Audi S4 2.7 B5

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Audi S4 2.7 B5

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S4 2.7 (B5): unschlagbar bei Regen und Schnee

5  24.08.2001 (30.05.2009)

Pro:
Kraft im Überfluss, unschlagbar bei Regen und Schnee

Kontra:
für heutige Zeiten hoher Verbrauch

Empfehlenswert: Ja 

andresb

Über sich: Hobbies: Technik, Autos, Kochen, Skifahren, Musik, Internet, Videos filmen und

Mitglied seit:14.08.2001

Erfahrungsberichte:17

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 36 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Vor einem Jahr war ich eigentlich auf der Suche nach einem gebrauchten A4 2,5 TDI quattro. Das Angebot an diesem Fahrzeugtyp war allerdings recht knapp. Genau gesagt fand ich im Umkreis von 500km keinen Einzigen. Also versuchte ich es mit dem A6 2,5 TDI quattro. Doch nach einer Probefahrt wusste ich, das ist nicht das richtige Fahrzeug für mich.
Da ich aber auf jeden Fall einen Quattro mit eher üppigem Drehmoment wollte, entschied ich mich dafür, einen S4 Probe zu fahren.
Erst 2 Jahre alt war das Imola-gelbe Fahrzeug mit blauen Alcantarasitzen. Mit einer Laufleistung von 11500 km sollte das gute Stück „nur“ 59900.-DM kosten (inklusive einem neuen Satz Winterreifen auf ebenso neuen Alurädern.). Bei einem Neupreis von knapp 100000.-DM ist das schon fast ein Schnäppchen, wenn man das bei diesem Preis noch sagen darf.
Was soll ich euch sagen, schon auf den ersten Metern wusste ich, das ist mein Auto;
Der S4 fährt sich so, als wäre man noch nie etwas anderes gefahren. Alles funktioniert so, wie man sich vorstellt, dass es idealerweise sein sollte. Ich meine nicht die vielen Knöpfchen und Hebelchen, sondern vor allem Gas, Bremse und Lenkung.
Dieses Auto fährt sich zunächst einmal nicht unbedingt wie ein Sportwagen, der vor Kraft kaum laufen kann, sondern eher wie ein „normales“ Auto. Und das ist das eigentlich reizvolle an diesem Fahrzeug. Nur wenn man das Gaspedal etwas mehr durchdrückt, wird man von einem Drehmoment von 400 Nm in den Sitz gedrückt.
Es ist eigentlich gar nicht so wichtig, welchen der 6 Gänge man gerade eingelegt hat, man hat eigentlich immer mehr Kraft zur Verfügung, als man braucht. Schon bei ca. 1600 /min setzt der erste Turbolader ein, und schon bei 2000 /min steht mit dem Einsetzen des zweiten Laders das maximale Drehmoment zur Verfügung.
Ein Turboloch ist dadurch eigentlich nicht spürbar. Eher eine Art Turbo-Gedenksekunde, die benötigt wird, um nach einem schlagartigen Durchdrücken des Gaspedals den vollen Ladedruck aufzubauen.
Bei einem Überholvorgang ist das ist kein Problem, wenn man einfach schon eine Sekunde vor dem Ausscheren Gas gibt . Dann steht im richtigen Moment die volle Kraft zur Verfügung. Und wenn die nicht reicht, hat man nicht das falsche Auto, sondern kein Talent zum Überholen. Dann hilft auch kein Audi RS4 mit 380 PS.
Und unter uns gesagt: wenn ich einen Überholvorgang erst gar nicht versucht habe, dann hätte ich ihn auch mit dem stärksten Auto der Welt nicht versucht.

Woran ich mich auch heute nach 8000km noch nicht so ganz gewöhnt habe, ist die kurze Pause nach jedem Schaltvorgang, da beim Gaswegnehmen während des Schaltens der Ladedruck abfällt. Wenn man es furchtbar eilig hat, kann man natürlich mit einem kurzem Gasstoß die Lader bei Laune halten, aber im normalen Fahrbetrieb macht man das nicht. Davon abgesehen bin ich bin auch kein Freund von Ampelrennen.

