Auslandsschuljahr - Tipps & Tricks

Auslandsschuljahr - Tipps & Tricks

Gesamtbewertung Auslandsschuljahr - Tipps & Tricks 30 Erfahrungsberichte lesen | Erfahrungsbericht schreiben | Frage stellen | Produkt zur Liste hinzufügen

HALLO, IHR LIEBEN!!! °*°*°*°*°*°*°*°*°*°*° Nun gibt es die versprochene Fortsetzung meines letzten Berichts! :-) Heute möchte ich euch von meinen persönlichen Erfahrungen während meines Austauschjahres in den Vereinigten Staaten von Amerika berichten und das damit verbinden, zukünftigen Austauschschülern ... Bericht lesen





Bitte warten ....
Dieses Produkt bewerten:  
 
Verwandte Angebote für Auslandsschuljahr - Tipps & Tricks    
 
Record Rent A Car
57 Bewertungen
Record Rent A Car
Bei Record Rent a Car finden Sie an den wichtigsten Flughafen Spaniens Sonderangebote, zweiter Fahrer kostenlos, unbegrenzte Kilometerzahl... Werden Sie jetzt Club Record Mitglied und geniessen Sie unsere Sonderangebote!
Record Rent A Car


1-6 von 29 Erfahrungsberichten    
> Alle 29 Auslandsschuljahr - Tipps & Tricks Erfahrungsberichte anzeigen
Das schönste Jahr meines Lebens - PART II
Erfahrungsbericht von alpia über Auslandsschuljahr - Tipps & Tricks
12.07.2003


Produktbewertung des Autors:   


Pro: man wird es nie vergessen => eine einmalige Erfahrung !  !
Kontra: es ist nicht immer unbedingt leicht, Freunde zu finden; man kann 'Pech' mit der Gastfamilie haben

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

HALLO, IHR LIEBEN!!!
°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°
Nun gibt es die versprochene Fortsetzung meines letzten Berichts! :-) Heute möchte ich euch von meinen persönlichen Erfahrungen während meines Austauschjahres in den Vereinigten Staaten von Amerika berichten und das damit verbinden, zukünftigen Austauschschülern ein paar wichtige Tipps zu geben.
Stellt euch auf einen etwas längeren Bericht ein.. ;-)


DIE ANGST DAVOR
°*°*°*°*°*°*°*°*
Aus meinem letzten Bericht solltet ihr ja nun schon einiges von der Vorbereitungszeit und der Wahl einer Austauschorganisation wissen, daher werde ich in diesem Bericht nicht darauf eingehen.
Nun ja...unglaublich aber wahr, nach vielen Wochen und Monaten des Wartens stand der Tag des Abflugs unmittelbar bevor. Am 9. August 2001 sollte es so weit sein, das war der Tag, an dem ich ins *nichts* fliegen sollte und ich kann euch sagen, ich war echt aufgeregt und hatte eine ganz schöne Angst!! Ja..oft habe ich sogar überlegt, die ganze Sache abzublasen und doch in Deutschland zu bleiben. Ich war wirklich mehrere Mal kurz davor.. Nun bin ich aber so unendlich froh, dass ich damals mutig geblieben bin und trotz meiner riesigen Angst meinen Traum habe wahr werden lassen.

=> 1. TIPP: Trefft keine unüberlegten Entscheidungen! Bedenkt alles, was ihr tut, ganz genau. Ich kann euch sagen, manchmal hätte ich vor Angst vor dem Unbekannten heulen können.. Ich habe mich aber bemüht nie zu vergessen, dass Amerika seit so langer Zeit mein Traum gewesen war und ich es garantiert bereut hätte, nicht zu fliegen. Also, wenn der Flug schon so kurz bevor steht, dann zieht nicht nach sooo viel Arbeit den Schwanz ein. Das Leben ist manchmal nun mal nicht einfach..


