08.08.2005 (02.09.2006)
Pro:
Unschlagbar Günstig Auto fahren,Umweltfreundlich uvm .
Kontra:
Hoher Anschaffungspreis, wenige Tankstellen
Empfehlenswert:
Ja
 obiwana
Über sich:
Mitglied seit:08.04.2002
Erfahrungsberichte:20
Vertrauende:4
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 83 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Die Benzinpreise steigen und steigen und es scheint kein Ende in Sicht zu sein. Im Gegenteil. Die "Schreckensmeldungen" häufen sich, dass der Liter Benzin in nicht allzu ferner Zukunft 2,50 Euro kosten soll. Meiner Ansicht nach wird es da Zeit, sich nach alternativen Kraftstoffen umzusehen. Vor einiger Zeit tankte ich mal wieder mein Auto. Dabei handelt es sich um einen VW Passat Variant, Baujahr 2001 mit einer 1,6 Liter Benziner Maschine. Satte 80 Euro kostete die Tankfüllung, da der Spritpreis zu dieser Zeit bei Astronomischen 1,299 Euro angekommen war. Ich hatte die Nase endgültig voll von diesem Wucher und begab mich auf die Suche nach diesen alternativen Kraftstoffen. Ich wurde fündig bei Erdgas und Autogas. Letzten Endes entschied ich mich für einen Umbau unseres Autos auf Autogas. Erdgas erschien mir aus mehreren Gründen weniger Attraktiv. Dieser Bericht ist zunächst so aufgebaut, dass ich die Nachteile erläutere die Erdgas mit sich bringen, und somit also begründe, warum ich von dieser Lösung Abstand genommen habe. Anschließend werde ich euch erläutern was das Fahren mit Autogas bedeutet, wie es funktioniert, wie teuer der Umbau ist und welche Vor und Nachteile es gibt. Vorweg kann ich allerdings jetzt schon sagen: Die Vorteile überwiegen aus meiner Sicht eindeutig! Dann liefere ich euch noch ein Rechenexempel, warum sich der Umbau lohnt und für wen. Abschließend bekommt ihr dann noch ein paar nützliche Internetadressen, die für alle sind, die sich noch weiter mit diesem Thema beschäftigen wollen. Last but not lest findet ihr Fotos von meinem umgebauten Auto.
Also, los geht's… Warum kein Erdgasauto? **********************************************************************
Erdgas (abgekürzt auch CNG genannt) eignet sich meiner Ansicht nach nicht wirklich als Alternativer Kraftstoff, es sei denn man kauft ein Neufahrzeug, welches direkt eine Erdgasanlage eingebaut hat. Opel bietet z.b. den Zafira als Erdgasauto an, wobei es sich um eine so genannte Bivalente Anlage handelt. Das bedeutet, dass der Zafira sowohl mit Erdgas, als auch mit Benzin fahren kann. Wenn gerade keine Erdgastankstelle in der Nähe ist, kann man einfach mit Benzin weiterfahren. Einen Kofferraumverlust gibt es bei diesen Neufahrzeugen nicht, da die Erdgastanks unter der Karosserie verbaut werden. Trotz allem hat der Zafira dann aber nur eine Reichweite von ca.230 km (Herstellerangabe) mit einer Tankfüllung Erdgas, was ja nicht gerade berauschend ist. Der Umbau eines Autos auf Erdgas hingegen ist sehr Teuer und aufwendig. Außerdem habe ich keine Werkstatt gefunden, die den Umbau machen wollte oder konnte. Selbst meine Regionalen Stadtwerke, die den Kauf eines neuen Erdgasautos fördern mit einem Gutschein über 500 kg Erdgas, rieten mir von einem Umbau ab. Und das schlimmste ist: Man hat in jedem Fall einen Kofferraumverlust. Da Erdgas Gasförmig in den Tank kommt benötigt es viel mehr Volumen als Autogas. Außerdem ist das Tankstellennetz für Autogas besser ausgebaut, als das für Erdgas. Der letzte nicht unbedeutende Nachteil gegenüber Autogas war für mich dann noch der Preisunterschied. Ein Kilo Erdgas kostet in meiner Region im Schnitt ca. 0,75 Euro. Ein Liter Autogas hingegen kostet 0,499 Euro. Erdgas lohnt sich meiner Ansicht nach nur für diejenigen, die sowieso vor hatten sich ein Neufahrzeug zu kaufen. Autogas…was genau isn das jetz? **********************************************************************
