Im Dezember 1998 war ich Single und brauchte ein neues Auto. Die Wahl fiel auf den A3 1,8 T in der Version Ambition mit einigen zusätzlichen Extras. Der Endpreis betrug DM 52.899,- und bekommen habe ich das Auto für DM 49.000,- Inzwischen sind Frau und Kind da und die Anforderungen haben sich verschoben.
Hier möchte ich nicht auf technische Details eingehen, die wurden schon hinlängich beschrieben, das Fahrzeug ist ja auch schon eine Weile am Markt.
Ich möchte mehr auf die Funktionalität eingehen, vielleicht auch vor dem Hintergrund, es als Gebrauchtwagen zu erwerben. Mit Ledersitzen und Klimaanlage ist es für längere Strecken sehr gut geeignet, über die Motorleistung gibt es eh keine Diskussion.
Der A3 hat diesen Interessenwandel vom "Lifestyle Auto" zur Familienkutsche zwar bewältigt, ist aber an seine Grenzen gestoßen. Und ohne ein weiteres Auto wäre es gar nicht gegangen.
Ausflüge und Urlaub
Ich habe für den Transport von Fahrrädern ein Heckträger (nicht von Audi) gekauft, der auf dem etwas "drallen" Hinterteil sehr gut aufsitzt. Mit zwei Montainbikes durch halb Deutschland sollte kein Problem sein, auf längeren Strecken fängt das Geräusch an zu nerven.
Zu zweit in Skiurlaub ist kein Problem, die breitere (linke) Hälfte der Rücksitze sollte man umklappen, dann passen die Ski (möglichst im Skisack) schön zwischen die Vordersitze. Mit Winterreifen kommt der A3 mit seinem Vorderradantrieb wirklich überall durch. Demnächst muss er beweisen, dass er auch 2 Erwachsene und ein Kind in den Winterurlaub (und wieder zurück) bringen kann und zwar ohne Dachgepäckträger.
Einkaufen und Transport
Der A3 macht sich eigentlich mit umgeklappten Rücksitzen auch ganz gut als Packesel. Sowohl Umzüge als auch Umbauarbeiten mit regelmäßigen Besuchen im Baumarkt steckt er gut weg. Und hier macht sich dann wieder eine strapazierfähige Innenausstattung (Ledersitze oder die herausnehmbare Kofferraummatte) positiv bemerkbar: Nach einer gründlichen Reinigung sieht alles wieder picobello aus. (Beim Gebrauchtwagenkauf darauf achten)
An seine Grenzen stößt der Wagen bei größeren Einkäufen wenn noch ein Kind dabei ist. Ein Rücksitz umgeklappt ist eh klar. Drei Getränkekästen und 2 volle Klappboxen ist das Maximum wenn man nicht waghalsig übereinanderstapeln möchte. Bei Urlaubsgepäck ist das wieder was anderes.
Nicht vergessen möchte ich den Hinweis, dass man die hinteren Kopfstützen herausnehmen und die Sitzflächen nach vorne klappen muss um die Rücksitzlehnen umzuklappen. Das hat folgende Nachteile: Die Kopfstützen fliegen entweder lose im Auto rum oder nehmen Platz in der Garage weg. Gravierender ist aber die Tatsache, dass die senkrecht gestellten Sitzfächen der Rücksitze den Bewegungsspielraum der Vordersitze beeinträchtigen. Korpulente Fahrer bekommen da Schwierigkeiten mit der Sitzposition.
Aber dafür sind die Rücksitze alles in Allem mit wenigen einfachen Handgriffen umgeklappt.
Bodenfreiheit
Probleme können auftreten, wenn man ungeschickt über Erhebungen fährt. Die schräge Toreinfahrt mit dem aus dem Boden ragenden Riegelelemnet kann zu unschönen und beunruhigenden Kratzgeräuschen am Unterboden führen. Eine Enttäuschung erlebte ich auch beim ersten Einfahren in die Garage. Diese ist im Souterrain und hat demzufolge eine abschüssige Einfahrt. Die Frontschürze hat schön über den leicht aus dem Boden ragenden Rahmen des Garagentores geschrappt. Zum Glück ist an dieser Stelle beim A3 eine Gummilippe. Trotzdem fahre ich seither nur noch rückwärts in die Garage.
Die schneereichen Wochen um den Jahreswechsel haben auf nicht geräumten Nebenstraßen häufig zu gefrorenen Fahrrinnen mit recht hohem Grat in der Mitte geführt. Da hat es auch ab und zu von unten gekratzt.
Innenraum
Große Leute fühlen sich nicht unbedingt wohl im A3, hinten sowieso nicht. Er ist halt auf dem Golf Chassis gebaut. Als Beifahrer müssen sie den Sitz ganz nach hinten schieben sonst ragen die Knie über das Handschuhfach. Und dann möchte ich nicht wissen, wie die Kniescheibe aussieht, wenn der Airbag auslöst.
Die Kopffreiheit finde ich ok, ich habe aber öfter gehört, dass manche Leute im A3 eine Art Badewannebgefühl haben, weil die Seiten recht hoch gezogen sind und man folglich recht tief im Wagen sitzt. Ich habe das stets mit einem eher angenehmen Gefühl erhöhter Sicherheit empfunden. Sowohl für mich als auch für meine lieben Mitfahrer.
Na ja, ein Familienwagen ist der A3 ja eigentlich nicht. Auch wenn die beiden Seitentüren groß sind und die Sitze schön nach vorne fahren, solange das Kind sich noch nicht selber anschnallen kann ist es eine ständige Kraxelei.
•Die hintere Leseleuchte ist hell genug um auch ein Gameboydisplay auszuleuchten.
•Der Beifahrersitz hat neben dem normalen Entriegelungshebel einen weiteren auf der Fahrerseite, um den Sitz nach vorne zu klappen.
•Kinder haben ein großes Talent, den Deckel vom Aschenbecher im Fond mit ihren Füßchen zu öffnen und zu schließen, und zwar so lange bis er herausspringt. Konnte bisher aber stets wieder eingesetzt werden.
•Der Audi beschlägt gern von innen (nicht nur der A3), aber die Klimaanlage behebt dieses Problem äußerst elegant.
•Gerade mit dem 1,8 Turbo ist das Innengeräusch echt erträglich, auch bei höherer Geschwindigkeit.
Fazit
Ich werde mich schweren Herzens von meinem A3 verabschieden müssen, weil er mit einem vierten Familienmitglied nicht mehr zurechtkommen wird, auch (oder gerade) wenn es noch ganz klein ist. Aber er hat sich tapfer geschlagen.
Ich bin mit dem Auto absolut zufrieden, die Verarbeitung ist hervorragend, das Motörchen ist erste Sahne. Ich wurde beim Kauf gut beraten, habe mir einige sinnvolle Extras gegönnt und bin geneigt, dem Konzern treu zu bleiben (Skoda und Volkswagen gehören ja auch dazu).
02.08.2004 13:20
Der Bericht gefäll mir, auch die Gliederungsweise ist gut. Leider hättest Du wenigstens die Kostenseite noch etwas genauer darstellen können, so bleibt´s für mich beim guten "h". Grüße, Andreas
06.09.2003 17:20
Interessante und hilfreiche Details. Ciao Marco
20.05.2002 01:21
Sehr schöner Bericht, der mal auf täglichen Dinge eingeht.