Auvisio PC2TV WLAN Adapter über Pearl
==** Anlass**==
Übers Internet schaue ich öfters internationale TV Sender wie BBC1-4, ITV1-4, andere britische TV Sender an, aber auch deutschsprachige TV Sender, welche ich über DVB-T nicht empfangen könnte wie z.B. ORF1, SF1 oder Kabel1.
Aufnahmen von Spielfilmen können über onlinetvrecorder.com ggf. auch in HD Qualität heruntergeladen werden und sind dann meistens sogar werbefrei geschnitten am LCD TV zu genießen.
Sportübertragungen, besonders Bundesliga, Championsleague bzw. Euro-League schaue ich mir entweder mithilfe von sopcast/vlc oder über spezielle Internetseiten auf dem Monitor an.
Als ich nun die Werbung für PC2TV im Pearl Katalog las, der Monitorinhalt werde auf das LCD Flachbild TV Gerät in HD Qualität übertragen, erwachte besonders mit der Aussicht Sportübertragungen auf dem 32 Zoll Gerät in Bestqualität sehen zu können, mein Interesse.
** Bestellablauf **
Übers Internet gab ich auf der Pearl Seite meine Bestellung auf, zusätzlich zu dem Adapter noch ein HDMI Kabel für die Verbindung vom Adapter zum TV Gerät nebst einer kostenlosen LED Lampe. 99,90 für den Adapter, 4,90 Porto/Verpackung, 2,81 für das HDMI Kabel Full HD, 19 poliger Stecker, 2 Meter lang = 107,71 Euro, minus 3% = 104,61 Euro erschienen mit zu diesem Zeitpunkt noch ein fairer Preis zu sein.
Schnell erhielt ich per E-Mail die Bestellbestätigung, doch nur kurze Zeit später die Nachricht, der Artikel sei vorübergehend nicht lieferbar, ich würde aber mit der nächsten Firmenlieferung von Auvisio bedacht werden. Ungefähr 12 Tage später war ´s so weit, die Lieferung wurde angekündigt und 2 weitere Tage später nahm ich einen gut und sicher verpackten Adapter in Empfang.
** Werbungsaussagen und Realität **
a) Wahre Aussagen
„Ihren Flachbild-Fernseher schließen Sie dann einfach per HDMI an die Box an...
Alles, was beim Rechner auf dem Monitor zu sehen ist, läuft gleichzeitig auf dem TV-Gerät! In HD-Qualität!“
Das Laufen darf allerdings nicht als flüssige Bewegung verstanden werden und die HD-Qualität bezieht sich nur auf die Bildauflösung, die tatsächlich hoch und gestochen scharf ist.
b) Halbwahrheiten
„Die kleine Hightech-Box verbindet sich direkt über WLAN oder Netzwerkkabel mit Ihrem PC.“
Von wegen einfache, direkte Verbindung! Die Installation der notwendigen Software erfolgt zwar schnell und scheinbar problemlos, man erhält sogar die zunächst beruhigende Meldung, der eigene PC sei exzellent geeignet, doch versucht man dann das Netzwerk des Adapters über WLAN auszuwählen,
Bilder von Auvisio PC2TV Adapter
so geht das natürlich nur, falls der Desktop PC über ein eingebautes WLAN verfügt. Das WLAN des Routers wird nicht angesprochen. Also wird für den PC öfters ein zusätzlicher WLAN-USB Stick benötigt.
Der ist bei mir zwar für einen Multimediaplayer (ICY Box) vorhanden, doch wollte ich den dort nicht entfernen und verschob den Test auf mein Netbook, welches über WLAN im Inneren verfügt.
Hier wurde das Adapter Netzwerk auch sofort mit seinen 150 MB/s erkannt, doch sobald ich es anwählte, flog ich aus dem Internet-Netzwerk. Ich konnte zwar den Netbook-Inhalt auf den TV-Bildschirm spiegeln und nutzen, aber nur ohne Internet.
Na ja, so schnell gebe ich nicht auf. Das Netbook verband ich mit einem meiner zahlreich aus früheren Routerbeständen vorhandenen LAN-Kabel und tatsächlich, jetzt hatte ich endlich den Netbook Inhalt plus Internet auf dem TV Bildschirm in durchaus sehr guter Qualität.
Mein Arbeitszimmer wirkte nun wie ein Kabelwirrwarr, Stromkabel für den Adapter, HDMI Kabel vom Adapter zum Fernseher, LAN Kabel vom Adapter zum Netbook und später aus guten Gründen auch noch Stromkabel vom Netbook zur Steckdose. Doch die Hauptenttäuschung stand mir noch bevor.
