EIN SAUBERER STICH!
22.03.2003
Pro:
Sieht schön aus, relativ ungefährlich
Kontra:
kann herauswachsen
Empfehlenswert:
Ja
 Satine24
Über sich:
Mitglied seit:01.01.1970
Erfahrungsberichte:50
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 43 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Ich hatte mir vor 2 Jahren ein Augenbrauenpiercing stechen lassen. Aus welchen Gründen auch immer ist dieses leider im Laufe der Zeit rausgewachsen. Das sah nicht mehr wirklich schön aus und ich hatte auch immer etwas Angst es mir rauszureißen. Da mir das Piercing aber so gut gefiel, war recht schnell die Entscheidung gefällt: Es wird neu stechen gelassen. Vor rund 3 Wochen war es dann soweit. Ich bin zu dem Piercer meines Vertrauens gefahren um mich erneut durchbohren zu lassen. Nachdem ich den Wunsch geäußert hatte, dass ich das neue Piercing hinter das alte gestochen bekommen wollte, habe ich erst mal ausführliches Kopfschütteln geerntet. Mir wurde erklärt, dass das nicht funktioniert, da an der Augenbraue das zur Verfügung stehende Gewebe doch recht wenig ist, und wenn das Piercing schon mal rausgewachsen ist, ist das Gewebe bereits angegriffen. Daher würde er mir den Stichkanal etwas 1-2 mm neben den alten setzen. Na gut, mir sollte es recht sein. Da das erste Piercing doch relativ weit außen saß war das akzeptabel. Da Piercen nach dem deutschen Recht den Tatbestand der Körperverletzung erfüllt, muss man vor dem Stechen eine Einverständniserklärung unterschreiben. Dann ging es ab in den sterilen Piercingraum. Dort wurde als erstes meine Augenbraue großzügig desinfiziert und es wurden die 2 Punkte angezeichnet, die später die Austrittsstellen des Piercings wurden. Nachdem ich mir es angesehen hatte und die Stelle ok fand wechselte der Piercer die Handschuhe und legte sich das benötigte Material zurecht. Es sollte sich stets um frisch sterilisierte bzw. steril verpackte Instrumente handelt, genauso sollte der Piercingring bzw. –stecker frisch desinfiziert werden und natürlich muss der Piercer Handschuhe tragen! Zum Piercen an sich musste ich mich auf eine Liege legen, wie sie jeder aus Arztpraxen kennt. Dreimal tief durchatmen und los ging´s. Zuerst wurde die Haut an der Stelle wo der Schmuck später sitzen sollte mit einer Zange zusammengehalten, so dass die beiden vorher markierten Punkte in der Mitte der Zange sind. Das Zusammendrücken durch die Zange fühlte sich etwas unangenehm an, ich will nicht sagen, dass es weh tut, es ziept eher ein wenig. Dann wurde die Nadel angesetzt und in einem schnellen Zug durchgestochen. Das Stechen an sich fand ich überhaupt nicht schmerzhaft. Über der Nadel befindet sich ein Schlauch, dieser bleibt, nachdem die Nadel wieder aus dem Stichkanal gezogen wird, im Kanal stecken. Durch den Schlauch wird dann der Schmuck eingefädelt, Schlauch raus, Piercing zumachen und fertig. Von dem ganzen Akt des Stechens fand ich den Teil am „schmerzhaftesten“ als der Schlauch noch im Stichkanal war. Wobei das nicht wirklich weh tut, sondern eher brennt. Ansonsten war es völlig schmerzfrei.Nach dem Stich sollte man lt. „meinem“ Piercer noch kurz liegen bleiben, da es sonst sein kann, dass der Kreislauf verrückt spielt. Wenn man sich gut fühlt, kann man sich aufsetzen und den neuen Körperschmuck begutachten. Ich war sofort begeistert! Im ersten Moment war die Stichstelle, sowie das umliegende Gewebe gerötet was der Optik aber nicht wirklich Abbruch getan hat. Es kann auch blau werden, wenn ein Blutgefäß beim Durchstechen getroffen wurde. Das ist aber dann ein ganz normaler Bluterguss, der nicht weiter bedenklich ist. Dann „darf“ man bezahlen... Mich hat der Stich 40 Euro und der Stecker 15 Euro gekostet. Ich denke Schmuck dürfte überall relativ gleich sein im Preis, der Stich könnte von Piercer zu Piercer unterschiedlich sein. Mir wurde