Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
Fantastische Schauspieler, ein gelungener Kontrast zwischen Drama und brutalem Schocker |
| Kontra: |
Viele dürften ihn als langweilig empfinden |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Seit ich vor zwei, drei Wochen "Ichi: The Killer" von dem Japanischen Außnahmeregisseur Takashi Miike gesehen habe, habe ich begonnen, mich über die anderen Werke dieses Filmemachers zu informieren und bin dabei auf einige sehr interessante Inhaltsangaben gestoßen. Die, die mich aber am meisten angesprochen hat, war die des 1999 gedrehten Films "Audition", den ich mir dann kurz darauf auch schon zugelegt habe. Was ich nun von diesem Streifen halte steht im folgenden Bericht.
Story
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Seit dem Tod seiner Frau vor etwa sieben Jahren lebt Shigeharu Aoyama (Ryo Ishibashi) mit seinem Sohn Shigehiko (Tetsu Sawaki) zusammen in einer kleinen Wohnung und fristet ein mehr oder weniger unglückliches Leben. Zwar läuft in seiner Arbeit alles perfekt und auch über die harmonische Beziehung zu seinem Sohn hat Shigeharu allen Grund zur Freude, doch die Tatsache, dass er zwar noch nicht über den Tod seiner Frau hinweg ist, sich jedoch gleichzeitig eine neue Beziehung wünscht, bedrückt ihn. Als er eines Tages mit seinem Kumpel, dem Filmproduzenten Yasuhisa Yoshikawa (Jun Kunimura) über seine Probleme redet, beschließt dieser, ihm zu helfen: Er gibt vor, einen neuen Film zu drehen und lässt deshalb mehrere Hundert junge Frauen vorsprechen. In Wahrheit gibt es diesen Film allerdings nicht, alles ist nur eine Fassade, damit sich Aoyama aus den vielen Bewerberinnen seine Traumfrau aussuchen kann.
Diese ist bald gefunden: Schon in den Bewerbungsschreiben stechen Aoyama die Unterlagen der hübschen Asami Yamazaki (Eihi Shiina) ins Auge, die er aufs genaueste studiert. Als Asami dann ein paar Tage später tatsächlich bei dem Casting erscheint, ist Aoyama hin und weg, seine Wahl ist so gut wie gefällt. Asami ist wohlerzogen, höflich, und sieht blendend aus. Zwar hat Aoyama´s Freund ein schlechtes Gefühl bei der ganzen Sache, da ihm Asami unheimlich erscheint, doch Aoyama lässt sich nicht beirren und ruft Asami in einer freien Stunde privat zu Hause an. Diese gesteht ihm, dass sie sich auch zu ihm hingezogen fühlt. Es kommt zu einer zarten Romanze zwischen den beiden und Aoyama ist sich sicher, die richtige Wahl getroffen zu haben. Dies ändert sich aber schlagartig, als Asami nach einer gemeinsamen Nacht wie vom Erdboden verschwunden ist. Aoyama macht sich auf die Suche nach ihr, doch die Bar, in der sie angeblich arbeitet, ist schon seit Jahren geschlossen, seit die Wirtin auf brutale Art und Weise ermordet wurde. Aoyoma kommen immer mehr Zweifel an Asami und er gibt die Hoffnung schon fast auf, sie wieder zu sehen, bis sie eines Abends in seiner Wohnung steht und ihr wahres Gesicht zeigt. Es wird für Aoyama ein Trip in die Hölle...
Schauspieler
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Ryo Ishibashi, der mir natürlich gänzlich unbekannt war, spielt die Hauptrolle des Geschäftsmannes Shigeharu Aoyama, der sich eine neue Frau wünscht, weshalb sein Kumpel, ein Filmproduzent, ein vorgetäuschtes Casting für ihn veranstaltet. Obwohl ich ihn nicht kannte, ist Ishibashi alles andere als ein unbekannter Schauspieler, war er doch schon in Filmen wie "Suicide Circle", oder dem Amerikanischen Remake von "The Grudge - Der Fluch" zu sehen. Mir hat seine Art zu spielen sehr gefallen, er agiert glaubhaft und symphatisch und ist eine typische Identifikationsfigur. Zuerst hat er noch Gewissensbisse gegenüber dem Casting, da er den Tod seiner Frau noch nicht ganz verkraftet hat, doch als er Asami sieht, verliebt er sich sofort in sie. Der 53 jährige Japaner war die bestmögliche Wahl für den Hauptdarsteller und wurde, wie auch alle anderen, super synchronisiert, kein Vergleich zu den teilweise unerträglichen Synchros, wie man sie sonst von Japanischen Filmen kennt.
