Premium Facelift beim A6
16.05.2002
Pro:
Komfortabel, starker Motor, Quattro
Kontra:
Verbrauch, stuckern bei kurzen Stößen
Empfehlenswert:
Ja
 Jackrabbit
Über sich:
2005 soll Frieden und Hoffnung bringen!
Mitglied seit:09.03.2002
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Heute will ich endlich mal wieder seit langem einen Bericht über ein Auto schreiben. Es gehört zu einem meiner großen Hobbys über Autos nachzudenken, diese zur Probe zu fahren und meines zu Pflegen. Mein Vater fährt als Dienstauto einen Audi A6 Avant 2.5 TDI quattro mit 180 PS. Ich habe eh schon öfters über die Wagen meines Vaters berichtet. Nun hat mein Vater aber schon seinen zweiten Audi A6 nach dem Facelift. Wer Audi nicht kennt, der denkt sich nun, was kann sich den an dem Auto groß verändert haben, ich habe doch nichts bemerkt. In diesem Bericht werde ich euch das Auto und dessen Vor- und Nachteile näher bringen, auch auf Änderungen des Facelifts werde ich dann und wann mal näher eingehen. Wie gesagt, das Facelift merkt man nicht gleich auf den ersten Blick (als Leihe), erst beim genaueren Hinsehen wird man Unterschiede sehen. Beim Fahren wird man jedoch im direkten Vergleich zwischen „alt“ und „neu“ schon einiges merken.
Aussehen / Innen: Der Audi A6 Avant ist in meinen Augen der momentan schönste Kombi dieser Klasse den es gibt. Der 5er von BMW ist eher eine Seltenheit, wenn man die Verkaufszahlen betrachtet. Die neue E Klasse von Mercedes als Kombi kommt ja erst (habe sie schon life „getarnt“ bei Steyr Magna in Graz fahren sehen), wird aber sicher auch ein schöner Kombi werden. Aber wie schon erwähnt, gefällt mir momentan der Avant am besten. Zu unserem Modell aber nun, es ist ein silberner Avant. Wenn man das Auto so von der Weite betrachtet merkt man sofort, dass es wie aus einem Guss ist. Es gibt keine Schnörkeleien wie zum Beispiel beim alten Toyota Corolla Kombi, wo man auf die schrägheck Variante einfach eine höheren Kofferraum aufgesteckt hatte. Der Audi scheint einfach als unverbesserliches Auto (was das Design) anbelangt auszusehen. Warum hätte man dann aber ein Facelift gebraucht, werden jetzt kritische Stimmen fragen. Das Facelift hatte nur die Aufgabe den Audi A6 „frisch“ zu halten. Ein kleines Beispiel dazu, der Audi A4 hat eine Chromgrill oben und einen unten, der alte Audi A6 hatte nur eine verchromten Grill über der Kennzeichenhalterung. Nach dem Facelift hat auch der A6 eine zweigeteilten verchromten Grill, das Markengesicht ist somit wieder hergestellt. Nur der A3 hat noch das alte Face ohne Doppelgrill, aber auch ein Nachfolger scharrt schon in den Startlöchern. Der Cromgrill ist jetzt auch etwas kantiger als zuvor, was gleichzeitig die Front sportlicher und aggressiver aussehen lässt. Die Scheinwerfer wurde auch kaum merkbar überarbeitet. Die Scheinwerferreinigungsanlage ist jetzt in die Stoßstange integriert und nicht aufgesteckt, der Durchmesser der Projektionslampen wurde auch um 10 mm erweitert. Diese 10 mm wird wahrscheinlich kein Mensch von außen merken, aber wenn man das Licht brauch in der Nacht, dann merkt jeder den Unterschied. Das Licht ist nun, ob normal oder Xenon, viel homogener und heller. Es gibt fast keine Fleckenbildung mehr und das Streulicht, dass bei Neben sehr unangenehm ist, ist auch so gut wie Geschichte. Ein weiteres Detail ist die variable Leuchtweitenregelung. Wenn man bei Licht ein Gas gibt oder bremst, so passt sich die Leuchtweite automatisch binnen Sekundenbruchteilen an und man sieht immer gleich viel bzw. der Gegenverkehr wird nicht geblendet. Was man von der Seitenpartie vielleicht noch sieht ist das Fahrwerk (und den nun endlich größeren Seitenspiegel auf der Beifahrerseite). Okay das Fahrwerk sieht man nicht direkt, aber man sieht die Radaufhängung und die Bremsen. Das Fahrwerk blitzt jetzt bei gewaschenem Auto direkt aus den Radkästen. Es ist seit dem Facelift vollkommen aus Aluminium gefertigt und das merkt man sehr wohl. Mehr zum Fahrwerk aber später noch. Auch die Bremsanlage war ein Teil des Facelifts, soll nicht heißen, dass die alten Eisen schlecht waren, aber die neuen sind halt etwas im Durchmesser gewachsen und der Bremskraftverstärker ist auch etwas gedoppt worden. Auch diesen neune Umstand bekommt man beim Fahren zu merken, das Bremspedal spricht spontaner an und der Bremsassistent erkennt mögliche Gefahrsituationen schon bei