Ich fuhr seit mehreren Jahren einen BMW 525tds (Diesel) mit 5-Gang-Schaltgetriebe. Seit drei Wochen fahre ich einen Audi A6 mit ebenfalls 2,5 l Hubraum, aber mit Automatikgetriebe als Mietwagen. Bei meinem nun folgenden Vergleich werde ich den Audi immer mit dem BMW 525tds vergleichen, der ebenfalls mit Diesel seine knapp zwei Tonnen Gewicht durch die Gegend bewegt:
Fahrverhalten
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Der BMW liegt wie ein Brett auf der Straße. Während der Audi aufgrund des Vorderradantriebes ein wenig ‚herumeiert’. Insgesamt führen Lenkfehlerchen schneller zum Ausschlag als beim BMW. Beim Audi mit Quattro-Antrieb soll dies nicht der Fall sein.
Die Empfindlichkeiten bei starkem Seitenwind ist in etwa gleich. Aber beim Audi hat man aber aufgrund der insgesamt geringeren Fahrstabilität mehr Probleme die Spur zu halten.
Beim Starten des Audis hört man den Dieselmotor merklich nageln. Der BMW ist hier wesentlich ruhiger und leiser - auch im kalten Zustand.
Die Wind- und Motorgeräusche bei schneller Fahrt sind akzeptabel und nicht störend.
Beschleunigung und Verbrauch
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Beim Gasgeben tauchen gleich ein paar Merkwürdigkeiten auf:
Entweder gibt man zu wenig Gas und der Audi setzt sich gemächlich in Bewegung oder er ‚donnert’ los. Quietschende Reifen und Gummi auf der Straße sind schnell geschafft. Die gefahrenen Reifenbreiten von BMW und Audi waren übrigens gleich (205 mm Breite).
Ein Zügiganfahren gibt es beim Audi nur nach Übung. Ebenso ist es mit dem Verbrauch. Man muß schon sehr behutsam mit dem Gaspedal agieren, um den Verbrauch zwischen 6 und 12 l pendeln zu lassen. Aber um erst mal auf 6 Liter zu kommen, muß man verhältnismäßig mehr durchtreten, als um von 6 auf 12 Liter zu kommen. Beim BMW ist mir das nie so aufgefallen.
Wer in einer Autolücke schnell über die Kreuzung möchte, wird von der Automatik gehindert, die erst mal Zeit zum ‚Kupplung loslassen’ braucht. Also nichts für einen kurzen Sprint.
Spritzigkeit kostet Kraftstoff. Die 132 kW des Audi (BMW hat nur 105 kW) benötigen durchschnittlich zwischen 8 und 15 Litern auf 100 km – je nach Fahrweise. In der Spitze läuft der Audi etwas schneller und erreicht auch wesentlich schneller sein Ende, was bei etwa 230 km/h liegt. Allerdings zeigt die Verbrauchsanzeige dann etwa 18 l/100 km an.
Mit ein wenig Übung hat sich ich mein Verbrauch bei etwa 10 l eingependelt und damit etwas mehr als beim BMW. Die Tankreichweite ist insgesamt kleiner als beim hubraumgleichen, aber leistungsschwächeren BMW. Ich bin es gewohnt, etwa 800 km mit einer Füllung fahren zu können. Beim Audi sollte man schon nach 600 km nach einer günstigen Tankstelle Ausschau halten. Eine weitere Verbrauchsreduzierung und Tankvergrößerung sind wünschenswert.
Automatik
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Das Automatikgetriebe beurteile ich insgesamt als gut. Bis auf das Geschleiche beim Anfahren und das ziemlich zeitige Hochschalten bis man 50 km/h in der Stadt erreicht hat, ist es gerade bei Langstrecken recht angenehm.
Wer will kann dank Tiptronic auch selber schalten. Vergißt man dies, wird automatisch hoch geschaltet, bevor der Motor den roten Bereich erreicht. Das Gleiche gilt fürs Runterschalten.
Wenn man von der Automatik auf ‚manuell’ schaltet zeigt die Anzeige den aktuellen Gang an.
