Außenknöchelbruch

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Außenknöchelbruch

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Erfahrungsbericht über "Außenknöchelbruch"

veröffentlicht 28.05.2008 | togri
Mitglied seit : 13.05.2003
Erfahrungsberichte : 585
Vertrauende : 155
Über sich :
Durchschnittlich
Pro NIX! (na gut, es gibt Schlimmeres!)
Kontra zu viel um es hier aufzuführen (blöde Kürzung der möglichen Zeichen! *hmpf*)
sehr hilfreich

"~ Humpelstilzchen ~"

Bruchstelle

Bruchstelle

~ UPDATES ~
6.6. - Update zu "Krankengymnastik/Physiotherapie"
6.6. - Neuer Teil "Knochenbrüche und Psyche"
6.6. - 2 neue Punkte (die letzten beiden) zu "Was mir aufgefallen ist / Tipps"
6.6. - Zusatzinfo zu "Kosten"
11.6. - Update zu "Wie es weiterging und geht"
08.04.'11 - Neuer Teil "Die Zeit danach & die Entfernung der Platte" (ganz unten)
08.04.'11 - Neuer Teil "3 Jahre später" (ganz unten)

Auf dem Rückweg vom Tanz in den Mai habe ich mir (endlich mal?!) den Fuß so umgeknickt, dass er nicht nur verstaucht war. Einen Bänderriss hatte ich mir vor 10 Jahren schon zugezogen, diesmal hatte ich mich aber noch geschickter angestellt, denn ich hatte mir den Außenknöchel gebrochen. ►'''eine''' Weber B Fraktur

Da ich es leider verpasst habe, meine Röntgenfotos einzuscannen, musste das Internet herhalten. Sämtliche Bilder sind über Google zu finden, auch "nette" weitere, wer da Interesse hat …

Die Infos, die ich hier wieder gebe, versuche ich verständlich zu halten. Nachdem meine Ärzte mich mit Fachbegriffen malträtiert haben, habe ich mich selber noch ein wenig schlau gemacht! Ich denke, dass Richtigkeit gegeben ist, soweit Ärzte, Medizinische Lexika und Wikipedia Richtigkeit haben, das sind nämlich meine Quellen! =)
["Sprunggelenkfraktur" bei Wikipedia gibt wohl umfassender Aufschluss, als mein Bericht, da ich mich wirklich nur auf meine Fraktur beschränke!]
Alle Infos sind auch wirklich nur als reine Infos zu Verstehen! 100%ige Richtigkeit garantiere ich nicht! Der Weg zum Arzt ist bei so was sowieso Usus, selber kann man so etwas nicht behandeln! UND: Bei jedem sieht es etwas anders aus!!!


AUßENKNÖCHEL?!? WIE? WAS? WO?
Foto 1 zeigt einen Fuß samt Sprunggelenk ("Knöchel"). Waden- und Schienbein enden ja im Sprunggelenk. Der untere Teil des Wadenbeins wird zum Außenknöchel (Malleolus lat.).
Rot eingezeichnet habe ich etwa die Stelle, die bei mir gebrochen war.


WEBER B FRAKTUR?!?
Ein schlauer Herr Weber hat Frakturen (Brüche) des Sprunggelenks mal eingeteilt (klassifiziert).
Seine Klassifikation sieht so aus:
  • Weber A Fraktur = unterhalb der Syndesmose, die Syndesmose ist immer intakt
  • Weber B Fraktur = auf Höhe der Syndesmose, die Syndesmose ist häufig mitverletzt
  • Weber C Fraktur = oberhalb der Syndesmose, die Syndesmose ist immer mitverletzt
    Die Syndesmose ist (plump gesagt) das Band im Sprunggelenk, das Schien- und Wadenbein im Gelenk zusammenhält.
    Zu diesen "Weber-Brüchen" können weitere Verletzungen (auch Frakturen) im Gelenk dazu kommen, da dies bei mir nicht der Fall war, möchte ich sie auch außer Acht lassen!
    Zudem können natürlich auch beide Knochen (also Schien- UND Wadenbein) betroffen sein. Auch das war glücklicherweise bei mir nicht der Fall.

SYMPTOME & DIAGNOSE
Mein Sprunggelenk war angeschwollen und wurde blau. Da war also was passiert. Die genaue Diagnose lieferte ganz klassisch das Röntgenbild, auf dem man den Bruch gut sehen konnte.
Ganz simpel also! Bei komplizierteren Brüchen kommen weitere Diagnose-Methoden hinzu.
Die Info, die das Röntgenbild nicht lieferte, war, ob die Syndesmose mitverletzt war. Das sollte sich erst während der OP herausstellen. (Dafür muss man sich nicht sofort schon auf den Kopf stellen, das reicht einfach während der OP!)
Schmerzen hatte ich übrigens gar keine!


BEHANDLUNG
Weber B Frakturen werden operativ behandelt. Der Knochen wird in seinen ursprünglichen Zustand zurückgebracht (repositioniert) und mit einer Platte verstärkt (Osteosynthese). Klassisch ist dabei eine Platte, die mit 6 Schrauben am Knochen fixiert wird. Evtl. wird noch mit einer Zuggurtung gearbeitet, das war bei mir nicht der Fall!

