Fahrzeugbewertung des Autors:
| Pro: |
sparsam, elegant, sicher |
| Kontra: |
fehlende Details, kleine Mängel an der Automatic |
Anläßlich einer ausgedehnten Deutschlandtour, hatte ich Gelegenheit ein Fahrzeug näher kennenzulernen, von welchen ich heute mal (wortkarg wie ich bin ;) erzählen will. Es handelte sich um den Audi A6 2.5 TDI. Der Bericht ist ein wenig länger ausgefallen als ursprünglich geplant, aber ich hoffe dennoch niemanden zu langweilen. Ich habe nichts weglassen wollen, was ich nicht mit gutem Gewissen hätte weglassen können. Bei den technischen Feinheiten bzw. deren korrekten Bezeichnungen hatte ich ein wenig Hilfe von > www.audi.de < und aus Infomaterial, alles kann ich schließlich auch nicht genau wissen. Aber kommen wir zur Sache.....
Kapitel 1 >GESCHMACKSACHEN<
1.1 Details / Äusserlichkeiten
Kapitel 2 > GESCHMACKSACHE: INNENRAUM <
2.1. Komm´se doch rein
2.2. ...ich bin drin !
2.3. Sitzgelegenheit macht Liebe
2.4. Das Auge ist mit... (hab ich immer dabei :)
2.5. Armaturen und Mittelkonsole
2.5.1. Tacho heißt jetzt "Kombielement"
2.5.2 Information-Point (DB-denglish)
2.6. Kofferraum
Kapitel 3 >VIEL TECHNIK<
3.1. Motor (tech. Daten)
3.1.2. Getriebe (immer noch Technik)
3.2. Ein paar persönliche Bemerkungen
3.2.1. wichtiger aber leider oft ungenutzter Hinweis
3.3. Kraftübertragung
3.4. Fahrwerk
3.5. Bremssystem
3.6. Lenkung
3.7. Zwischentöne
3.8. Gewicht
3.9. Verbrauchswerte lt. Audi
Kapitel 4 > FAZIT <
KAPITEL1 >GESCHMACKSACHEN<
(4 türige 5 Sitzer Limousine, Abmaße L 4,79 m x B 1,81 m x H 1,38 m)
Diese nüchternen Zahlen beschreiben kaum angemessen den Auftritt dieses, nach den Maßstäben moderner Automobilarchitektur entworfenen Fahrzeugs. Seine massive Erscheinung mit weichen Linien und gestreckten Formdetails repräsentiert stilsicher die derzeit für Audi typischen Designlinien. Sie vermittelt dem Betrachter glaubhaft eine der Haupttugenden des A6 : „to serve and to protect“ (dt. „zu dienen und zu schützen“) mit unaufdringlicher Bestimmtheit, die keinen Zweifel an der Ernsthaftigkeit dieses Anliegens aufkommen lässt.
>1.1 Details / Äusserlichkeiten
Dabei haben die Designer bei Audi nicht mal jeden Trend mitgemacht.
Die sich von der Windschutzscheibe her zur Mitte verjüngende Erhebung der Kühlerpartie wird im Bereich des Grills von dezent rechteckig nach innen verzogenen Xenon-Scheinwerferelementen aufgefangen, die zeitgemäß mit Klarglas gecovert wurden. Die Linie der lang und tief heruntergezogenen Frontpartie, erreicht mit dem markant in die Motorhaube integrierten Kühlergrill ( obligat: mittig die vier ineinander verschlungenen Chromringe) den Scheitelpunkt. Diese Linie wird, entlang der Frontschürze und der mit ihr verbundenen Stoßfänger unter das Fahrzeug zurückgeführt wo sie über die Schweller zum Heck findet.
Die seitlich gestreckte Silhouette gibt den, sich oberhalb der massiv wirkenden Türflächen mit der mittleren Seitenlinie vereinenden, Fensterflächen ausreichend Raum und lässt sie im Gesamtverhältnis harmonisch wirken. Dafür hat Audi einen alten Trick aus den „Audi 80“´er B4-Mottenkiste angewandt der auch heute noch zuverlässig seine Wirkung entfaltet. Die gläserne Fensterlinie wird, erst verhältnismäßig spät (oberhalb der hinteren Radkästen) mit der schmal erscheinenden C-Säule, im Heckbereich angebunden. Ein Geniestreich aus alten Zeiten.....wie gesagt.
