Fahrzeugbewertung des Autors:
| Pro: |
Beste Qualität |
| Kontra: |
Windgeräusche, Preispolitik |
Liebe Leserin, lieber Leser,
nach langer Zeit gönne ich mir mal wieder das Vergnügen, einen Bericht hier für Ciao zu schreiben.
In diesem Bericht geht es um ein Auto einer sehr traditionsreichen Marke. Daher zuvor etwas Geschichtsunterricht .- )
1910 wird in Zwickau der erste Audi gebaut. Doch erst fünf Jahre später wurde die Audi Werke AG gegründet.
Leider zwangen finanzielle Probleme zum Verkauf des Werkes.
Die Firma DKW übernahm Audi 1928. Schon vier Jahre später gab es die Fusion der Firmen Audi, DKW, Horch und Wanderer. Als Signet wurden vier verbundene Ringe gewählt, welche die Firmen darstellen sollen. Die Auto-Union in Chemnitz war geboren.
Nach dem Krieg wurde nicht in Zwickau, sondern in Ingolstadt die Produktion wieder aufgenommen.
Kaum zum glauben, doch die Auto-Union gehörte mal Mercedes, genauer der Daimler-Benz AG. Sie besaß tatsächlich 100% der Aktien.
1964 findet die Auto-Union ihre endgültige Heimat bei Volkswagen.
Der Name "Audi" erfuhr 1965 eine Wiedergeburt, die Ringe aber blieben als Erkennungsmerkmal erhalten.
Zusammen mit NSU wurde dann 1969 die "Audi NSU Auto Union AG" ins Leben gerufen.
Wer kennt nicht den legendären Ro 80? Mit dem Prinzip des Wankelmotors damals noch zu innovativ, wurde 1977 die Produktion eingestellt, seit 1984 kennen wir den Namen Audi als Hersteller von Fahrzeugen, die mittlerweile im Premium-Segment angesiedelt sind.
Der Name "Audi" ist übrigens die lateinische Übersetzung von "hör zu", bzw. "horch:
Horch durfte seinen Namen nach verlassen seiner Ursprungsfirma nicht benutzen. So kam er auf die Idee der lateinischen Übersetzung.
Nun aber zu meinem "Schätzken"
Audi gehört zu den wenigen Marken, welche meine volle Anerkennung innehaben.
So stand klar fest, dass wir nach dem A3 wieder einen Audi nehmen. Die Wahl fiel auf den A4, da wir mittlerweile ein kleines Pony (eigentlich ein Hund, aber die Größe…) hatten, das im Kofferraum Platz finden musste.
Und da wir im Jahr mehr als 40.000 Kilometer fahren, sollte sowohl ein starker Motor als auch viel Sicherheit ein Muss sein. Natürlich auch viel Komfort, unterstützt durch diverse kleine elektronische Helfer.
Somit ist es nicht verwunderlich, dass sich der Preis schon bald jenseits der 50.000 Euro-Marke bewegte.
Dieses Fahrzeug hat den 180 PS starken Dieselmotor mit sechs Zylindern und einem Drehmoment von 370 Newtonmeter.
Der obligatorische Quattro-Antrieb ist vernünftig, da die bullige Kraft ansonsten kaum vernünftig auf die Straße gebracht werden könnte.
Die Klimaautomatik ist serienmäßig. Doch die Liste mit den zusätzlichen Ausstattungsmöglichkeiten ist sehr umfangreich und lässt kaum einen Wunsch offen. "Nur" der Preis setzt hier die Grenze.
In der S-Line-Ausführung hat mein Modell ein sehr sicheres Sportfahrwerk, Sportsitze, Leichtmetallfelgen und viele weitere Dinge.
Ursprünglich lag es nicht in meiner Absicht, ein besonders auffälliges Modell zu kaufen (leasen, Kauf wäre doch ein Problem gewesen).
Doch was dabei raus kaum, kann man sich unter
http://www.a4-freunde.de/leseraudi/detail.php?id_fahrzeug=296
ansehen. Oder siehe unten die Fotos
Ein wunderschönes Auto, oder?
Das Äußere lässt ein wenig die Dynamik vermuten, welche sich unter dem elegant-sportlichem Blechkleid verbirgt. Ein Bulle im Frack.
Die konsequente Linienführung setzt sich im inneren des Audis fort.