Die OP kann bis zu 6 Stunden nach dem Unfall durchgeführt werden. Da ich Alkohol getrunken hatte, kam das bei mir logischerweise nicht in Frage. Im Duisburger Krankenhaus wurde mir gesagt, dass ich nun 6 Tage warten müsse. Einen Tag später (FR, 2.5.) - im Viersener Krankenhaus - wurde diese Aussage wieder eingeschränkt. Es kommt nämlich auf die Schwellung des Sprunggelenks an. Da diese bei mir schon ganz gut zurückgegangen war, hätte man mich dort auch gerne sofort operiert. Ich musste allerdings noch zig Dinge regeln und war natürlich auch nicht nüchtern, so dass die OP für Montag (5.5.) angesetzt wurde.

Im Duisburger Krankenhaus war mein Bein eingegipst worden (L-Schiene um Wade und Fuß, also nur "halb" eingegipst) und den Gips hielt ich auch bis zur OP an.
Ich musste den Fuß immer hochlagern, nicht nur waagerecht, sondern so hoch, wie irgendwie möglich. Was wir im Bett für Konstruktionen gebaut haben … *g*
Zudem musste das Gelenk gekühlt werden, was wegen des Gipses gar nicht so einfach war. Aber mit weiterer Trickserei ging es irgendwie!
Dass ich seit dem 1. Mai auf Krücken (Unterarmgehhilfen / Stockstützen / … / Scheißdinger! *g*) unterwegs bin muss ich wohl nicht dazu sagen, gell? =)

Was total wichtig ist, ist die Thrombose-Prophylaxe. Die Gefahr einer tiefen Venenthrombose ist durch die Ruhigstellung des Beines nämlich enorm!
Seit dem 1. Mai bekomme ich also täglich eine Heparin-Spritze zur Blutverdünnung.


DER TAG DER OPERATION
Sonntags abends war ich ins Krankenhaus gekommen, montags morgens stand dann die OP an.
In den OP geholt wurde ich gegen 10 Uhr, bis ich dann die Kanüle im Arm hatte und die Narkose wirkte, war es bestimmt 10:30 Uhr.
Aus der Narkose wieder aufgewacht bin ich gegen 12 Uhr - mit höllischen Schmerzen! Ich gehe davon aus, dass ich die Schmerzen wegen der Platte hatte bzw. wegen der Schrauben, die tief im Knochen sitzen. (Die Syndesmose war übrigens nicht verletzt. Wäre dies der Fall gewesen, hätte man mir einen Nagel zwischen Schien- und Wadenbein gehämmert, der nach 6 Wochen wieder hätte entfernt werden müssen.)
Bis ca. 12:30 Uhr lag ich dann noch im Aufwachraum und hatte mittlerweile auch endlich die Schwester davon überzeugen können, mir ein Schmerzmittel zu spritzen, denn die Schmerzen waren kaum auszuhalten.
Zurück auf Station wurden die Schmerzen keinesfalls besser. Ich schrie vor Schmerzen, bekam hochdosierte Schmerzmittel, aber erst gegen 15:30 Uhr ließen die Schmerzen soweit nach, dass ich wieder vernünftig reden konnte und nicht jeden anbrüllte. (Ich bin keinesfalls empfindlich was Schmerzen angeht. Solche Schmerzen wünsche ich nicht mal meinem ärgsten Feind! Es war die Hölle!!!)
Trinken durfte ich um 13 Uhr - ein paar Schlucken Wasser! =(
Essen durfte ich um 15 Uhr und das war dann auch schwer nötig. Ich war dank der Schmerzen (und der ganzen Mittel, die mir gespritzt wurden) nämlich nicht nur total k.o., sondern dümpelte auch dauernd an der Grenze zur Bewusstlosigkeit.
Der restliche Tag ging dann viel besser vonstatten, ich lag allerdings nur im Bett, bin einmal auf den Toilettenstuhl gehievt worden und das war's!

Mein Bein war dick in einen Verband eingepackt und ich hatte eine "Drainage" (Redock oder so ist der richtige Ausdruck) oberhalb der Naht.
Durch die Drainage fließt das Wundwasser ab, sie ist also echt wichtig, mich hat sie allerdings nur genervt.


EINE WOCHE IM KRANKENHAUS
Eine Woche sollte ich im Krankenhaus bleiben und ich hätte nicht gedacht, dass diese Woche, so stressig werden würde. *g*