Um die insgesamt rundlich verlaufende Form optisch zu verfestigen, wurden einige strenge Striche im Design des A6 untergebracht, welche das Erscheinungsbild sichtbar straffen. Da wären z.B. die über beide Seiten in der gesamten Länge des Fahrzeugs gezogenen Karosseriefalze. Diese brechen gerade noch augenfällig aber nur halbherzig mit der weichen Gesamtlinie. Beginnend bei den, in die Scheinwerferkulisse integrierten, Blinkern und geleiten sie das Auge des Betrachters als Mittellinie oberhalb der Radkästen bis zu den nahtlos in die Karosserie eingepaßten Heckleuchten. Dort hat Audi den Falz dann elegant im Heck (Gepäckraumvolumen 551 ltr. ) verschwinden lassen. Die mit einer fetten Chromzierleiste abschließende Kofferklappe wird von den sich, unterhalb der Heckleuchte, langsam in Richtung Fahrzeugmitte aus der Karosserie herauswölbenden Stoßfängern geschützt, die der Frontpartie an formgewordener Entschlossenheit in nichts nachstehen. Auch am Heck wirkt die Form wieder wie unter das Auto gezogen, so das es nicht „irgendwie dranhängt“ weil´s ja nun mal da ist, sondern fast spielerisch Teil der Gesamtline wird.
Durch die, auch „en Detail“, durchdachte Formgebung passen sich die unweigerlich abstehenden (elektrisch verstellbaren und beheizbaren) Spiegel links und rechts dennoch harmonisch in die Silhouette ein.
Das mir zur Verfügung gestellte Fahrzeug war mit der aufpreispflichtigen 730 Euro-Sonderlackierung namens „Delfingrau Metallic“ versehen. Ein grau-blau schimmernder Farbton der durch den Metalliceffekt auch beim nahen Hinsehen eine erstaunliche Tiefe vorweisen konnte und einen irgendwie schon auf den Innenraum vorbereitete.
KAPITEL 2 > GESCHMACKSACHE: INNENRAUM <
>2.1. Komm´se doch rein
Um das zu tun gibt´s mindestens zwei Möglichkeiten. Bei Variante 1 wird der potentielle Audi-Lenker mit einem ca . L 60 x B 30 x T 15 mm kleinen, schwarzen Kunststoffblöckchen ausgestattet der die Bedienung der funkgesteuerten Zentralverriegelung (FFB) incl. separater Kofferraumentriegelung erlaubt. Jedweder Einsatz der FFB wird fahrzeugseitig mit dem kurzen aufleuchten der Warnblinkanlage quittiert.
Bei Variante 2 (für den konventionellen Menschenschlag) entfährt dem Plasteblöckchen auf Knopfdruck snapknife-like und lässig der Bart eines Schlüssels mit dessen Hilfe man auf die Anti-Luxus-Tour ins Wageninnere gelangt. Dann mal „Rein in die gute Stube....“.
>2.2. .....ich bin drin !
Der Grundtenor für die Farbgebung der Innenausstatung ist in „meinem“ A 6, ein schlichtes „grau“ gewesen. Dieses wurde von den Audi-Raumausstattern in verschiedenen Schattierungen verwendet die weder langweilig noch unruhig wirken. Vom „Formteilhimmel“ in sattem grau bis zum Teppichboden „Audi exclusive“ (anthrazitfarben) mit Zusatzfußmatten vorne und hinten (für zusammen ca. schlappe 1100 Euro lt.Aufpreisliste) setzt der Innenraum die kühle und doch sicher wirkende Ausstrahlung der Außenlinie, nahtlos aber ein bisschen staubtrocken fort.
>2.3. Sitzgelegenheit macht Liebe (Aldi-Kalauer)
Die Lederoberfläche der Sitze aus mittelgrauem Feinnappaleder verströmte schon vom Geruch her die Noblesse ihrer 3.750 Euro Aufpreis. Dafür bekommt der Kunde offenbar wirklich solide verarbeitetes Material unter den Hintern gespannt, welches durch seine makellose Oberfläche und den fehlerfreien Farbdurchsatz zum hineinsetzen und reich fühlen einläd. „Straff aber nicht unkomfortabel“ ist der Eindruck von der Funktion, wenn man sich erstmal in die edle Sitzgelegenheit reingetraut hat. Auch bei langen Fahrten kommen Passagiere und Fahrer, Dank der ausgefeilten Detailarbeit am Aufbau der Polsterung, nicht ins Schwitzen. Kleines Manko : während die Sitzflächen der Vordersitze elektrisch höhenverstellbar waren, konnten die Lehnen in der Neigung (wie in jedem Allerwelts-Hyundai) nur per Drehknopf manuell eingestellt werden. Also echt mal, Ihr Audinis : „Was wär denn nun so schwer daran gewesen, dem Ding noch einen Schalter für die elektrische Verstellung der Lehne zu verpassen ? Die zwei-drei serienmäßigen Servomotörchen mehr, hätten Euch doch nun auch nicht ruiniert.".... aber dem Auto gut gestanden. Da hat "der mit dem Stern" echt die Nase vorn.
