrer oder auf Langstrecke etwas zu schwach sein, reicht aber sicherlich im Normalfall aus. Das Gewicht wirkt sich hier positiv aus, im Preis aber negativ. Dennoch können Haltbarkeit, Verarbeitung und Inspektionsintervall den hohen Anschaffungspreis relativieren. Kurzum: A2 – eine echte Alternative zum Polo und vielleicht auch zur Kompaktklasse, einfach mal testen! Da ich oft die Langstrecke fahre, freue ich mich dennoch auf meinen A3, wobei dessen Federung im Vergleich zum A2 schlechter ist!
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04.09.2006 21:46
Langer Bericht, aber informativ, technisch durchdacht, einfach hilfreich....Bravo
22.04.2004 08:26
Der Bericht ist gut und witzig formuliert, trifft in meister Hinsicht zu! Auch in fahre den A2 und bin letztlich sehr zufrieden mit dem kleinen, dankbaren Flitzer! Das 0-8-15- Design gefällt auch mir ganz und gar nicht; ganz zu schweigen von den Kinderwagenreifen, die man im Winter von Audi angeboten bekommt. Aber ich habe meinen A2 inzwischen durch Breitreifen von D&W (MS-Reifen), Sportfahrwerk und Scheinwerferblenden in Wagenfarbe aufwerten lassen. Eine recht teure Investition, die sich aber meiner Meinung nach lohnt! (Übrigens, bei der Endgeschwindigkeit gehen unsere Erfahrungen auseinander: Meiner fährt mit den 195-ern knapp 190 km/h...)
12.11.2003 23:01
Guter Bericht. Aber für mich ist das ein häßliches Auto.