Sehr nüchtern gestaltet, doch nicht zuletzt dadurch auch sehr logisch und einfach in der Bedienung. Schnörkellos, fast ein wenig langweilig, präsentiert sich das Cockpit.
Wer viele Knöpfe mit noch mehr Spielereien favorisiert, wird bei dem Anblick des Interieurs eher enttäuscht sein.
Doch die Liebe zum Detail und die absolut makellose Verarbeitung lassen das nüchterne Aussehen schnell zu einem angenehmen Attribut werden. Die Materialien vermitteln einen hochwertigen Eindruck, nichts klappert, kaum etwas erinnert an Plastik.
Die Bose-Anlage wird selbst anspruchsvolle Hörer zufrieden stellen. Wer allerdings Wert auf laute und schwere Bässe legt, wird von dem im Kofferraum versteckten Subwoofer nicht sehr beeindruckt sein. Ich hingegen kann mich nicht beklagen.
Die einfach konzipierte Klimaautomatik besitzt getrennte Temperaturregelung für Beifahrer und Fahrer. Tatsächlich funktioniert diese Regelung recht gut, solange die Unterschiede in der Temperaturwahl nicht zu hoch sind.
Die Sportsitze lassen sich fünffach verstellen. Die Lendenwirbelstütze wird elektrisch verändert, die anderen Einstellungen manuell. Die Länge der Sitzfläche kann erhöht werden, indem man einfach vorne am Sitz zieht. Auch die Neigung kann eingestellt werden. Ansonsten die üblichen Einstellungen wie Höhe und Lehnenneigung.
Trotz der recht harten Federung des Sportfahrwerkes sitzt man sehr bequem. Die sitze fangen einen Teil der Härte ab, somit leidet die Bequemlichkeit nicht sonderlich.
Die Instrumente lassen keine Wünsche offen. Klar ablesbar, gut positioniert.
Das Fahrerinformationssystem bietet diverse Infos. Zum Beispiel momentaner Verbrauch, Durchschnittsverbrauch, gefahrene Kilometer, Durchschnittsgeschwindigkeit, verbleibende Kilometer, usw.
Das Lenkrad, in dieser Klasse selbstverständlich, lässt sich in zwei Ebenen verstellen.
Hat man die richtige Sitzposition gefunden, den automatisch abblendbaren Innenspiegel eingestellt, möchte man endlich durchstarten.
Der in die Jahre gekommene Diesel meldet sich sofort lautstark zurück. Von außen wie ein Stall Mastochsen, von innen mit deutlichhörbarem Nageln Doch sobald sich die Motortemperatur dem Optimalwert nähert, wird aus dem lauten Nageln ein dezentes Brummen. Während den Beschleunigungsphasen wird das Brummen etwas lauter, nicht unangenehm, vermittelt sogar einen sportlichen Charakter.
Keine der neuen Dieseltechniken können hier mit ihrem Fortschritt glänzen. Und dennoch macht dieser Motor einen riesigen Spaß.
Nachdem die optimale Temperatur von 90 Grad erreicht ist, kann man seiner Fahrfreude freien Lauf lassen, sofern es die Verkehrsbedingungen zulassen.
Das gewaltige Drehmoment setzt dieseltypisch schon unterhalb von 2000 Umdrehungen ein.
Das Gefühl, von einem Pferd getreten zu werden, kommt unwillkürlich auf. Der Quattroantrieb hilft, diese Kraft vernünftig auf die Straße zu bringen. Beschleunigungsphasen lassen während des Schaltens durch das gutgängige Sechs-Gang-Getriebe öfter mal den Kopf vor und zurück nicken.
Der Anpressdruck in die Sitze lässt einen vermuten, gerade eine Herzmassage zu erhalten.
Nun ja….vielleicht etwas übertrieben…. *lach*
Doch der Gedanke, keinen Diesel, sondern einen doch recht sportlichen Flitzer zu fahren, kommt sehr schnell auf. Die Fahrleistungen sind umso beeindruckender, bedenkt man das Leergewicht von 1800 Kg.
Neben dem ABS sorgt der Quattroantrieb mit dem Sportfahrwerk dafür, dass weder Auto noch Fahrer aus der Ruhe gebracht werden. Eine Autobahnausfahrt mit 120 Km/h konnte bisher noch keine Grenze aufzeigen. Die liegen eher in meinen Nerven…..