DIE SPRACHBARRIERE
°*°*°*°*°*°*°*°*°*°
Tja...und da war ich dann nach einem langen Flug in einem Land, in dem Straßen und eigentlich alles um einiges größer waren, als ich es aus Deutschland gewöhnt war.. ;-) Ich muss zugeben, dass das alles ganz schön furchteinflößend war. Grad 16 Jahre war ich alt und schon in der Fremde. Mein Englisch war zwar zu der Zeit schon recht gut, aber manchmal was mir das Amerikanisch der Amerikaner dann doch ein wenig zu schnell.. *lach* Alle zeigten sich aber sehr geduldig mit mir und so konnte ich schon bald mitreden. Die täglichen Fortschritte zu sehen, war schon echt toll! Allerdings wäre das alles nicht möglich gewesen, hätte ich nicht so viel wie möglich geredet und auch mal nachgefragt, wenn ich etwas nicht verstanden habe.

=> 2. TIPP: Traut euch! Redet, redet, redet! Es ist klar, dass euer Englisch noch nicht perfekt ist. Die Amerikaner sehen das aber nicht so eng, sie freuen sich, wenn man sich bemüht und mit ihnen spricht. Der eine oder andere Fehler ist da wirklich nicht schlimm. Man kann die Sprache nun mal nur lernen, wenn man sie spricht und Fragen stellt.


SPORT AN DER HIGH SCHOOL (bzw. School Teams)
°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°
Eines kann ich euch sagen, es ist wirklich nicht leicht, in einem fremden Land neue Freunde zu finden. Macht euch da keine Illusionen. Es ist zwar so, dass sich anfangs viele für dich interessieren, weil du als Austauschschüler halt etwas ‚Besonderes‘ bist, aber das hält nicht lange an. Die Initiative muss von einem selbst kommen.

Also beschloss ich kurz, nachdem ich in Amerika angekommen war, schon mit Sport anzufangen. In Deutschland habe ich zwar nie Sport getrieben und es gibt auch nichts, was ich besonders gut kann, aber das ist nebensächlich. Ich wollte Sport treiben, um Leute in meinem Alter kennen zu lernen. So stieß ich zum Training des ‚Girls Cross Country Teams‘, das auch in den Ferien täglich statt fand (und das fünf Stunden täglich!!). Zur kurzen Erklärung: Bei Cross Country handelt es sich um das Laufen von Langstrecken. Das Training war unglaublich hart. Ich habe so oft darüber nachgedacht, aufzugeben, aber ich habe es durchgezogen und so eine Menge neuer Mädchen kennen gelernt. Diese 15 Mädchen, mit denen ich tagtäglich trainiert habe, waren auch am Ende des Austauschjahres noch meine besten Freundinnen. Ohne den Sport hätte ich garantiert um einiges länger gebraucht, neue Leute kennen zu lernen.

Da Schulsportarten nur eine Saison (also drei Monate lang) betrieben werden, musste ich mir für den Winter etwas neues suchen, da ich nicht auf einmal an den Nachmittagen untätig zu Hause herumsitzen wollte. Nun ja, leider habe ich für den Winter keine interessante Sportart gefunden und habe mich dann letztendlich dazu entschieden, Theater auf Wettkampfbasis (ja...so etwas gibt es.. *lach*) zu spielen, was mir auch total viel Spaß gemacht hat. Zwar hatte ich statt dem täglichen Training nur einmal die Woche ‚Rehearsal‘ (Probe), aber ich hatte immerhin etwas zu tun und hatte mal wieder eine neue Möglichkeit gefunden, neue Leute kennen zu lernen.. ;-)
Durch „Speech“ (Theater) habe ich dann sogar meinen ersten amerikanischen Freund kennen gelernt.. *lächel*

Im Frühling wollte ich dann aber wieder Sport machen.. :-) Kurzerhand entschied ich mich für Badminton. In einem Team von 12 Mädchen trainierte ich von nun an wieder täglich zwei bis drei Stunden diesen Sport (was auch wirklich hart war, viel Lauftraining etc.) und hatte erneut eine Menge Spaß!

=> 3. TIPP: Zeigt Initiative. Wartet nicht darauf, dass die Menschen euch alle mit offenen Armen empfangen werden. Freunde werdet ihr wahrscheinlich nur finden, wenn ihr auf andere zugeht und Sport oder andere Aktivitäten macht. Und macht euch keine Sorgen, wenn ihr unsportlich seid. Alle werden Verständnis zeigen und euren Mut bewundern, es wenigstens zu probieren.


