Ausnahmezustand

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Ausnahmezustand

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Ausnahmen bestätigen die Angst

4  21.05.2005

Pro:
Handlung, Schauspieler, Musik, Thematik

Kontra:
Bittere Realität geworden

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Humor

Spannung

Action:

Romantik:

mehr


Things

Über sich: Denke ich bin wieder da......nichts ist soo wechselhaft wie das Leben...! Carpe diem. Hier gibt ...

Mitglied seit:26.08.2004

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 190 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Nach den schrecklichen Terroranschlägen des 11. Septembers und anschließenden Kriegen in Afghanistan und dem Irak wird die Angst vor falschen religiösen, fanatischen Terror im Kino keine Bedeutung beigemessen. Kaum ein Film geht mit Prophezeieischen Filmischen Geschick an dieses Thema ran und wenn dann übertreiben es die verschiedenen Medien maßlos.

Im Jahre 1998/1999 brachte der Regisseur Edward Zwick mit dem Film "Ausnahmezustand" (Original: The Siege) einen durchaus realistischen Thriller in die Kinos. Natürlich ist der Schauplatz des Filmes die USA - das heutige New York.

-Story-
In den Straßen New Yorks - Brooklyn herrscht die permanente Angst. Ein vollbesetzter Bus wird von fanatischen arabischen Terroristen in ihrer Gewalt gebracht doch die angebrachten Sprengladungen töten nicht sondern verteilen blaue Farbe auf die erschreckenden Fahrgäste?! Im Büro des FBI kommt ein Fax an: "Lasst ihn frei"! Special Agent Anthony Hubbard (Denzel Washington) versteht noch nicht den Sinn dieser zugleich Warnung und Aufforderung!

Bei der Untersuchung dieses Anschlages kommt dem FBI der Erzrivale "CIA" in die Quere. Sharon Bridger (Annette Benning) eine Expertin für den Nahen Osten und "geheime" Mitarbeiterin des Geheimdienstes scheint sich zuerst nicht kooperativ zu verhalten. Kurze Zeit später wird erneut ein vollbesetzter Linienbus in die Gewalt von Terroristen gebracht, diese nutzen die Präsenz der Presse und sprengen sich und die Fahrgäste ins "Paradies", in den Tod. Das FBI konnte trotz der vorhergehenden Warnung diesen Anschlag nicht verhindern und auf die Frage von Anthony Hubbard ob es weitere Terrorzellen in New York gibt, bejaht die CIA dieses und verhält sich durch Sharon Bridger auf einmal äußerst hilfsbereit.

Es beginnt eine fieberhafte Suche nach weiteren Terrorzellen die unabhängig voneinander ihre Aktionen planen und durchführen. Sharon Bridger nutzt zwar ihre Kontakte zur arabischen Bevölkerung, besser gesagt zu ihren Informanten aber letztlich kann sie es auch nicht verhindern das ein Theater und das Hauptquartier des FBI dem fanatischen Terror durch Selbstmordattentäter zum Opfer fällt. Die Angst geht weiter um - FBI und CIA stehen machtlos da. Stadtrat, Senat und schließlich selbst der amerikanische Präsident sieht keinen anderen Ausweg als den Ausnahmezustand über die Stadt New York auszusprechen. Und löst das Kriegsrecht die "Menschenrechte", die Moral und schließlich die Gesetzgebung ab.

Das Militär unter dem Befehl des eigensinnigen und tyrannischen General Devereaux (Bruce Willis) der seine ganz eigene Politik und Terroristenbekämpfung verfolgt, hat die Herrschaft über die Bevölkerung. In der Stadt patrouillieren schwerbewaffnete Soldaten durch die Straße und richten in aller Eile "Camps" für die "Arabische" Bevölkerung ein. Sie werden inhaftiert, in Schutzhaft genommen, es gibt keine Menschenrechte mehr. Um die Terroristischen Gruppierungen zu finden ist dem brutalen General jedes Mittel recht. Unter dem Schutze des Kriegsrechts geht er sogar dazu über einen Verdächtigen zu Tode foltern zu lassen…..! Anthony Hubbard und Sharon Bridger die, die Situation nicht weiter billigen versuchen auf eigene Faust die letzte Terroristische Zelle zu finden, denn sie wissen beide je länger das Kriegsrecht anhält desto mehr kann es unter den verschiedenen Bevölkerungsschichten- Aus- und Inländern eskalieren…..