zur Pflege „Octenisept“ empfohlen. Das ist ein wirklich schmerz- und farbloses Desinfektionsmittel, mit dem morgens und abends das Piercing, sowie der Stichkanal gereinigt wird. Die Kruste, die sich am Anfang bildet, sollte man mit steriler Kochsalzlösung entfernen. Auf keinen Fall daran rumkratzen oder so was in der Art. Wenn man das Piercing eingesprüht hat, den Stecker oder Ring vorsichtig hin- und her bewegen, damit das Desinfektionsmittel auch in den Stichkanal gelangt. Von der Verwendung von Bepanthen oder sonstigen Wund- und Heilsalben wurde mir abgeraten, da diese fast immer Fett enthalten, was wohl dem Stichkanal nicht so zu gute kommt.Anfangs muss man natürlich etwas aufpassen, damit man nicht am Schmuck rumzerrt, reißt oder hängen bleibt. Besonders beim An- oder Ausziehen, beim Schminken und Abtrocknen nach dem Duschen. Dadurch kann der gerade abheilende Stichkanal wieder aufgerissen werden und es kann zu Entzündungen kommen. Das ist mir beim ersten Mal passiert, glaubt mir, es ist nicht sehr angenehm! Das Verheilen der Entzündung dauerte fast 2 schmerzvolle Monate. Nach ca. 3-6 Wochen kann man den Schmuck zum ersten Mal wechseln, wobei ich zu dem Zeitpunkt noch empfehlen würde auf jeden Fall wieder einen Titanschmuck einzusetzen, da der Stichkanal erst nach ca. 4 Monaten richtig ausgeheilt ist.Zu Anfang kann zu einer Schwellung der Braue kommen, was etwas erschrecken kann, da vielleicht vermutet wird, dass es sich um eine Entzündung handelt. Dies ist aber eine ganz normale Reaktion des Gewebes, die innerhalb von 1 bis 2 Wochen abgeklungen sein sollte. Ist dies nicht der Fall, oder tritt eine Entzündung auf, oder habt ihr sonst irgendwelche Fragen, wendet euch am besten umgehend an euren Piercer. Der sollte dies auch von sich aus anbieten um so Problemen oder Unklarheiten vorzubeugen. Heute, 3 Wochen nach dem Stechen, spüre ich mein Piercing kaum noch. Auch wenn ich es reinige oder mal so dran komme, tut es kaum noch weh. Die Rötung ist auch so gut wie verschwunden, die Schwellung sowieso. Ich pass natürlich trotzdem noch auf wie ein Luchs, damit ich nicht hängen bleib, denn so eine Erfahrung wie beim ersten Mal will ich wirklich nicht wiederholen!Abschließend kann ich euch nur noch folgende Tipps mit auf den Weg geben: Schaut euch den Piercer und das Studio genau an. Es sollte sauber sein, der Raum in dem gepierct wird am besten gefliest und sonst nix drin. Wenn Tiere rumrennen oder es irgendwie versifft aussieht: --> Flucht! Finger weg vom Frischgestochenen! Ich weiß dass es manchmal schwer fällt, aber nur so könnt ihr Entzündungen oder Komplikationen beim Abheilen vermeiden. Vorm Reinigen immer Hände gut waschen, damit auf diesem Weg keine zusätzlichen Keime zum Schmuck gebracht werden. Es sollte darauf geachtet werden, dass das Piercing im äußeren Drittel der Augenbraue sitzt, da weiter zur Nasenwurzel hin Nerven liegen. Und was passiert, wenn die durchstochen werden kann sich jeder ausrechnen. Dann dürfte es im Normalfall keine Probleme geben und ihr habt hoffentlich soviel Freunde daran wie ich! Alles Liebe Satine24
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02.05.2005 11:46
Ein sehr informativer Bericht, der mir jetzt auch die letzten Bedenken genomen hat! :-) Ich will mir nämlich auch ein Augenbrauenpiercing stechen lassen, habe mir das aber immer recht schmerzhaft vorgestellt und darum ständig gezögert. :-/ Liebe Grüße, Gaby
16.11.2003 00:32
meinen ersten augenbrauenpiercing habe ich mir vor sage und schreibe fast 12 jahren machen lassen. aber leider ist er auch rausgewachsen. der zweite dann auch. mittlerweile habe ich ein lippenpiercing und den nun schon seit über sechs jahren. oh gott bin ich alt!!! ;o) LG sendet Nutsi
27.06.2003 16:03
Piercing an der Augenbraue mag ich nicht sooo gerne, dann lieber an der Nase :-)