FREUNDE ALLGEMEIN
°*°*°*°*°*°*°*°*°*°
In meinem Austauschland Amerika ist mir aufgefallen, dass es wirklich schwierig gewesen ist, wahre Freunde zu finden.. :o/ Neue Menschen habe ich wohl jeden Tag kennen gelernt und es gab auch schon nach sehr kurzer Zeit viele, die mir ein ‚Hi Claudia‘ entgegen gerufen haben. Die Menschen waren alle sehr nett zu mir, aber wahre Freunde habe ich halt nicht so schnell gefunden. Die Freundlichkeit, die mir entgegengebracht worden ist, scheint in meinen Augen im Nachhinein als sehr aufgesetzt und oberflächlich. Zwar haben wir viele gesagt, sie würden mich anrufen, aber getan haben das im Endeffekt nur sehr wenige. Selbiges habe ich von vielen Austauschschülern, die in den USA waren, gehört, das mag wohl einfach an der amerikanischen Mentalität liegen.
Wahre Freunde kann ich daher an einer Hand abzählen. Da war zum einen eine Schülerin, die ursprünglich aus Kenia kam. Mit ihr habe ich mich wirklich wunderbar verstanden. Leider ist sie aber nach einem halben Jahr nach Californien gezogen. Im zweiten Halbjahr habe ich dann im Sportunterricht Mandy getroffen, meine beste amerikanische Freundin. Mit ihr habe ich einiges unternommen und ich hatte endlich wieder jemanden, der mir zugehört hat.. *lächel* Als meine beiden besten männlichen amerikanischen Freunde, sehe ich meine beiden amerikanischen Ex-Freunde. Sie haben mir bei Problemen immer wieder Kraft gegeben und ich wüsste nicht, was ich ohne die beiden getan hätte.

Versteht mich nicht falsch, an Bekannten hat es mir in Amerika nicht gemangelt. Ich habe wirklich viele interessante Menschen kennen gelernt, mit denen ich wirklich viel Spaß gehabt und gelacht habe. Manchmal habe ich mich halt nur nach Menschen gesehnt, mit denen ich mich mal wieder richtig (tiefsinnig) unterhalten konnte, was ich von meinem deutschen Leben gewöhnt war. Nun ja, wahre Freunde waren in meinem amerikanischen Leben leider Mangelware.
Hier hatte ich zum Glück auch während meines Austauschjahres meine beste Freundin, meinen deutschen Ex-Freund und meine Mutter, die immer ein offenes Ohr hatten.

=> 4. TIPP: Hier wäre mein Tipp an euch, nicht darauf zu warten, dass andere euch anrufen (auch wenn sie euch dies versprochen haben), denn das tun nur die wenigsten. Fragt einfach nach Telefonnummern und nehmt die Sache selbst in die Hand.. :-)


SCHULE
°*°*°*°
Bevor ich nach Amerika kam, hörte ich immer wieder von dem niedrigen Lernniveau an amerikanischen Schulen. Nun ja, einfach war es an meiner Schule keineswegs, was wohl daran liegt, dass meine Schule eine der besten 5% des Landes war. Besonders in Geschichte, Mathe, Englisch und anfangs auch in Französisch hatte ich daher besonders am Anfang große Probleme mitzukommen. Obwohl ich das aus Deutschland nicht gewohnt war, habe ich in Amerika wirklich viel gelernt, ganze Nächte saß ich an meinem Schreibtisch. Überall machte ich Fortschritte, so dass ich bald sogar in meinem Englischkurs die beste Schülerin gewesen bin.. Nur den Mathekurs habe ich letztendlich gewechselt, weil ich das alles einfach nicht verstanden habe.. ;-) Nun ja...meine Zeugnisse sahen aber immer sehr gut aus und im ich war sogar viel besser in der Schule als viele der Amerikaner.. *g*

=> 5. TIPP: Ich würde euch raten nicht aufzugeben, wenn es mal zu schwer ist. Fragt eure Lehrer. Die sind in der Regel sehr hilfsbereit.. Meine Lehrer haben sich sehr über mein Interesse gefreut und mir immer wieder geholfen, so dass ich im Endeffekt wirklich erfolgreich in der Schule gewesen bin.


