Etwas farbloser Abklatsch
08.02.2002
Pro:
Relativ spannend, Morgan Freeman
Kontra:
Story gabs schon besser, etwas konstruiert, farblos
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Humor
Spannung
Action:
Romantik:
mehr
 TanjaStram
Über sich:
Mitglied seit:08.11.2000
Erfahrungsberichte:195
Vertrauende:55
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 43 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Immer wieder überschwemmen neue Action-Thriller den Markt. In letzter Zeit kann man viele von ihnen im Fernsehen bewundern. So auch „Außer Kontrolle“, der vor einigen Wochen im Fernsehen zu bewundern war. ------------------------------------------------------
Die Story: °°°°°°°°° In einem Labor in Chicago ist ein Wissenschaftsteam damit beschäftigt eine Möglichkeit zu finden, aus Wasser Energie zu gewinnen. Dies würde den Durchbruch im Bereich der Energieversorgung der Welt bedeuten, wäre diese Quelle nicht nur quasi unbegrenzt verfügbar, sondern würde auch „saubere“ Energie – also ohne Schadstoffe – liefern.
Dank dem Maschinenbau-Studenten Eddi (Keanu Reeves) klappt es. Die Forscher sind außer sich vor Freude. Nach einem rauschenden Fest, bei dem der Abschluß ihrer jahrelangen Arbeit gefeiert wird, verlassen Eddi und die Physikerin Lily (Rachel Weisz) das Labor. Als Eddi wenig später zurückkehrt bemerkt er, daß etwas nicht stimmt. Kurz darauf fliegt das gesamte Labor in die Luft und nur Eddi weiß, daß die Daten vorher gestohlen wurden. Als sich damit jedoch an die Polizei wendet steht er bald selbst unter Verdacht das Labor sabotiert und die Daten gestohlen zu haben. Auch Lily wird bald verdächtigt. Beide flüchten nun vor der Polizei und dem FBI. Als versuchen bei Paul Schannon (Morgan Freeman), der an dem Projekt indirekt beteiligt war, Hilfe zu bekommen, müssen sie bald feststellen, daß er in die ganze Sache verwickelt zu sein scheint.
------------------------------------------------------ Meine Meinung: °°°°°°°°°°°°°
Der Film startet ganz im Stil eines guten Action-Thrillers mit viel Tempo und Spannung, die auch im weiteren Verlauf erhalten bleibt. Allerdings entsteht keine wirklich fesselnde Spannung. Das liegt zum einen wohl daran, daß die Geschichte zum Teil etwas farblos und zusammengereimt erscheint und zum anderen, daß der Stil der Story einfach nur zu gut aus Filmen, wie „Auf der Flucht“ bekannt ist. Auf mich hat es fast störend gewirkt, daß der ganze Film diesen Stil wiederspiegelt: Unschuldiger, der als einziger ahnt was gespielt wird, gerät selbst in Verdacht und muß flüchten. Dabei deckt er die gesamten Zusammenhänge auf und kann am Ende als Held glänzen. Das gab es schon! Normaler Weise ist es nicht wirklich störend, wenn eine Story in ähnlicher Form noch mal gedreht wird, doch hier konnte das „Remake“ nicht wirklich überzeugen. Etwas fadenscheinig kam auch die Motivation daher, weswegen das Forschungsprojekt sabotiert wurde: Weil die Menschheit noch nicht bereit sei für kostenlose Energie. Außerdem würden sämtliche Aktienmärkte zusammenbrechen. Der erste Teil der Begründung klingt ein wenig... nun ja... pseudokritisch. Warum sollte die Menschheit nicht dafür bereit sein? Einfach unglaubwürdig. Der zweite Teil der Begründung ist wenigstens noch glaubwürdig, denn daß es im Grunde überall irgendwie um Profit geht kann man gut nachvollziehen.
Neben der Story bleiben die Schauspieler zum Teil leider auch etwas farblos. Außer Morgan Freeman, der überzeugend spielt, bleiben die restlichen Charaktere schwammig und ausdruckslos. Leider auch Keanu Reeves, der schon beweisen hat, daß er auch anders (besser) kann! ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Fazit: ***** Nun, diesen Film kann man sich getrost mal ansehen, wenn er im Fernsehen läuft. Man braucht jedoch keine Angst haben, daß man viel verpaßt, wenn man ihn sich nicht ansieht. Die Story ist schon irgendwie spannend, wenn aber auch nicht wirklich aufregend und wurde anderweitig schon besser dargestellt.
------------------------------------------------------ USA 1997 Länge: 103 Minuten
Darsteller: Keanu Reeves (Eddie Kasalivich), Morgan Freeman (Paul Shannon), Rachel Weisz (Lily Sinclair), Fred Ward (FBI-Agent Ford), Kevin Dunn (FBI-Agent Doyle), Brian Cox (Lyman Earl Collier), Joanna Cassidy (Maggie McDermott), Chelcie Ross (Ed Rafferty), Nicholas Rudall (Dr. Alistair Barkley), Tzi Ma (Lu Chen) Regie: Andrew Davis
Stab: Produzenten: Andrew Davis, Arne L. Schmidt Drehbuch: J. F. Lawton, Michael Bortman Vorlage: Story von Arne L. Schmidt, Rick Seaman, Josh Friedman Buch zum Film: Roman "Ausser Kontrolle" von Robert Tine Musik: Jerry Goldsmith Kamera: Frank Tidy Spezialeffekte: Roy Arbogast (Koordinator) Ausstattung: Maher Ahmad Schnitt: Daniel Brochu, Dov Hoenig, Arthur Schmidt
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02.03.2002 16:01
Deine Einschätzung zur Motivation der "Bösen" teile ich nicht. Ich denke, dass so etwas sehr wohl möglich ist. Bei Geld (und im Energiemarkt geht es um sehr viel Geld) hört alle Freundschaft auf. Und glaubt man den Verschwörungstheorien zu den Anschlägen vom 11. September, so müssen auch dort dollarschwere Jungs an den Hebeln gesessen haben. Vielleicht nicht am Abzugshahn, aber an der Hand, die die Waffe hätte wegschlagen können. Abgesehen von diesem Punkt gebe ich Dir aber recht - der Film war nett, aber nichts Besonderes.
09.02.2002 14:34
Wieder ein guter Bericht!!! Klasse. Ciao
09.02.2002 00:05
Schön geschriebene Warnung vor zu hohen Erwartungen! :-) Gruß, Dirk