Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
Umwelt & Portemonnaie |
| Kontra: |
technisch noch zu oft problematisch |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Vor einem Jahr habe ich meinen CHRYSLER SEBRING Cabriolet Bj. 2001, 141 PS für 2.300 € auf LPG(Propan-Butan)-Betrieb nachrüsten lassen. Nicht verwechseln sollte man LPG (Autogas) mit Erdgas-Fahrzeugen, die den gleichen Stoff nutzen wie die Erdgasheizung zuhause (aus der Leitung). Eine Erdgas-Nachrüstung ist zwar theoretisch möglich, aber wegen der großen Tanks zu aufwendig. Hier kann man nur auf Autos zurückgreifen, die schon bei der Produktion vom Hersteller auf den Einbau von großen Erdgastanks geeignet sind.
Sicher sind alle Gasautos, egal ob LPG- oder Erdgasautos immer. Immer weniger Tiefgaragen haben ein "Gasauto-Verbot". Explodierende Autos gibts also nur im Kino, zum Beispiel bei Tschäims Bont.
„Trau schau wem“ : Fährt Tschäims Bont schon LPG ?
Man sollte sich sehr genau überlegen, welcher Werkstatt man den Umrüstungsauftrag erteilt. Der Einbau dauert 2 Tage und ist nur was für Profis, die Routine und Erfahrung haben sollten. Die Platzierung der Injektoren, über welche das Flüssiggas eingespritzt wird muss sorgfältig gewählt sein, um eine optimale Verbrennung zu ermöglichen. Überhaupt ist die Gewährleistung einer optimalen Verbrennung besonders wichtig, damit ruckfrei Gas angenommen wird, auch schon in der Aufwärmphase.
Zu Umrüst-Discount-Angeboten aus Polen zum Beispiel habe ich schon die abenteuerlichsten Revolvergeschichten gehört und gelesen. Nur Tschäims Bont ist spannender.
Argumente Pro & Contra
Ob man eine Frau heiratet oder ein Eis kauft – oder eine LPG-Nachrüstung in Erwägung zieht : Eine sorgfältige Abwägung tut Not.
PRO : Wertsteigerung des Fahrzeugs, Kosten rechnen sich (Steuerbegünstigung bis 2018 gesetzlich garantiert), Umwelt wird durch bessere Abgase entlastet, LPG ist klopffester und verbrennt sauberer als Benzin (vermeidet Fehlzündungen, hält Motoröl sauberer), Tankreichweiten vergrößert (Benzin- + LPG-Tank)
CONTRA : Tankstellennetz noch begrenzt, Tanken mit Adaptern umständlich, wesentliche technische Optimierungen noch „in der Mache“ (Filterung, Verbrennung, Genauigkeit der Tankanzeige), theoretisches Motorschadenrisiko (seit kurzem wird über Verunreinigungen von LPG diskutiert), Entscheidung für eine bestimmte Anlage oder Funktionsprinzip oft sehr komplex (Angewiesensein auf gute Beratung), möglicherweise geringer Motorleistungsverlust
Gewusst wie
In der Reserveradmulde wird der LPG-Tank (LPG=Liquid Petroleum Gasoline) platziert, wo er aufprallsicher aufgehoben ist. Größere Tanks in Form eines Zylinders werden alternativ im Kofferraum montiert, wenn die Tankreichweite größer sein soll. Aus Drucksicherheitsgründen wird der Tank nur zu ca. 80 % gefüllt – ein Überdruckablassventil sorgt im Schadensfall entweder für kontrolliertes Ablassen des LPG-Inhalts oder einen endgültigen Verschluss. Der Tankstutzen findet am besten unter der Tankklappe seinen Platz, bei Platzmangel unmittelbar daneben oder in der Stoßstange.
Die unter dem Fahrzeugboden verlaufenden Kraftstoffschläuche leiten das Flüssiggas zum Motorraum, wo es nach Durchlaufen eines Filters in den Verdampfer kommt. Im Verdampfer, der vom Motorkühlwasser durchströmt ist wird das Flüssiggas erwärmt und verdampft, das heißt in den gasförmigen Aggregatzustand überführt und dem Motor zugeführt.
Das Auto startet (kalt) zunächst mit Benzin, um bei Erreichen einer einstellbaren Motorkühlwassertemperatur, meistens 35 Grad auf LPG umzuschalten. Die Temperatur benötigt der Verdampfer für seine Arbeit. Niedrigere Umschalttemperaturen sind möglich, um den Benzin-Fahranteil zu reduzieren, jedoch muss eine ordnungsgemäße Verdampfung, für die die Wärme des Motorkühlwassers nötig ist immer im Auge behalten werden. Eine Motorvorwärmung, wie ich sie habe ist sehr sinnvoll, da der Motor beinahe sofort nach dem Start umschaltet.
Kalibrierung – uijuijui……..
Nach dem Einbau muss das Steuergerät der LPG-Anlage eingestellt (kalibriert) werden. Hierzu könnte ich zwölfundzwanzig Seiten schreiben ! Ich beschränke mich auf einen wesentlichen Tip : es muß gründlich und richtig gemacht werden (Einspritzmenge, Öffnungszeiten der Injektoren, Umschalttemperatur- und drehzahl, Kennlinien usw.).
