Erfahrungsbericht über

Audi A3 2.0 TDI Attraction

Gesamtbewertung (21): Gesamtbewertung Audi A3 2.0 TDI Attraction

1215 Angebote von EUR 3.950,00 bis EUR 40.544,00  

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Prämierter Erfahrungsbericht

Gut, dass es Alternativen gibt!

3  01.12.2003 (16.01.2007)

Pro:
schickes Design, toller Motor

Kontra:
mehrere serienmäßige Mängel

Empfehlenswert: Nein 

meister999

Über sich:

Mitglied seit:01.01.1970

Erfahrungsberichte:273

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 220 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Dynamischer Spar-Komfortsportler,

Dynamisch, sparsam und komfortabel - so hätte man beim Kauf meine hohe Erwartungshaltung an meinen neuen Audi A3 beschreiben. Schließlich ist der Audi A3 in keinem Fall ein Schnäppchen, sondern mit stolzen 27 Tsd. Euro ein vergleichsweise teures Angebot in der Golf-Klasse. Mit dem Golf ist der A3 insoweit verbunden, daß am Gründungsstandort von Audi (Automobilbau) in Zwickau heute der Golf produziert wird. Übrigens feiert Audi in diesem Jahr 2004 zusammen mit der Stadt 100jähriges Jubiläum, da die älteste Ursprungsmarke von Audi, Horch, vor 100 Jahren in Zwickau gegründet wurden. Dazu wurde von Audi am 10. September 2004 ein weiteres Museum in Zwickau eröffnet bzw. durch eine Spende der Audi AG wiedereröffnet. Nun aber zum A3 aus Ingolstadt, den man in der Donaustadt auch abholen kann, was ich allerdings nicht getan habe.

Fahrdynamik / Motor

Der 4-Zylinder-Turbodieselmotor verfügt über ein Hubraum von 1968 cm³, aus dem er stolze 140 PS bzw. 103 kW schöpft. Diese maximale Leistung wird bereits bei 4.000 U/min erreicht, was für einen Diesel jedoch kein außergewöhnlicher Wert ist. Erwähnung muß umso mehr das maximale Drehmoment, als bester Dynamikwert, erfahren, denn mit einem Wert von 320 bei 1.750 - 2.500 U/min ist der Motor hier gekennzeichnet als bulliger Sportmotor.

Dies merkt man dann auch beim Anlassen und Anfahren. Das typische Nageln eines Diesels läßt sich nicht überhören, aber das "Brummen" dieses Motors ist Ausdruck der gewaltigen Kraft des Motors. So muß man sich beim Gaspedal in Vorsicht üben, wenn man nicht zuviel Fotos der ungewünschten Art bekommen will. Wie das Drehmoment nämlich bereits erkennen läßt, spurtet der A3 bereits bei niedrigen Drehzahlen gewaltig davon. Insbesonders nach Überschreiten der 2.000 U/min-Marke ist der A3 nicht mehr zu stoppen und hängt so manchen Benziner mit mehr PS ab.

Während man auf der Landstraße am Ortsausgang beim Sprint von 50 auf 100 km/h einen waren Schub bekommt ist dies auf der Autobahn natürlich bei Geschwindigkeiten von über 120 km/h nicht mehr ganz so schubartig, aber der Vortrieb ist gut. Ab 160 km/h ca. wird der Motor aber unangenehm laut, so daß hohe Geschwindigkeit nicht unbedingt ein Vergnügen im A3 sind, leider, denn der Motor kann problemlos auf die 200 km/h-Marke gedreht werden.

Mit dem vollsynchronisierten 6-Gang-Schaltgetriebe ist der Motor gut zu "steuern", die Schaltwege sind aber leider zu lang, allerdings sind die Gänge gut aufeinanderabgestimmt. Aber direkt "knackig" ist die Schaltung nicht, hier hat mir meine alte Opel-Schaltung besser gefallen und die im Ford Focus ist die Nummer eins. Auch im Vergleich zum Golf V ist das Getrieb eher hakelig und nicht dem sportlichen Charakter angemessen. Aufgrund des hohen Drehmoments im unteren Drehzahlbereich ist aber durchaus eine Automatik hier gut aufgehoben, über die ich mir allerdings kein Urteil bilden kann, da mein A3 mit einem manuellen Getriebe ausgestattet ist.

