Wenn ich mal so Nachdenke.. VERKEHRSWENDE TUT NOT!
03.09.2002 (16.10.2002)
Pro:
NACHDENKEN
Kontra:
man muß Nachdenken ! !
Empfehlenswert:
Ja
 Struff
Über sich:
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Ihre AUto-Priorität begründen Bund, Länder und Kommunen immer mit dem gleichen Ritual: Weil der AUto und LKW-Verkehr eben unabänderlich zunehme und weil Wirtschaftswachstum und AUtoverkehrswachstum unentrinnbar verkoppelt seien, muß der weitere Ausbau der Straßen und der des verbundenen Parkraums forciert werden. Als Anti-Stau-Programm quasi. Das 40 Jahre AUto-Systemausbau zu immer mehr Stau geführt haben wird geflissentlich übersehen. Nachdenken ist eben Glückssache. Täte man dies, müßte man ein Innehalten oder besser Strategiewechsel folgern... Würde man die ganzen Subventionen abbauen, die der Staat trotz leerer Kassen für den Verkehr scheinbar "übrig" hat, radikal streichen müste jeder für sein Umweltverhalten selber aufkommen und viel mehr Menschen als heute würde entdecken, das er mit öffentlichem Verkehr besser fährt. Der Staat würde zudem 20 Milliarden (!) sparen. -So einfach wär das... 1.000ende von schnell wieder verstopften neuen Entlastungsstraßen und ausgebauten AUtobahnen müssten eigentlich zu denken geben. AUto-Systemausbau forciert die Massenmotorisierung und die Zersiedlung der Landschaft, produziert immer weitere Wege, marginalisiert die Alternativen und okkupiert den Verkehrsraum für das AUto. Das AUto wirkt im Verkehr wie das Kukuksei im Vogelnest. Es monopolisiert quasi das "Futter". Denn die anderen Mitbewerber Fußgänger, Radfahrer, öffentlicher Verkehr - werden ausgehungert. Sie werden wo es geht benachteiligt. Landen plötzlich auf der Schnellstraße oder am "Für Fahrräder verboten"-Schild. Erst bekamen sie weniger Geld, Platz und gesetzliche Rückendeckung und dann werden sie ganz aus dem Nest -dem Verkehrsraum oder Etat- geworfen. Die faktische Macht des stärkeren regiert im Verkehr und straft schon lange die frommen Sprüche von der angeblichen Gleichberechtigung der Verkehsarten und Menschen Lügen. Für den Umweltverbund bleiben meistens nur schöne Worte oder Werbetafeln "Fahrradfreundliche Gemeinde", ohne das was für Radler getan wird. Siehe nur die Umgebung von Bonn-Beul. Alibi-Maßnahmen halt. Systemdenken bleibt alein dem AUtoverkehr vorbehalten. Der hat ein perfect organisiertes hierarchischen Netz von kommunalen Erschließungen. Von Hauptverkehrsstraßen bis zu Bundesfernstraßen. Mit klaren gesetzlichen Grundlagen und Pflichtaufträgen in den Verkehrsgesetzen von Ländern und Bund, gepaart mit klaren Finanzierungsgrundlagen im Baugesetzbuch und Kommunalabgabenrecht, den Steuergesetzen, mit klaren Pflichtaufgaben für jeden privaten und öffentlichen Bauherrn hinsichtliche Straßenerschließung und Parkraumbereitstellung.Öffentlicher Verkehr dagegen ist freiwillige Aufgabe, ohne auskömmliche Finanzgrundlage. Ohne Planungspflicht für die Gemeinden, jederzeit kürzbar und schlimmstenfalls auch verzichtbar. Ungeliebt als angeblicher Defizitbringer. Da es derzeit den meisten Kommunen finanziell schlecht geht, wird überall im öffentlichen Verkehr zurückgeschnitten, gekürzt, ausgedünnt. Logisch das dann der altbekannte Teufelskreis beginnt. Weniger Fahrgäste - noch weniger Wirtschaftlichkeit , weitere Kürzungen - am Ende verbleibt ein lausig schlechtes Restangebot und eine wohlfeile Ausrede, umsomehr in´s AUto-System zu infestieren. Verkehrswende, heißt es dann, sei Utopie. Mutige Beispiele zeigen, das es möglich ist den Trend zu brechen: Einzelne Städte und Regionen haben im kleinen schon lange bewiesen, das es in Bevölkerung und Wirtschaft durchaus eine große Bereitschaft zu Verhaltensänderrungen gibt, wenn nur das Angebot der Alternativen kundengerecht ist und die Preise stimmen. Da gibt es Stadt und Ortsbussysteme, die bis zu 20 mal mehr Fahrgäste durch neue kundengerechte Angebote erreicht haben, ländliche Systeme, die mit einem differenzierten Angebot von Regionalbus, Rufbus und Taxibus sensationelle Fahrgastzahlen bei geringen Einwohnerdichten erzielen konnten. Aber die Politik reagiert nicht darauf. Statt solche ermutigenden Beispiele zu verallgemeinern, die generellen Potenziale systematisch hochzurechnen und daraus eine breite Investitionsstrategie abzuleiten, verharrt die Verkehrspolitik in Bund, Ländern und Kommunen häufig in frustrierter Resignation vor den scheinbar unabänderlichen Trends. Globale Massenmotorisierung und Suburbanisierung werden als Begleiterscheinungen ökonomischer Entwicklung entschuldigt.Der Bund