Bei ca. 230 Km/h ist dann das Ende der Fahnenstange erreicht. Laut Tacho waren es auch mal 240, doch darf man der Genauigkeit solcher Instrumente nicht trauen.
Bei dieser Fahrweise zeigt sich der Motor recht durstig. Nach erreichen der Höchstgeschwindigkeit gönnt sich der Motor schon mal 10 bis 12 Literchen feinen Diesels im Durchschnitt. Auf den Echtzeitverbrauch sollte man unbedingt verzichten! Schrecken würde sich verbreiten, wenn die Digitalanzeige jenseits der 15 Liter noch kein Ende sieht.
Es ist schwierig, den Spaßfaktor durch reges beschleunigen außer acht zu lassen. Doch fährt man den Wagen gemütlich, haben sich schon Werte von unter 6 Litern ergeben. Im Gesamtdurchschnitt ergeben sich Werte zwischen 6,5 und 8,5 Liter. Durchaus akzeptabel, finde ich.
Für Camping-Freunde ist die Tatsache, dass der Wagen eine Last von 1800 Kg ziehen kann, bestimmt nicht uninteressant.
Auch zeigt sich der Kofferraum des Avants naturgemäß recht gefrässig :- )
Mit den getrennt umlegbaren Rücksitzen offenbaren sich quasi unendliche Weiten. Selbst sperrige Gegenstände finden hier ein Zuhause.
Dank der automatischen Leuchtweitenregulierung des Xenon-Lichtes muss man sich um die Einstellung der Scheinwerfer keine Gedanken machen, ist der Kofferraum mal voll beladen.
Wie beim Avant üblich, erreichen viele Windgeräusche quasi ungefiltert die Ohren. Ein Manko, an das man sich bei dem doch ansonsten recht ruhig fahrenden Wagens nur schlecht gewöhnen kann.
Weitere gravierende Schwächen konnte ich bisher nicht feststellen. Nach 40.000 Kilometern innerhalb eines Jahres musste der Wagen noch nicht außerplanmäßig in die Werkstatt.
Jetzt, nach 40.000, muss der Wagen zum Service. Das zweite mal. Die Kosten halten sich in Grenzen. Nur die dritte Inspektion schlägt voll in den Geldbeutel, da dann auch die Zahnriemen getauscht werden müssen. Vom Hörensagen muss man hier mit mehr als 800 Euro rechnen. Je nach Fahrweise ist der Tausch zwischen 80.000 und 100.000 Kilometern fällig.
Dank Steuerbefreiung für zwei Jahre kann ich noch keine zuverlässige Aussage machen. So ca. 350 Euro sollten es sein.
Bei 40% und Vollkasko mit 300 Euro Selbstbeteiligung zahle ich bei der Audiversicherung ca. 60 Euro im Monat. Vorbildlich hier, dass im Falle eines Totalschadens der Wagen, unabhängig vom derzeitigen Wert, der Betrag gezahlt wird, welcher vom Leasingunternehmen oder Kreditinstitut derzeit beziffert ist. Beispiel: Laut Kreditinstitut ist der Wagen noch 30.000 Euro wert. Durch viel Fahrerei ist der tatsächliche Wert 5000 Euro geringer. Dennoch bezahlt die Versicherung die vollen 30.000 Euro. Ein Angebot, das finanzielle Absicherung bietet und ich nur empfehlen kann.
Der Service bei der Mobilitätsgarantie ist vorbildlich. Ohne jetzt auf die Umstände einzugehen: Zwei Reifen waren platt, zwei Felgen kaputt. Nach einem Anruf beim Audiservice war innerhalb von 15 Minuten ein Service-Wagen vor Ort. Reifen und Felgen wurden gewechselt. Natürlich ging es danach in die Wertstatt. Doch dieser Service hat uns nichts gekostet. Sehr prompt, zuverlässig und auch sehr freundlich.
Sodele. Habe ich etwas vergessen? Wichtiges? Dann teilt es mir mit.
Für meinen Schreibstil entschuldige ich mich nicht. Dat is so. :- )
Konstruktive Kritik ist willkommen.
Für Freunde des A4's hier noch eine interessante Internetseite:
www.a4-freunde.de
Peter
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04.02.2003
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