Augenbrauenpiercing und wichtige Tipps!

5  23.06.2002

Pro:
Kann sehr schön aussehen !

Kontra:
Leider nicht ganz risikofrei !

Empfehlenswert: Ja 

Sinanis

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Mitglied seit:15.06.2002

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Vertrauende:3

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Tattoo oder Piercing?
Beides dienst zur Verschönerung einer ganz individuell ausgesuchten Stelle des Körpers, kann aber auch beides zu einer schmerzhaften Angelegenheit werden und deshalb muss diese Entscheidung wohl jeder für sich selbst treffen.
Ich habe mich vor einem halben Jahr ganz spontan dazu entschieden mir ein Piercing stechen zu lassen, da man dieses bei Nichtgefallen doch eher wieder entfernen kann als ein Tattoo, auch wenn man mit der ein oder anderen Narbe rechen müsste.
Sicher ist sicher.
Jetzt stellte sich nur noch die Frage: „Wo?“. Es gibt ja viele Möglichkeiten, an welchen Stellen des Körpers man sich denn überall piercen lassen könnte. Da wären z.B.: Nase (das wohl am häufigsten auftretende), Bauchnabel (besonders im Sommer ein Hit), Zunge,...und Augenbraue.
Ich entschied mich für die Augenbraue, da man es da wenigstens das ganze Jahr über sehen kann und es auch nicht nur für ausgewählte Leute ein „Hingucker“ ist.
Ich nahm also all meinen Mut zusammen uns suchte mir ein Piercingstudio, die es ja mittlerweile wie Sand am Meer zu geben scheint, nach ganz entscheidenden Kriterien aus.
Bei der Auswahl seines Piercingstudios sollte man dabei unbedingt auf eine makellose Hygiene und Sauberkeit des Studios achten, wobei auch der Piercer selbst einen guten Eindruck hinterlassen sollte, da man diesem doch eine ganze Menge Vertrauen entgegen bringen muss, um nicht mehr Schmerzen als nötig erleiden zu müssen.
Als ich mich nach einer längeren Suche endlich für ein Studio entschieden hatte, erkundigte ich mich zu Anfang ersteinmal nach dem Preis.
Da es verschiedenen Arten von Augenbrauenpiercings gibt, gibt es folglich auch unterschiedliche Preise. Für den normalen Ring verschiedener Größen, muss man mit etwa 40€ rechnen. Eine Banane hingegen kostet 50€.
Eine Banane muss man sich dabei so vorstellen, dass sich direkt unter der Augenbrauenhaut ein Eisenstab befindet, an dessen oberem und unterem Ende jeweils eine kleine Kugel geschraubt wird, die dann letztendlich sichtbar sind.
Ich entschloss mich trotz des höheren Preises für die Banane, da ein Ring in manchen Fällen einfach zu störend wäre, weil er in jedem Fall etwas vom Gesicht absteht, wogegen die Kugeln der Banane direkt an der Haut anliegen.
Für jeden Augenbrauentyp gibt es eine passende Größe des Eisenstabes, je nach Breite der Braue. Auch kann man die Kugeln beliebig gegen Stacheln oder sonstige Verzierungen durch einfaches Abschrauben austauschen.
Für mich sollte es vorerst eine einfache Banane mit Kugeln sein. Bevor man dann aber schließlich den alles entscheidenden Schritt tut, sollte man sich ausführlich über die möglichen Risiken und auch das Material des Piercings informieren, wobei Nickel das wohl ungefährlichste ist.
Zu den Risiken bei Augenbrauenpiercings gab es nicht all zu viel zu sagen. Eine ganz natürliche Reaktion des Körpers könnte es zum Beispiel sein, das Piercing als Fremdkörper nicht anzunehmen und somit ein Abheilen der Wunde, das im Normalfall etwa 6 Wochen dauert, zu verzögern oder gar zu verhindern, was ein Entfernen des Piercings bedeuten würde. Eine weitere Reaktion könnte sein, dass das die Wunde zwar abheilt, jedoch das Piercing mit der Zeit im wahrsten Sinne des Wortes nach außen wächst und demnach ebenfalls entfernt werden muss. Die schlimmste Reaktion wäre jedoch eine Entzündung, die sich auf das Auge auswirken könnte, wobei dies durch einen Materialverträglichkeitstest und gute Pflege (dazu später) verhindert werden kann.