DAS LEBEN IN DER GASTFAMILIE
°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°
Ich muss schon zugeben, dass ich eine ganz schön große Angst vor dem Leben in der Gastfamilie hatte. Geschwister habe ich in Deutschland nämlich keine. Ich habe Jahre lang nur mit meiner Mutter zusammen gelebt und muss schon sagen, dass sie mich beizeiten ganz schön verwöhnt hat.. ;o) Ich war mir also nicht sicher, wie ich mit einer intakten Familiensituation und eventuell vorhandenen Gastgeschwistern klarkommen würde.

Meine erste Gastfamilie bestand dann prompt aus fünf kleinen Kindern (alle unter 10 Jahre alt).. *gg* Mit meinen Gastgeschwistern bin ich eigentlich recht gut zurecht gekommen, mit meinen Gasteltern (besonders meiner Gastmutter) hingegen leider nicht. Irgendwie hat es einfach nicht ‚geklickt‘ und sie machte nicht einen Versuch, mich in die Familie zu integrieren. Permanent wurde ich ausgeschlossen und wurde so quasi dazu gezwungen ein doch recht einsames Leben in meinem kleinen Zimmerchen im Keller zu führen. Diese Zeit war wirklich nicht einfach für mich, ich habe mich sehr nach jemandem gesehnt, der mir zuhört. Statt mit irgendwem zu reden habe ich in dieser Zeit viele Tagebücher mit meinen Gedanken gefüllt.

Na ja..nach drei Monaten eskalierte alles. Meine Gastmutter schrie mich aus heiterem Himmel an und warf mir vor, mich nicht für die Familie zu interessieren (was in meinen Augen aber überhaupt nicht so war!). Zudem war sie nicht mehr bereit, mich zu meinen Freunden etc. zu fahren...aber wie hätte ich denn sonst dorthin kommen sollen? Von diesem Zeitpunkt war die Situation echt gedrückt und ich habe mich noch weniger wohl geführt.

Zur selben Zeit lernte ich in der Schule einen wirklich netten Jungen kennen lernen, dem ich auch von meinen Problemen mit meiner Gastfamilie erzählte. Als ich ihn zu Hause besuchte, lernte ich auch seine Eltern kennen, von denen ich gleich begeistert war. Insgeheim habe ich mir gedacht, dass sie die perfekte Gastfamilie für mich sein könnten.. *lächel* Nun ja...einen Tag nach dem Gespräch mit ihm, rief mich dieser Junge an und eröffnete mir, dass mich seine Familie aufnehmen wollte. Ich schwebte im siebten Himmel.. :o) Ich konnte es wirklich kaum fassen, dass Menschen so lieb sein konnten und mich einfach so aufnehmen wollten. Die Entscheidung fiel mir wirklich nicht schwer. Schon am nächsten Tag kontaktierte ich YFU und teilte ihnen meine Entscheidung mit. Am selben Tag sagte ich dann auch meinen Gasteltern, dass ich ausziehen wollte, was mir wirklich nicht leicht gefallen ist. Im Endeffekt ist es aber das Beste für alle Beteiligten gewesen. Nun ja, von meiner ersten Gastfamilie habe ich nie wieder etwas gehört..

Die acht Monate mit meiner zweiten Gastfamilie waren dann wunderschön. Meine Gasteltern Holly (48) und Tim (48) sind wirklich die liebsten Menschen überhaupt und ich sehe sie als meine zweiten Eltern.. *lächel* Mein 17-jähriger Gastbruder Sean war das einzige der drei ‚Kinder‘, der noch zu Hause wohnte. Er war es, dem ich mein ‚zweites zu Hause‘ verdanke.. :o) Nun ja...mit ihm habe ich mich Nächte lang unterhalten, aber auch viel gezofft, so wie es zwischen Geschwistern wohl ist.. ;o) Ihn habe ich in dem Jahr aber wirklich unglaublich lieb gewonnen. Mit meiner 19-jährigen Gastschwester Meghan, in deren Zimmer ich wohnen durfte, habe ich mich seeehr gut verstanden.. Immer, wenn sie mal zu Hause war (sie geht aufs College) sind wir zusammen auf die Piste gegangen, was wirklich immer sehr viel Spaß gemacht hat! Ryan (24, ebenfalls auf dem College) habe ich zugegebenermaßen nicht soo gut kennen gelernt. Er war einfach nicht viel zu Hause und irgendwie gab es halt keine Gesprächsthemen über die wir uns hätten unterhalten können. Alles in allem ist aber auch er ein echt Lieber!

