Fahrzeugbewertung des Autors:
| Pro: |
Rundherum ein (fast) gelungenes Auto |
| Kontra: |
In einigen Details nicht mehr ganz Stand der Technik . |
... diese Titel-Frage habe ich mir auch gestellt.
Nachdem ich BMW und zuletzt Mercedes E-Klasse gefahren bin, nun mein Erfahrungsbericht nach ca. 1 Monat und gut 2500km auf der Autobahn, Landstraße, im Stadtverkehr und im Stau.
Da ich stets keine Neuwagen, sondern nur "junge Gebrauchte", Vorführwagen, usw. kaufe, war für mich zunächst folgender Punkt gegenüber Mercedes ausschlaggebend: Ein wesentlich niedrigerer Preis gepaart mit einer bedeutend besseren Ausstattung, sowohl in der Motorisierung, als auch beim Zubehör.
Die sehr guten Fahrleistungen (Beschleunigung, Spurstabilität, Handling) haben mich überrascht. Enge Kurven sind sehr gut auch mit höheren Geschwindigkeiten fahrbar, man hat irgenwie ein sicheres Gefühl. Insbesondere in der Stadt bzw. bei Geschwindigkeitsbegrenzungen muß man schon sehr gut aufpassen um nicht bedeutend zu schnell zu fahren.
Nutzt man diese Möglichkeiten allerdings öfter aus, schlägt sich dies im Benzinverbrauch nieder. Mein bisheriger Verbrauch bewegt sich zwischen 11,5 und 12,6 L Superbenzin/100km, für 250 PS sicher nicht soooo viel.
Zum Verschleiß der 235er-Reifen bei dieser Fahrweise kann ich noch nichts sagen.
Die Automatik (Tiptronik) schaltet sehr exakt und nahezu ruckfrei.
Möchte man manuell schalten, geht dies einfach: Hebel leicht nach vorne = hochschalten, Hebel zurück = ein Gang zurück.
Kann man manchmal gebrauchen, z.B. schnell mal 2 Gänge zurück und auf´s Gas, wenn der Hintermann zu sehr nervt mit seinem nicht mehr vorhandenen Abstand zum eigenen Kofferraum.
Bei den allermeisten Dränglern hat man dann Ruhe, selbst wenn es wieder langsamer wird und man seinen eigenen Sicherheitsabstand nach vorne einhält.
Neben der Stellung "D" gibt es noch eine mit der Bezeichnung "S". Hierbei werden die Gänge nur später geschaltet.
Der Motor ist recht leise und erst bei höheren Geschwindigkeiten (ab 180 km/h) sind Windgeräusche lauter vernehmlich.
Die komfortablen, elektrisch einstellbaren Sportledersitze machen auch längere Fahrten zu einem Vergnügen.
Das Navigationssystem plus leistet gute Dienste um unproblematisch ans Ziel zu kommen. Die Kartendarstellung auf dem Farbdisplay ist ausgezeichnet, die Routenfindung (unter Berücksichtigung von Staumeldungen) ist in Ordnung. Als Ortskundiger ist man manchmal zwar nicht ganz der Navi-Meinung, aber allgemein ist die Routenfindung
okay. Ausgezeichnet arbeitet der 6fach-CD-Wechsler am Navi und überzeugt mit gewaltiger Lautstärke und extrem guter Klangqualität!!
Ebenso der Rundfunkempfang ist okay, die letzten Verkehrsmeldungen werden gespeichert (auch bei ausgeschalteten Gerät) und können bequem
als Text gelesen werden.
Nach relativ kurzer Eingewöhnzeit kann man mit dem Gerät problemlos umgehen, obwohl es viele Tasten, Knöpfe und Menüs hat.
Auf dem Fahrerinformationssystem (FIS), gut zwischen
Drehzahlmesser und Tachometer angeordnet, werden die Fahrempfehlungen zusätzlich angezeigt (neben der Sprachansage). Desweiteren der evtl. eingeschaltete Radiosender oder die CD- und Track-Nr, und ständig die
Außentemperaturanzeige.
Ist die Navigation abgeschaltet kann man zwischen mehreren Anzeigen umschalten: Durchschnitts-, Momentanverbrauch, Durchschnittsgeschw., vergangene Zeit und die noch zurücklegbare Wegstrecke mit dem momentanen Tankinhalt.
Zwar ungewöhnlich aber nett ist die Beleuchtung der Anzeigeinstrumente, das Xenon-Licht sorgt für eine super Ausleuchtung bei Nacht (als Option empfehlenswert, aber leider nicht billig).
Für ein angenehmes Klima sorgt die serienmäßige Klimaautomatik mit getrennt einstellbaren Zonen (Fahrer/Beifahrer). Bei Frühtemperaturen von 5-6 Grad war das Fahrzeug nach wenigen-hundert-Metern! bereits angenehm erwärmt. Das habe ich bisher noch bei keinem
Auto erlebt. Die Kühlleistung ist ebenfalls gut, selbst den ganzen Tag in der Sonne geparkt ist nach kurzer Zeit die Innentemperatur angenehm.