Asami Yamazaki wäre auf den ersten Blick wohl die absolute Traumfrau für jeden Japaner. Sie ist gut erzogen, und himmelt Aoyama fast schon an. Die unterwürfige Frau ist auch heute noch ein gerne gesehenes Bild in Japan, weshalb Asami wohl als eine Verkörperung dieser Unterwürfigkeit betrachtet werden kann. Allerdings ist dies nur eine Fassade, denn im ihren Inneren ist sie eine ganz andere, als sie vorgibt zu sein. Die zierliche und sehr hübsche Darstellerin Eihi Shiina passt perfekt in diese Rolle, denn nicht nur Shigeharu Aoyama, sondern auch der Zuschauer wird von ihrer atemberaubenden Präsenz sofort gefangen genommen. Es geht viel Erotik, aber auch etwas gefährliches von ihr aus, das man am Anfang noch nicht so recht einordnen kann. Für Eihi Shiina stellte diese Rolle ihr Debut in der Filmbranche dar, was sie sich jedoch nicht anmerken lässt.
Daten zum Film
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Originaltitel: Ôdishon
Alternativtitel: -
Land: Japan, Südkorea (1999)
Regie: Takashi Miike
Buch: Ryu Murakami, Daisuke Tengan
Länge: ca. 110:50 Min.
Freigabe: Keine Jugendfreigabe
Indiziert: Nein
@ Realjackass
Die Deutsche DVD
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Die Deutsche DVD des Films wird vertrieben von Rapid Eye Movies / One World Entertainment und ist oftmals schon zu einem recht günstigen Preis zu haben. Bei den Sprachen kann man zwischen Deutsch und Englisch wählen, die Extras sind zwar verhältnissmäßig knapp, dafür aber sehr interessant ausgefallen, so gibt es zum Beispiel ein Interview mit Takashi Miike zu bestaunen. Was die Qualität von Bild und Ton angeht, ist die Scheibe absolut klasse und klar zu empfehlen.
Kritik
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+ACHTUNG: Der folgende Text wird einige Spoiler beinhalten, die wichtige Plotwendungen im Film wiedergeben. Solltet ihr also vorhaben, den Film noch zu sehen, dann geht am Besten gleich zum Fazit, da ich euch mit diesem Bericht nicht den Überraschungseffekt des Films verderben möchte.
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Nach dem wirklich genialen Film "Ichi: The Killer" konnte ich es kaum erwarten, den nächsten Film von Takashi Miike zu sehen, doch von den Dutzenden von Filmen, die der Mann dreht, einen herauszusuchen, kann sich als sehr schwere Prozedur herausstellen. Takashi Miike ist nämlich ein sogenannter Workaholic, jemand, der pro Jahr locker mal fünf oder sechs Filme dreht. So habe ich mich an den Bewertungen seiner Filme orientiert und da stach mir "Audition" ins Auge, der überall nur gute Kritiken absahnen konnte und eine abstruse Mischung aus Liebesdrama und Folterfilm sein sollte. Dies hat mich sehr neugierig gemacht und so war es dann nur noch eine Frage der Zeit, bis ich in den Genuss des Filmes kommen sollte.
Was habe ich im Voraus nicht alles erwartet. Am ehesten trifft es wohl die Bezeichnung "Drama mit alptraumhaften, blutigen Sequenzen", doch damit lag ich gänzlich falsch. Wie die Inhaltsangabe nämlich schon wiedergibt, beschränkt sich 3/4 des Films wirklich nur auf die Beziehung zwischen Asumi und Aoyama und dessen Einsamkeit. Deshalb gibt es auch viele böse Zungen, die "Audition" Unentschlossenheit oder gar Langeweile ankreiden, doch dies ist meiner Meinung nach Blödsinn. Denn obwohl Miike hier etwas sehr gefährliches versucht hat, ist ihm das Resultat mehr als nur geglückt. Ohne Frage: Für die Splatterfraktion ist dieser Film nicht geeignet, auch wenn er einige extrem brutale Szenen enthält - dafür ist die erste Stunde einfach zu sehr ein Drama, bzw. eine Liebesgeschichte. Hier passiert NICHTS anderes, außer dass sich Asumi und Aoyama kennenlernen und sich näher kommen, dies muss einem klar sein, wenn man sich auf "Audition" einlässt.