Überrascht bin ich eigentlich über den Verbrauch. Getankt wird laut Handbuch Super Plus vom feinsten. Ich nehme aber meistens Super. Die paar PS, auf die man dabei verzichtet, merkt man im Alltag kaum. Ich hatte anfangs mit einem Verbrauch von 14-15 l/100km gerechnet. Tatsächlich waren es aber 12,5 und später 11,5 l/100km. Das lässt sich mit dem Bordcomputer sehr gut kontrollieren, den man auch auf die Anzeige des momentanen Verbrauch umschalten kann. Das ist allerdings wenig hilfreich, denn der Verbrauch schwankt vor allem im Stadtverkehr zwischen 0 und 45 l/100km und man merkt dabei nur eins: Wenn man Gas gibt, braucht man mehr und wenn man runtergeht, braucht man weniger. Zu dieser Erkenntnis braucht man wirklich keinen Bordcomputer.

Das Bose Radio mit 6-fach CD Wechsler lässt sich beim fahren gut bedienen und klingt gut. Ob die Anlage auch für Techno geeignet ist, kann ich nicht sagen, aber bei Pop, Rock und Klassik kann man über den Klang nicht meckern.
Ein Vergnügen der besonderen Art sind frisch verschneite Straßen. Hier ist der S4 so gut wie allen Autos haushoch überlegen. Wo man mit dem Auto nicht mehr weiterkommt, kommt man auch nur noch mit geeignetem Schuhwerk weiter. Schwierig wird es erst, wenn der Schnee so hoch wird, dass der Frontspoiler zum Schneeschieber wird. Wenn das Auto auf dem Schnee aufschwimmt, verlieren auch 4 angetriebene Räder den Grip und man bleibt hängen. Es gab schon Situationen, wo ich ein im Graben hängen gebliebenes Fahrzeug wieder freiziehen konnte, wo ein großer Chevrolet Blazer mit durchdrehender Hinterachse die Waffen strecken musste.
Kraftvolles Anfahren beim Linksabbiegen auf nasser Straße? Wo andere Autos längst mit durchdrehenden Rädern den Halt verlieren, zieht der S4 gelassen um die Kurve. Auch Aquaplaning ist kaum ein Thema, da ja alle 4 Räder gewissermaßen miteinander gekoppelt sind. Das ist sicher kein Grund, mit abgefahrenen Reifen wie ein wahnsinniger über Spurrillen zu heizen, aber man hat bei normaler Fahrweise einfach einen Tick mehr Sicherheit.

Der Motor des S4 ist angenehm leise, solange er nicht voll gefordert wird. Dann wird der 6-Zylinder etwas kerniger, ohne deswegen unangenehm laut zu werden. Ab- und zu hört man ein kurzes Pfeifgeräusch beim Anlaufen der Turbolader, das aber ebenfalls nie störend wird.

Wer Zeit und Interesse hat, kann sich im Internet in Diskussionsforen zu Thema Audi S-Cars unter http://groups.yahoo.com/group/S-CARS-DE (deutsch) oder speziell zum S4 unter http://www.s-cars.org/E-Mail/e-mail.html an den regen Diskussionen beteiligen. Man bekommt die Diskussionsbeiträge dann via Email zugeschickt. Speziell auf dem zweiten, dem „BiturboS4“ Forum ist sehr viel los und man sollte schon täglich seine Inbox checken, um nicht überflutet zu werden.

Wer aber einfach nur bei jeder Situation ein überlegenes Auto haben möchte und das nötige Kleingeld zur Verfügung hat, setzt sich einfach gern in dieses Auto fährt wenn es sein muss bis ans Ende der Welt (sofern es dort Benzin gibt ;-).

Alltagserfahrungen nach fast 9 Jahren mit diesem Fahrzeug
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Da ich keine hohe Kilometerleistung habe, sind bisher erst knapp 80000km auf der Uhr.
Größere Reparaturen:
  • einen neuen Klimakompressor
  • eine neue Gelenkwelle (beim Anhalten kurzes ABS-Stottern)

Ärgerlich:
* Im Winter fahre ich gerne mit eingeschalteter Klimaanlage, da die meist feuchte Außenluft erst getrocknet wird, bevor Sie in den Innenraum geblasen wird. Das hält Scheiben (kein Beschlagen) und Innenraum trocken. Wird es allerdings zu kalt draussen, schaltet sich die Klimaanlage automatisch ab. Solange das Auto noch nicht aufgewärmt ist und das Gebläse noch einigermassen zu tun hat um den Innenraum auf angenehme Temperatur zu bringen, bleiben auch die Scheiben frei.
Ja wärmer es wird, desto mehr regelt dann das Gebläse zurück bis die Scheiben anfangen zu beschlagen. Nun ist man genötigt, einzugreifen. Man drückt auf die Defrostertaste, um die Scheiben wieder freizubekommen, was ziemliches Getöse verursacht. Sobald man wieder auf AUTO drückt, fängt das Spiel wieder von vorne an. Abhilfe: Gebläse manuell höherstellen. Nachteil: Keine Automatische Gebläseregelung mehr.