Einen Tag nach der OP (DI, 6.5.) wurden mir von der Visite der Verband und das Pflaster auf der Naht entfernt. Schön sah das, was sich darunter verbarg, keinesfalls aus. Zudem war mein Bein von den Zehenspitzen bis zum Knie mit Jod eingepinselt.
Weil mich die Drainage so sehr nervte und weil auch kaum Wundflüssigkeit rausgekommen war, fragte ich mit Erfolg, ob die Drainage nicht schon entfernt werden könne.
Auch das tat höllisch weh (Wieder subjektive Schmerzen! Das Sprunggelenk ist meine empfindsamste Stelle am Körper musste ich feststellen!), aber danach hatte ich wirklich überhaupt keine Schmerzen mehr! Das Loch, wo die Drainage drin war, sieht man auf dem Foto meiner aktuellen Wunde noch sehr gut (oberhalb der Naht der schwarze Punkt)!
Danach ab zum Röntgen um zu schauen ob wirklich alles glatt gelaufen ist - positiv!
Der Schock des Tages war aber definitiv, als auf einmal eine nette junge Frau neben meinem Bett stand, mit dem 2. Kompressionsstrumpf wedelte (am gesunden, rechten Bein hatte ich natürlich seitdem ich im KH war einen Kompressionsstrumpf, der ja auch gegen die Thrombose wirkt!) und mir nicht nur erklärte, dass sie mir diesen Strumpf jetzt an mein frisch operiertes Bein ziehen würde, sondern auch dass sie Physiotherapeutin (Krankengymnastin) sei und wir dann nach der Strumpf-Prozedur laufen würden.
Das Strumpf-Anziehen war wirklich grauslig, klar, wenn man erst vor einem Tag operiert wurde!
Das Laufen war allerdings auch nicht besser! Mein Bein gehörte nicht zu mir, ich hatte keinen Mut den Boden auch nur mit dem großen Zeh zu berühren, meine Hüfte stand total schief und nach 3 Metern hatte ich schon keine Kraft mehr, weil ich mich so verkrampfte.
Also kam die Physiotherapeuten mittags noch mal wieder - und es ging schon ein bisschen besser.
Gegen 16 Uhr konnte ich meine Zehen nicht mehr spüren und fragte nach, ob man den Kompressionsstrumpf am linken, operierten Bein wieder entfernen könnte. (Man hatte mir da übrigens den Strumpf mit den Maßen des rechten Beins angezogen …)
Das durfte man und es war auch gut so! Meine Zehen waren mehr als 3mal so dick, wie normal, alles war von dem Strumpf abgeklemmt worden …
"Laufen" hieß übrigens, dass ich den Fuß nur mit maximal 15kg belasten darf - und das 6 Wochen lang! 15kg können verdammt viel sein, wenn man gerade operiert wurde. Generell ist es aber total wenig! (Probiert es mal aus, auf einer Waage!)

Mittwochs bis Freitags (7. bis 9.5.) hatte ich also 2mal täglich Physiotherapie und es ging immer besser.
Donnerstags konnte ich schon über den ganzen Flur laufen, sowie 10 Treppenstufen hoch, wieder runter und wieder zurück ins Zimmer.
Ansonsten … jeden Tag Visite, also auch Pflasterwechsel, denn mehr hatte ich nicht mehr am Bein - kein Gips, kein Verband, nur ein Pflaster über der Naht! Mehr gab's nicht zu tun, aber das war wirklich stressig und anstrengend genug! Hätte ich ja nie gedacht, dass mich so wenig schon so fertig machen kann!

Mittwochs wollte man mir wieder den viel zu engen braunen Kompressionsstrumpf anziehen. Da mittlerweile aber auch die Zehen des rechten, gesunden Fußes anschwollen, habe ich mir die nicht ganz so guten weißen Kompressionsstrümpfe geben lassen, was tausendmal besser ging. Die habe ich dann sogar problemlos bis zu meiner Entlassung tragen können!

Mittwochs durfte ich, nachdem dann die Drainage raus war, auch duschen gehen. Ich hatte natürlich keinen Mut, mein linkes Bein nass zu machen, aber egal …

Samstags (10.5.) war dann stinkend langweilig, weil ja keine Physiotherapie stattfand, also habe ich angefangen rumzunerven, ob ich nicht schon Montag (Pfingstmontag) entlassen werden könne. Man wolle noch den Sonntag abwarten …

Sonntags nach dem Duschen bin ich ausgerutscht und habe mich reflexartig auch mit dem linken Bein versucht aufzufangen. Da ich das Bein aber bis 6 Wochen nach der OP nur mit 15kg belasten darf, damit die Platte in Ruhe verwachsen kann und alles verheilen kann, war das nicht ganz so super …
Also ab zum Röntgen. Hätte sich etwas verschoben, hätte ich noch mal operiert werden müssen, aber ich hatte Glück!
Also weiter wegen der Entlassung rumjammern …

… und montags (12.5.) hatte ich Glück und wurde wirklich entlassen. So langsam fiel mir die Decke so was von auf den Kopf … den einen Tag mehr hätte ich wirklich nicht mehr ausgehalten!


ZURÜCK ZU HAUSE - DER STRESS NIMMT NICHT AB
Zuhause sein ist das Eine, Zuhause mit einem (relativ) frisch operierten Bruch zu sein, das Andere. Damit ist man nämlich gar nicht sooo viel zu Hause.

Am Tag nach der Entlassung (13.5.) aus dem Krankenhaus mussten wir natürlich zu meinem Hausarzt: Wundkontrolle, AU, Heparin-Spritzen verschreiben, ist Krankengymnastik notwendig?, was ist mit einer Stütze für das Gelenk?, etc. pp.
Da seine Auskünfte bzgl. der Krankengymnastik und der Stütze so komisch waren ("So was brauchst du nicht! Kannst du doch alles alleine machen!") haben wir einen Termin bei meiner Orthopädin vereinbart.

Die Woche zwischen diesen beiden Terminen war recht angenehm. Meine Mom hat mich immer mit zum Einkaufen geschleift, weil ich ja laufen musste, von Tag zu Tag ging alles besser und auch mein Bein gehörte langsam wieder zu mir und ich entwickelte Mut, dass so schnell nichts schief gehen kann mit dem Bruch bzw. der Platte.