Autogas wird auch Flüssiggas genannt und LPG (Liquid-Propan-Gas) abgekürzt. Es handelt sich um ein "Abfallprodukt" welches bei der Herstellung von Benzin entsteht. Autogas ist im Gegensatz zu Erdgas flüssig, was den Vorteil hat, dass es weniger Volumen in Anspruch nimmt. Letzten Endes ist dieses Gas vergleichbar mit Campinggas, welches ja auch in flüssiger Form auf die Campingplätze kommt. Der Umbau eines Autos auf Autogas ist in diesem Sinne eigentlich kein Umbau. Vielmehr rüstet man sein Auto mit einer zusätzlichen Kraftstoffmöglichkeit aus. Der Wagen fährt dann Bivalent, also mit Benzin oder Autogas. Der Umbau wird von Fachwerkstätten durchgeführt. Adressen und Telefonnummern solcher Fachwerkstätten findet ihr im Internet. Die nützlichen Adressen findet ihr am Ende dieses Berichtes. Der Umbau kostet ca. 2500 Euro, wobei ich hier von einer Autogasanlage der Firma Prins VSI rede. Es gibt günstigere Autogasanlagen anderer Hersteller, wobei mir die Anlage der Firma Prins immer wieder als "der Mercedes unter den Autogasanlagenherstellern" angepriesen wurde. Da auch dieser Umbau sehr aufwendig ist, muss der Wagen, je nach Werkstatt, 3 - 5 Tage in der Werkstatt bleiben. Die Eintragung der Anlage beim TÜV sollte in jedem Fall mit im Preis inbegriffen sein. Ich persönlich möchte abraten vom Umbau in Polen, wo man für die gleiche Anlage inkl. Umbau nur 1600 Euro bezahlt. Letzten Endes muss das jeder selber wissen, aber was ist, wenn mal mit der Anlage etwas nicht in Ordnung ist, in einem Garantiefall? Dafür dann wieder nach Polen fahren? Außerdem muss man beim umbau in Polen die Eintragung beim TÜV selbst in die Hand nehmen und das ist durchaus aufwendig. Im Cockpit des Autos befindet sich nach dem Umbau ein kleiner Schalter und 5 Leuchtdioden. Wenn alle 5 Leuchtdioden an sind, bedeutet das, dass der Flüssiggastank voll ist. Diese Leuchtdioden sind also sozusagen die zweite Tankanzeige neben der Benzintankanzeige. Neben diesen Leuchtdioden befindet sich ein Schalter mit dem man zwischen Gas und Benzinbetrieb wechseln kann. Diesen Schalter kann man jederzeit, auch während der Fahrt betätigen. Betätigt man den Schalter, ändert sich am Fahrverhalten nichts, aber auch gar nichts! Kein Ruckeln, kein gar nichts. Ich finde das Absolut beeindruckend. Lediglich wenn man von Benzinbetrieb auf Gasbetrieb umschaltet, höre ich von hinten ein leichtes Klacken. Eine weitere Leuchtdiode informiert euch darüber ob ihr gerade mit Gas oder mit Benzin fahrt. Der Wagen startet grundsätzlich im Benzinbetrieb und schaltet nach einiger Zeit selbständig in den Gasbetrieb um. Wenn der Wagen kalt ist und wir niedrige Außentemperaturen haben, kann dieser Vorgang bis zu 5 min. dauern. Wenn er warm ist, schaltet sich die Gasanlage meist direkt nach dem Starten ein. Man fährt also im Benzinbetrieb los und nach einiger Zeit, meistens merke ich es gar nicht, schaltet sich die Gasanlage ein. Ist der Gastank leer, schaltet der Wagen automatisch auf Benzinbetrieb um. In meinem Passat ist ein 67 Liter Flüssiggastank verbaut. Dieser befindet sich in der Reserveradmulde, weshalb ich keinerlei Kofferraumverlust habe. Ein Flüssiggastank kann nur mit 80 - 85 % befüllt werden. D.h. 67 Liter abzüglich 13,4 Liter, macht ein Gesamtvolumen von 53,6 Liter. Das Tanken ist nicht wesentlich aufwendiger als das Tanken von Benzin. Der Einfüllstutzen befindet sich im Heckbereich meines Autos. Der Zapfhahn wird auf den Einfüllstutzen geschraubt und der Befüllungshebel arretiert. Dann muss man an der Zapfsäule einen Knopf drücken und gedrückt halten. Die Zapfsäule hört mit der Befüllung automatisch auf, wenn der Tank voll ist. Die Arretierung wird nun raus genommen. In diesem Moment gibt es ein lautes zischen, da das Restgas, welches noch im Zapfhahn ist, nun entweicht. Also nicht erschrecken. Zapfhahn abschrauben und fertig.
