Produktbewertung des Autors:
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Ich lass’ mir von dir doch nicht .....
Klein Milos hat, allen Bedenken zum Trotz eine Sandburg gebaut. Ganz stolz ist er auf das Werk, planiert da noch ein bisschen herum, streicht dort noch die Flanke glatt und ignoriert die kleinen Probleme, die da und dort auftauchen, dass da einmal die sorgsam errichtete Ummantelung ein klein wenig bröselt, dort der Sand herunterrieselt, die können doch ganz schnell ausgebessert werden, die bessert er so gut er es eben kann, aus.
Zugegeben, es ist nicht die erste Sandburg unter der gütig strahlenden Sonne. Schon andere Baumeisterlehrlinge haben derartige Sandburgen geschaffen, manche sind eingestürzt, an manchen nagt der Zahn der Zeit und der Witterung, warte nur balde.......
Dennoch.
Es ist seine Burg, geschaffen von seinen genialen Händen, vom überlegenen Geist seiner technischen Begabung.
Milos würde wohl mit der Sonne um die Wette strahlen, wenn da nicht .......
Klein Jörg mag Milos nicht.
Das sagt zwar nicht viel, denn klein Jörg mag viele nicht.
Aber klein Jörg möchte gerne ein großer sein, einer auf den die anderen horchen, einer der die anderen führt.
Und klein Jörg weiß, dass viele andere Kinder keine Sandburgen mögen.
Und er weiß, dass sich viele vor der Sandburg von Milos fürchten.
Warum, das ist ihm eigentlich egal, auch wenn er natürlich so tut, als ob er genau wüsste.
Und er weiß, dass Milos gerne mitspielen möchte in der großen Sandkiste, dem großen Sandkasten, wo es das schöne, teure Spielzeug gibt, wo der Sand viel feiner.
Also erklärt er Milos, dass der zuerst seine Burg abtragen muss. Er muss sein Werk, auf das er doch so stolz ist, vergessen, vernichten, hinter sich lassen.
Wen er das nicht tut, wird er dafür sorgen, dass Milos nicht in den großen, den schönen Sandkasten kommt.
Das wiederum gefällt Milos überhaupt nicht.
Immerhin ist das SEIN Werk, seine Burg und außerdem stehen anderswo, auch in dem großen, schönen Sandkasten doch auch Burgen, nicht so stolz, nicht so stabil, nicht so schön.
Also sagt er dem Jörg, er soll sich doch um seinen eigenen Dreck scheren, der Idiot.
Nun lässt sich der Jörg schon kaum von anderen, nicht einmal von seinen Freunden etwas sagen, und vom Milos, diesem Vollidioten schon gar nicht.
Und er sagt diesem Vollidioten, dass er so lange zu diesem Idioten Vollidiot sagen wird, bis ....
Nun kann sich aber Milos schon gar nicht mehr lumpen lassen.
Immerhin hat dieser unterbelichtete arrogante, selbstgefällige Arsch doch tatsächlich die Frechheit besessen, ihn, Milos zu beschimpfen.
Also erklärt er dem Jörg und allen, die es hören wollen, dass der Jörg sich seine vollkommen unerhebliche Meinung, er weiß von nichts, reißt aber überall sein Maul auf, gefälligst dorthin schieben soll, woher sie nur gekommen sein kann, und das ist nicht der Mund, sondern eher im Gegenteil ....
Und schon fliegen die Fetzen.
Jeder versucht den anderen zu übertrumpfen, in dem großen, intelligenten Wettbewerb, wer schafft es noch tiefere Schubladen aufzutun, noch blödere Vergleiche zu finden, ....
Und irgendwann .....
Eine Szene, wie sie wohl jedem Vater, jeder Mutter von Kleinkindern, kaum der Windelhose entwachsen, stolz darauf selbstständig und kontrolliert Scheiße von sich geben zu können, wohl geläufig sein dürfte.
Normal und vermutlich unvermeidlich.
Nur, wenn es sich bei den beiden Exponenten, nicht um brabbelnde Kleinkinder, sondern um einen Premierminister eines mitteleuropäischen Staates einerseits, und um einen österreichischen Landeshauptmann andrerseits handelt, dann sieht die Sache wohl etwas anders aus.
Und nicht unbedingt besser und vorteilhaft für die beiden Herrn.
Auch wenn jetzt jeder der beiden darauf verweisen wird, dass er ja nicht angefangen habe.
Und schließlich könne man sich doch nicht alles bieten lassen.