Montags (19.5.) war dann der Termin bei meiner Orthopädin. Neben dem Ziehen der Fäden (empfohlen 10 bis 14 Tage nach der OP), was für mich natürlich auch total schmerzhaft war, standen wieder die Fragen zur Krankengymnastik und zur Stütze für das Gelenk im Raum. Beides kam aber schon von ihr selber - und sie schlug die Hände über dem Kopf zusammen, dass mein Hausarzt beides so abgetan hatte. Nicht nur, weil mich etwa seit dem 16.5. ein Wadenkrampf im linken Bein plagt (den ich alleine natürlich nicht loswerde) empfand sie Krankengymnastik als sehr wichtig. Genau wie eine Stütze in Form einer Schiene für das Gelenk, das sich beim Laufen gerne ein wenig selbstständig macht.


EINE STÜTZE FÜR DAS GELENK
Bewaffnet mit einem Rezept für eine Schiene ging es ab zum Sanitätshaus. Da die vom Krankenhaus empfohlene Schiene (VacoAnkle) nicht vorrätig war, bekam ich zum testen erstmal eine andere, aber funktionsgleiche Schiene (AirCast).
Dieses blöde Scheißding (entschuldigt die Ausdrucksweise!) hat mit schon nach wenigen Metern die Wunde wieder ausgescheuert. Zudem konnte ich damit eigentlich gar nicht laufen. Mal abgesehen davon, dass sie total auf meinen verkrampften Muskel drückte und ich wieder Schmerzen hatte und total fertig war - abends lag ich heulend auf der Couch und verfluchte mein Leben.
Ich trug die Test-Schiene also gar nicht und als die richtige Schiene dann da war, nahm ich sie auch nicht mit nach Hause. Warum? Sie saß zwar ein klein wenig besser, scheuerte mir zwar auch nicht sofort die Wunde wieder auf, aber drückte genauso auf den verkrampften Muskel und bereitete mir schon nach wenigen Minuten wieder Schmerzen!
Beide Schienen sind eigentlich für Bänderrisse gedacht, auch für einfache Brüche. Bedacht haben die Hersteller aber die OP-Narben nicht, die nun mal nicht nach 1 Tag schon ausgeheilt sind.
Da mein Gelenk sich mittlerweile nicht mehr so sehr selbstständig macht, warten wir mal ab, bis die Wunde noch weiter ausgeheilt ist und dann testen wir die Schiene(n) noch mal. Wobei ich fast davon ausgehe, dass ich bis dahin den Fuß wieder voll belasten kann und die Schiene auch nicht mehr nötig ist!


KRANKENGYMNASTIK/PHYSIOTHERAPIE
Seit dem 21.5. habe ich 2mal wöchentlich Krankengymnastik. Insgesamt bekomme ich 12 Mal Krankengymnastik, die Krankenkasse würde 18 Mal übernehmen, so oft muss ich aber glücklicherweise doch nicht hin!
Bei den ersten beiden Malen hat mein Krankengymnast darauf geachtet, dass ich nicht laufe wie ein Storch im Salat. Im Krankenhaus hab ich nämlich Hüfte, Knie, ja, mein ganzes linkes Bein so steif gehalten, dass es sinnvoller war, große, bewusste Bewegungen zu machen, als sofort schon auf die Schönheit meiner Gangart zu achten.
Da ich die 15kg Teilbelastung selber ganz gut im Griff habe, hat mein Krankengymnastik bis zum 5. Mal hauptsächlich Bein und Fuß gedehnt. Bei den ersten Malen ging es hauptsächlich darum, meinen Wadenkrampf zu verbessern und mir klar zu machen, wie verkrampft ich mein Bein und meinen Fuß den ganzen Tag lang halte. Die weiteren Male wurde mir gezeigt, wie flexibel mein Fuß doch schon ist. Beim 5. Mal wurde er sogar endlich mal nicht nur hoch und runter (also wie beim Gehen) bewegt, sondern auch seitlich. Die Platte behindert diese Bewegung ein wenig, aber alles verläuft schmerzfrei.
Ab dem 6. Mal (4 ½ Wochen post OP) lag ich dann nicht mehr gemütlich auf der Liege, sondern musste in die "Folterkammer" und selber ran. 5 Minuten Fahrrad fahren zum Aufwärmen machte ich ja noch gerne mit, aber dann sollte ich die 3 Schritte zum nächsten Gerät ohne Krücken laufen. Einen Schritt schaffte ich, dann wollte mein Kopf nicht mehr. Also bekam ich nur eine Krücke, mit der es dann mehr schlecht als recht ging. Nun hob ich mit beiden Fußrücken 10kg hoch - 10 Minuten lang. Immer noch keine Schmerzen und mein Kopf kapierte langsam, dass mein Knöchel schon verdammt viel ab kann! Dann 5m mit einer Krücke zum nächsten Gerät - und ich wollte gar nicht mehr aufhören mit nur einer Krücke zu laufen, weil das echt super klappte! Nun stemmte ich noch gute 5 Minuten mit beiden Beinen 30kg weg - auch wieder ohne Schmerzen!

Mittlerweile beschäftigen wir uns also mit dem Muskelaufbau! Das ist total wichtig, denn schon nach 48 Stunden ausschließlich aufstehen zum Pipi machen und sonst nur rumliegen, haben sich 50% der Muskeln zurückgebildet. Und ich habe 1 ½ Wochen lang fast nur rumgelegen …

Im Krankenhaus haben alle Schwestern an den ersten beiden Tagen gedacht ich könnte nie wieder laufen. Dann hat es auf einmal Klick gemacht. Aber würde ich jetzt keine Krankengymnastik bekommen und vor allem, würde mein Krankengymnast nicht so super auf mich eingehen und mich mit allen meinen Fragen ernst nehmen, ja, dann hätte ich wohl große Rückschritte gemacht und würde wieder durch die Gegend hopsen und schwanken wie zu Anfang.