Die Vorteile einer Autogasanlage: ********************************************************************** - Bei den meisten Fahrzeugmodellen kann der Umbau ohne Kofferraumverlust stattfinden, da der Tank in die Reserveradmulde eingesetzt wird. - Autogas kostet nur 50 - 60 Cent je Liter. - Da Autogas 110 Oktan hat, wird der Motor schonender gefahren als mit Benzin, welches nur 95 bzw. 98 Oktan hat. - Die maximale Fahrtreichweite mit einer Bivalenten Autogasanlage verdoppelt sich nahezu, je nach Größe des Flüssiggastanks, da ich ja Benzin und Gastank leer fahren kann. - Das fahren mit Autogas ist Umweltfreundlich. Es werden bis zu 80 % weniger Schadstoffe ausgestoßen. Die Nachteile:
- Der Umbau ist mit 2500 Euro doch recht teuer. - Man fährt, sofern der Tank in der Reserveradmulde verbaut wurde, ohne Reserverad. Ich fahre nun seit 15 Jahren Auto und habe noch nie mein Reserverad benötigt. Nun hoffe ich, dass das so bleibt. Ich habe zwar eine Flasche Reifenpilot im Auto, aber je nachdem wie stark der Reifen beschädigt ist, nutzt auch das nichts mehr. Teuer könnte das evtl. werden, wenn ich auf der Autobahn mit einem Platten liegen bleibe, da ich glaube, dass die Polizei kein Verständnis dafür hätte und dies ähnlich ahnden würde wie das liegen bleiben auf der Autobahn ohne Sprit. Genau weiß ich das aber nicht. - Der Wagen verbraucht mit Autogas bis zu 20 % mehr auf 100 Km als mit Benzin. In Zahlen bei meinem durstigen Passat ausgedrückt heißt das: Mit Benzin braucht er 10 - 11 Liter, mit Autogas 12 - 13 Liter. - Fährt der Wagen mit Autogas hat er einen Leistungsverlust von 5 - 10 %. Im normalen Fahrbetrieb merke ich das allerdings nicht (der Passat ist mit dieser Maschine sowieso untermotorisiert), lediglich in der Endgeschwindigkeit packt mein Auto im Benzinbetrieb noch mal 10 - 20 Km/h drauf. - Das Tankstellennetz ist nicht so gut ausgebaut. Im Internet befindet sich das Tankstellenverzeichnis für Deutschland. Zu meiner nächsten Autogastankstelle sind es ca. 10 min. Jeden Tag eröffnen neue Autogastankstellen, aber noch ist nicht zu leugnen, dass das Tankstellennetz besser sein könnte. Deutschland ist eben was das Thema Autogas angeht immer noch ein Entwicklungsland. Das ist in anderen Europäischen Ländern nicht so. - Durch den Umbau verfällt in jedem Fall die Garantie für euer Auto. Daher solltet ihr einen Umbau erst in Erwägung ziehen, wenn euer Wagen keine Garantie mehr hat. Was sonst noch zu beachten ist: **********************************************************************
Das fahren mit Autogas ist genauso sicher wie mit Benzin. Der ADAC hat Gasfahrzeuge getestet. In punkto Sicherheit stehen sie den Benzinern in nichts mehr nach. Der Gastank besteht aus 3mm dickem Stahl und ist somit stabiler als ein Benzintank. Er wird fest mit der Karosse verschraubt. Falls mir jemand hinten rein fährt, bewegt sich der Gastank mit der gesamten Karosse mit und bleibt keineswegs starr an seinem Platz. Die KfZ Steuer ändert sich beim Betrieb mit Autogas nicht. Ob die Versicherungsprämie sich ändert solltet ihr vorher mit eurer Versicherung klären. In meinem Fall änderte sie sich nicht. Meine Versicherung wollte lediglich eine Kopie der Rechnung haben und den Nachweis, dass die Anlage ordnungsgemäß