So verrückt kann nur eine Frau sein
23.12.2000
Pro:
s . o .
Kontra:
s . o .
Empfehlenswert:
Ja
 SteveZero0
Über sich:
Meine Hobbys sind Musik, Wrestling, American Football, Internet, Börse und vor allem Spielfilme. Dar...
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Also, mir fallen viele Worte ein, die diese Frau beschreiben könnten: Verrückt, abgedreht, durchgeknallt und und und... Auf jeden Fall ist der Titel des Films reichlich untertrieben. Stürmisch ist kaum ein angemessener Vergleich für diese menschliche Wunderkerze, die brennt und brennt und brennt ohne jemals irgendwie auszugehen. Aber vielleicht sollte ich mal erklären, von was ich da eigentlich schreibe. Die Person, um die es hier geht, heißt Sarah (Sandra Bullock). Sie ist eine von der Sorte, die keine Sekunde still sitzen können. Es muß einfach immer was los sein. Das Leben genießen aus vollen Zügen ist ihr großes Motto. Daher wundert es nicht, das in Sarah´s Gegenwart jede Menge Action und Aufregung zu finden sind, vielleicht auch die einen oder anderen dadurch entstehenden mehr oder weniger großen Schwierigkeiten, aber egal, hauptsache es macht Spaß. Um ehrlich zu sein, würde mich das auf die Dauer ziemlich nerven. Ein ruhiger Charakter wie ich hält diese Frau doch keine zehn Minuten lang aus. Aber nun endlich zur eigentlichen Geschichte. Da ist der nette Ben (Ben Affleck), der sich auf die anstehende Hochzeit vorbereitet. Seine Frau soll - und möchte natürlich - die hübsche Bridget (Maura Tierney) werden. Auf dem Weg zur Eheschließung fallen ihm aber so einige Schwierigkeiten in den Weg. Es fängt damit an, das sein Flugzeug schon beim Start abschmiert und alle gerade mal so mit dem Schrecken davonkommen. Bei dieser Gelegenheit läuft dem guten Ben die bereits erwähnte Sarah über den Weg. Ja, ein Flugzeugunglück war echt die passende Gelegenheit, um diese Frau kennezulernen. Natürlich ist beiden die Lust am Fliegen erst einmal vergangen und sie teilen sich mit einem anderen netten Herrn einen Mietwagen. Schon nach kurzer Zeit wird dieser Typ - Vic hieß er glaube ich - von den Bullen einkassiert. Ist wohl doch nicht ganz so nett gewesen... Auf jeden Fall reißen die Katastrophen auch im weiteren Verlauf nicht ab, aber mehr werde ich darüber nicht verraten.
Ben und die wilde Sarah lernen sich näher kennen und irgendwie fühlt man sich bald zueinander hingezogen, wenn sie es auch nicht so richtig wahr haben wollen. Bei dem sympathischen Fast-Ehemann ist durchaus verständlich, weshalb er Sarah gefällt. Das ist halt einfach ein super netter Typ. Aber auch Ben scheint von seiner Begleiterin angetan zu sein. Zwar schüttelt er nach wie vor über ihre aufgedrehte Art den Kopf und fühlt sich oftmals ziemlich genervt, aber da ist etwas, das ihn fasziniert. Dazu kommen dann noch die Zweifel, ob er wirklich heiraten soll. Das nennt man wohl: Kalte Füße bekommen. Auf jeden Fall entwickelt sich mehr und mehr eine gewisse Beziehung zwischen den doch so unterschiedlichen Charakteren. Wobei ich selbst beim Zuschauen ungläubig mit dem Kopf schütteln mußte, als ich sah, wie sich Ben immer weiter von Sarah beeindrucken ließ. Ich habe ihm wohl mehrfach aus dem Fernsehsessel heraus zugerufen: "Mensch, laß bloß die Finger von der Braut, das hält mit der doch keiner aus!" Vielleicht spielten da ja eigene Erfahrungen meinerseits eine nicht unwesentliche Rolle, aber das ist eine andere Geschichte. Doch wie gesagt, Ben hat nicht auf mich gehört. Da kann man nur hoffen, das er am Ende doch noch zur Vernunft kommt und seine süße - und vor allem halt ganz normale - Traumprinzessin heiratet, die im Hochzeitskleid schon auf ihn wartet. Aber so sieht es nicht aus, denn bald schon läßt sich der gute Ben zu den verrücktesten Sachen anstiften, wie zum Beispiel auf´s Dach von Eisenbahnwagen steigen und in der Gegend herumbrüllen oder in Nachtbars einen Striptease hinlegen... Da schlägt man doch nur die Hände über´m Kopf zusammen!
Nachdem ich nun so ausführlich beschrieben habe, wie wenig begeistert ich selbst von der guten Sarah war, sollte aber niemand denken, der Film hätte mir nicht gefallen. Nein, nein, ganz im Gegenteil. Der Film ist im Grunde genauso wie seine Hauptperson: Lustig, aufregend und kurzweilig. Sandra Bullock hat mit ihrer Leistung auch sehr dazu beigetragen, das diese Komödie - oder sollte man es besser Katastrophenfilm nennen - zu einer wirklich unterhaltsamen Angelegenheit wird. Man kann sich einfach ganz köstlich amüsieren. Es gibt aber auch so einige ernsthafte Töne. Bald zeigt sich nämlich, das hinter Sarah´s äußerer Fröhligkeit ein Herz steckt, das einiges an Sorgen und Traurigkeit mit sich herumträgt. Zum anderen wird Ben´s Reise zu seiner Hochzeit am Ende so etwas wie ein Test. Ob er diese Prüfung besteht und die richtige Entscheidung trifft, bleibt aber bis zum Schluß offen. Ben Afflek spielt hier ja eher den ruhigen, etwas schüchternen Durchschnittstyp. Diese Rolle ist ihm aber wie auf den Leib geschrieben. Es ist einfach toll zu sehen, was so alles passiert, wenn zwei so verschiedene Menschen aufeinandertreffen. So unterhaltsam der Film auch ist, fehlt ihm ein bißchen an Tiefgang. Die Handlung wird im Grunde nur von den verrückten Abenteuern der stürmischen Sarah getragen und ist wirklich nur als Komödie angelegt. Irgendwie hätte auch ein schöner Liebesfilm daraus werden können, aber das geht im ganzen Durcheinander so ziemlich unter. Wahrscheinlich sollte das aber auch so sein. Ein Lob sei noch gesagt zur Kameraarbeit. Es gibt einige wirklich tolle Einstellungen und Szenen mit wunderbaren Trickeffekten. In diesen Momenten sind für kurze Augenblicke mal so etwas wie traumhaft schöne Ruhepausen entstanden. Auch die Musik ist sehr gut gewählt. Alles in allem ist der Film ein wirklich lustiges und aufregendes Erlebnis, das einen die ganze Zeit über in Atem hält - auf die stürmische Art eben...
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23.12.2000 18:20
Danke für den ausführlichen Bericht. Finde es auch gut, dass du objektiv "bewertet" hast, da Du ja nicht so begeistert warst von sarah. :) Frohes Fest Piri
23.12.2000 18:16
Ich wünsche dir ein frohes Weihnachtsfest und viele Lesungen auf Ciao..:-)