Ich rate in jedem Fall dazu, die Sitzposition des Fahrers zwischen dem höhen-und neigungsverstellbarem Lenkrad, sowie der nach vorn klappbaren Mittelarmlehne (in deren Stauraum die 0,5 ltr.-Flasche einer möglichst alkoholfreien Erfrischung sauber verschwindet, Aufpreis 160 Euro) sehr sorgfältig einzurichten. Anderenfalls rächt sich diese Schlamperei, spätestens im Langstreckeneinsatz. Die ausklappbare Mittelarmlehne der Fondsitze verfügt über eine integrierte Sani-Ausrüstung, zugänglich über eine Klappe im Frontbereich der Mittelarmlehne. Die Sitzgeometrie als Ganzes ist für fünf Erwachsene zugelassen, meinem Eindruck nach aber eher für vier Leute zugeschnitten. Der Fünfte hockt (immer noch relativ komfortabel) auf der „Besucherritze“ und lehnt sich an der hinteren Mittelarmlehne an, was ich mir nicht unbedingt als Hochgenuss vorstelle – jedenfalls nicht auf Dauer.
>2.4. Das Auge ist mit... (zu dt.: hab ich immer dabei :)
Im Bereich der Armaturkonsolen und des Handschuhfaches sowie an Teilen der Türinnenverkleidung wurde dunkelgrauer fast schwarzer Kunststoff verbaut, der durch seine unterschiedlich strukturierten Oberflächen hochwertig, massiv und keineswegs billig auf mich wirkte. Die Farbgebung hat einen weiteren Vorteil, den gestreßte Geschäftsleute sicher schätzen: evtl. angelagerter Staub bleibt lange unsichtbar ! Im oberen Bereich der Türen und des Armaturenbrettes wird der , farblich gesehen, harmonische Gesamteindruck von einer ca. 7 cm breiten, durch das Wageninnere (Fondsitze natürlich ausgenommen) umlaufenden, graubraun eloxierten Aluminiumeinlage abgerundet. In diesem (mal mehr und mal weniger grau schimmernden) Wechselspiel setzen die verchromten Griffe der Türöffner und die chrompolierte Schaltkulisse sowie der in gleicher Weise augenfällige Arretierungsschalter des lederbezogenen Automatik/Tiptronic-Schaltknaufes, gerade genug glänzende Akzente um nicht aufdringlich zu wirken.
>2.5. Armaturen und Mittelkonsole
Das Leben eines Audi-Lenkers ist ja schon lange eines der leichtesten, zumindest während er sein Fahrzeug bewegt. Das hängt sicher maßgeblich von der Geduld ab, mit der man als potentieller Käufer die Aufpreislisten durchackert. Neben dem Sportlederlenkrad im 3-Speichen-Design mit Schaltfunktion (Aufpreis 390 Eier) verrichten viele elektrische oder elektronische Helferlein ihren Job, entweder dezent sirrend (Fensterheber v./h. zusätzlich zentral von der Armatur in der türseitigen Armlehne des Fahrers aus anzusteuern) oder völlig lautlos (Innenspiegel automatisch abblendend ; Aufpreis 145 Euro, Sitzheizung vorn für Fahrer und Beifahrer, Servotronic = lastabhängige Servolenkung oder der Tempomat für 305 Euro). Die Klimaanlage läßt sich im unteren Drittel der Mittelkonsole für Fahrer und Beifahrer getrennt regeln, was irgendwie auch Blödsinn ist weil die beiden ja maximal 50 cm voneinander entfernt, nebeneinander im selben Auto sitzen. Da hatte man bei Audi tatsächlich nicht das bisschen Understatement um spießige Kinkerlitzchen zu unterlassen, mit denen der „Stern“ seine Autobahntorpedos schon seit den 70´ern künstlich auftoupiert.