Fahrkomfort / Fahrspaß

Natürlich ist der Motor nicht alles bei einem Auto. Doch auch das weitere "Zubehör" des A3 spricht für die Titelcharakterisierung. Bereits in der Grundversion ist der A3 sehr sportlich ausgelegt, was man beim Fahrwerk merkt, das nicht "so weich" abgestimmt ist wie beim Golf oder Astra, dafür aber gerade in Kurven ein hervorragenden Eindruck hinterläßt. Auf Kurven erlaubt der A3 dafür hohe Geschwindigkeiten bei hoher Fahrsicherheit. Ich empfehle daher jedem, diesen Punkt bei einer Probefahrt sorgfältig zu prüfen.

Mein A3 hoppelte auf den ersten 30.000 km, da jede kleinere Bodenwelle speziell auf Autobahnen nicht abgefedert wurde. Nach Informationen aus Audi-Kreisen hat Audi zwischenzeitlich auf die Kritik zum Fahrwerk reagiert und andere Stoßdämpfer im Einsatz. Bei meiner Inspektion bemängelte ich diesen Punkt. Man bot mir den Einbau von Komfort-Stoßdämpfern an, was ich auch gemacht habe, was das Hoppeln beseitigte. Kulanz gab es erst nach Protest bei Audi in Ingolstadt.

Bei der Fahrsicherheit ist der A3 dafür Top. Denn mit dem serienmäßigen ESP (elektronisches Stabilisierungsprogramm) mit Bremsassistenten, einer Antriebs-Schlupf-Regelung und einer elektronischen Differentialsperre mit Bremseingriff an den vorderen Rädern verfügt der frontgetriebene A3 für sportliches Fahren zudem ein umfangreiches Sicherheitspaket. Allerdings ist die Lenkung nicht besonders direkt und trübt subjektiv den Sicherheitseindruck.

Doch der Fahrkomfort wird nicht nur durch das sichere Fahrwerk positiv bestimmt, das lediglich Abzüge durch die anfangs schlechte Federung bekommt, wobei dies auf die zwischenzeitlich anderen Stoßdämpfer gemildert wurde, sondern auch durch die Geräuschkulisse, die bis Tempo 100 einem schwebenden Geräusch gleicht, das erst bei höheren Geschwindigkeit ansteigt, wobei ab 160 km/h wie bereits erwähnt der Fahrspaß etwas durch das relativ laute Motorengeräusch getrübt wird. Allerdings ist der A3 mit dieser Motorisierung halt auch nicht lauter als alle anderen Vierzylinder, wer mehr Ruhe haben will, muß einen 6-Zylinder wählen. Leider wird im A3 nicht der tolle 6-Zylinder-2,5-Liter-Turbodiesel nicht angeboten.

Die Servolenkung, die eine geschwindigkeitsabhängige Servounterstützung bietet, vermittelt ein mittelmäßiges Fahrgefühl und das kleine, handliche Lenkrad läßt schnelle Lenkbewegungen zu. Zudem ist das Lenkrad in der Höhe und Länge einstellbar, so daß man eigentlich zusammen mit den höhenverstellbaren Sitzen eine optimale Sitzposition erhalten sollte. Allerdings ist die Beinfreiheit speziell für das linke Bein begrenzt. Wie auch beim Golf V verhindert hier der begrenzte Raum eine bequem Sitzposition.

Die Sitze bieten einen hervorragenden Seitenhalten, wer aber den Komfort an erster Stelle stellt, sollte bei einer Probefahrt hierauf achten, denn ich könnte mir vorstellen, daß vielen Leuten die Sitze zu "sportlich" ausgelegt sind, was aber typisch für den VW-Konzern ist. Negativ ist - wie bereits ausgeführt -, daß man sein linkes Bein nicht richtig ausstrecken kann (analog Golf V), so daß ich nach 2 Stunden Fahrt auf das Ende dieser warte.

Die aufpreispflichtige Lendenwirbelsäule (240 Euro) hat mich dagegen enttäuscht. Zwar ist diese horizontal und vertikal elektrisch einstellbar, kann mich aber nicht überzeugen, was aber auch generell an den Sitzen liegen kann. Ärgerlich ist auch, daß man diese nur zusammen für Fahrer- und Beifahrersitz bestellen kann und hierfür die ebenfalls aufpreispflichtige Höheneinstellung auf der Beifahrerseite (80 Euro) buchen muß. Doch über Preise und Aufpreisliste sollte man sich nicht aufregen, es ist bei Audi wie auch bei anderen deutschen Fabrikaten hoffnungslos.

Während die Lendenwirbelsäule ein wirklich sehr individuelles Extra ist, was bei anderen Fahrern sinnvoll ist, sind die Sicherheitsgurte vorne ein kleines Negativum im A3. So bleiben diese fast immer an der "Drehschraube" für die Neigung der Sitzlehne hängen und üben somit eine Spannung auf den unteren Gurtteil aus. Hier muß man fast immer den Gurt von diesem "Haken" befreien. Dieses Manko ist sicherlich auch der Größe des A3 geschuldet, aber eben ein nicht ganz so überzeugendes Detail.

