Ausnahmezustand

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Will die Verfassung mit v-feindlichen Mitteln geschützt werden?

4  07.04.2010

Pro:
Ein spannender Polit - Thriller !  Gute Darsteller .

Kontra:
Keine größeren Kontras, doch zum letzten Stern fehlt das "gewisse Etwas" .

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Humor

Spannung

Action:

Romantik:

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ANSV

Über sich: Ich stehe mit ganzem Herzen hinter Franz-Joseph Jung!!! Berichte über die Hinterhältigkeit seiner Ge...

Mitglied seit:08.07.2009

Erfahrungsberichte:27

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EIN ZITAT:

"Warum sollte ich ein schlechtes Gewissen haben, gegenüber Leuten, deren Ziel es ist, die Verfassung der BRD zu stürzen, unbegrenzte Härte anzuwenden?".
Wisst ihr, von wem dieser Satz stammt?
Von mir natürlich!

VORWORT:

Im Winter 1998/99 war ich gerade mal 13. Politik fand ich schon damals spannend, allerdings befasste ich mich damals nur sehr oberflächlich mit Weltpolitik, es war mir wichtig, alle wichtigen deutschen Parteien sowie die Namen und Parteizugehörigkeit des Kanzlers, des Bundespräsidenten und des Ministerpräsidenten meines Landes Hessen zu kennen. Allerdings war ich damals auch absoluter Bruce Willis-Fan und als ich im Januar ´99 die Werbung zum Film "Ausnahmezustand" sah, war ich mir sicher, mir diesen Film ansehen zu müssen und war wirklich sehr stolz, dass ich an einem kalten Freitagabend Anfang ´99 an der Kinokasse einen traf, der weit > 16 war und den ich überredete, mir eine Kinokarte für diesen Film zu besorgen ;).
Damals fand ich den Film spannend, aber extrem unrealistisch, ich ging nämlich davon aus, dass der arabische Terrorismus für immer eine asiatische und nordafrikanische Angelegenheit bleiben wird und dass die USA mit dem Sieg über die Sowjetunion im Kalten Krieg den letzten großen Konflikt ihrer Geschichte zu ihren Gunsten entschied!

Ich hatte ja nicht die leiseste Ahnung, welcher religionsfanatische Hinterwäldler Clintons Amtsnachfolger sein wird und was sich etwa ein Dreivierteljahr nach seinem Amtsantritt ereignet...

FAKTEN ZUM FILM:

Originaltitel: The Siege
Regie: Edward Zwick
Hauptdarsteller: Bruce Willis, Denzel Washington, Annette Benning
Land: USA
Erscheinungsjahr: 1998

DIE STORY:

Wir sind in NYC, dem Big Apple, der Stadt, die niemals schläft, der wohl bekanntesten, aufregendsten und multikulturellsten Stadt des Planeten!
Mitten in ihrem größten Borough Brooklyn nehmen Leute arabischer Herkunft einen vollbesetzten Passagierbus in ihre Gewalt und drohen, den Bus in die Luft zu sprengen!
Dies stellt sich jedoch bereits kurze Zeit später als ein Akt der Warnung heraus - alle Passagiere wurden freigelassen.
Kurz darauf bekam das FBI die folgende Nachricht: Lasst ihn frei!
Nur tappt man im Dunkeln beim Versuch, aus dieser Nachricht schlau zu werden...