beim TÜV eingetragen wurde. Manche Versicherungen gewähren so genannte Öko Rabatte. Autogas ist auch deswegen so günstig, weil es nicht so hoch besteuert wird. Der Gesetzgeber hat sich verpflichtet die Steuern für Autogas bis zum 31.12.2009 nicht zu erhöhen. Danach wäre eine Erhöhung also möglich, wobei ich bezweifle, dass wir irgendwann in Stratosphären kommen, die dem Preis von Benzin ähnlich sind. Außerdem kann man davon ausgehen, dass Benzin im Jahre 2009 auch teurer ist als jetzt. Ein Autogasfahrzeug muss genauso wie jedes andere Auto alle zwei Jahre zum TÜV. Ob die TÜV Kosten bedingt durch die Gasanlage höher sind weiß ich leider nicht. Alle 10 Jahre muss die Gasanlage gesondert überprüft werden vom TÜV. Auch die ASU muss wie üblich gemacht werden. Es ist auch möglich einen Diesel mit einer Autogasanlage auszustatten, wobei die Ersparnis natürlich nicht so hoch ist wie bei einem Benziner. In unseren europäischen Nachbarländern ist Autogas viel verbreiteter und zumeist auch noch günstiger. In den Niederlanden z.b. ist so ziemlich an jeder Ecke eine Autogastankstelle und der Durchschnittspreis liegt bei 40 Cent je Liter. Ein Rechenexempel: Lohnt sich Autogas finanziell? **********************************************************************
Die Umrüstung auf Autogas lohnt sich in finanzieller Sicht ab einer Jährlichen Kilometerleistung von 20000 KM. 15000 KM im Jahr ist aus meiner sicht auch noch lohnenswert, aber das ist auch wirklich die Schmerzgrenze. Als Faustformel gilt: Bei einer Kilometerleistung von 20000 KM im Jahr haben sich die Kosten für den Umbau nach 2 Jahren amortisiert. Dies trifft allerdings nur auf Benziner zu. Anhand meines Autos möchte ich euch einmal vorrechnen wie viel man im Jahr spart. Ich fahre im Jahr 20000 KM. Im Benzinbetrieb braucht mein Wagen min. 10 Liter auf 100 KM. Also brauche ich 2000 Liter Benzin im Jahr. 2000 Liter mal 1,269 Euro (Durchschnittspreis für Super Bleifrei im Ruhrgebiet) macht insgesamt 2538 Euro. Im Gasbetrieb braucht mein Wagen max. 13 Liter. Also brauche ich 2600 Liter Autogas für 20000 KM im Jahr. 2600 Liter Autogas mal 0,499 Euro macht 1297,40 Euro. Das ergibt eine Gesamtersparnis von 1240,60 Euro im Jahr.
Aus meiner Sicht lohnt es sich sogar für den Umbau einen Kredit aufzunehmen. Wenn man die oben ausgerechnete Jahresersparnis von 1240,60 Euro durch 12 Monate teilt kann man jeden Monat 103 Euro vom aufgenommenen Darlehen abbezahlen, und zahlt im Endeffekt nicht mehr im Monat als würde man weiter mit Benzin fahren. Dann wäre der Kredit nach ca. zweieinhalb Jahren bezahlt und ab da würde man dann richtig sparen. Mein Fazit: **********************************************************************
Ich kann wirklich nicht verstehen warum Autogas noch so selten ist in Deutschland. Ich kann wirklich jedem empfehlen auf Autogas umzurüsten der die folgenden Bedingungen erfüllt: - Ihr habt einen Benziner und fahrt im Jahr mind. 15000, besser 20000 KM. - In eurer unmittelbaren Nähe befindet sich eine Autogastankstelle - Euer Auto hat keine Garantie mehr - Ihr beabsichtigt euer Auto noch mind. 3 - 4 Jahre zu fahren und euer Auto ist technisch (und evtl. auch optisch) in einem Zustand der es auch zulässt, dass ihr den Wagen noch so lange fahrt.