Die easy-entry-Funktion der Vordersitze ist ein dagegen serienmäßiges Detail, das allerdings zwingend notwendig ist, um auf die hinteren Sitzplätze zu kommen. Zu der easy-entry-Funktion später mehr, hier war der alte Audi A3 spitze, der neue A3 ist hinsichtlich dieses Details einfach nur schlecht. Die Rücksitze bieten einen guten Sitzkomfort, allerdings ist der Platz zum Ausstrecken der Beine relativ begrenzt und wird größere Personen nach längerer Fahrzeit zum Fluchen veranlassen, was aber in dieser Klasse kaum anders zu erwarten ist.

Das easy-entry-System ist wie bereits gesagt schlecht gemacht. Hier sollte Audi mal die Konkurrenz begutachten oder auf das Vorgängermodell schauen. Gerade aufgrund der vergleichsweise kurzen Türen, die gut für das Aussteigen sind, ist dies wichtig.

Fahrspaß kommt dagegen wieder auf, wenn man an die Blinker denkt. Tippt man nämlich den Blinkschalter kurz an, so blinkt es automatisch drei oder vier Mal. Dies ist insbesondere praktisch, wenn man die Fahrspuren auf der Autobahn zum Beispiel wechselt.

Zahlen / Verbrauch

Der 1.340 kg schwere A3 kommt mit dem 2.0 TDI-Motor auf 205er Reifen daher und bietet ein Gepäckraumvolumen von 350 Litern, das sich durch Umklappen der Rücksitze auf 1.100 Liter erweitern läßt. Die Rückbank ist in der üblichen ein-/zwei-Drittelart zu teilen.

Die Höchstgeschwindigkeit ist mit 207 km/h genannt. Ich konnte den Wagen problemlos über die 200 km/h-Marke bewegen, wobei das Gaspedal nicht ganz durchgedrückt war, allerdings verzichtete ich aus Sicherheitsüberlegungen auf das Austesten dieser Höchstmarke. Ebenso konnte ich natürlich nicht mit einer Stoppuhr die angegebene Beschleunigungsdauer von 0 auf 100 km/h überprüfen, die mit 9,5 Senkunden angegeben ist.

Überprüfen konnte ich dagegen durch das aufpreispflichtige Fahrerinformationssystem die Verbrauchsdaten. Dies sind außerstädtisch angegebene 4,5 bis 4,6 Liter und städtisch angegebene 7,2 bis 7,3 Liter. Im städtischen Bereich konnte ich aber auch unter 7-Liter-Marke bleiben. Dies hängt aber sicherlich auch von der Länge der Fahrstrecken ab, denn auf kürzen Distanzen wird der Motor nicht warm und verbraucht entsprechend viel. Ferner habe ich bemerkt, dass der Motor bei höheren Außentemperaturen weniger verbraucht. Desweiteren sollte man eben gerade im Stadtverkehr vorausschauend fahren, so daß das sprichwörtliche Gleiten einsetzt, das Sprit spart.

Mit dem Tankinhalt von 55 Litern kann man also die 1.000 km-Marke mit diesem starken Motor knacken, wenn man sich beim Gasgeben allerdings beherrscht, d. h. die Temponadel nicht über die Richtgeschwindigkeit von 130 km/h bewegt, denn dann schnellt der Verbrauch über 6 Liter auf 100 km, was natürlich auch noch einer guter Wert ist. Bei flotter Autobahnfahrt verbraucht man im Durchschnitt aber nicht mehr als 7 Liter. Die für den außerstädtischen Betrieb angegeben 4,5 bis 4,6 Liter dürfte man aber kaum erreichen, es sei denn, man fährt wirklich nahezu konstant um die 100 km/h. Dann erreicht laut Bordcomputer der Verbrauch solch niedrige Werte. Nach 40.000 km hat sich mein Durchschnittsverbrauch auf 6,2 Liter eingependelt, wobei die Durchschnittsgeschwindigkeit 71 km/h beträgt. Mit etwas mehr Zurückhaltung in Sachen Geschwindigkeit auf der Autobahn hätte ich den Durchschnittsverbrauch auf unter 6 Liter drücken können.

Der neue A3 ist 4,20 m lang und 1,77 m breit (Karosserie ohne Außenspiegel). Damit übertrifft ihn der Astra (Baujahr bis 2003) um 1 cm. Im Innenraum vermißt man den einen oder anderen Zentimeter durchaus, wenn man etwas stärker komfortorientiert ist. Auf den hinteren Sitzen geht es daher auch relativ eng zu, hier bietet der A2 ebenso viel Platz. Kleinfamilien sollten daher hier besonderen Augenmerk drauflegen und einkalkulieren, daß ihr Nachwuchs wächst und schnell die Höhe des A3's von 1,42 m erreicht.