abrupter Gaswegnahme und zögerlichem Bremsdruck. Ist dies der Fall so baut der Assistent den höchstmöglichen Druck auf die Bremsen selbstständig auf und verkürzt so den Bremsweg drastisch. Noch ein Detail am Rande, die serienmässigen Alufelgen sind nun beim TDI 16 Zoll mit 215 mm breiten Reifen. In unserem Fall ist ein Pirelli P 6000 der Pneu. Die Serienfelgen sehen nun auch schon benahe sportlich aus, obwohl ich eher zu schönen 17“ Rädern tendieren würde. Wenn man sich die Türen genauer ansieht, wird man auch eine Neuerung bemerken, es ist nämlich eine zusätzliche Dichtungskette verbaut worden. Von dieser neuen Tat im A6 hört man im Auto einfach nichts, genau das ist das gute daran. Die Dichtungen senken den Geräuschpegel (Windgeräusche) um 3 dbA im Gegensatz zum Vorgänger A6 (das ist etwa halb so laut als zuvor, es herrscht als fast Sille im fahrenden Wagen). Die neuen Dichtungen und Isolationen der Spalten machen sich speziell auf der Autobahn bei höherem Tempo bemerkbar. Auch die Scheiben sind ab nun an serienmäßig in Doppelverglasung. Die Scheibendicke wächst somit auf ein stattliches Maß von knapp 5 mm an. Am Heck merkt man von Facelift, dass die Auspuffendrohre nun offen sichtbar sind (im Alulook). Die dunkle Fläche ums Kennzeichen ist nun nicht mehr grau sondern mit schwarzem Klavierlack überzogen (sieht edler aus). Als letzten mir bekannten Schritt wurden die Heckleuchten nun in Brilliantoptik gestaltet. Die Leuchten sehen einfach nicht mehr so matt aus, über LED Technik wie im 5er BMW verfügen sie jedoch nicht.
Innenraum:
Im Innenraum hat sich auch nicht wirklich eine Revolution abgespielt. Die Instrumente des Cockpits sind nun in Aluringe gefasst (sieht ebenfalls sehr edel aus). Auch das Lenkrad hat nun in der Mitte um die Audiringe herum eine Chromeinfassung. Wenn man auf den Drehzahlmesser bzw. auf den Tacho sieht, merkt man, dass in den Aluringen ein roter hellerer Bereich um die Zeiger sichtbar wird. Dieser Bereich wandert immer mit dem Zeiger mit und verströmt somit einen technischen Touch (Nach der Divise „Vorsprung durch Technik“). Auch die Automatikschaltung wurde von Facelift nicht verschont, es gibt ab jetzt eine Sportstufe, die man manuell wählen kann. Die Gänge werde mit ihr höher ausgedreht und man kommt subjektiv schneller vorwärts. Wichtiger erscheint mir jedoch, dass die Automatik jetzt seit dem Facelift eindeutig besser mit der Kraft des TDI zurecht zukommen scheint. Es gibt zwar noch ein leichtes Turboloch, aber eigentlich nicht mehr der Rede wert. Die Qualität des A6 Innenraum war ja wirklich nicht mehr zu überbieten, aber die Ingenieure haben es geschafft, einen noch hochwertigern Eindruck herzustellen. Das gesamte Cockpit ist geschäumt, dass heißt alles was man angreift ist weich und elastisch. Nach dem Facelift kommen auch hellere und frischere Hölzer in den Innenraum. Bei der Klimaanlage ist nun auch ein Luftgütesensor dabei, der automatisch bei schlechter Luft auf Umluft umschaltet. Eine noch sehr wichtige Neuerung ist die Tatsache, dass nun schon im Serienumfang Kopfairbags neben den anderen Airbags verbaut werde. Es vermittelt einfach ein zusätzliches Maß an Sicherheit, die man im A6 zweifelsohne hat. Passieren kann aber immer was, dem sollte man sich trotz ABS, ESP usw. bewusst sein. Auch die Lederausstattung wurde von Audi feiner gemacht, die Sitzbezüge greifen sich nun noch besser an als zuvor. Die Sitzheizung sprich auch schneller an als zuvor (kommt mir zumindest so vor). Jetzt will ich euch aber noch über ein besonderes Schmankerl unseres A6 erzählen, und zwar hat der Avant eine Bose Soundanlage eingebaut. Ich kann euch nur sagen, einfach ein Wucht für ein Seriensoundsystem. Die Bässe kommen satt (ohne Scheppern) aus dem Subwoofer aus der Seitenverkleidung aus dem Kofferraum. Das Klangbild allgemein überzeugt auch durch präsente, aber nicht aufdringliche Höhen aus den besseren Hochtöneren von Bose. Der CD Wechsler ist gegenüber des Subwoofers auf der linken Seite des Kofferraum eingebaut und schluckt 6 CD. Mit CDR tut sich der Wechsler auch nicht schwer. Wenn man aber spontan während der Fahrt einmal eine andere CD einlegen möchte, so kann man dies immer noch mit dem herkömmlichen CD Laufwerk in der Mittelkonsole machen. Das Soundsystem heißt übrigens CONCERT und ist in Österreich beim Business Paket dabei (mit Xenon Plus ebenfalls).