„Post-nazi, faschistischer Populist, von nichts eine Ahnung, aber überall die Klappe offen,...“ (Originalton Milos Zeman, Premierminister der tschechischen Republik, in Richtung Jörg Haider, einfaches Parteimitglied der FPÖ und Mitinitiator des derzeit laufenden Volksbegehrens des zum Ziel hat, einen Beitritt Tschechiens zur EU zu blockieren, falls Temelin in Betrieb bleiben sollte)
„Altkommunist, Wendehals, demokratisch unreif,....“ (vice versa)
Wenn die beiden – vorgeblichen – Spitzenpolitiker und Vertreter ihrer Bürger (oder zumindest ihrer Wähler, aber so ist es nun mal in einer Demokratie, ich muss manchmal auch damit leben können, dass das Land von Leuten vertreten wird, die ich nicht gewählt habe und die mir möglicherweise nicht zu Gesicht stehen) auf einen Stahlträger steigen, müsste sich dieser eigentlich durchbiegen, denn – wie sagt schon das alte Sprichwort?
„Der Klügere gibt nach!“
Nur, was steckt dahinter?
Beide Herrn begeben sich doch nicht nur aus der Lust an der Freude auf ein derartiges Niveau.
Ist es nur der reine Populismus, das Spielen mit den – möglicherweise durchaus begründeten - Ängsten der Menschen vor einer nuklearen Katastrophe a la Chernobyl, nur halt dann in Mitteleuropa, die da zu einer – wie es selbstverständlich von der anderen Seite fast zwangsläufig gesehen wird – Einmischung in innere Angelegenheiten eines souveränen Staates führt.
Geht nukleare Sicherheit uns alle – auch Bürger eines anderen Staates – etwas an, und haben wir nicht sogar die Pflicht, von Recht ganz zu schweigen, nicht nur Stellung zu nehmen, sondern auch Schritte zu fordern, die Rute möglicher negativer Konsequenzen eines Ignorierens dieser Forderung ins Fenster zu stellen?
Nur, warum dann nicht auch gegen Mohovce, Bohunice, Dukovany und wo immer sie noch stehen sollten, die AKWs östlicher Bauart, vom Chernobyl Typus.
Wird hier ein Außenfeind konstruiert, um inneren Zusammenhalt, politisches Kleingeld im eigenen Land zu mobilisieren?
Und stimmt es, dass die Tschechen auf diesem Ohr taub sind, taub sein müssen, weil nicht Temelin nach sowjetischen Plänen errichtet wurde, sondern die ganzen Ost- AKWs weitgehend nach tschechischen Ideen und Plänen, und ein Zugeben, dass dieses AKW unsicher wäre, einem Eingeständnis eigener Fehlerhaftigkeit, dem Zugeben, dass man doch nicht so technisch und technologisch up to date ist, wie man immer (zumindest insgeheim) von sich annahm?
Es muss mehr dahinter stecken als die Streiterei zweier Herrn, der eine sicherlich, der andere möglicherweise demnächst Ex – Politiker, die sich’s halt noch einmal so richtig geben, die noch einmal ins Scheinwerferlicht und möglicherweise in die Geschichtsbücher drängen.
Warum ist die Sache derart eskaliert?
Warum reagiert man in Prag derart – sensibel ist hier, obwohl es von der Bedeutung passend wäre, wohl doch nicht ganz das richtige Wort – empfindlich, auf Kritik, die aus Österreich kommt (die deutsche Kritik, die Feststellung, dass laut deutschem Umweltminister das AKW in Deutschland niemals genehmigt würde, wurden einfach ignoriert und das war’s).
Man täte es nicht – auf beiden Seiten, wohlgemerkt – wenn man nicht wüsste, dass zumindest ein gar nicht so kleiner Teil der Bevölkerung (und damit der präsumtiven Wählerschaft) dies durchaus mitträgt, und zwar auch in dieser Schärfe und Härte mit allem Schlamm, Schmutz und aller Bösartigkeit, Arroganz, Ignoranz.
Warum, aber, ist das so?
„Der Deutsche ist ohne Recht.....“
So steht es (wenn die Übersetzung korrekt ist) einleitend in den Benes Dekreten, die heute noch eine Basis der tschechischen Verfassung bilden und an deren Existenz, Gültigkeit und Weiterbestand auch im Zuge der EU - Beitrittsverhandlungen nicht gerüttelt werden durfte und darf.
In diesem Satz, in diesem „vae victis“ ist der ganze Hass, der sich über die Jahrhunderte als möglicherweise identitätsstiftender Teil der tschechischen Seele aufgestaut hat, subsumiert.
