Ausgewählte Werke eines großen Literaten
22.06.2009
Pro:
Gut geschriebene, tw . politisch brisante Werke, die seine Epoche sehr gut umschreiben
Kontra:
nix
Empfehlenswert:
Ja
 Matze081
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Hallo, Baujahr 81, Studium in HRO, Arbeit hier und da! 570!!! Berichte und 443. Bericht mit 200 Lesu...
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Einleitung ------------ Kennen Sie Kurt Tucholsky? Die meisten werden jetzt wahrscheinlich "Ja" sagen, doch gleichzeitig zugeben, dass sich ihr Wissen auf weniger Details beschränkt. Manchmal habe ich den Eindruck, dass dieser zu den berühmtesten Publizisten der Weimarer Republik gehörende Schriftsteller kaum noch bekannt ist. Gleichfalls aus diesem Grunde möchte ich im folgenden Bericht ausgewählte Werke des Autors vorstellen. Daten -------- Umfang: 975 Seiten ISBN: 1-40547-601-X Damaliger Preis: Ist mir unbekannt, da ich es als Mängelexemplar erstand. Erschienen 2006 im Melzer Verlag.Autor -------- Ich möchte den Autor nicht allzu breit vorstellen, da man seine Biografie auch bei Wikipedia und ähnlichen Seiten nachlesen kann. Nur soviel: Er wurde 1890 in Berlin geboren, war deutscher Journalist und Schriftsteller, sah sich als Gesellschaftskritiker in Tradition von Heinrich Heine und warnte redlich vor den Gefahren des Dritten Reiches, was allerdings Niemanden wirklich interessierte. Am 20. Dezember 1935 nahm er von Krankheit gebeutelt eine Überdosis Schlaftabletten. Wie später noch beschrieben, kennzeichnete Erich Kästner den Berliner mit den Worten: Der „kleine dicke Berliner“, der „mit der Schreibmaschine eine Katastrophe aufhalten“ wollte. (Erich Kästner: Kurt Tucholsky, Carl v. Ossietzky, ‚Weltbühne‘, in: Die Weltbühne, 4. Juni 1946, S. 22)Diesen Hinweis habe ich jetzt selber aus Wikipedia entnommen. Aufbau und Aufmachung ------------------------------- Das äußerst dicke Werk von Tucholsky wartet mit einem schwarzen Cover auf. Auf der Vorderseite sieht man den Titel und den Verlag. Auf der Rückseite ist mit weißer Schrift ein kleiner Klappentext und eine kurze Auflistung der einzelnen Werke angegeben. Die jeweiligen Seiten sind recht dünn, doch die Schrift ist absolut ausreichend, um der Ausgabe somit eine gute Note für die äußere Aufmachung zu geben. Inhaltlich ist das Buch in lyrischen und prosaischen Texten gegliedert. Prosa: - Rheinsberg, ein Bilderbuch für Verliebte - Schloss Gripsholm - Essays und kleine GeschichtenLyrik: - Gedichte aus den Jahren 1912 bis 1924 - Gedichte aus den Jahren 1925 bis 1928 - Gedichte aus den Jahren 1929 bis 1932 Das ganze wird mit dem chronologischen und den alphabetischen Verzeichnis "aller Titel dieses Buches" abgeschlossen.Leider kann ich nicht genau aussagen, ob die Auswahl der Texte stellvertretend für das Lebenswerk des Literaten ist. Trotzdem würde ich auch dem inhaltlichen Aufbau ein "gut" attestieren. Meinung und Fazit ---------------------- Tucholsky war für mich immer ein Meister der leicht ironischen politischen Satire, der es vermochte aktuelle Ereignisse und Geistesströmungen in eine literarisch hochwertige aber gleichzeitig nicht ausschweifende, sondern komprimierte Sprache zu packen. So wird beispielsweise eine übertriebene Geschichte über Stalin in dem Prosastück "Die Informierten" auf Seite 512 noch überspitzt und damit die Medienlandschaft von Deutschland im Jahre 1930 aufs Korn genommen. Diese komprimierte Sprache kommt jedoch bei den Gedichten noch besser zum Vorschein. Als Beispiel sei hier "Freundliche Aufforderung" aus dem Jahre 1918 erwähnt, indem Kurt T. die absurde und realitätsferne Stimmung in Deutschland am Ende des ersten Weltkriegs einfängt und den Frieden als einen nicht gewollten Junggesellen vergleicht, der "den Damen" nicht genügt. Gleichzeigt werden aber Generäle und Parteigründer mit dem typisch Berliner Spruch "Na, wollen wir mal?" aufgefordert. Zusammengefasst war es ein großer Glücksgriff, dass ich dieses Werk bekam. Es ist fast immer eine Freude, die Kurzgeschichten zu lesen, da mir sein ironischer Unterton sehr gefällt und der historische Hintergrund für mich als Historiker meist auf eine spitzfindige Art und Weise dargestellt wird. Nicht ohne Grund wurde Tucholsky noch in den 60er Jahren, von jungen Schauspieler vertont, zum Klassiker unter Studenten. Schade, dass er heute, so scheint es, fast in Vergessenheit geraten ist. Fünf Sterne. (c) Matze081 (ciao.de yopi.de dooyoo.de)
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22.06.2009 13:20
Tucholsky ist leider nicht so meins :(
22.06.2009 09:44
Ausnahmsweise kenn ich den auch mal *lach* .... LG Tina
22.06.2009 06:23
Gute, aber schwere Kost. lg.