* Das sogenannte "FIS", der Bordcomputer verliert mit steigender Innenraumtemperatur immer mehr Leuchtkraft, so dass man irgendwann nichts mehr davon erkennen kann. Wenn dann das Waschwasser zur Neige geht und man mit lautstarkem Gebimmel an das Nachfüllen erinnert wird, kann man nicht erkennen, ob es sich nun um ein ernsthaftes Problem handelt (Öldruck, Bremskraft, o.ä.) oder man einfach ruhig bis zur nächsten Tankstelle weiterfahren kann, um Waschwasser nachzufüllen. In diesem Zusammhang frage ich mich auch, warum es für einen zu diedrigen Waschwasser Pegelstand einen derart aufdringlichen Alarm braucht. Ich erschrecke jedes Mal wieder.

* Da ich zum einen wenig fahre (fahre mit der S-Bahn zur Arbeit) und zum anderen dann auch wenig bremse, neigen die Bremsscheiben sehr schnell zum rosten. Ich musste schon einen kompletten Satz mit kaum abgenutzter Scheibendicke austauschen lassen, weil sie derart verrostet waren, dass sie durch einfaches Bremsen nicht mehr blank zu bekommen waren. Man sollte vor allem im Winter immer darauf achten, dass man das Fahrzeug nicht mit nassen Bremsscheiben abstellt, sondern vorher noch trockenbremst. Leider lässt sich das in der Praxis nicht immer so einfach bewerkstelligen.

sonstige Erfahrungen:
Der Verbrauch hält sich nach wie vor zwischen 11 und 12 Litern bei flotter Autobahnfahrt gemischt mit Landstrasse und Stadtverkehr. Allerdings pflege ich eine eher ruhige und vorausschauende Fahrweise, was den Verschleiß der Bremsen im Zaum hält.

Auf der Autobahn lässt es sich bei wenig Verkehr angenehm mit 180-200km/h reisen. Bei mehr als 220 wird es dann eher stressig. Nicht dass das am Fahrzeug liegen würde, aber da man immer weiter im voraus schauen muss, ob andere Fahrzeuge nicht eventuell auf die linke Spur wechseln könnten und man schonmal anfangen muss, runterzubremsen. Je schneller man ist, desto öfter muss man stark runterbremsen und anschließend wieder hochbeschleunigen.Abnutzungen:
  • Die Griffmulden an der Tür verlieren ihre blaue Beschichtung, was hässlich aussieht. Leider sind sie in blau nicht mehr lieferbar.
  • Auch die blauen Alcantarabezüge der Sitze bekommen langsam Flusen.
  • Vor allem die Velourteppich-Einlagen auf der Fahrerseite sind hinter den Pedalen stark abgenutzt.
  • Die Frontscheiben-Einrahmung quillt an der oberen Seite an mehreren Stellen stark auf. Bisher hält die Scheibe aber auch bei starkem Regen noch dicht.

Das 6-Gang Getriebe lässt sich nach-wie vor wunderbar schalten und auch die Kupplung zeigt noch keine Schwächen. Ich vermeide allerdings auch unnötige Schleifphasen beim Zurücksschalten, indem ich durch einen kurzen Gasstoß die Drehzahl anhebe, damit ich schneller wieder einkuppeln kann.
Durch den kurz übersetzen 1. Gang kann man auch beim Anfahren recht schnell einkuppeln


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
MSBBonn

MSBBonn

04.11.2009 15:24

Klasse beschrieben, aber die Fahrzeugdaten fehlen definitiv.

realRIP

realRIP

17.02.2004 18:10

Endlich mal jemand, der ausführlich über die Fahreigenschaften schreibt. Eins fehlt mir dann doch noch: Angaben zur Fahrleistung. Dennoch sh von Jörg.

Marc19

Marc19

20.04.2003 12:53

ich kann nur sagen, dieser Bericht ist echt sehr Hilfreich!! ich bin zur Zeit am Überlegen ob ich mir einen S4 kaufen soll. Ich denke du hast mich überzeugt. aber es währe nicht schlecht, wenn du ein paar technische Daten einbauen kannst.

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