Mein Ziel ist es, bis zum 27.6. fit zu sein, dann fahre ich nämlich auf eine Freizeit für Menschen mit Behinderung. Es ist ein erreichbares Ziel geworden! Ohne Krankengymnastik wäre ich noch lange nicht so weit. Dank der Krankengymnastik bin ich viel fitter und vor allem mutiger geworden. Mittlerweile (fast 5 Wochen post OP) kann ich problemlos auch längere Strecken alleine laufen. In der Wohnung bewege ich mich nur noch mit Krücken, vorher war mein Schreibtischstuhl zum Rollstuhl geworden und die Krücken benutzte ich eigentlich gar nicht!


KNOCHENBRÜCHE UND PSYCHE
An einigen Stellen kann man nachlesen, dass Knochenbrüche sich auch auf die Psyche auswirken. Man wird empfindlicher, ist schneller gereizt, zieht sich schnell mal jeden Schuh an.
Ich bin auch ein Paradebeispiel dafür. Wobei bei mir hinzukommt, dass es mir nur gut geht, wenn ich Stress habe. Ich bin immer auf Achse, mein Zuhause kriege ich im Normalfall nur zum Schlafen zu Gesicht. Ich kann mich schwer mal hinsetzen und nichts tuen. Einen ganzen Tag im Bett verbringen? Nicht mit mir!
Durch den Bruch kann ich nicht arbeiten, konnte nicht mit auf Freizeit in die Toskana fahren und wie es mit meinem Studium läuft, stand längere Zeit nicht fest. (Mittlerweile bin ich beurlaubt, ein Felsbrocken fiel mir vom Herzen!)
Zudem lag ich im Krankenhaus fast nur im Bett und hätte ich keine Krankengymnastik bekommen, würde das zu Hause auch so sein.
Nein, das ist kein Leben für mich und ich ach-so-lebensfroher Mensch wurde zeitweise mächtig depressiv! Ich habe mich lange in den Schlaf geheult. Sobald mit etwas nicht passt, auch nur die kleinste Kleinigkeit falsch lief, explodierte ich.
Meine Mom und mein Freund (vor allem die beiden) haben super viel für mich getan, sich wirklich den Popo aufgerissen, mich versucht aus jedem Loch zu holen und genau die beiden haben fast täglich meine Gefühlsausbrüche abbekommen!
Aber außer mir zu sagen, dass ich mich mal ein paar Minuten rausziehen soll und dass das jetzt gerade nicht so passend war, konnten sie auch nix tun. Ich war einfach fertig und verlor öfter mal die Kontrolle über mich!
Wirklich Aufschwung hat mir die Tatsache gegeben, dass ich am 27.6. auf Freizeit fahren kann! Jetzt, wo nicht nur ein Ende in Sicht ist, sondern auch ein tolles Ziel am Ende, finde ich langsam meine Lebensfreude wieder. Ich kann wieder so viel lachen wie vorher, lege nicht mehr jedes Wort auf die Goldwaage, kann mich einfach mal fallen lassen, werde langsam wieder zu der Person, die ich eigentlich bin!


WIE ES WEITERGING UND GEHT
Eigentlich sollte ich 6 Wochen lang den Fuß nur teilbelasten, also mit 15kg. Bis 20kg, vielleicht auch bis 25kg sind nach und nach auch ok, so dass ich mich auf mein Gefühl verließ!
Aufgrund der Teilbelastung und der somit erhöhten Thrombosegefahr wurde ich weiterhin jeden Abend mit Heparin gespritzt. Und das sollte auch bis zur vollen Belastung so bleiben!
Nach 6 Wochen sollte ich dann zur Nachkontrolle ins KH.

Was mir weder im KH, noch von meinem Hausarzt gesagt wurde, dafür aber dann von meiner Orthopädin, ist, dass mir einmal in der Woche Blut abgenommen werden muss, damit kontrolliert werden kann, wie gut die Heparin-Spritzen anschlagen usw. Es wird also ein kleines Blutbild gemacht, bei dem vorrangig auf die Thrombocyten geachtet wird! Dies geschieht nur so lange, wie man auch Heparin gespritzt bekommt!

Am 10.6. wollte ich mit meiner Mom einkaufen. Sie war unterwegs, wie hatten etwa eine Zeit ausgemacht und ich saß fertig zu Hause, als sie anrief und mir sagte, dass ich nun runtergehen kann. Ich stand also auf und ging … bis mir nach 3 Schritten auffiel, dass etwas komisch ist … Ich hatte vergessen, dass ich mit Krücken laufe! Ich war 3 Schritte ohne Schwanken, Festhalten und vor allem ohne Schmerzen gelaufen!
Ich stand dann erstmal perplex da, griff dann nach meinen Krücken und musste erstmal stark überlegen, welcher denn nun mein kaputter Fuß ist …
Im Nachhinein echt eine witzige Situation, aber der Schock saß tief! Malte ich mir doch gleich aus, was alles hätte passieren können …
Da es abends war und ich ja keine schmerzen hatte und am Fuß auch keine Veränderung zu sehen war, beließen wir es dabei und ich kämpfe damit, den Fuß weiterhin nur teilweise zu belasten. Das fiel mir dann richtig schwer!