müste für die national und international bedeutsamen Verbindungen die Netze definieren und finanzieren. Das sind dann eben auch die Fernradwege, die Fernwanderwege und natürlich alle Schienenwege von nationaler Bedeutung. Analog zu AUtobahnen und Bundesstraßen muss das Fernbahnnetz flächendeckend und dezentral gestaltet werden und alle Regionen mit hochwertigem Schienenverkehr verbinden. Dafür muss auch die Raumordnung kämpfen, die jahrzehnte-lang wohlfeile Argumente für Straßenbau geliefert hat. Für ein solches Bundesbahnnetz sind zahlreiche Lückenschlüße und Ausbauten nötig, um die etwa 25 zusätzlichen ICE- IC- und IR- Linien aufzubauen, die heute im Netz fehlen. So wenig das Fernstraßennetz rein national geplant werden kann, so wenig gilt das für das Schienennetz. Die ICE-, IC- und IR-Linien dürfen nicht an den Grenzen enden, sondern müssen stets mindestens bis in die nächsten großen Schienenknoten der Nachbarländer fahren, wie es der EC vormacht. Endlich müssen dafür europäische Standards für Material, Logistik und Personal definiert werden. Das sind einerseits gigantische Aufgaben, die andererseits weit weniger kosten, als der Ausbau des Bundesfernstraßennetzes. Das Bundesschienennetz muß auch im IR-Bereich für 120km/h ausgebaut werden, dann fährt man dem staugeplagten AUtofahrer locker davon.Das Kommunalabgabenrecht und Baugesetzbuch müssen endlich verkehrsmittelübergreifend novelliert werden. Dass riesige Verbrauchermärkte und Freizeitzentren, große Wohn- und Gewerbegebiete ohne ÖPNV-Anschluß genehmigt werden muß endlich der Vergangenheit angehören. DAS ist der Hauptgrund für die fortschreitende Verkehsmisere in Suburbia. Das Baurecht regelt klipp und klar, was die Kommunen von Investoren fordern können, wieviel Parkraum, welche Zufahrtsstraßen. Analog dazu müßten Bund und Länder auf gesetzliche Grundlagen für Nahverkehrsabgaben einigen, damit die Gemeinden ihr Aufgaben finanziell leisten können. ++ + + +++ +++ +++ +++ + ++++ +++Anhang: Noch ein paar Zeilen von Proffessor Heiner Monheim, der an der Uni Trier Angewandte Geographie, Raumentwicklung und Landesplanung lehrt und der mich auch geizig inspirierte. Lest mal und denkt drüber nach!Die Fahrradindustrie plaziert das Rad als schrilles Sportgerät und Spielzeug, damit ist es verkehrspolitisch nicht ernstzunehmen. In den Niederlanden und in Dänemark wird eine andere Verkehrspolitik betrieben: Dort sind die Fahrräder so stabil, daß zwei oder drei Erwachsene auf einem Rad fahren können, was die StVO auch erlaubt. Statistiken zeigen daß das Rad nicht primär ein Freizeitverkehrsmittel ist. Bei älteren Leuten ist die Akzeptanz des Rads als Verkehrsmittel sehr hoch. „Man muß versuchen, die einseitige Wahrnehmung des Fahrrads als Freizeitgerät zu korrigieren", forderte Monheim. Die Fahrradindustrie liefere oft Schrott. Man brauche z. B. andere Arten von-Gepäckträgern, die dafür geeignet sind, Personen und Bierkisten zu transportieren. Der Referent bezeichnete die Fahrradwerbung als ein weiteres Problem. „Die Werbung muß Leute zeigen, die bei Regen radeln, die beladen einen Berg hochfahren. Das Fahrrad muß ernst genommen werden als Verkehrsmittel." Umgenannt und von ein paar Rechtschreibfehlern befreit am 8.10.02ergänzt am 16.10.02 Wenn ich mal so Nachdenke.. VERKEHRSWENDE TUT NOT!
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04.10.2003 11:47
Hallo! Du hast vollkommen recht! Jeder kann auch etwas tun. Ein BenzinPKW hat bei 20000 km einen CO2 Ausstoss von 4000 kg (bei einem Verbrauch von 5 Litern Sprit auf 100 km). Ein Diesel bei 20000 km einen CO2 Ausstoss von 4800 kg (beim selben Spritverbrauch). Da Luft aber nie in kg gemessen wird sondern im Volumen ergibt das ein CO2 Ausstoss Volumen von 2476800 Litern bei 20000 Diesel Kilometern. Jeder der seine gefahrenen km reduziert, reduziert auch den Treibhaus effekt. Eine Gasheizung hat pro Jahr 4 Tonnen CO2 Ausstoss. Wer eine Solaranlage hat, kann den CO2 Ausstoss um 1 Tonne pro Jahr reduzieren. Jeder kann etwas tun. Ich habe bei etlichen Berichten viele Tipps gegeben.
08.10.2002 18:10
..hihi, umbenannt! AUch ne Idee! Ehm, hast Du Deinen Bericht mit AUtokorrektur verschlimmbessert oder warum schreibst Du alle AUtos mit grossem AU? Gruss, Ralph p.s.: Eigentlich werden ja für Rechtschreibfehler AU-tomatisch Bonuspunkte abgezogen, aber naja... Der Inhalt ist schliesslich das worum es geht.
07.10.2002 11:08
Das Sytem in den Niederlanden und Dänemark gefällt mir. In einem Radius von 15km ist ein Fahrrad uneingeschränkt das beste Verkehrsmittel! Ciao Lars