>2.5.1. „Tacho heißt jetzt „Kombielement“....und „Raider heißt jetzt Twixx“ Die abgedroschene Leier der Altvorderen „Du kannst zwar alles essen aber nicht alles wissen !“ wird von den sensorischen Fähigkeiten des Fahrzeugs, in Bezug auf sich selbst, souverän widerlegt. Im A 6 kann man sowohl das eine (mehr oder weniger gefährlich) als auch das andere (völlig ungefährlich) realisieren ! Dieses Auto bespitzelt seine Innereien permanent und verpetzt sich auch noch brühwarm selbst beim Chef (das sind im Idealfall der Fahrer bzw. seine Frau; sic).
Das, früher Tacho genannte Kombielement sitzt in der Mulde hinter dem Lenkrad und leuchtet in dunkelrot wie der Rest der Armaturen. Es versorgt den Fahrer übersichtlich mit den obligaten Angaben zu Motordrehzahl, Fahrzeuggeschwindigkeit, Tankinhalt und Kühlwassertemperatur. Die Unart, Tachoarmaturen mittig zwischen Fahrer und Beifahrer oder sonstwo zu verbauen, wo sie ab 150 km/h kein Schwein mehr ablesen kann ohne den Blick von der Hauptsache ( DER STRASSE !!!) abzuwenden, hat Audi mit Rücksicht auf die, in der Regel eher konventionelle Zielgruppe unterlassen. Etwas überflüssig wirken die Angaben zur momentanen Bordspannung (!) und der aktuellen Temperatur des Motoröls. Was passiert eigentlich wenn die Bordspannung mal unter den üblichen Wert von 12 V sinkt ? Setzt das Navi dann vollautomatisch den nächstgelegenen Atommeiler als Fahrtziel ? Und wenn das Motoröl mal zu heiß wird ? Kalte Wickel an der nächsten (in alphabetical Order:) Aral/BP/Elf/Shell-Tanke ? Keine Ahnung....
Noch ein wenig penetranter petzt das Fahrerinformationssystem, kurz „FIS“ genannt, dessen Aufpreis ich aus meinem Gedächtnis verdrängt habe. Es thront mit seinem ca. 7 x 4 cm großen Display in der Mitte des Kombielements und versorgt den geneigten Leser mit den „lebenswichtigen“ Informationen u.a. zu Aussentemperatur und Momentanverbrauch oder wie spät es auf dem Stuttgarter Funkturm ist . Wenn ich noch ein wenig dran rumgedreht hätte, wären vermutlich auch der Wasserstand der Elbe bei Kuhbläkenhausen am 24.August, 1200 vor Christus um 4.21 Uhr morgens, die Flugbahn von EUTELSAT oder die Ergebnisse meiner letzten Urinprobe angezeigt worden. Man kann es auch übertreiben und haargenau das, ist hier passiert.
Das Display wird überhaupt nur von einer Tatsache legitimiert, nämlich das Informationen des Navigationssystems „BNS 4.1“ (fürstliche 1.480 Radatten gehen allein dafür an Audi) neben der Sprachausgabe noch einmal über das besagte Display angezeigt werden. Das Navi erfüllte die gestellten Anforderung mit Bravour und ließ sich auch von spontanen Routenänderungen meinerseits nicht aus der Ruhe bringen. Eine freundliche Stimme gab im Verkehrsstreß fremder Großstädte die Richtung vor und empfahl „Bitte“ hier und da zu wenden, immer mit dem höflichen Zusatz „wenn möglich“. Ignoriert der Fahrer diese Bitte, berechnet Navi die Route neu und leitet einen dann weiter in Richtung des, vor Fahrtantritt, relativ problemlos aus der Datenbank zu extrahierenden oder manuell einzugebenden Fahrtziels.
>2.5.2 Informationpoint (Unwort aus dem DB-Sprachschatz )
Die Radioanlage „symphony“ (Preis 1.100 Euro) dominiert die Mittelkonsole in den oberen zwei Dritteln und ist ihrer Natur folgend alles andere als leise (je nach User-Gusto). Sie besticht durch ihre umfassenden Funktionen (Radio, Kassette, CD-Player), den glasklaren Sound und die echt komfortable Bedienung. Die überall im Fahrzeug akustisch präsenten Boxen tun ein übriges. Der Klang ist kabinenintern frei zentrierbar wo immer der User es wünscht (u.U. ist sogar astreines Stereo unter den Vordersitzen denkbar wenn man es denn „ausprobsen“ will).
>2.6. Kofferraum
In dem zierlich geratenen Heck verbirgt der A 6 immerhin 551 ltr. Fassungsvermögen und zwar dick gepolstert. Matten wohin das Auge blickt. Vermutlich könnte man damit einen gesamten Porzellanladen ohne gesonderte Verpackung heil nachhause bringen.