-Meinung/Kritik-
Ich fand damals schon im Kino den Film als Recht realistisch dargestellt. "Ausnahmezustand" ist ein Politthriller dessen Geschichte fast "Alpträume" als auch Erinnerungen weckt. Über die Fehler im Film, über die Plausibilität lässt sich streiten. Schauspielerisch lässt dieser Thriller jedenfalls keine Kritik bei den Hauptdarstellern zu. Denzel Washington spielt wieder einmal seine Rolle souverän und zeigt sich intelligent und mit den richtigen Prinzipien und Moralvorstellungen eines Mannes der neben dem Gesetz, für den Staat für den er arbeitet, sich auch noch für die Menschenrechte und Minderheiten einsetzt. Gegenüber "Bruce Willis" der seine eigene Politik verfolgt und denkt damit auch seinen Land zu Diensten zu sein. Wie also meistens in solchen Filmen "Gut gegen Böse".

Besonders gut hat mir aber Annette Benning gefallen in der Rolle der geheimnisvollen CIA-Agentin Sharon Bridger die nach und nach immer mehr ihre Maske absetzt. Durch ihre Darstellung einer Agentin die die eigene Geheimdienstpolitik nicht immer akzeptiert und damalige Fehler eingesteht gibt sie ihrer Figur die notwendige Tiefe und Logik.

Der Regisseur Edward Zwick lässt in "Ausnahmezustand" das Militär als das eigentlich "Böse" dastehen und übt mit mancher Darstellung harte Kritik. Besonders dramatisch, als auch erschreckend sind die Szenen als die Moslems und Araber in Footballstadien inhaftiert werden.
Leider wäre der Film noch besser gewesen wenn der Schluß anders gewesen wäre. Denn letztlich ist es doch wieder der böse Moslem der einen heiligen Krieg anzetteln möchte. Und natürlich hat er auch die üblichen Charaktereigenschaften, ohne Moral und Ethik stellt er die Religion über alles, geht über Leichen mit seiner fanatischen Aufgabe ein Märtyrer zu werden. Das Ende hat mich ein klein wenig enttäuscht…aber nun gut, es ist eben ein amerikanischer Film. Wer möchte schon einen Film in den USA drehen der die eigene Politik des Landes "kritisch" sieht?! Vom "sehen" reden wir jetzt mal lieber nicht.

Im Schlusssatz kann ich den Film als realistisch einstufen und diesen durchaus empfehlen. Ob allerdings wirklich so schnell das Kriegsrecht ausgesprochen werden könnte, darüber ließ sich jetzt endlos diskutieren, aber nach dem 11. September ist eh vieles anders geworden, gerade in Bezug auf "Menschenrechte und Würde" in den USA, oder der Politik. Der Film war im Jahre 1998 zwar nur Fiktion, nur ein Film aber Jahre später ist er der Realität, den Ängsten der Menschen näher gekommen, als man das damals in den Kinosälen der Welt für möglich gehalten hätte. Nicht nur das Terroranschläge zur täglichen Bedrohung werden können, sondern auch das man "foltern" lässt und alles damit in Frage stellt was Recht, Gesetz und Moral verlangt.


-Filmdetails-

Regie: Edward Zwick

Darsteller: Bruce Willis, Denzel Washington, Annette Benning

Laufzeit: ca. 116 Min.

Land/Jahr: USA 1998

Genre: Action/ Thriller
Lieben Gruß und danke fürs Lesen und Kommentieren.

Things


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Boersenfeger

Boersenfeger

01.12.2005 15:53

Hey, Things! Toller Film, super beschrieben! Gruß Börsenfeger

mozarteum

mozarteum

08.10.2005 01:12

schwere kost am abend, aber deine schlussfolgerungen kann ich gut nachvollziehen ... :-) ... ein klasse film! .... lg mozarteum

farnbauk

farnbauk

21.07.2005 00:34

Du erklärst sehr gut diese "schwere Kost" in deinen Berichten. Ich könnnte das nich so auf den Punkt bringen!

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