Der ewige Traum von einer besseren Welt
18.12.2009
Pro:
kurzweilig, unterhaltsam, Schauspieler
Kontra:
zu unlogisch, veraltet, Sammelsurium
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Humor
Spannung
Action:
Romantik:
mehr
 Lady-Alexa
Über sich:
Mal da.. mal nicht.
Mitglied seit:24.08.2003
Erfahrungsberichte:745
Vertrauende:285
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 179 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Originaltitel: Chain Reaction Produktionsland: USA Produktionsjahr: 1996 Regie: Andrew Davis FSK: 12 Laufzeit: ca. 102 Minuten Keanu Reeves .. Eddie Kasalivich Rachel Weisz .. Dr. Lily Sinclair Morgan Freeman .. Paul Shannon Fred Ward .. FBI Agent Leon Ford Kevin Dunn .. FBI Agent Doyle Brian Cox .. Lyman Earl Collier Joanna Cassidy .. Maggie McDermott
Chicago, 1996: Ein kleines Wissenschaftlerteam entschlüsselt das Geheimnis um saubere Energie. Der ganz große Traum wird war, ein einziges Glas Wasser soll eine ganze Stadt mit Energie versorgen - kostengünstig und für jeden zugänglich. Doch die Freude währt nicht lange, denn wo ein Erfolg ist, lassen Feinde nicht auf sich warten. So kommt es zu einer riesigen Explosion und ein Wissenschaftler wird ermordet. Ein weiterer verschwindet, und so finden sich plötzlich Eddie und Lily auf der Flucht wieder. Sie werden gejagt, weil sie das Experiment reproduzieren können, und auf ihrer Fluch können sie niemandem trauen... Besonders einfallsreich ist die Story nicht, das ist rasch klar. Es geht vor allem um die beiden Hauptfiguren, der sympathische Held und die leicht hysterische, aber mindestens ebenso sympathische Heldin. Sie halten natürlich zusammen, und wer raten will, wer am Ende zusammenkommen wird, darf das gerne tun. Gähn. Abgesehen von der etwas lahm konstruierten Beziehung zwischen den beiden Hauptfiguren gibt es noch einen ganzen Haufen anderer Dinge, die nicht gerade für spannungsgeladene Momente sorgen. Die Idee mit der Flucht, den Regierungsvereinigungen und dem unschuldigen Helden war eben schon etliche Male da. Irgendwann ist es dann auch genug und Andrew Davis hat es an einigen Stellen mit seiner Verschwörungstheorie wahrlich übertrieben. So weiß die eine Geheimorganisation nicht, was die andere macht, Machtkämpfe und Bürokratie sind aber so lahm zusammengestückelt, das selbst eingefleischte Genrefans ihre Schwierigkeiten damit haben werden. Man muss nicht zwangsläufig eine gute Story haben, um einen feinen, unterhaltsamen Film zu machen. Aber da hilft es dann, wenn man zumindest Hammeraction bringt. Leider sieht man dem Film aber sein Alter zu sehr an, die Effekte sind längst überholt und schockieren niemanden mehr. Es kracht zwar immer mal wieder, es wird auch gerne mal geschossen, gerannt, geschlagen und davongefahren, aber es ist nichts neues dabei, und man will nicht so recht mitfiebern. Die Handlung ist leider viel zu weit voraussehbar, und am Ende gipfelt es in einem erzwungen-dramatischen Finale das derartig stark an James Bond angelehnt ist, dass man sich schon fragt, ob im nächsten Moment unser Held vielleicht einen Anzug tragen wird. Überhaupt scheint mir der Film an etlichen Stellen mehr zusammengeklaut den eine Eigenkreation zu sein. Diverse Stunts, aber auch Zusammenhänge in der Verschwörungsgeschichte kommen mir nicht wirklich neu vor. Aber vielleicht war auch dieser Film zuerst da, und die anderen haben davon abgeschaut? Tja, ich will niemandem etwas unterstellen, aber am Ende schaut Ausser Kontrolle wie eine Mischung diverser anderer Filme aus. Untermalt wird das ganze von einem bemerkenswert nichtssagendem Soundtrack, was mir meistens nicht einmal eine Erwähnung wert wäre. Aber dieses Mal ist es mir richtig aufgefallen, sogar die Musik kommt mir bekannt vor und das Spannungsmomente mit Musik markiert werden müssen, und Actionsequenzen und romantische Augenblicke - es ist einfach zuviel des Guten. Filmmusik muss sein, Filmmusik ist wichtig für die Stimmung, aber ich will mir nicht vorkommen wie ein Trottel, dem man schon im Vorhinein immer sagen muss, was er bei einer Szene empfinden soll.
Positiv zu bewerten sind in jedem Fall die Schauspieler, die zwar auf verlorenem Posten spielen, weil der Plot nicht zu retten ist, aber sie gefallen dennoch. Keanu Reeves allen voran mit schulterlanger Aussteiger-Matte kommt sympathisch ohne Allüren daher und schaut auch neben Morgan Freeman noch gut aus. Dieser kommt mir etwas zu emotionslos daher, er muss zwar den superfiesen Dauerbösewicht spielen, der in jeder Szene jeden hintergeht, egal, wem er gerade gegenübersteht, aber er tut das vielleicht ein wenig zu gut. Man weiß tatsächlich nicht, auf wessen Seite er steht, allerdings könnte er genauso gut auf gar keiner Seite stehen. Man weiß nicht einmal, ob er sein Gegenüber mag, respektier oder auch nur wahrnimmt. Es fehlt da ein wenig Menschlichkeit, vielleicht ist er wirklich als Agent zu gut neben den sonst nicht so perfekten Figuren. Eddie Kasalivich ist nun einmal kein Agent, er ist der nette Held, ebenso kann Rachel Weisz als Dr. Lily Sinclair richtig auf die Gefühlsdrüse drücken. Da schaut Morgan Freemans Paul Shannon eben etwas blass aus. Alles in Allem ist Ausser Kontrolle wohl als zusammengeklauter Verschwörungsthriller zu bezeichnen. Trotzdem halte ich die über 100 Minuten Laufzeit nicht für verloren, da es einige helle Momente gibt, das Rätsel zwar etwas zu früh gelöst wird, aber immerhin bis zum Ende etwas Restspannung übrig ist. Es ist eben ein Actionthriller der etwas in die Jahre gekommen ist, aber Spannung gibt es trotzdem noch, wenn auch nicht in überragendem Maße. Der Unterhaltungswert ist gut, ein Bildungswert nicht vorhanden, dafür reichlich Action. Es verbleiben dennoch 3 gute Sterne und eine Empfehlung für Verschwörungstheoretiker und Hetzjagd-Fans.
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28.12.2009 20:20
gut beschrieben
27.12.2009 10:09
Ich hab den Film damals im Kino gesehen, also für 1996 ist er nicht so schlecht geraten, meine ich. Mit heutigen Produktionen darf man ihn zwar nicht vergleichen, aber das ist wohl bei jedem Film so... ;-) LG
22.12.2009 22:15
Schöner Bericht :) LG