... welche Hoffnung gibt es dann noch auf Gerechtigkeit?“
~ Mit eben jenem Gedankenmonolog beginnt der zweistündige Thriller
“Aus Mangel an Beweisen“ welcher erstaunlicherweise auch schon wieder knapp 20 Jahre alt ist. Gehört hatte ich persönlich von dem Film bereits etwas, selbst angeschaut ... Bericht lesen
Aus Mangel an Beweisen
Das Leben des Anwalts Rusty Sabich (Harrison Ford) verändert sich mit einem Schlag, als ... mehr
seine Kollegin, die schöne und erfolgreiche Carolyn Polhemus (Greta Scacchi), brutal erschlagen in ihrer Wohnung aufgefunden wird. Rusty, der eine leidenschaftliche Affäre mit ihr hatte, wird verdächtigt. Die Beweise reichen zur Festnahme und Mordanklage. Dieser unerträglich spannende Erotik-Thriller mit einem gänzlich überraschenden Ende wurde inszeniert von Erfolgsregisseur Alan J. Pakula (Die Akte).
Christa E. SeibickeDer Mord an einer Staatsanwältin erschüttert das Gerichtssystem. Ihr Kollege Rusty Sabich ermittelt in diesem undurchsichtigen Fall und wird im Laufe der Untersuchung selbst zum Angeklagten. Eine unheilvolle Verquickung von Politik und Recht - erfolgreich verfilmt mit Harrison Ford in der Hauptrolle.
Bedelia, Raul Julia, Paul Winfield, John Spencer, Joe Grifasi, Bradley Whitford, Jeffrey Wright und Greta Scacchi. FSK ab 16 Jahren, 127 Minuten, Dolby Surround
Geliebte Carolyn ist Opfer eines Mordes geworden. Ehrgeizige Feinde finden Beweise, die Sabich zum Hauptverdächtigen machen. Oberstaatsanwalt Horgan läßt Rusty aus Angst vor politischen Konsequenzen suspendieren; die Affäre gefährdet auch Rustys Ehe, dennoch stellt sich seine Frau auf seine Seite. Mit Hilfe eines Detektivs und des Rechtsanwalts Stern kann Sabich ein Komplott aufdecken, an dem seine berechnende Geliebte und Richter Lyttle beteiligt waren. Rusty wird aus Mangel an Beweisen freigelassen - doch der Mörder ist damit nicht gefunden.
seine Kollegin, die schöne und erfolgreiche Carolyn Polhemus (Greta Scacchi) brutal erschlagen in ihrer Wohnung aufgefunden wird. Rusty, der eine leidenschaftliche Affäre mir ihr hatte, wird verdächtigt. Die Beweise reichen zur Festnahme
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„Wenn die Geschworenen nicht in der Lage sind, die Wahrheit herauszufinden.....welche Hoffnung gibt es dann noch auf Gerechtigkeit?“
~ Mit eben jenem Gedankenmonolog beginnt der zweistündige Thriller
“Aus Mangel an Beweisen“
welcher erstaunlicherweise auch schon wieder knapp 20 Jahre alt ist. Gehört hatte ich persönlich von dem Film bereits etwas, selbst angeschaut indes erst am gestrigen Tag. Wie rasch 122min vorbeigehen können, beweist der durchweg durchdacht besetzte Film zweifellos durch seine etlichen Minimal-Wendungen, die den Zuschauer immer wieder – manchmal auch binnen einer halben Minute – zu einer anderen Schlussfolgerung gelangen lassen.
Storyausgangspunkt ist der, dass Staatsanwalt Rusty Sabich (Harrison Ford) mit der Ermittlung an dem Mord an seiner Kollegin Carolyn Polhemus (Greta Scacchi) beauftragt wird. Die Frage, warum ausgerechnet Rusty, der an für sich schon mehr als genug zu tun hat, von seinem Chef Raymond Horgan (Brian Dennehy) auserwählt wird, spielt in dem weiteren Verlauf noch eine verstärkte Rolle, wohlweislich aus unterschiedlichen Blickwinkeln.
Es dauert nicht lange, bis dem Zuschauer klar wird, dass Rusty seinerzeit eine Affäre mit dem Mordopfer hatte, worüber dessen Frau Barbara (Nonnie Bedelia) durchaus im Bilde ist. Wenig später dreht sich die Handlung um nahezu 360Grad: die Zugehörigkeit zur Blutgruppe A sorgt dafür, dass Rusty schließlich selbst unter Verdacht steht und um die Aussage seiner Frau fürchten muss...