Treffen diese Punkte auf euch zu, so kann ich euch getrost empfehlen, dass ihr euch intensiv mit dieser Sache beschäftigt. Ihr solltet einen Umbau in Erwägung ziehen. Wenn ich mit meinem Auto neuerdings Tanken fahre, dann muss der Tankwart mir quasi mein Grinsen aus dem Gesicht schlagen, wenn ich bezahle. Eine Tankfüllung kostet mich 26,74 Euro. Würde ich die gleiche Menge Benzin tanken, würde ich 68,02 Euro bezahlen. Gibt es noch ein besseres Argument? Tanken macht wieder Spaß…schluss mit dem Gejammer über erhöhte Benzinpreise. ;o)
Solltet ihr jetzt auf den Geschmack gekommen sein und den Wunsch haben euch weiter mit diesem Thema zu beschäftigen kann ich euch noch zwei nützliche Internetadressen empfehlen: www.gas-tankstellen.de
Ein Verzeichnis aller Erdgas und Autogastankstellen von Deutschland und Europa, das regelmäßig aktualisiert wird. Außerdem findet ihr dort ein Verzeichnis von Werkstätten die Autogasanlagen einbauen. www.autogas-einbau-umbau.de
Eine Seite mit vielem nützlichen und wissenswertem zum Thema Autogas. In einem Forum kann man Experten zum Thema befragen. Hier tummeln sich auch Umrüster herum, die einen im ungünstigsten Fall mit Werbung zumüllen. Also Vorsichtig mit der Weitergabe der E-Mail Addy sein bei dieser Page. So, dass wars. Ich Danke euch für euer Interesse, eure Bewertungen und Kommentare. Wenn ihr noch fragen habt, hinterlasst sie mir als Kommentar und ich werde Kontakt zu euch aufnehmen.
Alles Gute und eine schöne Zeit wünscht euch euer Obiwan
Update vom 19.09.2005: ********************************************************************** Nachdem ich nun seid einigen Wochen mit Autogas unterwegs bin, kann ich zu meinem Bericht folgende Ergänzungen machen:
Tanken in den Niederlanden ********************************************************************** Tanken in den Niederlanden ist, zumindest wenn man wie ich aus dem Ruhrgebiet kommt, nicht wirklich viel billiger. Die Preise für einen Liter Autogas liegen in den Niederlanden bei 0,47 bis 0,48 Euro. Das kommt dem Preisniveau im Ruhrgebiet schon sehr Nah. In meinem Umfeld bewegen sich die Preise für einen Liter bei 0,499 bis 0,549 Euro. Es lohnt sich nicht mehr dafür in die Niederlande zu fahren. Die Tankstellendichte ist in den Niederlanden jedoch hervorragend. Nahezu jede Tankstelle im Grenzgebiet verfügt über Autogas. Aber Vorsicht: Die Zapfhähne sind anders genormt, weshalb man einen Adapter benötigt. Den wiederum hat nicht Automatisch jede Tankstelle die auch Autogas hat. Eine weitere Besonderheit beim Tanken von Autogas in den Niederlanden besteht in dem verändertem Gemisch des Gases. Wenn ich in den Niederlanden tanke, verbraucht mein Wagen mehr. Das, so hab ich mir sagen lassen, liegt wohl an einem anderen Mischverhältnis als in Deutschland.
Update vom 05.03.2006: ********************************************************************** Zunächst einmal vielen Dank für eure zahlreichen Kommentare. Das ermutigt mich weiter zu machen.
Nachdem ich nun fast 6 Monate mit Autogas unterwegs bin, habe ich wieder einiges dazu gelernt: - Der KFZ- Meister, der mir die Anlage eingbaut hat, empfiehlt alle 6 bis 8 Wochen für ca. 150 KM im Benzinbetrieb zu fahren. Dies begründet er damit, dass die Kraftstoffpumpe etwas Arbeit bekommt. Ich halte mich seitdem daran.