Ihr seht schon, ich kann mit dem Schwärmen kaum aufhören! Mit meiner zweiten Gastfamilie habe ich mich nämlich wirklich super gefühlt. Von Anfang an wurde ich als volles Familienmitglied akzeptiert, eben als die ‚German daughter‘, was mich wirklich sehr gerührt hat. In den acht Monaten hat es keinen Streit gegeben (nur zwischen mir und meinem Gastbruder.. *lach*), da wir eigentlich immer auf einen gemeinsamen Nenner gekommen sind. Ich hatte Regeln, die ich beachten musste (ich musste zB. um Mitternacht zu Hause sein) und das habe ich auch getan. So hat es wirklich nie Probleme gegeben.

Wenn ich an Familie Cox denke, denke ich an mein zweites zu Hause, mein amerikanisches zu Hause. Ich habe mit den Coxes so viele wunderschöne Dinge erlebt, die ich nie missen möchte. Ich werde Weihnachten nie vergessen, auch nicht meinen 17. Geburtstag und ebenfalls nicht die Reise nach Florida. Alles war so wunderschön und einmalig. Ich habe in meinem Leben zudem noch nie so viel gelacht... Das Leben in dieser Familie hat mir wirklich mehr als alles andere gefallen!!

=> 6. TIPP: Hier möchte ich euch auf den Weg geben, dass Anpassung furchtbar wichtig ist, wenn es in der Familie harmonisch ablaufen soll. Haltet euch an Regeln und versucht euch so gut wie möglich, euch in die Familie zu integrieren. Zieht nicht euer eigenes Ding durch, sondern macht auch mal Sachen mit der ganzen Familie. Und wenn es mal Probleme gibt, dann sprich sie an, nur so können sie gelöst bzw. in Angriff genommen werden.


HEIMWEH
°*°*°*°*
Ich muss sagen, dass ich von Heimweh eigentlich verschont geblieben bin. Die meiste Zeit habe ich mein amerikanisches Leben wirklich sehr genossen und nur wenig an zu Hause gedacht. Allerdings gab es bei mir durch das Jahr hindurch regelmäßige Gespräche mit meiner Mutter und wir haben uns auch e-mails geschrieben. So kam es mir also gar nicht so sehr so vor, als wäre ich so weit weg von zu Hause.

Um den 11. September 2001 hatte ich aber schon mal echt großes Heimweh und auch im Januar, als alles auf einmal so grau war, habe ich mich nach Deutschland gesehnt. Das ist aber schnell vorüber gegangen. Ich hab mich einfach abgelenkt und was mit Freunden gemacht und mit meiner Gastmutter bzw. meinem area rep gesprochen, das hat mir sehr geholfen!!

=> 7. TIPP: Ich denke, Heimweh ist normal. Macht euch keine Gedanken, wenn es auch bei euch mal so weit ist.. Das Beste war dann, wie gesagt, in meinen Augen immer, mich abzulenken und Spaß zu haben. Dann vergisst man seinen Kummer ganz schnell.


DER ABSCHIED + WIEDEREINGEWÖHNUNG
°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*
Hmm...die meisten von euch werden denken, dass ich mich nach elf langen Monaten auf mein zu Hause gefreut habe, aber nein, so war es wahrlich nicht. Viel lieber wäre ich in Amerika geblieben. Schließlich hatte ich dort meinen Freund und mit meiner Gastfamilie lief auch alles super (im Gegensatz zu meiner deutschen Familie hatte es mit ihnen nie Streit gegeben). Nun ja, so viel wie am Tag des Rückfluges habe ich noch nie geweint. Für mich ist eine Welt zusammen gebrochen. Ich konnte nicht fassen, dass alles ein Ende haben sollte. Ich wollte es nicht akzeptieren! Am Flughafen wurde es dann so schlimm, dass ich aufgrund des vieles Weinens hyperventilierte...ich war am Ende!
Im Flugzeug saß ich dann zwischen all den anderen deutschen Austauschschülern, die sich total auf Deutschland freuten. Ich konnte das nicht ertragen, habe während der vielen Stunden kein Wort gesprochen. Ich konnte einfach nicht..