~ So einfach die grobe Zusammenfassung klingt, so spannend gestaltet sich der Film sodann tatsächlich. Während ich als Zuschauer anfänglich völlig von der Unschuld Rusty's überzeugt war, begann ich Dank kleinerer Rückblenden mehr und mehr daran zu zweifeln. Jenes Spiel führten die Drehbuchautoren Frank Prerson sowie Scott Turow nebst Regisseur Alan J. Pakula bis zum teilbitteren Ende fort: in einer einzelnen finalen Szene warf ich meinen Verdacht mehrere Male fort, lenkte ihn um, nahm ihn wieder auf, zweifelte erneut... doch, in der Tat „Aus Mangel an Beweisen“ hat definitiv Potential, den Zuschauer aus seiner lethargischen halb-acht-Stellung aus dem Sofa herauszuschütteln.
Sarkastisch-liebevolle Dialoge aka
„Du würdest mir hier fehlen. Wer sollte dann von Moral und Ethik sprechen, ohne das ich einen Lachkrampf kriege?“
und insbesondere die flachlegenswerte Art von Richter Larren Lyttle (Paul Winfield) sorgen für definitive Bespassung meinerseits, geben dem Film die notwendige Lockerheit, die man jedoch sonstig nicht unbedingt vermisst hätte.
Die vorherrschende Atmosphäre ist trotz der Thematik nicht zu schwermütig, generell hege ich den Verdacht, dass die FSK16 Freigabe bei erneuter Überprüfung auf das grüne Label heruntergesetzt werden würde. Bis auf ein paar Fotos von der Ermordeten sowie eine halbangedeutete Nacktszene gibt es hier nichts, für was man seinem oder fremden Nachwuchs die Augen zuhalten müsste ~ was im weiteren Kontext allerdings auch bedeutet, dass die werbende Aufmache „Erotikthriller“ alles andere als ernst zu nehmen ist.
Die Spannung, die bereits wenige Szenen nach Beginn einsetzt, hält bis fast zuletzt durch; ein wenig zu versucht-aufdröselnd gestaltet sich auch hier eine Art Erklärungsmonolog, der meines persönlichen Empfindens nach ruhig völlig hätte fehlen dürfen. Hin und wieder – und speziell in diesem Fall – hätte ich nichts gegen ein offenes, abrupteres Ende gehabt, wenngleich mich die definitive Schluszene durchaus wieder zu versöhnen wusste.
Übrig bleibt zwar nach wie vor das Rätsel, was es mit dem Zettel „Hör auf! Ich weiß, dass du es bist“ auf sich hatte ~ nicht völlig von der Hand der Möglichkeiten zu weisen jedoch der Aspekt, dass ich die einzige bin, die damit überhaupt nichts anfangen konnte.
Die VHS selbst stammt aus dem Hause Warner Video Home und kommt mit einer Hülle daher, die den ein oder anderen in den Halb-Wahnsinn treiben könnte. Soll heißen: die Kassette liegt passgenau in der Umverpackung und lässt sich entgegen meiner Logik respektive angeeigneten Motorik am besten von links nach rechts einlegen. Wer versucht, erst den quasi-Popo der VHS in die Hülle zu parken, erlebt ein paar Minuten der Freude, indem sich die Bandklappen-Oberseite stetig an eingestanzten VHS-Festhalte-Nuppis verhakt.
Wem das alles jetzt rein gar nichts sagt... der weiß mal wieder nicht, was er verpasst.
Der guten Ordnung halber füge ich hinzu, dass die VHS direkt mit dem Hauptfilm beginnt, sich also auch keine weitere Filmvorschau auf dem Produkt befindet.
Summa summarum
handelt es sich bei „Aus Mangel an Beweisen“ um einen ruhigen Thriller, eigentliche eher ein Drama ist und überdies den Eindruck erweckt, durch die bloße Titelgebung dem Zuschauer bereits viel zu viel zu offenbaren. Trost gibt eventuell mein Hinweis, dass dem ganz und gar nicht so ist. Besonders hervorzuheben ebenfalls der Umstand, dass die sonst so zähe Einflechtung einer angestrebten Wiederwahl des Obersten Staatsanwalts hier für keinerlei Längen oder gar Genervtheit des Zuschauers sorgt. Das politische Hintergrundproblemchen wird lediglich derartig gestreift, dass dem Gucker klar ist, um was es noch so geht, dieser sich jedoch alsbald wieder auf das Wesentliche konzentrieren kann.
Diskussionswürdig ist „Aus Mangel an Beweisen“ allemale, und das gleich in mehreren Hinsichten, die jedoch ein jeder für sich selbst entdecken sollte. Von mir gibt’s erneut fünf Sternchen für das Altertümchen nebst dem Gratis-Hinweis, dass VHS-Gerät Besitzer ruhig zu eben jener Version greifen können ~ so weit ich weiß, beinhaltet die DVD-Variante nämlich ebenfalls keinerlei Extras. 0