So eigenwillig die erste Hälfte des Films sein mag, so ekelerregend und grausam ist sein Ende. Erbrochenes, das als leckere Mahlzeit serviert wird und dutzende kleine Nadeln, die Asumi ihrem Opfer langsam in die Gesichtshaut schiebt sind dabei nur zwei der dargebotenen Perversitäten. Der Härtegrad der gezeigten Abscheulichkeiten ist dabei wirklich als imens zu bezeichnen, selten fühlt man den Schmerz derart mit und hofft, dass es bald ein Ende nimmt. Am schlimmsten dabei ist die Tatsache, dass man nur erahnen kann, wieso die zarte Liebesbeziehung der beiden so endet. Wurde Asami von ihrem ehemaligen Tanzlehrer misshandelt, wie es im Film oft angedeutet wird? Denn dass sie aus ihrer Kindheit einen gewaltigen Schaden davongetragen hat, ist nicht zu leugnen, auch wenn sie dies am Anfang noch perfekt verbergen kann. Man baut sogar eine gewaltige Symphatie zu der schüchternen Asami auf, Takashi Miike versteht es, seine Charaktere als glaubhafte Identifikationsfiguren zu präsentieren.
Was mich desweiteren positiv beeindruckt hat, war der stetige Aufbau von Spannung während des Films. Man weiß stets, dass etwas an der glücklichen Fassade des Liebesglücks nicht stimmt, doch mit dem brutal-furiosen Finale würde man nie rechnen. Doch es kommen auch im Hauptteil schon einige Schockszenen vor, außerdem sorgen surreale Traumsequenzen für sehr viel Atmosphäre. Dass der Film handwerklich perfekt ist, werde ich wohl kaum erwähnen müssen. Ein glasklares Bild, eine wirkungsvoll eingesetzte Kamera und etliche Farbspiele machen Takashi Miike zu einem der visuell interessantesten Regisseure Japans.
Fazit
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"Audition" ist ein Film, den sich kein Freund der Japanischen Filmkunst entgehen lassen darf. Takashi Miike beweist hier wieder einmal, dass er nicht zu Unrecht zu den besten Japanischen Regisseuren gehört und präsentiert ein Film voller Einsamkeit, Sehnsüchten und Liebe, der aber kurz vor dem Ende eine schlagartige Wendung nimmt und selbst hartgesottenen noch etwas abverlangen wird. Dass "Audition" die Meinungen spalten wird, ist so sicher wie das Ahmen in der Kirche. Für Miike Fans Pflicht, Gorehounds sollten eventuell eher zu "Ichi - The Killer" greifen. Mich pesönlich hat der Film auf eine sehr faszinierende Weise unterhalten und gefesselt, weshalb ich hier verdiente
9 von 10 Punkten und eine Empfehlung vergebe.
Mfg
Realjackass
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Kontra: nichts
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sehr hilfreich
31.08.2004
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URGS2001
Pro: Ganz ansprechend in Szene gesetzt
Kontra: Banal
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sehr hilfreich
28.04.2002
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Gib die ganze Wahrheit wieder
Bewertung für Audition (1999) von
katapult
Pro: eine ungewöhnliche Bearbeitung von Geschlechterkämpfen
Kontra: der Film ist nur mit wenigen Kopien angelaufen
Weniger ist manchmal mehr. Und im Falle von „Audition" ist wenig Information sogar ein Muss, wenn man sich den Spaß nicht verderben lassen will. Es geht um einen Witwer, der sich ein attraktives junges Mädchen angelt. Am Haken hat er dann aber eine Moge ...
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sehr hilfreich
07.03.2001
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Stich und Stich und Stich
Bewertung für Audition (1999) von
winterspiegel
Pro: Gute Ansätze
Kontra: Erst langweilig dann Horror
Dieses Machwerk von Takashi Miike einem Japanischen B- Movie Regisseur, der seine Filme wie am Fließband dreht, lieh ich mir kürzlich in der Videothek meines Vertrauens aus. Eine positive Kritik aus einer DVD – Zeitschrift, ließ mich zugreifen ...
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sehr hilfreich
19.05.2002
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Vorsprechen in der Magengrube
Bewertung für Audition (1999) von
Troglodyte
Pro: ein Film, der den Zuschauer packt, durchschüttelt und in die Sitze knallt - mehr kann man von keinem Film erwarten
Kontra: andere Filme könnten danach fade erscheinen
Sicher wird einigen Kinobesuchern in den Sinn kommen, "Audition" und "Tokio Dekadence" auf einer sadomasochistischen Ebene zu vergleichen. Sicher wird es auch welche geben die sagen, "Audition" sei "härter" als "Fatal Attraction", brutaler. Möglich, daß h ...
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sehr hilfreich
28.01.2001
(29.01.2001)
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