In Deutschland angekommen kam es mir so vor, als hätte sich nichts verändert, als hätte es einen Stillstand gegeben. Alles war noch genauso grau, wie es vorher gewesen war ich hatte Lust auf gar nichts mehr. Das erste, was ich in Deutschland tat, war, meine beste Freundin anzurufen, die grad vor zwei Tagen zurück nach Deutschland gekommen war (war auch in Amerika) und mich am selben Nachmittag noch mit mir zu treffen. Von meiner Familie, die mich total lieb und mit vielen Geschenken begrüßt hatte, wollte ich zu diesem Zeitpunkt nichts wissen, was mir im Endeffekt echt leid tut. In dieser Zeit bin ich besonders zu meiner Mutter nicht wirklich nett gewesen. Ich hätte mir gewünscht, sie hätte mich einfach nur in Ruhe gelassen..

Nun ja, mein Verhalten hätte falscher nicht sein können. Im Folgenden kapselte ich mich von jedem ab und führte ein ziemlich einsames Leben. Ich verbrachte meine Tage damit, mit meinem amerikanischen Freund zu chatten oder mich mit meiner deutschen Freundin auf englisch (!) zu unterhalten (ihr ist es ähnlich ergangen wie mir...auch sie konnte sich nicht an Deutschland gewöhnen). Ich machte nicht einen Versuch, mich meinem alten Leben wieder zu nähern, ich konnte einfach nicht.. Für mich war eine Welt zusammen gebrochen, man hatte mir mein amerikanisches Leben genommen.

So ging es Wochen lang. Mein Leben bestand eigentlich nur aus Selbstmitleid. Ich sehne mich so sehr nach Amerika und konnte einfach nicht akzeptieren, dass mein Austauschjahr schon zu Ende sein sollte. Geholfen haben mir dann sehr die Gespräche mit ehemaligen Austauschschülern (zum Beispiel auf der Nachbereitung meiner Austauschorganisation). Dass es ihnen genau ergangen war, half mir sehr weiter. Endlich fühle ich mich verstanden. Nun ja, diese Austauschschüler haben mir auch geholfen, mich mit dem Gedanken anzufreunden, dass mein Austauschjahr keineswegs vorbei ist. In meinen Erinnerungen lebt es weiter und es liegt allein an mir, es nie enden zu lassen.

Von da an ging dann alles bergauf. Ich fing an, wieder Zeit mit meinen alten Freunden zu verbringen, und ich begann, mein deutsches Leben erneut zu mögen. Endlich verstand ich mich auch wieder besser mit meiner Mutter! Nun ja...inzwischen habe ich akzeptiert, dass meine Heimat hier in Deutschland ist und ich fühle mich wohl hier.. :o)

=> 8. TIPP: Macht nicht denselben Fehler wie ich! Bitte seht Deutschland ein wenig positiver und freundet euch mit dem Gedanken an, dass das Leben auch in Deutschland weiter geht. Isolation ist der völlig falsche Weg.. Nun ja...steht euer Austauschjahr noch bevor, dann macht euch aber bitte keine Gedanken. So extrem wie bei mir ist es nicht bei allen Austauschschülern.. Ich bin da schon ein eher krasses Beispiel.. ;-)


KONTAKT MIT DEM AUSTAUSCHLAND
°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*
Um mein Austauschjahr nach der Rückkehr nicht völlig enden zu lassen, war es mir wichtig, den Kontakt zu meiner Gastfamilie und meinen amerikanischen Freunden nicht abbrechen zu lassen. Das ist aber zugegebenermaßen nicht immer einfach gewesen. Viele Amerikaner sind nämlich eeeeextrem schreibfaul.. ;o) So habe ich von meiner Gastfamilie, die ich ja nun besuche, manchmal Wochen lang nichts gehört. Das heißt aber nicht, dass sie mich vergessen haben. Ich bin nämlich immer noch ihre German daughter und sie freuen sich garantiert schon ganz dolle darauf, mich wiederzusehen.. *hihi*