Ausstattungsvarianten

Ausgehend von der Serienausstattung will ich euch nun einiges aus der langen Aufpreisliste vorstellen, wobei ich auf Preisangaben hier weitgehend verzichte, da man hier ansonsten den Spaß am Audi verlieren könnte. Schließlich sollte man sich bewußt sein, daß der A3 seinem Anspruch als Premiummodell der Golfklasse hier auch gerecht wird und sich dies auch in einem hohen Werterhalt widerspiegelt.

Aufpreispflichtig sind die Xenon-Scheinwerfer, die es nur im Paket mit der Scheinwerferreinigungsanlage gibt, was natürlich ärgerlich ist, da man aus meiner Sicht auf diese getrost verzicht kann, während die Xenon-Scheinwerfer eine Sicherheitsverbesserung darstellen. Dennoch kann ich allen, die häufig bei Dunkelheit unterwegs sind, diese Investition (750 Euro) empfehlen. Man merkt deutlich die bessere Ausleuchtung der Fahrstrecke.

Die Öffnung der Motorraumklappe ist serienmäßig durch Gasdruckfedern unterstützt und stellt ein Qualitätsmerkmal des A3 dar. Allerdings nutzt man dieses ja nicht so oft - oder doch? Den Ölstand sollte man ja regelmäßig kontrollieren, doch hier ein Manko; der Ölstab ist schwarz und auf schwarz sieht man bekanntlich nicht so gut den Ölfilm bzw. den Ölstand. Ferner fehlt im Handbuch eine Angabe, wieviel Liter der Abstand zwischen Minimum und Maximum entspricht. Ein Manko von Audi, das trotz Kenntnis (auch der Servicebetreuer kann nicht verstehen, warum so ein Blödsinn nicht geändert wird, zumal auch nach Kenntnis kein Austausch nicht möglich ist) nicht geändert wird.

Dagegen trifft der Punkt Qualtiät wieder auf die Scheibenwaschanlage zu, denn die Intervallschaltung kann vierstufig eingestellt werden, so kommt jeder Autofahrer auf seine individuellen Geschmack. Da ich bei leichtem Regen gerne auf das ständige Hinundher verzichte, kann ich jetzt je nach Regenstärke die passende Intervallstufe wählen.

Serienmäßig sind die Außenspiegel elektrisch einstellbare und in Wagenfarbe lackiert. Dies kann man auch erwarten. Aufpreispflichtig ist dagegen die Beheizbarkeit, die zusammen mit der Beheizubarkeit der Scheibenwaschdüsen gebucht werden kann. Ein absolutes Muß aus meiner Sicht, das mit 120 Euro sich bezahlt macht. Dies kann ich nur aus leidvoller Erfahrung einer eingefrorenen Anlage empfehlen, die man gerade bei Schnee benötigt!

Ebenfalls serienmäßig ist die Funkfernbedienung für die Zentralverriegelung, die im Schlüssel integriert ist, wobei der Schlüsselbart eingeklappt werden kann. Hübsche Serie sind die in Wagenfarbe lackierten Türgriffe und Schutzleisten, wobei letztere bei Wahrnehmung der Schutzfunktion teure Lackschäden bekommen. Praktisch ist die serienmäßige Automatik für denn Heckscheibenwischer, denn der schaltet sich automatisch ein, wenn man bei aktivierten Frontscheibenwischern den Rückwärtsgang einlegt. Bei Regen braucht man den Heckscheibenwischer aber ohnehin regelmäßig, da die Rückscheibe innerhalb kürzester Zeit vollgespritzt ist.

Ebenfalls automatisch stellt sich beim Einlegen des Rückwärtsgangs das acoustic parking system ein, das es für 330 Euro gibt. Dieses warnt durch akustische Signale vor Hindernissen im hinteren Bereich. Dabei sind die Sensoren sensibel, auch wenn man steht. So bringen Einkaufstüten, die Passanten am Auto vorbeisausen lassen das System aktiv werden. Da die Sicht des A3's nach hinten durch ein kleines Blickfeld eingeschränkt ist, habe ich mir dieses "Spielzeug" gegönnt, zumal ich oft unter Zeitdruck unterwegs bin und hiermit auch kleinere Parklücken ohne Kontakt nutzen kann. Negativ ist jedoch, daß die Lautstärke der Huptöne einen zwingt, das Radio praktisch auszustellen bzw. das Gebläse auf niedrige Stufe zu regeln. Die Lautstärkeregelung ist hier begrenzt, allerdings schaffte man es bei der 2. Inspektion die Höhe des Tons zu verändern, so daß dieser nun schrill ist und somit besser verständlich ist.

