Ausnahmezustand

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Ausnahmezustand

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BOMBENSTIMMUNG IN NEW YORK

5  21.05.2002 (27.05.2002)

Pro:
sehr gute Inszenierung, differenziert

Kontra:
-  - / -  -

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Humor

Spannung

Action:

Romantik:

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Headhuntaz

Über sich: Mein erster eigener Roman ist erschienen :D käuflich überall zu erwerben. "Der letzte Sommer de...

Mitglied seit:17.03.2001

Erfahrungsberichte:220

Vertrauende:37

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 132 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

°°°°°Einleitung°°°°°

Es war der Februar 1999, ich und mein best Friend, der Robi, saßen in der Mitte seines Zimmers und redeten über sein nächstes Date (übrigens war er damals gerade mal zwölf, ich zählte ebenfalls 12 Lenze). Wir beredeten, wohin er mit seiner Flamme C. gehen könnte. Und da kam die Wahl auf das Kino – denn die Vorschau von Ausnahmezustand hatte ich im TV gesehen. Auch einige Hintergrundberichte über die Entstehung und das Thema des Streifens. Eine Szene kannte ich schon damals in- und auswendig und sagte ihm, wenn der Bus im Film in die Luft fliege, solle er blitzschnell Christina packen und ihr „Schutz bieten“. Nur zur Anmerkung, ich war bis dahin noch nie mit einem Mädchen aus und auch nicht sonderlich beliebt in Sachen Liebe bei den Mädels – aber ich war Profi in Filmkunde und wusste die Wirkung gewisser Szenen auf die Menschen.

Was soll ich sagen, zu einem Date ist es nie gekommen, warum, weiß ich auch nicht mehr, ich glaube Robi hatte keine Lust oder seine Play Station verlangte nach ihm. Wir beide waren Jünger der PSX, unser gesamtes Geld warfen wir in diese Konsole – und so zeigte sich bald, dass wir eigentlich im Kino weniger die Mädchen an unsrer Seite betrachteten als die Geschichten, die auf die Leinwand projeziert wurden mitverfolgten. Damals waren wir eben erst 12. Als 6 Monate später das Video erschien, sah ich mir den Film natürlich an, fand ihn beeindruckend, vergaß ihn aber nach einigen Wochen wieder. Mittlerweile 13 Jahre alt, wusste ich noch nicht die Brisanz des angesprochenen heiklen Themas einzuschätzen – doch in Verbindung mit dem 11. September wurde ein Run auf diesen Streifen ausgeübt – und ich werde bald erklären, wieso.

°°°°°°°Story°°°°°°

Es ist das schiere Chaos in New York City. Arabische Terroristen geben Forderungen heraus, verschanzen sich in einem Bus und zünden auch die Bombe – lediglich eine Farbbombe zerbirst und die Passagiere kommen nochmal mit dem Schrecken davon. Die Forderung war, dass man einen kürzlich unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen entführten religiösen Führer aus dem Libanon, freilasse. Doch davon weiß nur die Army und nicht einmal das FBI. Agent Anthony Hubbard und seine Teamkameraden, darunter auch sein arabischer Kollege Frank Haddad, sind gerade dabei, das Rätsel um die mysteriöse Farbbombe zu entschlüsseln, da kommt ihnen die eifrige und verschlossene CIA-Agentin Elise Kraft in die Wege – sie ist sehr entschlossen, den Fall auf ihre Weise zu lösen, will allerdings mit dem FBI kooperieren. Hubbards Ermittlungen fühlen sich von ihr gestört und so möchte man sie in die FBI-Zentrale verfrachten und dort einsperren. Doch auf der Fahrt dorthin kommt es zur Katastrophe. Wieder haben Terroristen einen Bus eingenommen – jedoch keine Forderungen gestellt.

Als Hubbard am Ort des Geschehens eintrifft, kann er erwirken, dass die Kinder aus dem Bus diesen verlassen dürfen. Ein paar Minuten später zünden die Selbstmordattentäter die Bombe im Bus und alle Insassen kommen ums Leben. Das FBI ist ratlos und es folgen weitere schreckliche Bombenanschläge. Der Präsident ordnet auf Drängen von US Genreal Deveraux an, den New Yorker Stadtteil Brooklyn unter Kriegsrecht zu stellen und alles zu durchsuchen, bis man die letzte terroristische Zelle gefunden hat. Der Kreis der Verdächtigen verdichtet sich und das Militär sperrt alle, die verdächtig sind, in ein Footballfeld und einige werden aufs grausamste gefoltert.

Es herrscht Chaos in Brooklyn und das Ende der Demokratie ist schon eingeläutet. Jetzt liegt es an Hubbard, Kraft und Haddad, die letzte Zelle zu finden und auszuschalten, damit jeder wieder seinem geregelten Leben nachgehen kann...

°°°°°°Meine Meinung zu dem Film°°°°°°

Darsteller:
Hier sind die bestbezahlten und ausgezeichnetesten Hollywoodakteure am Drücker gewesen. Die Liste der Hauptdarsteller liest sich wie das Who Is Who des amerikanischen Blockbusters. In der Rolle des FBI-Agenten Hubbard hätte kein besserer gepasst als Oscar®-Gewinner Denzel Washington, der seine Rolle mit viel Tiefe ausfüllt. Alice Kraft wurde mittels Annette Bening, oscar®-nominiert für American Beauty, zum Leben erweckt. Diese wirkt auf den Zuschauer in jeder Sekunde des Films verschlossen, mysteriös und trotzdem stark und Mrs. Bening spielt Ms. Kraft sehr glaubhaft. Einen absoluten Topactor hat man auch in der Rolle des Generals Deveraux gefunden, nämlich Actionstar Bruce Willis. Dieser kann einmal richtig zeigen, dass er als Bösewicht einiges drauf hat. Meiner Meinung nach konnte man keine besseren für diese Rollen verpflichten und sie verleihen diesem Thriller einen richtigen Glanz – doch nicht nur sie.