=> 9. TIPP: Nehmt es bitte nicht persönlich, wenn ihr mal länger nichts von eurer Gastfamilie hört. Das liegt wohl einfach an der amerikanischen Mentalität, die Amerikaner sind nun mal immer furchtbar.. „busy“.. *g* Das ist dann meistens wirklich nicht böse gemeint. Wollt ihr das Jahr nicht enden lassen, dann brecht den Kontakt nicht ab!


NACHWORT
°*°*°*°*°
Tja, morgen geht es für mich wieder los in das Land der unbegrenzten Möglichkeiten! Es ist schon unglaublich, dass meine Rückkehr nun schon ein Jahr zurückliegt.. *seufz* Ich muss zugeben, dass ich ganz schön aufgeregt bin, alle wiederzusehen. Ich bin gespannt, wie sich alles verändert hat und ob ich mit mit Freunden (und meinem Ex-Freund.. *lach*) und Familie noch genauso gut verstehe wie vor einem Jahr. Zudem muss ich zugeben, dass ich auch Angst habe. Ich habe Angst, dass alles nicht mehr so ist, wie es während meines Austauschjahres war; auf der anderen Seite habe ich Angst davor, dass alles wieder wunderschön wird, und mir der Abschied erneut so schwer fällt. So etwas Schreckliches möchte ich nämlich nicht noch mal erleben.. :o/

Aber in erster Linie freue ich mich natürlich! :-) Zwar habe ich einen riesigen Bammel vor dem Flug (habe nämlich Flugangst).. *zitter*, aber ich werde ihn schon irgendwie überleben.. *hoff*

Tja, vom 13. Juli bis zum 11. August werde ich also in den Staaten sein. Aber keine Angst, bei Ciao werde ich auch von Amerika aus immer mal wieder reinschauen, schließlich hat meine Gastfamilie ne Standleitung.. ;o) Auf diesem Wege möchte ich euch aber schon mal einen wunderschönen Sommer wünschen! Wir hören voneinander.. *lach*


FAZIT: Austauschjahre sind das Beste auf der Welt.. *gg*


Liebste Grüße, eure Claudia


~3121 Wörter~ *lol*

© by alpia für Ciao.com, 8. bis 12. Juli 2003   

weitere Erfahrungsberichte
Das wunderbarste Jahr meines Lebens....
Bewertung für Auslandsschuljahr - Tipps & Tricks von apreiss

Pro: Erfahrung, Sprache, Freunde fürs Leben
Kontra: Recht kostspielig

Das es sich dieses Jahr mein Auszug in das Land der unbegrenzten Möglichkeiten zum 10ten mal jährt, nehme ich das als Anlass hier ein paar Tipps und Tricks für diejenigen von euch loszulassen, die dieses Abenteuer noch vor sich haben. Als ich im Jahr 9 ... Bericht lesen

Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als sehr hilfreich
sehr hilfreich

26.03.2002
(16.04.2003)
Der Millionen Skandal
Bewertung für Auslandsschuljahr - Tipps & Tricks von battlestar2000

Pro: die DASG gibt es nicht mehr
Kontra: dafür gibt es die DASB

Das hier soll eine Art Warnung sein, für all die, die sich überlegen für 1 Jahr (meistens 10 Monate) als Gastschüler in die USA zu gehen. Ich erzähle hier meine Geschichte, die 100% der Wahrheit entspricht: *°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°* ... Bericht lesen

Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als sehr hilfreich
sehr hilfreich

13.01.2002
(03.02.2002)
Ein zwiespältige Entscheidung! *hm*
Bewertung für Auslandsschuljahr - Tipps & Tricks von Mjussel

Pro: Lernverhalten, Erfahrung, bringt insgesamt sehr viel
Kontra: kann teuer sein, kann auch eine Enttäuschung werden