Technik / Fahrwerk: Was den Antriebsstrang angeht, so treffe ich hier zu x-ten mal einen Bekannten. Es ist der 2.5 Liter TDI V6 mit 180 PS. Aber vorweg, so vornehm und kultiviert ist er mir im alten A6 nicht begegnet. Die 370 Nm werden extrem souverän auf die Straße gebracht. Die kleine Anfahrschwäche (Turboloch) kaschiert die neue Automatik sehr gekonnt, wenn auch nicht perfekt, dafür legt sie immer den richtigen Gang ein und schaltet schnell und ruckfrei. Es handelt sich leider noch nicht um die stufenlose Automatik von Audi (Multitronic), weil diese das hohe Drehmoment von 370 Nm nicht verkraften würde. Die Kraft des Motor geht bei unserem Wagen auf alle Räder über. Es gibt also keine Verlust durch durchdrehnde Räder mehr. Es handelt sich bei dem Quattro Prinzip um einen intelligenten Allradantrieb, der die Kraft je nach Fahrsituation variabel auf jedes einzelne Rad verteilen kann. In meinen Augen ist das bei solch einem Motor fast schon Pflicht, da die Vorderräder restlos mit der Kraft überfordert wären. Das Fahrwerk wurde wie schon vorher angesprochen auch vollkommen auf Aluminium umgestellt. Die Federung spricht somit deutlich sensibler an und verdaut einfach mehr Unebenheiten. Das Fahrwerk ist auf Untersteuern ausgelegt, was in Grenzsituationen ein Schieben über die Vorderräder bedeuten würde. Warum würde? Das ESP greift in diesen brenzlichen Situationen sanft aber effektiv ein und verhindert schlimmeres, sofern man nicht über die Grenzen der Physik hinausschießt (im wahrsten Sinne des Wortes). Der Geradeauslauf war und ist beim A6 erste Sahne und lässt sich schwer überbieten. Leider hat man dem Audi A6 das Stuckern bei kurzen Schlägen nicht vollständig abgewöhnen können. Besser ist es schon geworden, aber die Federung leidet einfach unter dem zusätzlichen Gewicht des Dieselaggregats. Insgesamt bringt der Audi A6 Avant fast 1800 kg auf die Wage und zählt somit nicht gerade zu den Leichtgewichten. Das Alu in der Federung bringt eben nur Fahrtechnische Vorteile, aber auf den Verbrauch wirk es sich in Hinsicht auf das Gesamtgewicht nicht aus. Der Motor bracht im Schnitt knappe 9 Liter Diesel auf 100 km, ist nicht viel zu einem Benziner aber für eine Diesel auch nicht gerade wenig. Dafür entschädigt das Gesamtpaket des Autos mit hohem Langstreckenkomfort und Spaß am Fahren. Wem das sportliche mehr am Herzen liegt, der sollte die 16 Zoll Räder gleich weglassen und 18 Zöller montieren, noch ein Sportfahrwerk dazu und der A6 ist ein „Sportwagen“.
Fazit:
Ich bin natürlich etwas vorbelastet durch die Arbeit meines Vaters bei der Porsche Austria, aber ich muss sagen, dass der Audi A6 für mich eines der besten Autos ist die es gibt. Das scheppert einfach nichts und es geht alles. Wir hatte noch nie einen Audi wo irgendetwas gravierenden zu beanstanden war. War also das Geld hat sollte sich beim Audi A6 Kauf die Option Allrad respektive Quattro ernsthaft zweimal überlegen und nicht sofort die günstigere Vorderrad Variante wählen. Quattro braucht man nicht nur im Winter, nein auch beim normalen Vorankommen merk man ihn positiv (bis auf den Mehrverbrauch!). Jackrabbit alias Hannes für Ciao @ Mai 2002-05-16
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13.08.2002 23:17
Schönes Auto, schöner Bericht... Mfg Andreas
22.05.2002 22:58
interessant, das dein Vater bei Porsche Austria tätig ist...ich habe 1985 einen Golf GTi direkt in Salzburg abgeholt, da ich es nicht mehr erwarten konnte
21.05.2002 00:35
super Bericht. gefällt mir!