Denn – wenn hier auch von „Deutschen“ die Rede ist, und auch wenn diese Dekrete nach dem Zweiten Weltkrieg geschaffen wurden, so gilt dies dennoch nicht, oder nur weniger dem Staat Deutschland, als den Deutschsprachigen, und damit Österreich.
Es waren – im tschechischen Selbstverständnis über Jahrhunderte – die Österreicher, die Habsburger, die die tschechische Nation (manchmal durchaus auch tatsächlich, die muss so als historisches Faktum angenommen werden) unterdrückt haben.
Von Rudolf I., dem Habsburger, der – von den Reichsfürsten nur auf Grund seiner Bedeutungslosigkeit zum deutschen König gewählt (zum Kaiser krönte damals, am Ende des 13, Jahrhunderts grundsätzlich nur der Papst) – den Böhmenkönig Ottokar und Land und Leben brachte, über das gebrochene Versprechen, den Reformator Jan Hus sicheres Geleit zum Konzil zu geben (wo er dann als Ketzer verbrannt wurde), über die Niederschlagung des Prager Aufstandes von 1618, der dann zum dreißigjährigen Krieg führte (die Köpfe der tschechische Elite hingen oder staken lange als Abschreckung an der Wenzelsbrücke) bis hin zu der Tatsache, dass Franz Josef zwar im Ausgleich den Ungarn Quasiautonomie zugestand, nicht aber den Tschechen (wie auch den Südslawen, eine unglückselige Entscheidung, die dann nicht ganz unbeteiligt war am Zerfall der Donaumonarchie) – über die jahrhunderte hinweg waren es die Österreicher, waren es die deutschsprachigen, die „Deutschen“ von denen nichts Gutes kam für die Tschechen, die tschechische Seele, das tschechische Selbstbewusstsein.
Nur zwei Mal konnte man sich „revanchieren“
Einmal nach dem ersten Weltkrieg, als man – gegen das Selbstbestimmungsrecht der Völker, von dem man – solange es im eigenen Interesse war – so gern und so viel gesprochen hatte – die Volksabstimmung über die Zugehörigkeit zum Österreich mit Waffengewalt unterband.
Und das zweite Mal eben nach dem 2. Weltkrieg, als man die Gelegenheit wahrnahm sich dieser verhassten Minderheit zu entledigen, mit eben diesen Dekreten.
Was sind schon vierzig Jahr Kommunismus, was sind schon die Unterdrückung durch die Bruderstaaten im August 1968 gegen diese hunderte von Jahren dauernde Unterdrückung durch „die Deutschen“
Und jetzt, wo man endlich auch die Kommunisten los ist, wo man auch diese Unterdrückung abgeschüttelt hat, wo man sich frei fühlen könnte, kommt einer aus eben diesem Österreich – so klein und unbedeutend es inzwischen auch geworden sein mag – und glaubt, er könne (schon wieder) etwas vorschreiben.
Noch dazu einer, der nicht ganz frei ist von Angriffsflächen.
Einer, der es mit Selbstbestimmung, Recht und Toleranz nicht immer so ganz genau nimmt. Wie es ihm halt eben in den (wählerstromoptimierenden) Kram passt. Einer, der selber gerne austeilt, aber – und damit beginnt sich der Kreis zu schließen – nichts, aber auch gar nichts einzustecken vermag. Ein nationalistisches, opportunistisches Mimöschen.
Zum braunen Minimonster hochgespielt von seinen Gegnern. So lange, bis er selber gefallen daran fand, sich so zu geben, denn besser schlecht Publicity als gar keine Publicity.
Und der wagt es doch tatsächlich,.....
Das kann doch wohl nicht wahr sein.
Dieser Post – Faschist, dieser .......
Dem muss man doch auf die Pfoten hau’n.
Dem muss man doch den Sand ins Maul stecken, bis ....
Sandkastenstreiterei, Sandkastenkrieg.
Kränkst du meine Eitelkeit, kränk’ ich deine.
Bist du böse zu mir, bin ich ....
Wie sagte dereinsten schon Herbert G.
„...gebt den Kindern das Kommando
sie berechnen nicht was sie tun .....“
Nur, wenn die Kinder die Fünfzig überschritten haben ......
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telemo
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17.12.2002
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Bewertung für Außenpolitik von
Rainman_the_first
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23.07.2010
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Nachkriegsszenario und bisher Unbekanntes
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lustig17
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06.04.2003
(09.04.2003)
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Bewertung für Außenpolitik von
Klawiklawaklawong
Pro: -
Kontra: -
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06.02.2003
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Irakkrieg und die deutsche Beteiligung daran
Bewertung für Außenpolitik von
Mischka27
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23.09.2002
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