In der gleichen Preiskategorie liegt die Geschwindigkeitsregelanlage, die den Fahrkomfort speziell bei langen Autobahnfahrten deutlich erhöht. Für 305 Euro bekommt man einen dritten Hebel am Lenkrad, der hinter dem Blinkhebel angebracht ist. Die Automatik ist auf Knopfdruck zu aktivieren und die Geschwindigkeit kann über den Hebel nach oben und unten angepaßt werden.

Ärgerliche Sonderausstattung ist die Außentemperaturanzeige, die aufpreispflichtig ist. Selbst der Opel Astra bietet dies serienmäßig an. Aber dafür habe ich gleich das Fahrerinformationssystem mit Außentemperaturanzeige gewählt, so daß ich nun einen weiteren Computer habe; einen zu Hause, einen auf der Arbeit und nun einen im Auto mit üblichen Anzeigen. Dazu kommt noch, daß die Temperaturanzeige nur sehr schleppend die richtige Temperatur anzeigt, d.h. wer aus einer Garage rausfährt hat bei starken Temperaturunterschieden erst nach mehr als 5 Minuten eine vernünftige Anzeige - Rückschritt durch Technik - oder wie lautet der Slogan von Audi? Die Antwort des Audi Händlers "state of the art" - nun gut, im Hochsommer hat state of the art fast 30 Minuten gebraucht - gut, dass es Alternativen gibt!

Dagegen nun einmal ein Spartipp: die Getränkehalter in der Armarturentafel, die aufpreispflichtig angeboten werden, kann man entbehren, denn in der Mittelkonsole ist eine Halterung für Dosen und kleinere Flaschen integriert, wo meines Erachtens die Getränke ohnhin besser aufgehoben sind, als im Vorfeld des Armarturenbretts! Allerdings ist diese Halterung aus hartem Kunststoff, wodurch Klappergeräusche entstehen. Diese vermeide ich durch ein Taschentuch, aber besser wäre natürlich ein anderes Material von Haus aus gewesen.

Soweit zur Aufpreisliste, nachfolgend noch einige Hinweise zur Serienausstattung:
ABS, EDS, ESP, Seitenaufprallschutz, 4 Airbags von vorn und der Seite sowie sideguard, ein großflächiges Kopfairbagsystem, aktive Kopfstützen und Sicherheitslenksäule bieten eine vergleichsweise sehr gute Sicherheitsausstattung, die man trotzdem nicht besser nutzen sollte.

Auf eine weitere Serienausstattungauflistung will ich verzichten ebenso wie auf eine Beschreibung der angebotenen Farb- und Stoffvarianten. Hinweisen will ich aber auf das Brilliantrot, das hervorragend zu diesem Sportler paßt und im Vergleich zu anderen Autoherstellern bei Audi nicht aufpreispflichtig ist.

Lüftung / Klimaanlage

Ja, auch diesen Aspekt will ich nicht vergessen. Wer jedoch aus meinen soeben gemachten Ausführungen zur Ausstattung geschlossen hat, daß eine Klimaanlage zur Serienausstattung gehört, hat sich gehörig in den Finger geschnitten. Für stolze 1.390 Euro darf man sich eine Komfortklimaautomatik als heute unentbehrliche Ausstattung gleich auf den Serienpreis hinzurechnen.

Diese Klimaautomatik wird ihrem Komfortanspruch jedoch gerecht. Nicht nur daß sie getrennt für Fahrer und Beifahrer einstellbar ist, nein, diese Anlage ist auch schaltet auch sensorgesteuert in den Umluftbetrieb, sobald die Außenluft zum Beispiel in Tunneln zu schlecht wird. Dabei erlaubt der Autobetrieb eine bequeme Wahl, den man auch spritsparend in Ecoform nutzen kann, wobei das Kühlaggregat ausgeschaltet wird, was allerdings auch eine Entfeuchtung eliminiert. Hat man jedoch die Eco-Wahl getroffen und schaltet die Automatik ab, so ist automatisch auch die Eco-Wahl deaktiviert. Dies ist schlecht, da man ja zum Beispiel nur bei Tunnel- oder Tiefgaragenfahrt die Umluftlüftung aktivieren will.