Trotz all dieser Risiken entschloss ich mich trotzdem diesen Schritt zu wagen. Ich wurde von der Piercerin in ein abseits gelegenes Zimmer geführt und setzte mich dort auf eine Liege, auf der wohl sonst die Bauchnabelpiercings gestochen werden.
Zu Anfang wurde mir ein schwarzer Punkt an die Stelle, an die später das Piercing kommen sollte gemalt, damit es auch ja da sitzt, wo es hin soll. Danach wurde meine Augenbraue mit einem Desinfektionsmittel ausreichend desinfiziert und anschließend mit einem Eisspray betäubt, wobei ich diese Methode als weniger sinnvoll empfunden habe, da ich den Schmerz trotzdem noch zur Genüge spürte.
Damit waren die Vorbereitungen abgeschlossen und es konnte endlich los gehen. Die Piercerin drückte mit ihren bloßen, mit Gummihandschuhen überzogenen Händen, eine Kanüle von oben durch meine Augenbraue, in der der später innere Eisenstab eingeführt war. Dies lässt den Schmerz erahnen, denn man sollte es sich nicht zu leicht vorstellen, mit der bloßen Hand etwas durch zwei Hautschichten zu drücken.
Mir schossen die Tränen in die Augen und in diesem Augenblick bereute ich diesen Schritt, mir freiwillig solche Schmerzen zufügen zu lassen.
Aber es war bereits zu spät. Das Loch war drin und die Kanüle durch. Nun schraubte die Piercerin die untere Kugel an den Eisenstab und entfernte daraufhin wieder vorsichtig die Kanüle, woraufhin sie die zweite obere Kugel ebenfalls andrehte.
Es war geschafft. Ein wenig Blutverlust musste ich zwar in Kauf nehmen, aber im großen und Ganzen verlief alles glatt.
Zum Abschluss bekam ich noch ein Antisept, um die offenen Wunden für die nächsten 2 Wochen noch desinfizieren zu können und zu guter letzt noch den Tipp, das Piercing zu Anfang regelmäßig zu bewegen, damit es nicht anwächst.
Zu Anfang muss man z.B. beim Abtrocknen und Umziehen noch etwas aufpassen, damit man nicht am Piercing hängen bleibt. Diese Vorsicht wird dann aber schon nach kurzer Zeit zur Routine und stellt kein Hindernis mehr dar.

Fazit
Ich empfehle jedem ein Augenbrauenpiercing, der sein Gesicht mit einem immer sichtbaren und vorhandenem Schmuckstück verschönern möchte und dafür ein paar Sekunden Schmerz in Kauf nimmt und auch mit dem doch relativ hohen Preis zurecht kommt.


Sina
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
SallyB

SallyB

23.07.2002 20:37

autsch, dafür hätte ich keinen Mut. Sehr ausführlicher Bericht, der meine offenen Fragen endlich mal beantwortet

grapefruit

grapefruit

23.07.2002 17:48

Finde ich wirklich schön so ein Piercing, nur für mich wäre es nix, da es sich nicht mit Kontaktlinsen verträgt. Das Metall des Piercings "verflüchtigt" sich in kleinsten Teilen und lagert sich in den Kontaktlinsen ab.

pansie

pansie

27.06.2002 21:04

Super Bericht - für mich wär das aber nix ;) Mir reicht meine Nase, die nun verziert ist - hab darüber auch nen Bericht geschrieben. greetz -pansie-

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