Anzeigen
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Das Armaturenbrett beinhaltet neben dem Üblichen (Tacho, Benzinuhr, Wassertemperatur) trotz Automatik auch einen Drehzahlmesser sowie diverse andere Anzeigen wie Funkuhr inkl. Datum, Bordspannung, Außentemperatur, Senderkennung bei eingeschalteten Radio u.v.a.
Aufgrund des Bordcomputers kann man diverse aktuelle wie auch Durchschnittsdaten abrufen. Dies gilt für den Verbrauch und die Durchschnittsgeschwindigkeit sowie die Reisezeit. Allerdings ist das Rücksetzen dieser Zähler nicht intuitiv möglich. Ich musste viel mehr ein wenig herumspielen und habe es dann irgendwie geschafft. Hier sollten Verbesserungen ansetzen.
Nervig ist aber das Gepiepse, wenn beispielsweise das Kühlwasser oder der Sprit zur Neige gehen. Wenn das nur einmal, beim ersten Eintreten des Ereignisses auftreten würde, wäre das noch akzeptabel. Ich fuhr bei Kühlwassermangel eine längere Autobahnkurve und prompt ertönte das Gepiepse. In der nächsten Kurve das gleiche Spiel und so weiter. Das animierte Symbol in der Anzeige ist völlig ausreichend und zieht die Blicke eh auf sich. Hätte ich mir einen solchen Audi gekauft statt gemietet, würde ich als erstes diese Gepiepse abklemmen lassen. Denn die Problemparameter werden ohnehin gleich neben der Geschwindigkeitsanzeige dargestellt, so daß sie nicht zu übersehen sind.
Nicht minder störend ist, daß die Problemanzeige sich den gleichen Platz mit anderen Informationen teilt - allerdings mit höherer Priorität. D.h. im Problemfall können bestimmte andere Informaionen nciht abgerufen werden.
Die Bordcomputeranzeigen bzgl. Verbrauch, Zeit, Tankreichweite etc. sind nur im Fahrbetrieb aufrufbar. Dazu reicht es nicht nur das Auto einzuschalten oder gar den Motor anzulassen. Nein, muß muß noch einen Gang einlegen. Da fragt sich jeder normale, was der Quatsch soll?
Frostwarnung erfolgt beim Audi schon bei +5 Grad Celsius. BMW sieht als Grenze 3 Grad Celsius vor, was auch völlig ausreicht. Auch hier wird gepiepst. Nur ist der Pieps bei BMW angenehm – bei Audi nicht!
Innenraum
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Der Innenraum des Kombis ist ausreichend groß und der Heckbereich leicht zugänglich. Kopfstützen auf der Rückbank sind immer nervig und ich habe meine beim BMW gleich ausgebaut. Denn die ‚Rücksicht’ wird dadurch gerade beim Einparken verbessert.
Elektrische Fensterheber hatte mein Audi für vorne und hinten. Meistens habe ich aber versehentlich die hinteren heruntergefahren, was vielleicht auch erst mal auf die Umstellung zurückzuführen ist. Aber der Weg meiner Hand führt nun mal zuerst zu den hinteren Fensterhebern.
Fazit
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Über einen Kauf denke ich ernsthaft nach. Aber momentan belegt BMW noch den Platz 1 – wegen besserem Fahrverhalten sowie größerer Reichweite bei geringerem (subjektiven) Verbrauch. Aber Audi kommt gleich auf Platz 2. Der Audi ist spritzig, weil er schneller und leichter beschleunigt als mein leistungsschwächerer alter BMW. Lahm ist er aber beim Anfahren aufgrund der Automatik, die Beschleunigungszeit kostet. Störend ist der höhere Verbrauch und die geringe Tankreichweite!
13.08.2002 23:19
Schönes Auto, schöner Bericht... Mfg Andreas
27.05.2002 16:02
´76 hatte ich einen der ersten Golf Gtis in Österreich, der erste Conti-Satz hat bei diesem meinem ersten Fronttriebler genau 17000 km gehalten...
27.05.2002 14:27
Hallo Zeitspringer! Ich hatte Dir zwar schon einen Kommentar geschrieben, musste aber nach nochmaligem Zugemüteführen des Berichts meine Meinung ändern und gebe Dir nun doch ein sh. Viele Grüße, Crackstat.