Das Belüftungssystem ist ansonsten sehr gut, auch optisch ist es ein Hingucker, denn vier runde Ausströmer sorgen im Armaturenbrett für erfrischende Abwechslung. Der Staub- und Pollenfilter ist überigens serienmäig ebenso wie eine Umluftschaltung.

Design von innen und außen / Verarbeitung

Kommen wir nun zu meiner Einschätzung des Designs. Der neue A3 sieht von vorn bulliger als der Vorgänger aus und ist vom A4 kaum zu unterscheiden. Von hinten sieht der A3 breiter aus als er ist, allerdings sollte man auf die Motorenbezeichnung verzichten (kostenloses Extra), da diese speziell beim beschrieben Turbodiesel diesen Eindruck minimiert.

Von der Seite sieht man dann natürlich die Kürze und Dynamik des A3's. Die zwei Seitenfenster vermitteln etwas Coupé-Charakter, wobei dies natürlich durch die Heckpartie nicht wirklich stimmt, hier fehlt der kleine Stummel den zum Beispiel den dreitürigen Astra durchaus zum Hingucker machen.

Im Innenraum merkt man gleich, daß man in einem A3 und nicht in einem Golf oder Astra sitzt. Das Armaturenbrett vermittelt ein schönes Ambiente speziell durch die erwähnten runden Lüftungsdüsen und das kleine Lenkrad. Ärgerlich ist übrigens, daß das schöne Drei-Speichen-Sportlenkrad der Serie Ambition vorbehalten ist, die aber eine Tieferlegung des Fahrwerks beinhaltet, die ich strikt ablehne.

Die Instrumententafel ist durch rote LCD-Anzeigen und manuellen Drehzahl- und Geschwindigkeitsmessern (große runde Form) und Tankinhalts- und Motortemperaturanzeige (kleine runde Form). Der edle Touch der blauen Instrumentenbeleuchtung ist aber von der Schwestermarke VW nicht übernommen worden, so daß man sich im A3 mit der roten Unterlegung zufrieden geben muß. Auch wenn der Audischriftzug rot ist, hier hätte ein Griff in den Baukasten der Schwester VW gut getan.

Die Verarbeitung ist im großen und ganzen einwandfrei, es gibt auch auf schlechten Strecken kaum Rattern. Kaum, da nach 12.000 km circa die Fahrertür leichte Geräusche von sich gibt, da nach meiner Einschätzung die Paßgenauigkeit des Kunststoffs nicht hundertprozentig stimmt (wurde erfolgreich auf Garantie behoben). Ärgerlich ist der Sicherheitsgurt auf der Beifahrerseite ein Geräuschfaktor auf schlechterer Wegstrecke; denn wenn der Beifahrerplatz leer bleibt, hängt dieser natürlich in der Luft und touchiert die Innensäule, so dass es zu Klappergeräuschen kommt. Dies war im alten A3 besser, da hier die Säule mit Textilien und nicht mit Kunststoff "gepolstert" war. Aber bei höherer Geschwindigkeit hört man dies ohnehin nicht.

Mängelliste / Pannenstatistik

Eigentlich wollte ich diese Rubrik in meinem Bericht nicht haben. Aber auch ein hoher Preis für den A3 im Vergleich zum Astra garantiert nicht für Fehlerfreiheit, denn Mängel gibt es aber trotzdem.

allgemeine Dinge

Sicherheitsgurte vorne
- Klappern wegen Anschlag an Türsäule
- bleiben meist an Sitzverstellung hängen
unpraktisches easy-entry (siehe oben)
schwarzer Öl-Meßstab (siehe oben)
state-of-the-art-Temperaturanzeige (siehe oben)
Sitzposition wegen Beinfreiheit (siehe oben)
APS-Signal zu leise (siehe oben)
Probleme mit Scheibenwischern (siehe unten)

bei Auslieferung

Xenon-Licht mit automatischer Leuchtweitenanpassung falsch eingestellt
Wagen hoppelt aufgrund schlecht ausgewählter Stoßdämpfer (siehe oben)

nach 750 km
So gaben die Scheibenwischer bereits bei 750 km ihren Geist auf, also runter von der Autobahn. Nach mehrmaligen Neustarten des Motors gingen sie aber wieder, nachdem man zuvor nur ein Klackern hörte. Nicht gerade eine Qualitätsdemonstration. Insgesamt ist das Scheibenwischersystem eine Schwachstelle, so wollten die Wischer neulich schon nicht so, erst nach einem Neustart des Motors ging es wieder.