- Alle 25000 KM sollte ein Filter der Gasanlage ausgetauscht werden, wie mein Umrüster mir mitteilte. Dies kostet ca. 40 € - 50 €. - Seitdem meine Gasanlage im Auto ist, ist der Wagen häufiger mal defekt gewesen, was vorher nicht der Fall war. Nun kann das genauso gut daran liegen, dass der Passat mittlerweile über 100.000 KM gelaufen hat und es sich um die ersten "normalen" Verschleißerscheinungen handelt. Ihr solltet euch aber auf jeden Fall darauf einstellen, dass ihr euch bei jeder Reperatur fragen werdet: Wäre das auch ohne Gasanlage passiert? Diese Frage wird an euch nagen, aber niemand wird sie euch beantworten, weil es möglich ist, aber eben auch nicht. Folgende Reperaturen sind in den vergangenen Monaten aufgetreten die Theoretisch in Zusammenhang mit der Gasanlage stehen könnten:
- Die Kraftstoffpumpe war defekt und musste ausgetauscht werden. - Die Lambdasonde war defekt und musste ausgetauscht werden. Die Lambdasonde arbeitet mit dem Katalysator zusammen. Der Wagen fährt sehr ruckelig und geht zwischendurch aus, wenn diese Defekt ist. Lt. Hersteller sollte die Lambdasonde alle 80000 KM ausgetauscht werden. - Der Drehzahlgeber war defekt und musste ausgetauscht werden. Die Stoßdämpfer sind ebenfalls hinüber. Nun sagen mir manche, dass liegt bestimmt an dem höheren Gewicht auf der Hinterachse bedingt durch den Gastank, wobei ich das aber dann doch stark bezweifle. Zumal ich den Wagen habe Tiefer legen lassen und die defekten Stoßdämpfer eher der TIeferlegung zuschreibe. Hierzu sollte aber trotzdem gesagt werden, dass der Gastank im befüllten zustand die zulässige Zuladung des Autos selbstverständlich herabsenkt. Dies habe ich in meinem Bericht noch nicht zu bedenken gegeben. Mind. 60 KG weniger Zuladung sind die Folge. Seit einigen Tagen verliert der Wagen Kühlflüssigkeit, aber auch hier halte ich einen Zusammenhang mit der Gasanlage eher für ausgeschlossen. Auch für den höheren Ölverbrauch mache ich die Kilometerleistung verantwortlich, wobei ich hier alles erwähnen möchte.
Noch ein Wort zum Thema Gasautos und Tiefgaragen: Ich habe vor kurzem einen Bericht im Stern gelesen aus dem hervor ging, dass Erdgasautos sehr wohl in Tiefgaragen dürfen. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass das Gas entweicht gilt, dass Erdgas sich nach oben verflüchtigt, und das sehr schnell. Daher dürfen Erdgasautos auch in Tiefgaragen parken. Lt. diesem Artikel ist es bei Autos mit einer Autogasanlage wie ich sie habe, allerdings nicht der Fall. Das hier verwendete LPG Gas ist schwerer und verflüchtigt sich nicht oder nur schwer. Daher dürfen Autogasautos nicht in einer Tiefgarage abgestellt werden. Den Leuten denen sich die Haare sträuben angesichts einer derart Laienhaften erklärung sei gesagt: Ich bin Laie, also bitte nicht schimpfen.
So, dass wars fürs erste. Ich muss diesen Monat noch über den TÜV und werde euch dann wissen lassen, ob die TÜV Kosten mit einer Gasanalge höher sind. Bis dahin machts gut. Es grüßt euch euer
Obiwan Update vom 02.09.2006 **********************************************************************
TÜV: ********************************************************************** Die TÜV Kosten ware nicht höher durch die Gasanlage, wobei der TÜV Prüfer diese durchaus auch in Augenschein genommen hat. Ein Kabel hatte sich gelöst und die Halterung für den Gasfilter war verrostet, was nach noch nicht einmal einem Jahr nicht sein darf. Ich habe diese Fehler bei dem Umbauer beheben lassen. Natürlich war es ein Garantiefall und somit kostenlos.