Einige Tage später nehmen drei schwerstbewaffnete Leute arabischer Herkunft erneut einen Bus in Brooklyn, NYC in ihre Gewalt - diesmal machen sie ihre Drohung wahr und sprengen kurz nach der Freilassung der Kinder den Bus mit all seinen erwachsenen Passagieren! Und das fürchterliche ist: Das FBI hat noch immer nur sehr oberflächliche Ahnung, was sich da eigentlich abspielt und wer genau hinter diesen Aktionen steckt!
Doch etwas später gelingt es dem FBI aufgrund einiger kleiner Fehler einiger Verbündeten der Terroristen, die für diese abscheuliche Tat Verantwortlichen zu finden und zur Strecke zu bringen. Ganz New York denkt nun, dass diese Sache beendet ist und dass der Terrorismus für immer besiegt ist!
Fehlanzeige..... Die Terroristen schlagen in widerlicher Art und Weise zurück und verüben gleich mehrere Terroranschläge, die eine dreistellige Zahl an zivilen Opfern zur Folge haben!
Nun wird es der US-Regierung natürlich zu bunt!
Von nun an gibt es wohl nur einen Mann, der den Weg aus dieser Krise kennt: Den ultrarechten sowie machtbesessenen Hardliner William Deveraux (Bruce Willis)........
Dieser will alles und jeden, der mit den Ereignissen etwas zu tun haben könnte in abscheulicher Art und Weise ausrotten... - und dies wiederum passt dem FBI-Agenten Hubbard (Denzel Washington) nicht, der sich bemüht, den Terror mit Mitteln, die sich im Rahmen der US-Verfassung bewegen zu bekämpfen, ganz und gar nicht...

Doch den wahren Organisator des Terrors erfährt man erst gegen Ende des Films - und ist überrascht... (oder auch nicht........)

MEINUNG:

Dem Regisseur Edward Zwick gelang kurz vor der Jahrtausendwende eine spannende und gut inszenierte Geschichte über den Terror und seine Folgen - und wie schnell Terroranschläge die eigene Verfassung und v.a. die Demokratie ins Wanken bringen können. Er zeigt, wie skrupellos Länder, die sich voll und ganz zu Demokratie bekannen gegen Unschuldige vorgehen können, nur weil diese sich zur falschen Zeit am falschen Ort befinden!
Aussagekräftig fand ich die Szene nach der Verhängung des Kriegsrechts in NYC als die Wohnungen aller in Brooklyn lebenden Araber umstellt werden und diese in Stadien eingesperrt werden! Es ist völlig klar, dass dies größtenteils Unschuldige treffen wird, während die wahren Verbrechen in irgendein Versteck untertauchen - und wie diese Menschen behandelt wurden, das erinnerte mich an einen Kapitel der Geschichte, den die USA noch vor gar nicht all zu langer Zeit bekämpfte.....
Ich glaube, viel mehr muss man dazu nicht sagen, oder?

Aber der Film zeigt auch noch etwas ganz anderes!
Er zeigt, wie machtbesessene sowie hasserfüllte Personen (die es in ausnahmslos jedem Staat der Welt gibt!) auf ihr großes Ziel, nämlich die Übernahme der Macht, von langer Hand planen und darauf systematisch hinarbeiten! Es wird gezeigt, dass die schon dabei völlig skrupellos vorgehen - ist es dann vollbracht, ist es nicht schwer, sich zu denken, dass die danach auch noch Methoden anwenden, die sogar die Vorgehensweisen, mit denen sie auf die Machtübernahme hinarbeiteten harmlos aussehen lassen... Auf die Gesetze des eigenen Landes geben die dann natürlich genau so wenig wie diejenigen, die sie um jeden Preis bekämpfen wollen... (dass die das wollen, kritisiere ich an sich nicht!)
Ich bin der Meinung, dass Bruce Willis, auch wenn er eine nicht so große Rolle wie in Die Hard spielt, diese Figur äußerst gelungen verkörperte!

Auch Denzel Washington spielt überzeugend!
Er spielt den demokratischen FBI-Agenten, der den Terror ohne wenn und aben ebenfalls bekämpfen will, für die Methoden Deverauxs allerdings keinerlei Verständnis hat und von seinem demokratischen Recht, Kritik an seiner Vorgehensweise zu üben, Gebrauch nimmt, so gut er kann.

ABSCHLIEßEND:

Dies ist wirklich ein spannender, politischer Film, der zeigt, dass im Grunde jeder Dreck am stecken hat und in dem alle Schauspieler, die wichtige Rollen haben überzeugend agieren.
Dies ist eher ein Thriller als ein Actionfilm, daher sollten Leute, die den Film noch nicht kennen bitte keinen Die Hard erwarten - was nicht heißt, dass keine gut gemachten Actionszenen vorhanden seien!

Jedem politisch interessierten Menschen kann ich diesen Film auf jeden Fall empfehlen.
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