Verzurrösen erleichtern die teilweise Beladung des Hecks, welches während der Normalnutzung in den meisten Fällen wohl eh´ nicht voll wird. Für alle Fälle ist in einem Seitenfach ein elastisches Gepäcknetz zum überspannen verborgen. Damit hält nun wirklich alles.
KAPITEL 3 >Technik<
>3.1. Motor (Technik)
exakt 2496 kcm, Sechszylinder, Turbodiesel, max. 132 kw bei 4000 U/ min, Direkteinspritzer, Motormanagement , Vierventil- Technik, jeweils zwei oben liegende Nockenwellen, Abgasturboaufladung mit variabler Turbinengeometrie und Ladeluftkühlung, Abgasreinigungssystem, Oxykat, Abgasrückführung
>3.1.1.Getriebe (immer noch Technik)
Automatic/ tiptronic (5stufig)
Hydraulischer Drehmomentwandler mit geregelter Überbrückungskupplung. Getriebeart: 5- stufige tiptronic mit Dynamischem Schaltprogramm (naja, dazu später)
>3.2. Hierzu folgendes:
Wer ein solches Fahrzeug seltener bewegt erlebt spätestens wenn er an der Autobahnauffahrt das Gaspedal wie im 75 PS-Golf durchtritt, sein blaues Wunder. Der Sechszylinder ist unhörbar hinterhältig, weil man nämlich beim zuhören noch gar nicht ahnt was da eigentlich für eine Bombe tickert. Das Dieselnageln ist übrigens, Dank der exzellenten Motorraumdämmung und der dicken Motoreinschalung nur in der Kaltfahrphase (mit viel Bosheit) zu vernehmen. Wenn die Wumme erst mal warm ist, steht sie ihren säuselnden Benziner-Kollegen nicht viel nach.
Wo waren wir ? Ach ja an der Autobahnauffahrt.
Jeder der die Gelegenheit bekommt mit einem A 6 genau dort zu stehen sei gewarnt. Eine unvorsichtige Gaspedalbetätigung und das Teil geht wie ein Tier auf die Piste los, während der Asphalt hinter dem Fahrzeug Wellen schlägt wie in Brösel´s ersten „Werner“-Movie. Hierbei fällt die mäßig abgestimmte 5 Stufen-Automatik unkomfortabel auf. Bleibt der Fuß auf dem Gas setzt das Ding bei ca. 100 Sachen nochmal fühlbar zum Sprung an. Wenn´s dem T-Lader in dem Moment auch noch einfällt mitzuspielen, rupft die Bombe unter der Haube nochmal spürbar an den Nerven der Insassen. Wie ein guter Butler macht auch der A 6 pünktlich Feierabend, nämlich bei 221 km/h....aber bis dahin ist Diesel-Ballett vom Feinsten angesagt (0-100 km/h in 8,9 s ). Die Maschine erlaubt sich keine Schwachheiten, da ist die Automatik (wie gesagt) vom anderen Schlag. Das kann natürlich an speziell diesem einen Fahrzeug gelegen haben.
>3.2.1. Wichtige aber leider oft ungenutzte Hinweis:
Wer keine Ahnung hat wie man mit 1,6 Tonnen bei 220 Sachen auf der Piste bleibt möge es (bitte, bitte) auch nicht ausprobieren. Schließlich ist es kein Spaß urplötzlich abzuheben um nach einem verächtlichen Kommentar des Navi („off-Road ! “) niederzugehen wie eine Lawine in den Pitztaler Alpen, wobei man möglicherweise nicht nur den Löffel sondern das ganze Gedeck, mindestens aber seine Zukunft abgibt. Dank der ausgefeilten Sicherheitssysteme (Airbags ohne Ende, Seitenaufrallschutz, große Aufprallenergieaufnahme durch die Karosse, etc.) sollen Fälle vorgekommen sein wo der Verursacher eines solchen Crash´s (nach drei Jahren Reha-Phase) für die ganze Kacke auch noch geradestehen mußte. Das ist mit Sicherheit nicht halb so lustig wie „tot“-Sein. Also, mal im Ernst .....Piano !