Gasfilter: ********************************************************************** Alle 25000 KM soll der Gasfilter ausgetauscht werden, was bei mir vor kurzem geschehen ist. Kosten: 23 Euro für den Gasfilter plus 40 Euro für die Wartung der Gasanlage.
Sonstiges: ********************************************************************** Jemand hat mir einen Kommentar hinterlassen, dass LPG Fahrzeuge doch in Tiefgaragen dürfen. Dazu kann ich nur sagen, dass ich nach wie vor eine andere Information habe. Erdgasautos dürfen in Tiefgaragen, Flüssiggasautos nicht. Dabei beziehe ich mich auf einen Artikel im Stern.
Außerdem habe ich einen Kommmentar bekommen, dass ich den Filter nicht erwähhne, der alle 15000 KM gewechselt werden muss. Falls damit der Gasfilter gemeint ist, ist diese Anfrage damit ja nun beantwortet, wobei meine Info immer noch ist, dass dieser alle 25000 KM ausgatauscht werden muss. Quelle: Mein Umbauer. Sollte es sich um einen anderen Filter handeln, bitte ich um mehr infos. In diesem Zusammenhang möchte ich einen Filter erwähnen, den mein Vater sich in seinen Wagen hat Einbauen lassen. Der Wagen meines Vaters fährt ebenfalls mit Flüssiggas, lief aber nach dem Umbau von Anfang an sehr unruhig. Der Motor war laut und röhrte und der Wagen machte nur noch Probleme. Beim Austausch des Gasfilters ist dem Umbauer aufgefallen, dass dieser sehr trocken ist. Er empfahl daher, eine Vorrichtung einzubauen, die in regelmäßigen Abständen ein spezielles Öl auf den Gasfilter tropft während der Fahrt. Der Einbau kostete insgesamt 150 Euro. Einmal im Jahr muss dieses Öl erneuert werden, was ca. 25 Euro kostet. Ich habe dies an meinem Passat nicht gemacht, muss aber sagen, dass der Wagen meines Vaters wirkllich viel ruhiger läuft und auch ansonsten seitdem keine Probleme mehr macht. Vielleicht war ja auch dieser Filter durch den Kommmentar gemeint. Was ansonsten noch nervt ist, dass mein Umrüster es seit über 12 Monaten und mehreren Anläufen nicht hinbekommt, meinem Auto klar zu machen, dass es jetzt mit Autogas läuft. D.h. der Bordcomputer gibt immer wieder über die gelbe Motorbetriebsleuchte die Fehlermeldung "Kraftstoffgemisch zu mager". Das stört nicht weiter, es macht nur nervös, wenn immer wieder diese Lampe in den Armaturen dauerleuchtet.
Im übrigen war vor kurzem die Zündspule defekt. Kostenpunkt 307 Euro inkl. 25 Euro Aufpreis wg. Mehraufwand für die Gasanlage. Die Defekte Zündspule selber hat aber mit der Gasanlage absolut gar nichts zu tuen. Selbst ein Werkstattmeister von VW bestätigte mir, dass dies in keinem Zusammenhang steht. Über 12 Monate mit Autogas. Fazit: Nicht alles ist so rosig wie es am Anfang aussah, aber ich habe es nie bereut und kann es immer noch weiterempfehlen.
...und ich bleibe weiter am Ball euer Obiwana
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20.04.2009 12:38
Ich überlege derzeit zwischen Diesel und Autogas hin und her. Dein Bericht ist mir dabei besonders hilfreich. Deine Erfahrungen sind toll geschildert und mit guten Beispielen untermauert. LG, Stephan
21.12.2008 21:48
Sehr qualifiziert beschrieben. Jedes Gasfahrzeug darf in Tiefgaragen parken,es sei denn aus privatrechtlichen Gründen wird es untersagt. Gut finde ich die Balance zwischen Euphorie und Objektivität beim Beschreiben der Vor- und Nachteile. Die Updates finde ich sehr wichtig und sollten weitergeschrieben werden. Gruß !
11.12.2008 21:47
hmmm, sind ein paar Fehler drin und die Defekte an Deinem Auto sind sicher nicht auf die Gasanlage zurück zu führen. Aber insgesamt informativ und gut geschrieben. L(P)G, Stefan