nach 9.970 km
Der Motor bringt nicht mehr die volle Leistung, die Höchstgeschwindigkeit sinkt, bei Steigung auf 100 km/h. Mein "neuer" A3 kann nicht mehr und landet am Samstag schwer angeschlagen in der Werkstatt. Ursache, ein Marder hat es sich schmecken lassen. Es ist schon verwunderlich, dass es trotz moderner Technik hiergegen keinen serienmäßigen Schutz gibt, denn nach 12.700 km genau das gleiche. Mein Händler sagte mir, daß Marder neue Audis besonders mögen und gab mir ein Spray mit, das bisher weitere Angriffe abgewehrt hat, so es denn solche gab.

nach 22.000 km
Steinschlag, hier kann der Hersteller natürlich nichts machen. Positiv: bei Carglass war die Frontscheibe nach einem Tag verfügbar.

nach 28.000 km
der Wagen zieht bei geradem Lenkrad nach rechts, kein bewußter Bordsteinkontakt im Härtebereich, Achsvermessung die Folge

nach gut 32.000 km
1. Inspektion und Behebung von Garantiemängeln (näheres siehe oben)

nach ca. 42.000 km
Wie bereits nach 750 km (siehe oben) bleibe ich bei Regen liegen, da die Scheibenwischer versagen. Nach ca. 15 Minuten Pause und Start funktionieren Sie wieder ... Elektronikproblem oder was weiß ich - die nächste Inspektion ist wieder in Sicht, habe keine Lust, ständig mein Auto in die Werkstatt zu bringen.

nach ca. 48.000 km
siehe wie bei 28.000 km, Thema für die nächste Inspektion

nach 65.000 km
2. Inspektion - diesmal in einem Audi-Zentrum (siehe Service) - Behebung von Garantiemängeln (näheres siehe oben)

weitere Probleme
- Marderbisse
- Ausfall beider Heckleuchten - getrennt voneinander
- vorübergehender Ausfall der Scheibenwischer - siehe oben

Bericht wird nicht mehr aktualisiert

Preis / Lieferzeit / Service

Wenn man den A3 erstmal ohne ein Studium der Preisliste kennengelernt hat, kann man bei der Bestellung durchaus den hohen Grundpreis von 22.500 Euro für den 2,0-Liter-TDI mit 140 PS verstehen. Allein die Komfortklimaautomatik und eine Radioanlage mit CD-Player sorgen dafür, daß man die 25.000 Euro-Marke erreicht und auch 30.000 Euro sind schnell erreicht. Daher lautet die Devise: hart verhandeln, mindestens 10 % sind immer drin. Die Aufpreispolitik ist aber forsch, einige Beispiele hatte ich ja genannt. Aufgrund der Detailmängel ist der A3 m.E. zu teuer.

Positiv ist natürlich, daß das Wartungsintervall für Inspektionen bei über 30.000 km liegt, so daß man nicht nur die Anschaffungskosten beim Vergleich mit anderen Fabrikaten berücksichtigen sollte. Ebenso dürfte der A3 in Sachen Wertstabilität durchaus gute Werte zeigen, was allerdings heute noch nicht seriös ausgesagt werden kann, da es den A3 ja erst seit diesem Jahr gibt.

Ebenso lobenswert ist der Mobilitätsservice, d.h. der kostenlose Schutzbrief, der bei Pannen hilft. Dieser Service ist für die Garantiezeit Standard und wird durch eine Inspektion bei einem Audi-Händler verlängert. Diesen Schutzbrief gibt es zwar inzwischen sehr preisgünstig bei den Versicherungen, jedoch haben sich Firmen wie Opel von diesem Service getrennt. Insoweit ein positiver Aspekt von Audi, wobei damit auch die Audi-Händler unterstützt werden, da diese mit den Inspektionen sicherlich gutes Geld verdienen.

Leider mußte ich zumindest die Hotline (Audi-Service) wegen des Scheibenwischerdefekts in Anspruch nehmen. Als ich bei Hof von der Autobahn fuhr und sich die Scheibenwischer immer noch nicht regten, rief ich dort an, um zu erfahren, wo der nächste Audi-Händler ist. Die Frage nach der Postleitzahl schockierte mich dann, denn wer weiß schon die Postleitzahl, wo sein Auto liegen bleibt. Doch nach einer Beschreibung welches Hof ich meine, war dann alles klar. Eine Wegbeschreibung wäre natürlich jetzt der Hit gewesen, schließlich konnte ich auf die Straße genau bestimmen, wo ich liegen geblieben bin. Nun gut, man will ja nicht zuviel erwarten.

Die Lieferzeit ist ein absolutes Ärgernis. Ich mußte über 3 Monate warten, obwohl nur mit 2 Monaten zu rechnen war. Dies entspricht nicht dem Slogan Vorsprung durch Technik. Erschwert wurde dies, daß mein Händler offensichtlich Probleme mit Audi hatte, da Audi derzeit Händlerlizenzen kündigt. Dass dies auf dem Rücken der Kunden ausgetragen wird, ist aber ein Negativum, das für die Servicewüste Deutschland spricht. Ferner ist die Kulanz nicht besonders ausgeprägt.