Kamera:
Ein wichtiges Element in diesem Film ist auch die Kamera. Sie bringt uns Bilder von immenser Kraft und beeindruckender Realität. So kommen einem manche Fahrten, Einstellungen und Positionen vor wie Nachrichtenübertragungen – manche wirken, als ob man direkt neben dem Darsteller stehen würde und sich mit aller Kraft versucht, zu retten. Oder als ob man selbst der Hauptdarsteller wäre, der versucht, im Chaos nicht unterzugehen. Wichtige, bedrückende und beklemmende Bilder sind vor allem dann häufig zu finden, wenn wieder jemand in New York sich in die Luft gesprengt hat. Nur ein Beispiel: wir sehen NY bei Nacht und Hubbard läuft durch die verzweifelten Menschen, die gerade aus einem eben explodierten Teil eines Theaters nach draußen stürmen. Hier wirken die Bilder wie die eines Kameramanns, der selbst das Geschehen nicht fassen kann. Dann blickt Hubbard zu einer Treppe hoch und eine Frau, wunderschön in einem Abenddress, wankt nach unten – ihr wurde ein Arm abgerissen. In dieser Einstellung, so wie die Kamera positioniert ist, spürt man die Realität eines Nachrichtenteams und man kann es nicht fassen, als ob dies real geschehen wäre. Die Intensität der Kamera ist in diesem Streifen beachtlich und hervorragend!

Musik/Ton:
Die Musik in Ausnahmezustand ist wie meistens eine von einem Komponisten eingespielte Melodiefolge, beachtlich nur die Musikeffekte zwischendurch. Manche Melodien sind nur dazu da, um die Bilder ein wenig atmosphärisch zu untermalen und nichts großartiges. Doch findet man auch einfache Akkordenabfolgen, die leicht vor sich hinwabern und trotzdem die Atmo sehr verdichten, was ein weiterer Pluspunkt ist.

Story:
Nun, nach dem 11. September weiß man, dass diese Bilder (und damit meine ich den gesamten Film) leider traurige Realität sind. Selbstmordattentäter, die Publikum möchten, um genügend Gehör für ihren Wunsch, die Welt zu verändern, zu bekommen und sich in der Größe ihrer Ziele und der Totenzahl übertreffen möchten, wofür sie sogar ihren eigenen Tod in Kauf nehmen. Zwar ist dem Drehbuchautor nicht eingefallen, dass jemand ein Flugzeug entführen und damit in ein Hochhaus krachen könnte, doch die Anschläge, wie sie im Film gezeigt werden, sind nicht weniger brutal. Doch unter dem Deckmantel des Actionthrillers verbirgt sich bei Ausnahmezustand weitaus mehr. Die bedrückende Umgebung, die Brutalität des Militärs, all dies ist so anders wie andere Actionthriller der USA, die auch mit Politik zu tun haben – nicht patriotistisch. Hier wird schonungslos gezeigt, was die Amerikaner einsetzen, um dem Terror Einhalt zu gebieten, es wird viel Dreck auf das amerikanische Demokratiewesen geworfen... dieses Risiko und die Brisanz des Filmes machen Ausnahmezustand zu einem Kleinod – zusammen mit der hervorragenden Inszenierung.

°°°°°°Fazit°°°°°°

AUSNAHMEZUSTAND ist einer der besten Action/Polit/Thriller/Drama Streifen der letzten Jahre. Hier wird schonungslos mit der Demokratie und dem Terrorismus abgerechnet, Amerikas Maske wird vor aller Welt gelüftet. Hinter Ausnahmezustand verbirgt sich mehr, als man erwartet, nämlich ein eiskalter und doch warmherziger Film, brutal offen, schonungslos realistisch, genial inszeniert, toll gespielt, beeindruckend umgesetzt. Ich kann kaum aufhören, von diesem Movie zu schwärmen.
Hier wird gezeigt, was in der Welt so vor sich geht, ob nun gut oder schlecht, und manche Leute erweisen sich erst am Schluss des Filmes als Verräter ihres Heimatlandes oder des Landes, in dem sie eingereist sind.

Mit einer beeindruckenden Stardichte und einer perfekten Crew gelang es dem Regisseur Edward Zwick, einen Thriller zu schaffen, den die Welt nicht vergessen kann – besonders nach dem 11. September 2001.

°°°°Daten des Films°°°°

OT: THE SIEGE
JAHR/LAND: 1998 USA
Regie: Edward Zwick
Darsteller:
Denzel Washington
Annette Bening
Bruce Willis
Tony Shalhoub
Länge: 110 Minuten
Frei ab 16 Jahren


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
LordSoth

LordSoth

26.05.2003 11:09

Obwohl die Story sicherlich gut ist, fand ich den Film insgesamt doch sehr enttäuschend.

joybar

joybar

11.07.2002 12:19

guter bericht. gruss joy

Teejee

Teejee

30.05.2002 12:58

lol, und mit 12 hab auch ich all mein Geld verhaun... jedoch nicht in ne Playstation, sondern in den PC... würd ich nicht mehr machen, wenn ich so zurückblicke! Mit Geld kann man sich so vieles sinnvolleres zulegen! Allein im Sportbereich... für Basketball... gute Bücher oder DBZ Mangas...coole DvDs, Kino... Dates und Fortgehen...

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