Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
sehr schnelle Zusage bei entsprechender Bonität, keine umfangreichen Sicherheiten nötig |
| Kontra: |
trotz gutem effektivem Jahreszins manchmal recht teuer |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Vor kurzem finanzierte sich ein Freund einen Audi A3 -Jahreswagen direkt vom Händler über die Audi-Bank. Bei der Kreditverhandlung bat er mich als Ex-Banker in der Kreditrevision dabeizusein. Zugegeben, ich war erstaunt darüber, wie leicht und unbürokratisch es ist, einen Kredit bei der Audi-Bank zu bekommen.
Mit diesem Testbericht möchte ich daher Parallelen zur herkömmlichen PKW-Finanzierung über die Hausbank darstellen.
Nach einschneidenden Erfahrungen sind Sparkassen, Groß- und Genossenschaftsbanken bei ihrer Kreditvergabe vorsichtig geworden. Erst recht, wenn es sich um einen Ratenkredit handelt, bei dem überdies hinaus keine oder lediglich unzureichende Sicherheiten vorhanden sind (Blanko- oder Teilblankokredit). Bei einer Immobilienfinanzierung ist es bei den Banken schon besser gestellt. Diese Kredite können meist durch eine Grundschuld oder Hypothek gedeckt werden.
Bei Fahrzeugfinanzierungen ist die einzige Sicherheit häufig die Risikostreuung. Das bedeutet, dass das ganze Kreditvolumen für Fahrzeugfinanzierungen auf ein breites Klientelspektrum verteilt wird. Von der Gemeinde, welche ein Dienstfahrzeug finanziert (deren Bonität wird meist als sehr gut eingestuft, da das ganze Steueraufkommen für den Kredit haftet), über ein mittelständiges Unternehmen (meist auch noch gut, jedoch schon mit latenten Ausfallrisiken behaftet), bis zum Arbeiter, der mit Arbeitsplatzverlust rechnen muß (Ausfallrisiko unverhältnismäßig hoch).
Herkömmliche Banken schlagen in ihren Zinskalkulationen daher einen sogenannten Risikoaufschlag auf, der diese latenten Risiken auffangen soll. Zudem wird hierbei ein überaus übertriebenes Maß an Sicherheiten verlangt. Von der Übereignung des Fahrzeuges bis hin zur Verpfändung von Sparguthaben; selbst nach Grundschulden und Hypotheken wird als Sicherheiten bei den Banken gerne mal nachgefragt. Häufig sind die bewerteten Sicherheiten genauso hoch wie das Kreditvolumen, so dass der Bank quasi keine Risiken entstehen. So wird aus dem Risikoaufschlag ein Gewinnaufschlag. Aber jetzt zurück zur Audi-Bank:
Die einzigen Sicherheiten, die hierbei bestellt werden sind die Fahrzeugübereignung und die Stille Abtretung der Lohnansprüche gegenüber dem Arbeitgeber (sog. stille Zession). Überdies ist der effektive Zinssatz von damals 7,9% für 36 Monate bei einem Nettokreditvolumen von 8.000 Euro noch durchaus akzeptabel, obwohl man Fahrzeugfinanzierungen schon teils unter 3 % bekommt. Allerdings gibt es auch bei entsprechend schlechtern Bonitäten sogenannte "Strafzinsen" von teils über 10 %. Dann könnte man einen Autokauf schon fast billiger über einen Dispokredit finanzieren.
Der größte Vorteil der Audi-Bank gegenüber einer herkömmlichen Bank ist aber die Kreditentscheidung, die schon während der Verkaufsberatung erfolgt. Voraussetzung ist hierbei natürlich, dass entsprechende Verdienstbescheinigungen vorliegen. Herkömmliche Banken bearbeiten täglich mehrere Kreditanfragen, erstellen Ratings und Bonitäten, das ganze muß dann vom Prokuristen oder Vorstand genehmigt werden, geht dann in die Kreditrevision, wo eventuell Berichtigungen verlangt werden, etc. Diese ganze Prozedur kostet unglaublich viel Zeit, so dass der Kunde häufig schon mal ein bis zwei Wochen auf die Kreditzusage warten muß. Und die wird auch erst dann nur gegeben, wenn die Sicherheiten schon bereit stehen, alles übereignet und abgetreten ist.
Nach letztem Stand der Dinge empfehle ich also jedem, der einen PKW finanzieren möchte, dieses ausschließlich über die Banken der Autohersteller zu machen, die sich gerade auf diese spezielle Art von Krediten eingestellt haben. Auch ist man hierbei nur in geringer Weise durch Sicherheiten "geknebelt".