Ein Ruckeln, wenn man bei Drehzahlen unterhalb 2.000 U/min kräftig Gas gibt ließ sich jedoch bei meinem Auto endgültig nicht abstellen. Ich vermute, dass ein Gasstoß bei niedriger Drehzahl zu einer kurzfristigen Überfettung des Gas-Luftgemisches führt, was aber nicht schädlich und durch gefühlvolles Fahren leicht vermeidbar ist. Nervig ist es, wenn Du in einer kritischen Verkehrssituation maximale Beschleunigung brauchst und der Wagen sich verschluckt.
Mörderheiß bedeutet Verschleiss ?
Die Verbrennungstemperatur von LPG ist insbesondere im Ventilbereich des Zylinderkopfes, wo also der Motor ein- und ausatmet höher als im Benzinbetrieb. Bei Dauervollgas sollte man also manuell vorübergehend auf Benzin umschalten oder eine Flash Lube-Einspritzung gleich mit einbauen lassen. Für Extrakosten von ca. 200 € wird dem Motor die Ventil-Schmierflüssigkeit „Flash Lube“ eingepritzt – mit einem zusätzlichen Steuergerät sogar drehzahlabhängig, was noch besser (und teurer) ist. Nur Autos mit gehärteten Ventilen sind auf diese als „Schamanen-Pippi“ bezeichnete (und umstrittene) Flüssigkeit NICHT angewiesen. Welche Autos umrüstgeeignet sind erfährt man im Internet, vom Hersteller des Fahrzeugs oder von einer Hellseherin – widersprüchliche Informationen sind keine Seltenheit.
Verbrauch gibt’s auch
Ungefähr um 10 % steigt der Verbrauch des Wagens, da der Brennwert von LPG, also der Energiegehalt niedriger ist als jener von Benzin und deshalb etwas mehr LPG eingespritzt wird als im Vergleich zu Benzin.
Da der Liter LPG aber nur halb soviel kostet wie Benzin, rechnet sich die Nachrüstung innerhalb von 1-7 Jahren, je nach Jahresfahrleistung. Die Rentabilität kann jeder sich selbst ausrechnen; Dabei sollte aber berücksichtigt werden, dass umgerüstete Fahrzeuge im Wert um ca. 1.000 € steigen und daher nur der Betrag ab dem eintausendersten Euro für die Rentabilitätsberechnung sinnvoll ist (außer man will sein Auto bis ins dritte Jahrtausend fahren).
Bei 15.000 km Jahresfahrleistung rentiert sich die Nachrüstung nach ca. 4 Jahren, wenn man einen Wertzuwachs des Fahrzeugs von 1.000 € berücksichtigt. Ohne Wertzuwachs dauert es ca. 7 Jahre. Die Kraftstoffkosten halbieren sich ungefähr (55 Cent für LPG gegen 1,20€ für Benzin).
Jährliche Wartungskosten sind der Vollständigkeit halber noch erwähnenswert (siehe unten).
Abgas macht wieder Spaß…
Die Umwelt profitiert sehr von den Nachrüstungen, weil die Abgase sich im LPG-Betrieb verbessern. Bei der Abgasuntersuchung ergeben sich keine Änderungen, ebenso wie bei der Schadstoffklasse. Mein Sebring bleibt leider in der "3".
Jährliche Wartungskosten von ca. 40 € für die Anlage müssen einkalkuliert werden (Filterwechsel, Auslesen des Fehlerspeichers, ggfs. Nachjustierung). Ansonsten läuft die Anlage prinzipiell verschleißfrei. Der Metalladapter, der auf den hinzugekommenen LPG-Tankstutzen zwecks Betankung geschraubt werden muß, ist mir aber schon einmal abgebrochen (Garantie) und hat mir wegen scharfer Gewindekanten die Hand aufgeschlitzt.
Fazit :
Eine LPG-Nachrüstung lohnt sich mittelfristig fast immer – Taschenrechner lügen nicht. Aber viele Menschen sehen offenbar in Mathematik nur eine weitere Fremdsprache und rechnen sich entweder glücklich oder vergessen einige Berechnungsfaktoren. Aber dieses Problem sollte zu lösen sein !
Viel Spaß und jetzt gebt mal richtig Gas
Euer Thomas
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26.04.2002
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02.11.2000
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rethus22
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Ich habe ja 8.000.-DM bezahlt, bei einer Kilom ...
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13.08.2001
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Benzinsteuer ? Na und ich fahre mit Gas.0,34 €
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sig-combibloc
Pro: sehr günstige Betriebskosten
Kontra: Kofferraum ist kleiner und 10 % Leistungsverlust
Hallo zusammen heute möchte ich einen Bericht über meine Autogasanlage ( Flüssiggas)
loswerden und will hoffen das er Euch nützlich ist. Ich fahre seit dem 28.12.2000 e ...
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10.03.2004
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Grundlegendes über´s Sparen mit Autogas / LPG
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Eveillard
Pro: Günstige u. umweltfreundliche Alternative zu Benzin
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16.05.2001
(28.06.2001)
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