Am nächsten Tag ging es dann also zur Nachkontrolle im KH. Eigentlich wäre die Nachkontrolle erst am 16.6., also 5 Tage später gewesen, aber nach meiner Glanzleistung und mit der Sorge, dass vielleicht doch irgendwas passiert ist, zogen wir sie einfach vor.
Die Schwestern und Ärzte im KH lachten sich über meine Geschichte kaputt und meinten (genau wie meine Mom), dass es ein sehr gutes Zeichen sei, wenn der Körper vergisst, dass man Krücken hat und eigentlich noch nicht laufen kann.
Man hat sich also meine Narbe angeguckt, die fleißig heilt und dann wurde mein Knöchel geröngt. Die Platte ist gut festgewachsen, wie es sein sollte. Was die Ärztin aber verwunderte war, dass man den Bruch gar nicht mehr sah! Nach 5 Wochen schon nichts mehr zu erkennen! Das kannte sie noch gar nicht!
Da alles so gut aussah und durch mein Gelaufe nichts passiert war, bekam ich also 5 Tage früher schon das OK: Ich darf meinen Fuß wieder voll belasten! Klar ist, dass das nicht von Jetzt auf Gleich geht und am Besten durch Krankengymnastik unterstützt wird! *juchu*

Schwimmen - so hieß es zuerst - darf man erst 8 Wochen post OP. Da der Bruch bei mir so gut verheilt ist und ich ziemlich fit bin, darf ich jetzt (gut 5Wochen post OP) schon wieder anfangen zu Schwimmen. Aber natürlich am Besten mit einem "Aufpasser", damit ich nicht hinfalle und etwas passiert!
Sportarten wie Tennis u.ä. dürfen erst frühestens 3 Monate post OP wieder ausgeführt werden! Da ich da aber kein Interesse dran habe, habe ich für meinen Fall konkret nicht nachgefragt!

Da ich in einem Heim für Menschen mit Behinderung arbeite, darf ich auch (frühestens) nach 8 Wochen erst wieder arbeiten, hätte ich einen anderen Job, wäre das wohl schon nach 6 Wochen möglich! Ich fahre ja jetzt am 27.6. (gut 7 Wochen post OP) auf eine Freizeit für Menschen mit Behinderung, werde dort aber keine Rollis schieben und auch nicht wirklich in der Pflege arbeiten. Im Heim fange ich erst am 15.7. wieder an zu arbeiten. Ohne die Freizeit hätte ich am 1.7. wieder angefangen!

Wenn die Platte stört geht es auch schon ein bisschen früher, grundsätzlich wird aber erst 1 Jahr nach der OP die Platte wieder herausgenommen. Sie kann aber auch ein wenig länger drin bleiben! Ich werde den Fuß nach 10 Monaten mal röntgen lassen. Wenn dann wirklich alles verheilt ist, kommt dann die Platte raus, ansonsten nach 16 Monaten!
Nägel oder nur Schrauben könnte (!) man drin lassen, wenn sie nicht stören, die Platte muss aber in jedem Fall wieder raus. Dafür wird der Fuß wieder an der gleichen Stelle aufgeschnitten.
Die Heilungsphase ist dann aber wohl viel kürzer. Eine solche OP wird wohl teilweise auch ambulant gemacht. Mit Krücken läuft man hinterher maximal eine Woche lang. Das ist halt auch wieder bei jedem anders und ich werde, wenn es so weit ist, den Bericht mit meiner Erfahrung ergänzen!


WAS MIR AUFGEFALLEN IST / TIPPS
Verlasst euch nach dem KH-Aufenthalt nicht auf die Meinung eines Arztes! Kommt euch etwas komisch vor, so holt euch weitere Meinungen ein. Orthopäden und Sportärzte sind definitiv die besseren Ansprechpartner als "einfache" Allgemeinmediziner. Und auch sie können euch krankschreiben und euch sämtliche Rezepte ausstellen!

Heparin verdünnt das Blut, das ist wegen der Thrombose-Gefahr ja auch total wichtig, wenn man als Frau seine Tage hat, ist das dann aber schon ein bisschen doof. Meine Tage waren ein bisschen länger und intensiver!

Zudem habe ich nach jeder Blutabnahme einen dicken blauen Fleck in der Armbeuge, viel stärker als normal (sonst habe ich da sogar manchmal gar keinen), halt auch wegen dem Heparin.

Durch die Fraktur hat sich im Bein natürlich auch eine Prellung gebildet, genau wie unter dem Sprunggelenk.
Wegen sämtlicher Hämatome kann man sich in der Apotheke Heparin Gel kaufen (100g 4,41€). Das trägt man mehrmals täglich dünn auf und die blauen Flecken und Prellungen verschwinden viel schneller.
Bei mir war das sogar recht wichtig, weil ich mitten an der Wade eine Prellung hatte, die von innen heraus kam und wegen der ich mein Bein gar nicht grade ablegen konnte!
Wunder bewirkt das Gel natürlich auch nicht, vor allem sollte man es nicht ohne Absprache mit dem Arzt kaufen, aber es unterstützt wirklich sehr gut!

