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AUSZEIT - ein Krimi von Carola Clasen
Auch das noch... Schleiden und Umgebung, wo ich aufgewachsen bin, wird krimitechnisch zur Mörderstube. Es hat natürlich einen großen Reiz, Bücher zu lesen, die Geschichten quasi “um die Ecke” erzählen. Eifelkrimis sind ja vor allem durch Jacques Berndorf bekannt, aber es gibt noch ein paar Eifelautoren mehr, wie unter anderem Carola Clasen.
Die Autorin wurde 1950 in Köln geboren und arbeitete mehrere Jahre nach ihrem Sprachenstudium in Belgien. Ihre Heirat führte sie nach Deutschland zurück. Später veröffentlichte sie Kurzgeschichten im Rundfunk und schrieb danach Krimis, die ab 1998 veröffentlich wurden. Bisher sind erschienen
“Atemnot” “Novembernebel” “Das Fenster zum Zoo” “Tot und begraben” “Auszeit”
Nachts wird in der Nähe vom belgischen Sperrgebiet zum Camp Vogelsang eine Frauenleiche auf eine Parkbank gesetzt. Der Unbekannte entfernt sich.
Dies geschieht in einer Zeit, als die Kommissarin Sonja Senger von Trier die Nase voll hat und mit unbezahltem Urlaub auf eine Versetzung nach Köln wartet. In dieser Zeit schaut sich mit zunehmendem Interesse nach einem kleinen Haus in der Eifel.
Eine Maklerin, Vera Rumberg, macht einen Termin mit ihr aus. Bis es soweit ist, wird eine weitere Frau, eine freie Journalistin aus Schöneseiffen in eine Falle gelockt und Tage später ermordet aufgefunden, ganz in der Nähe des zukünftigen Häuschens von Sonja Senger.
Während einer Unterhaltung äußert die Maklerin Rumberg gegenüber Sonja Senger, dass sie die beiden toten Frauen kannte und nun selber Angst hat. Mehr kommt aber noch nicht dabei raus. Die Maklerin ist umso besorgter, zumal sie ein kleines Töchterchen hat.
Kaum hat Sonja Senger die Wohnung der Maklerin verlassen, wird Vera Rumberg überfallen, die kleine Tochter im Zimmer eingesperrt und ihre Mutter mitgenommen und später ermordet aufgefunden.
Mit der ganzen Geschichte quält sich auch ein Motorradfahrer namens Lars Bentrup. In seinem Hirn ist etwas, als sei es ausgeschaltet. Es ist ein Jahr her, dass etwas geschah, an dem er beteiligt war. Und nur zugegen? Er kann es nicht mehr ins Bewußtsein rufen. Und er sucht psychiatrische Hilfe im Internet.
Die Kommissarin Senger und der beauftragte Staatsanwalt Wesseling auch Aachen ermitteln nach anfänglicher Streiterei gemeinsam und kommen nur stückweise voran. Dies ganze Sache ist ein Rätsel, zumal das Hausmädchen der Maklerin zunächst nicht auffindbar ist. Dies löst sich aber in Wohlgefallen auf. Sie und ihr Untermieter werden ebenfalls befragt, scheinen aber nichts zu wissen.
Die Leichen wurden nicht vergewaltigt, aber einem Ritual unterzogen, denn der Mörder schnitt ihnen die Pulsadern auf und nach Eintritt des Todes schnitt er ihnen auch die Augen aus. Starker Tobak für die friedvolle Eifel...
@@@ EINDRÜCKE @@@
Eine Geschichte mit sich langsam aufschaukelnder Dramaturgie wird hier geliefert. Sie ist flüssig erzählt, die Hauptdarsteller sind sympathisch und auch der gewählte Ort ist gelungen. Die ganzen Orts- und Wegebeschreibungen sind sogar korrekt und authentisch. Allerdings frage ich mich, ob es geschmackvoll ist, die Gaststättenbesitzer in einem kleinen Ort so negativ darzustellen, zumal es die Kneipe wirklich gibt und auch der Namen nahezu identisch ist. Das ist wenig gelungen und ohne Pietät...
Mit der Hauptdarstellerin und dem Staatsanwalt sind zwei gute Figuren ins Leben gerufen worden. Es gelingt auch, einige Vielzahl von Rätseln bis zum Ende aufrecht zu halten.
Dann aber kommt eine plötzliche Enttäuschung !!!
Hinter dem Rachezug steckt eine Vergewaltigung, und die Motivation der Rache ist für eine solche Story auch verständlich. Aber wer der Vergewaltiger war und warum der unfreiwillig untätige Zeuge Lars Bentrup sich an nichts mehr erinnern kann, ist an den Haaren herbeigezogen.
Noch abwegiger ist es, dass er dem Mörder zufällig im Internet begegnet, weil der nichts besseres zu tun hat, als sich als Psychiater für verletzte Motorradfahrer auszugeben. Und Bentrup ist Motorradfahrer. Und der Mörder tut dies alles, um Bentrup einzureden, er wäre ein Jahr zuvor der wahre Vergewaltiger gewesen ?
Auch der Korrekturleser muss sich ein paar Fragen stellen lassen: auf der Seite 217 steht “...in der Mitte des hing Kluska.” Hing in der Mitte von was? Vom Zimmer? Vom Raum? Vom Abstellraum? Des Gäste-WC ?
Oder auf Seite 139 umklammert die kleine Miriam im Krankenbett einen Pinguin, und ein paar Zeilen später auf der nächsten Seite ist es plötzliche eine Robbe.
Ähnliche kleine Schnitzer, für die das Korrekturlesen eigentlich da ist, fallen auf, und sie stören den aufmerksamen Leser.
Die Geschichte selber ist spannend bis knapp vor der Lösung. Diese aber ist SO (!) an den Haaren herbeigezogen und zusammengewürfelt, dass ich mir einen passenderen Zusammenhang zwischen Motiv, Tatverlauf und Täter gewünscht hätte. Das absurdeste aber bleibt, den Motorradfahrer Bentrum ein Jahr wie mit ausgelöschter Erinnerung herumlaufen zu lassen. Es paßt weder medizinisch noch psychiatrisch zu den Geschehnissen. Und da weder Hypnose oder dergleichen im Spiel war, bleibt eine breite Spur komplett mangelnder Realität haften. Es lebe das Internet und der Superschlauberger, der unter Milliarden von Web-Usern auf Bentrup knapp um die "Eifeler" Ecke stößt. Jajaja... ich habe 1986 in Monaco auch mal einen Hellenthaler Millionär getroffen. Der hat mich am Kennzeichen EU damals erkannt...
fahlen Licht der Nacht die nackten Fichtenstämme des Kermeters wie Skelette, als eine Gestalt auf dem Wanderparkplatz bei Heimbach eine Frauenleiche aus dem Kofferraum ze...
meters wie Skelette, als eine Gestalt auf dem Wanderparkplatz bei Heimbach eine Frauenleiche aus dem Kofferraum zerrt und auf der erstbesten Holzbank ablegt. Wie eine müde W...
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18.10.2004 17:47
Diese Orte in der Eifel kenne ich sehr gut, schon deshalb wäre dieses Buch für mich interessant. Gruß, Uwe
18.10.2004 14:34
Das ist meistens so! :O)))