Etwas störend ist der Lüfter, den man zwar regeln kann, aber bei Automatikbetrieb ist er vielleicht etwas zu hoch eingestellt.
Meine Tochter reklamierte zwar einen kühlen und unangehmen Luftstrom auf dem hinteren rechten Sitzplatz, der auch beim Verschließen der hinteren Lüftung vorhanden war, doch dies habe ich noch nicht untersucht. Vielleicht sind noch andere Lüftungsschlitze vorhanden.
Die optionale Alarmanlage mit Innenraumüberwachung scheint zu funktionieren. Sie wird mit dem Verriegeln und Entriegln per Fernbedienung aktiviert/deaktiviert.
Beim letzten Besuch der Waschanlage verriegelte ich die
Türen und mitten im Waschvorgang ging die Alarmanlage los.Warum ist mir noch nicht klar, alles war verschlossen und niemand im Fahrzeug.
Doch nun zu den Nachteilen / meinen Kritik-Punkten:
---------------------------------------------------
Die Länder-CDs für einen Preis von ca. Euro 145 (und mehr) pro Stück für das Navi sind schon heftig.
Eine Europa-CD gibt es zwar auch, aber sie enthält nur die wichtigsten Straßen (Fernstraßen-Navigation).
Eine Sparmöglichkeit ist allerdings der Erwerb von gebrauchten Navi-CDs. Auch wenn sie nicht der neueste Stand sind, reicht z.B. eine 2002 (oder auch 2001)-Version zu einem deutlich niedrigeren Preis
für die einmaligen Urlaubsreise oder für gelegentliche Ausflüge in die Nachbarländer.
Noch wesentlich weniger zufrieden bin ich mit der
sogenannten Handyvorbereitung. Zuerst mußte ich mir einen Adapter für den Anschluß des Handys kaufen, was erstmal unmöglich war: Für mein kleines Nokia-Handy gibt es keinen, weil er keinen Außenantennenanschluß besitzt. Okay, also besorgte ich mir eine Liste der möglichen Adapter bzw. Handys. Zuerst erstaunte es
mich das es ein VW-Zubehörteil ist, aber egal. Ich organisierte also ein Nokia-Handy welches funktionieren sollte (wie übrigens die meisten großen Nokias). Doch bis auf unabsehbare Zeit sollten keine Adapter lieferbar sein, was mich doch ärgerte. Durch Zufall konnte ich genau das was ich brauchte gebraucht, aber
original verpackt recht günstig erwerben. Schnell eingebaut und in Betrieb genommen, alles funktionierte.
Doch wie! Ich muß jedesmal am Handy "rumfummeln" um den PIN-Code einzugeben, einen Ruf anzunehmen oder gar eine Telefonnummer zu wählen bzw. aus dem Telefonbuch zu suchen. Und da das Gerät in der Mittelarmlehne eingebaut ist, muß ich diese erst einmal aufklappen,
das Geräte hervorschwenken und in eine für die Verkehrssicherheit ungünstige Position schauen.
Das ist z.B. bei Mercedes wesentlich besser gelöst: All diese Einstellungen nimmt man am Navi vor und es wird übersichtlich angezeigt, wobei der Blick viel besser auf der Straße bleiben kann.
Elektrische Fensterheber:
Die Bedienung ist sehr gewöhnungsbedürftig und aus meiner Sicht unlogisch. Taste kurz gedrückt/gezogen = Fenster ganz auf/zu. Taste länger gedrückt/gezogen = Fenster läuft auf/zu bis man losläßt. Damit sind allerdings dann nur grobe Sprünge von mind. 5 cm
möglich. Weiterhin ist kein Einklemmschutz vorhanden.
Konklusion:
-----------
Abgesehen von den oben genannten Kritikpunkten ist grundsätzlich der bisherige Eindruck positiv, die sichtbaren Komponenten sind sauber verarbeitet, keine "ungewöhnlichen" Spaltmaße und kein rappeln oder klappern ist zu hören. Die Türen und der Kofferraumdeckel schließen sauber und leichtgängig,
wobei man geneigt ist eigentlich zu viel Kraft einzusetzen, was sich dann blechern anhört.
--> So! Zurück zum Titel. Für mich ist die Frage eigentlich schon geklärt. Der Audi ist schon ebenbürtig, aber als Neuwagen würde ich eine E-Klasse vorziehen. Der Wertverlust bei Audi ist wesentlich höher und die Listenpreise ähnlich (hoch). Aber vielleicht könnte man ja handeln; bei Audi sicherlich wesentlich leichter als bei Mercedes. Nun ja, dann muß man sich wieder entscheiden ;-)
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