Mein gesamter Fuß schwillt nach wie vor im Laufe des Tages an. Nicht mehr so schlimm, wie direkt nach der OP, aber im Gelenk ist halt immer noch was kaputt und daher können Körperflüssigkeiten (Lymphe, Blut, etc.) nicht so gut abfließen. Die Bewegung durch das Laufen, aber auch Bewegung im Sitzen oder Liegen wirkt wie eine Pumpe. Zudem sollte man den Fuß immer wieder hoch legen und natürlich kühlen. So extrem wie zu Anfang muss ich das aber jetzt, 3 Wochen nach der OP, schon nicht mehr machen!

Dass der Fuß, v.a. aber der Knöchel anschwillt, das wird auch in den nächsten Jahren v.a. im Sommer noch der Fall sein. Im Sommer schwillt ja ohnehin der Körper an, die Füße werden viel schneller dick und weil ja jetzt einmal etwas im Gelenk mächtig kaputt war, ist der Durchfluss der Körperflüssigkeiten dort auch länger noch gestört. Vielleicht nicht für immer, aber doch für eine längere Zeit!

Um blaue Flecken nach der Heparin-Spritze zu vermeiden, sollte man auf die Einstichstelle noch mindestens 3 Minuten, besser noch 5 Minuten ganz feste drauf drücken! Auf keinen Fall die Stelle massieren! Seitdem ich das mache, habe ich keine blauen Flecken mehr am Bauch!

Ich habe das Gefühl, dass hin und wieder etwas über die Platte schrappt bzw. auch, dass ich die Platte unter der Haut fühle. Mein Krankengymnast hat diesen Eindruck bestätigt. Viele seiner Patienten haben dies erzählt und es ist wohl auch wirklich so, dass eine Sehne genau an der Stelle der Platte ist.
Daher kann (!) es sein, dass man, wenn die Platte nach einem Jahr draußen ist, wieder zur Krankengymnastik geht, weil die Sehne ein bisschen geweitet ist und man sich an die Veränderung gewöhnen muss.

Um Bewegung ins gesamte Bein zu kriegen, kann man den Fuß über einen Massageball (eine Flasche tut's alternativ auch) rollen. Das mache ich abends immer vor dem Fernseher. Auch dadurch ist mein Fuß wieder ein wenig flexibler geworden und ich halte ihn nicht mehr so verkrampft.

Zu Anfang bin ich immer nur in Schuhen gelaufen. Schnürschuhe - etwas anderes passt sowieso erstmal nicht.
4 Wochen post OP habe ich mal vorsichtig bei meinem Krankengymnasten angefragt, wie lange ich denn noch ausschließlich die Schnürschuhe tragen darf. Ha! Solange ich sicher in den Schuhen laufe (also nicht gerade mit Schläppchen) und wenn sie höchstens (!!!) 1cm Absatz haben (also keine Pumps oder sonstige Perversitäten auf denen ich eh nicht laufen kann *g*), kann ich alle Schuhe tragen, die ich besitze! JUCHU! Also bei dem heißen Wetter endlich in Ballerinas rumlaufen können, endlich auch wieder Vans tragen!
Mein Glück kannte aber kaum ein Ende. Bejahte doch mein Krankengymnastik die Frage nach barfuss laufen auch! Das ist sogar total gut, weil der Fuß dann mal was anderes fühlt. Barfuss laufen ist ja eh viel gesünder, als in Schuhen zu laufen.
Zudem hat sich ja die Hornhaut am Fuß auch zurückgebildet, da hilft barfuss laufen jetzt auch total gut!
Ich laufe jetzt zu Hause also immer barfuss rum, auch die Treppe runter zum Zeitung holen und wenn wir das Haus verlassen ziehe ich die Schuhe an, auf die ich gerade Lust habe! =)


KOSTEN
Als Kassenpatient muss man alles möglich zuzahlen. Nutzt aber auf jeden Fall die Möglichkeit eurer Krankenkasse, euch die Zuzahlungen erstatten zu lassen, wenn ihr über eure Belastungsgrenze kommt. (Immer auf ein Kalenderjahr hochgerechnet, es reicht also Ende des Jahres, man kann aber immer zwischendurch schon die Belege einreichen!)
Die Belastungsgrenze liegt (zumindest bei meiner Krankenkasse) bei 2% des Gesamt-Haushalts-Jahreseinkommen. (Bei uns also mein Einkommen PLUS dem meiner Mom minus eines Freibetrags für mich!)
  • Notaufnahme KH: 10€
  • Krücken: 5€ (Zuzahlung)
  • pro Tag im KH: 10€ (in meinem Fall 4.5.-12.5. = 9 Tage = 90€)
  • pro 10 Heparin-Spritzen 5€ bzw. pro 20 Spritzen ~7,70€
  • 6 Einheiten Krankengymnastik: 18,76€
  • ggf. Schiene: 10€ (Zuzahlung)
  • Praxisgebühr für Hausarzt / Orthopäden / o.ä.

►'''FAZIT'''◄
Mir wäre es definitiv lieber gewesen, wenn ich mir nicht den Außenknöchel gebrochen hätte. Dann wäre ich flexibler, würde nicht so viel Hilfe benötigen, hätte in die Toskana fahren können und und und!
Aber es ist nichts Schlimmes, abgesehen von den Schmerzen nach der OP und meinem blöden Wadenkrampf kann man gut damit leben, man ist nicht sein leben lang eingeschränkt, sondern es ist immer ein Ende in Sicht!
Empfehlenswert ist eine Weber B Fraktur natürlich keinesfalls, aber man ist nach 6 bis 8 Wochen wieder fit und auch 1 Woche nach der OP kann man schon wieder einiges anstellen!