Vor ca. zwei Jahren bekam ich das Angebot wieder nach meinem Schüleraustausch ein Jahr nach Frankreich zu gehen und in Brest (Bretagne) an die Schule zu gehen, und eventuell sogar eine Option auf einen Studienplatz. Jetzt denken sich sicherlich einige, da ... Bericht lesen

Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als sehr hilfreich
sehr hilfreich

08.10.2001
But seriously
Bewertung für Auslandsschuljahr - Tipps & Tricks von Tillermann

Pro: Eine unglaubliche Erfahrung, die man nach Moeglichkeit nicht missen sollte...hier sind die Tipps dazu *g*
Kontra: Neeeeeeicht wirklich

Ich bin zur Zeit Austauschschueler mit Rotary (siehe andere Berichte) und lebe in Littleton. Diese Stadt ist manchen von Euch vielleicht noch in mehr oder weniger tragischer Erinnerung wegen dem High-School Massaker vor 2 Jahren (Schueler feuerten in die ... Bericht lesen

Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als sehr hilfreich
sehr hilfreich

16.11.2000
Bewerbung für Job im Ausland
Bewertung für Auslandsschuljahr - Tipps & Tricks von grosser_manitu

Pro: Erfahrungen sammeln - gute Vorbereitung für den Job
Kontra: Nicht immer geht es ohne Probleme

Viele Schüler meiner Schule entschließen sich nach einem Aufenthalt im Ausland für einen Job im jeweiligen Land. In einem Jahr des Schüleraustausches haben sie viel kennengelernt, das diesen Entschluß oftmals reifen läßt. Sie träumen dav ... Bericht lesen

Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als sehr hilfreich
sehr hilfreich

16.03.2001

Berichte die interessant sein könnten für Auslandsschuljahr - Tipps & Tricks    
Vorbereitung/Lektüre zu USA-Auslandsaufenthalt
Bewertung für Literatur über das Auslandsschuljahr, Tipps & Tricks von  white.rose

Pro: man bekommt viele Infos, Tipps und Anregungen
Kontra: es kostet Zeit und Durchhaltevermögen sich durch den Berg an Infos durchzuarbeiten

...Ich möchte hier die Berichte der anderen Autoren in dieser Kategorie etwas erweitern. Vorgeschichte: Ich habe mich entschlossen nächstes Jahr in die USA zu gehen, da es sich anbietet in der 11. Klasse einen Auslandsaufenthalt zu machen. Aus diesem Grund habe ich mich reichlich mit entsprechender Lektüre eingedeckt und mir haufenweise Kataloge der einzelnen Austauschorganisationen besorgt. Kataloge: Die Kataloge der einzelnen Austauschorganisationen könnt ihr meist kostenlos anfordern. Auf folgender Seite könnt ihr bequem und einfach einige dieser bestellen: http://www.auslandsschuljahr.com/index.php Literatur: Ich habe mir folgende Bücher zugelegt: 1. ?Das USA-Gastschülerbuch? von Volker Kitz, Verlag: Eichborn Ich für meinen Teil fand dieses Buch sehr spannend. Der Autor, der selber ein Jahr bei einer... Bericht lesen

Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als hilfreich

hilfreich
01.01.1970
Bafög nicht vergessen!
Bewertung für Finanzierung eines Auslandsschuljahrs - Tipps & Tricks von  natascha

Pro: mindert die Kosten etwas, kein Darlehen
Kontra: schwierig, die Bedingungen zu erfüllen

...... Bericht lesen

Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als hilfreich

hilfreich
01.01.1970
auch weniger Begüterte können ins Ausland gehen
Bewertung für Finanzierung eines Auslandsschuljahrs - Tipps & Tricks von  kjell79

Pro: ein Auslandsjahr ist eine unvergleichliche Erfahrung
Kontra: Heimweh (oder Fernweh hinterher)

...... Bericht lesen

Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als hilfreich

hilfreich
01.01.1970

Vergleichen Sie ähnliche Produkte mit Auslandsschuljahr - Tipps & Tricks

(*) Meinungen von Ciao Mitgliedern


Sind Sie Hersteller/Anbieter von Auslandsschuljahr - Tipps & Tricks ? Klicken Sie hier