>3.3. Kraftübertragung (Technik)
Vorderradantrieb über Doppelgelenk- Halbachsen, Vorderachsdifferential, Elektronische Differentialsperre, Antriebs- Schlupf- Regelung, ESP mit Bremsassi
>3.4. Fahrwerk (Technik)
Vorderachse Einzelradaufhängung, Vierlenkerachse, Rohr- Querstabilisator; Zweirohr- Gasdruckstoßdämpfer und Schraubenfeder, Zuganschlagfeder, Führungslenker mit hydraulisch dämpfender Lagerung, Verbundlenker-Hinterachse,Stabilisator und natürlich Reifen von Format: 205/55 R 16 auf Alu 7 J x 16
>3.5. Bremssystem (Technik)
Zweikreisbremse mit diagonaler Aufteilung, ABS mit Elektronischer Bremskraftverteilung , Bremskraftverstärker, Scheibenbremsen vorn/ hinten, vorn innenbelüftet
>3.6. Lenkung (Technik)
Servounterstützte, wartungsfreie Zahnstangenlenkung, Lenkrollradius spurstabilisierend, Wendekreis ca. 11,7 m
>3.7. Zwischentöne
Diese vier Baugruppen sorgen gemeinsam für einen Fahrspaß der dieselgetrieben Fahrzeugen, der Sage nach, völlig fehlt. Das Fahrwerk läßt den Wagen jederzeit sicher auf der Straße liegen und vermittelt selbst bei höheren Geschwindigkeiten, das Gefühl von „Big Butler“ sicher gehalten zu werden. Die Bremsen können mit der dargebotenen Power gut umgehen.....wenn der Fahrer es kann.
Die Servolenkung reagiert geschwindigkeitsabhängig und vermittelt die herrschenden Fahrbahnverhältnisse sehr gut. Straff und nie schwammig nimmt der A 6 agil und gelenkig jede Kurve. Der, für ein solches fastfünfmeter-Geschoß, beachtlich kleine Wendekreis macht das mitschwimmen im Cityslalom zum Kinderspiel.
Bei einer solchen Gelegenheit habe mal eine Weile mit der Tiptronic geschaltet. Das fühlte sich an wie „gewollt und nicht gekonnt“. Irgendwie schalten und doch wieder nicht, ich frag mich wozu das gut sein soll ? Der Spaß hält sich in Grenzen und die ganze Geschichte wirkt ein bisschen verkrampft. Da war mir die Automatik dann, trotz der weiter oben erwähnten Unzulänglichkeiten auf der Autobahnauffahrt, doch lieber. Im Normalbetrieb schaltet sie nämlich sehr sauber.
>3.8. Gewicht (tech. Daten)
leer 1595 kg, zul. Gesamtgewicht 2145 kg , zul. Dachlast / Stützlast 100/85 kg, zul. Anhängelast ungebremst 750 kg, gebremst 1800 bei 12% Steigung
>3.9. Verbrauchswerte lt. Audi (Technik)
Diesel (der ltr. um die 90 Cent), Verbrauch in der Stadt 11,3-11,4 l / außerhalb 6,2 bis 6,3 ltr., Durchschnitt 8,1 bis 8,2 ltr., (Tankinhalt ca. 70 ltr.)
Bei zurückhaltender Fahrweise kann man das auch unterbieten, wenn man die Prioritäten weniger auf Spritzigkeit als auf Spritverbrauch legt. Da wird’s dann zwar eher zäh aber günstig, was dem physischen Gesamtkomfort des Piloten ja eigentlich noch nicht wirklich Abbruch tut.
KAPITEL 4 > FAZIT <
Für den schon recht ordentlichen Grundpreis von 36.850 Euro bekommt man die Serienversion des A 6 mit den selben Leistungswerten wie mein Versuchskarnickel. In „meiner“ Version hätte der geneigte Käufer sich in der Summe der Extras über eine Rechnung in Höhe von ca. 47.000 Eiern freuen dürfen. Dafür hat man dann so ziemlich alles drin was man/frau so für den alltägliche Gebrauch als nützlich empfindet (und ein wenig blödsinnigen Protz dazu). Aber wer kauft schon einen A 6 nur, weil er ihn für nützlich hält ?
Für den Alltag ist mir der Bolide eindeutig zu groß, schon allein weil ein integrierter Parkplatz selbst gegen Aufpreis nicht lieferbar ist. Da hab ich es bequemer und streßfreier in einem Kompaktwagen, die ja mittlerweile auch eine Menge komfortablen Schnickschnack eingebaut kriegen. In der Rolle als bewohnbare Langstreckenrakete kann ich den A 6 uneingeschränkt weiterempfehlen, denn auf diesem Gebiet überzeugt mich der Wagen gegenüber der teuren Nobel-Konkurrenz durch Preis und Leistung.
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