Ich würde mich über konstruktive Kommentare freuen! Mein Bericht ersetzt keine Diagnose, ärztliche Behandlung oder sonst irgendwas! Wenn euch etwas fehlt, teilt es mir bitte mit! Und ich hoffe, dass mein Bericht auch nicht zu lang geworden ist!

Die Zeit danach & die Entfernung der Platte


Ich hatte mich dann recht bald ganz gut mit allen arrangiert. Konnte immer besser laufen und Anfang August dann sogar auf ein Metal-Festival. Alles problemlos, keine Auffälligkeiten, keine Schmerzen. Außer natürlich, dass mein Fuß immer munter anschwoll und ich den ganzen Sommer über Kühlpacks mit mir herumgeschleppt habe.

Im Dezember (gut 7 Monate post OP) war ich's leid, dass man die Platte und die Schrauben richtig doll sehen und fühlen konnte. Das irritierte und störte mich, außerdem scheuerten die Winterschuhe darüber.
Im KH wollte man mir dann nicht glauben, dass die OP erst 7 Monate zurück lag. Das Röntgenbild ließe auf weit mehr als 12 Monate tippen.
Also wurde kurzer Prozess gemacht und schon wenige Tage später hatte ich einen Termin für eine ambulante OP. Ich sollte meine Krücken mitbringen und gute Laune. :)
Natürlich hatte ich Schiss. Hatte Angst wieder so große Schmerzen zu haben. Hatte überhaupt keine Lust, dass meine Narbe wieder aufgeschnitten wurde (die hatte mir richtig Probleme bereitet, aber das ist ein anderes Thema). Die Krankenschwestern nahmen mir ein bisschen alle Sorgen und als ich dann nach der OP wieder aufwachte war meine erste Frage "Wo ist meine Platte und die Schrauben?"
Ich hatte überhaupt keine Schmerzen, war nur platt, wie man es halt nach einer Vollnarkose ist. Übergleücklich wurde ich dann in mein Zimmer geschoben und meine Mom war total perplex WIE gut ich drauf war. Ein bisschen habe ich dann noch geschlafen, dann sollte ich mal testen, wie es mit meinem Kreislauf ausschaut, also ob ich aufstehen kann.
Ich schaute die blöden Krücken an und wollte sie einfach nicht benutzen müssen. Sie hatten lange genug zu mir gehört und wenn es klappte durfte ich auch ohne Krücken laufen. Das hatte man mir vorher zugesichert.
Also *hopp*, raus aus dem Bett und strammen Schrittes erstmal Pipi machen. ;) Mein Freund, der mittlerweile da war, kippte aus den Latschen. Er hatte das ganze Spektakel, meine ganzen Probleme im Sommer ja mitbekommen.
Wieder war ich mit der Drainage malträtiert worden. Die wurde dann am nächsten Morgen entfernt (weitaus weniger schmerzhaft als beim ersten Mal) und 5 Tage nach der OP konnte ich wieder arbeiten, also Rollis durch die Gegend schieben, in der Pflege arbeiten, etc. Mein Bein bzw. die genähte Stelle sollte nur nicht nass werden. Und ich musste das Pflaster (mehr war nicht drüber geklebt) einmal täglich wechseln.
Wir haben dann sogar noch eine Woche Urlaub in Hamburg gemacht. Mit ganz viel Lauferei - alles ohne Schmerzen und Probleme.
Wenn man davon absieht, dass dabei die Fäden gerissen sind und der Arzt ordentlich mit mir geschimpft hat, dass ich nicht schon früher zum Entfernen aufgeschlagen bin. :)

Das Entfernen war also wirklich total easy. Keine Schmerzen, keine Probleme, keine Einschränkungen.

3 Jahre später


Manchmal will mein Kopf nicht so ganz mitmachen. Ich habe Angst zu hüpfen - in die Höhe wie von irgendetwas runter. Ich passe ganz doll auf, wo ich lang gehe. Die Angst, dass ich nochmal so etwas durchstehen muss ist riesig. Leider.

Die Narbe ist immer noch da und sehr gut zu sehen. Zudem ist die Haut taub, richtig taub. Sehr unangenehm ist das. Vielleicht verwachsen die Nerven im Laufe der Jahre wieder und es kommt wieder Gefühl in die Haut. Wenn nicht, ist das aber auch kein Weltuntergang.

Im Sommer schwillt mein Fuß immer noch an. Oder wenn ich lange stehe. Das hat hoffentlich irgendwann ein Ende, denn das ist wirklich unangenehm. In der Türkei (August '10) war es an einem Tag sogar so schlimm, dass ich das Gefühl hatte, meine Haut würde gleich reißen. Stundenlang habe ich das Bein senkrecht hochgestreckt und mit allem gekühlt, was irgendwie kühler war als die Außentemperatur. Dann ging es irgendwann wieder.

Man hat also länger was davon, aber wirklich eingeschränkt ist man schnell schon nicht mehr.

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • MaeusleXXL veröffentlicht 16.05.2012
    Sehr interessanter Bericht...
  • 85eisfarben88 veröffentlicht 08.04.2011
    bh folgt
  • Sweeaty veröffentlicht 29.10.2008
    sehr interessanter und informativer bericht! bh von mir! liebe grüße!!
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Produktdaten : Außenknöchelbruch

Produktbeschreibung des Herstellers

Ciao

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