Auch sollte man nur bei einem Audi-Zentrum einen Audi kaufen und vor allem warten lassen. So wurde die Einstellung des akustischen Parkingsystems erst dort voll ausgeschöpft und auch die Lenkung erst dort richtig eingestellt, was der VW- und Audi-Händler nicht schaffte, trotz teurer Untersuchung. Ebenso ist die Betreuung beim Audi-Zentrum um Meilen besser als beim VW-Händler gewesen. Freundlichkeit, umfassende Erläuterungen und technische Einrichtung sind hier einfach besser gewesen.

Bedauerlich ist der Diesel bei Auslieferung 2003 nicht mit einem Dieselpartikelfilter zu liefern gewesen. Bei der 2. Inspektion im Frühherbst 2005 konnte man mir auch erste Anfrage zudem keine Auskunft geben, ob und zu welchem Preis eine Nachrüstung möglich ist. Technik, die begeistert - mich nicht und die Umwelt schon gar nicht.

Fazit:

Der neue Audi A3 ist ein optisch gelungenes Auto, das für einen Zwei-Personen-Haushalt ausreichend Platz bietet, größeren Kinder sollte jedoch ein größeres Auto gegönnt werden. Der relativ hohe Preis und die Aufpreispolitik sind angesichts vieler guter Details und der gehobenen Sicherheitsausstattung zwar ärgerlich aber vertretbar, wenn da nicht die Mängel wären. Der insgesamt gute Qualitätseindruck wird durch mehrere kleinere Mängel und Pannen gestört, so dass ich als Update die Zuverlässigkeit und empfundene Qualtität auf ok heruntergesetzt (mit Minuszeichen) habe. Wer wie ich ein komfortables Fahrwerk haben will, sollte hierauf unbedingt bei einer Probefahrt achten!

Der 2-Liter-Diesel ist eine dynamische Motorisierung, die dennoch sparsam ist. Leider ist der Motor bei hohen Geschwindigkeit auf der Autobahn doch - wie für ein Vierzylinder üblich - relativ laut. Da neben zwei Turbodieseln zur Zeit als Benzinmotoren nur teure FSI-Motoren angeboten werden, ist dieser Motor dennoch die erste Wahl, denn der A3 ist ein kleiner Sportler. Wer also Komfort an erster Stelle sieht, wird über die sportliche Abstimmung des A3´s (Fahrwerk und Sitze) nicht hinwegkommen und sollte eher zu Golf oder besser Focus, Astra greifen.

Zur Kurzbewertung unten folgende Hinweise: das eher zu geringe Platzangebot bezieht sich auf die etwas knappe Breite vorn, die durch die Gestaltung der Mittelkonsole verstärkt wird, sowie auf die Enge auf den hinteren Plätzen. Das Modelljahr 2003 konnte nicht eingestellt werden, auch stimmt das Foto bei Ciao nicht. Die Abwertung des Service bezieht sich auf die Lieferzeit in meinem Fall.

Nach nunmehr weit über 100.000 Kilometern mit meinem A3 will ich festhalten, dass meine Eingangs erwähnte Erwartungshaltung nur bedingt, wenn überhaupt eingehalten werden konnte und ich nach langen Überlegungen einen zweiten Stern abgezogen habe, denn das Preis-Leistungsverhältnis erachte ich nur bedingt als gegeben an und im Punkt Komfort hat der A3 mich zudem negativ überrascht.

In Sachen Fahrdynamik und Sparsamkeit erfüllt der A3 aber meine Erwartungen. Qualitativ ist der A3 nichts besser als günstigere Marken, daher mein Titel; gut das es Alternativen gibt, die entwediger billiger sind (Ford Focus z.B.) oder Premium besser definieren (BMW 1er).
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
zumtobel9

zumtobel9

26.01.2008 11:19

...guter Bericht. Vor allem dem negativen Fahrkomfort, kann ich nur zustimmen. Audi sollte eher eine Grand Tourisme, als eine Rundkurs GO KART Abstimmung in diesen ansonsten gelungenen Wagen einbauen. Gruss zumtobel9

modschegibbchen

modschegibbchen

24.01.2007 12:21

verdienter diamant, auch wenn ich selbst audi nicht mehr so mag. lg heike

mozarteum

mozarteum

18.01.2007 23:52

ja, das ist ein autobericht wie er sein soll! chapeau! lg mozarteum

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