Zum einen waren die Internetstreams der Fußballübertragungen bei weitem nicht so flüssig wie auf dem PC (parallele Kontrolle der Empfangsqualität) ohne Nutzung der Adaptersoftware, zum anderen brach nach ca. 100 Minuten die Adapterverbindung zusammen bzw. wurde zur „eingeschränkten Konnektivität“.
Ein Blick in den Windows Task Manager wies auf die Ursache hin: Prozessorauslastung für die laufenden Prozesse 100% plus Versuche, darüber hinauszukommen. Das Ausschalten einiger anderer, nicht unbedingt notwendigen Prozesse bzw. Anwendungen brachte nur geringe Entlastung. Wahrscheinlich wird es auch nicht gut für das Netbook sein, über einen längeren Zeitraum eine 100% Auslastung des Prozessors zu haben.
Fast schon geringfügig fiel da noch ins Gewicht, dass zeitweilig der Ton völlig entfiel und nur mit ein paar Tricks die durch die Adaptersoftware völlig verstellten Soundeinstellungen wieder funktionsfähig wurden.
Das Netbook hatte sich also für die Adapternutzung als weniger geeignet erwiesen. Daher probierte ich einige Tage später erneut mein Glück mit dem Desktop, nachdem ich mir einen zusätzlichen USB-WLAN Stick 300 MB/s über amazon.de bestellt und erhalten hatte.
Meine Hoffnung und Vermutung waren, dass die stärkeren Leistungsfaktoren des Desktop eher und leichter der Adaptersoftware Belastung standhalten würde.
Das Netzwerk wurde auch gleich erkannt, Verbindung konnte hergestellt werden, doch dann kam die nächste Überraschung. Mein Monitor schaltete sich aus, wieder an und zeigte ein länglich verschobenes Bild. Auf dem Fernseher war das Bild allerdings in Ordnung.
Die einzelnen Tests von Filmwiedergabe über VLC oder WMP verliefen zufriedenstellend, jedoch war auch hier die Flüssigkeit nicht ganz so gut wie ohne Nutzung der PC2TV Software. Der Ton musste im Kontrollbild der PC2TV Software aus und wieder eingeschaltet werden, dann lief der Ton, je nach Einstellung, entweder über PC und TV oder nur über eines der Geräte.
Die Aussetzer nach ca. 100 Minuten (kurz vor Ende des Spiels) gab es am Desktop nicht.
Die Prozessorauslastung erreichte bei Nutzung zusätzlicher Player bis 70%, wahrscheinlich der Hauptgrund, dass jetzt die Übertragung schon relativ flüssig allerdings bei weitem noch nicht optimal wie nur über den Monitor waren.
Fast optimal waren die Video/TV Wiedergaben, wenn auf Internetseiten Player wie jwplayer oder IPTV Player eingesetzt werden.
Für mich stellt es sich daher so dar, dass über diesen Adapter bei nicht top modernen PCs von der Leistungsfähigkeit der Hardwarekomponenten her eine gleichwertige Internetnutzung über den TV-Bildschirm nicht möglich ist. Dabei ist die Bildschärfe durchaus sehr gut, doch bereits mein 4:3 Monitor erfordert zusätzliche Anpassungen, die zu Lasten der PC Konfiguration gehen. Besonders lästig: Nach der ersten Übertragung und dem Ausschalten sind die eigenen Monitoreinstellungen und die Hardwareeinstellungen der Grafikkarte total verändert. Es ist gar nicht so einfach, diese zu erneuern und wieder zu optimieren.
Manchmal aber leider nicht immer setzte sich bei späteren Nutzungen die richtige Monitoreinstellungen nach Abschluss der TV-Übertragung wieder durch. Doch auch wenn nur hin und wieder diese Einstellungen korrigiert werden müssen, so ist das recht zeitaufwendig und in den Tiefen des System zuweilen gut versteckt.
** FAZIT mit Nachträgen **
Mein Testen verlief über mehrere Wochen und immer wieder wurde ich erneut von Problemen aber auch plötzlich eintretenden Verbesserungen überrascht. Daher schließen sich dem ersten Fazit mehrere Nachträge an. Mehr werden es aber eher nicht werden, weil ich die Nutzung sehr eingrenzen werde.
Bei PC2TV handelt es sich um eine gute aber noch sehr, sehr unausgereifte, problembehaftete Technologie. Davon zeugen auch die zahllosen Hilferufe der Anwender des Produktes im Internet auf verschiedenen Foren und eine sehr hohe Rücksendungsquote, die dazu geführt hat, dass neben dem Neuprodukt es seitens Pearls inzwischen noch das „refurbished“ Angebot 10 Euro billiger gibt, welches aus geprüften Versandrückläufern mit 24 Monaten Gewährleistung besteht. Der Nachschub für dieses Produkt wird sicherlich so schnell nicht versiegen.
Viele Anwender scheitern bereits bei der Installation und der ersten Inbetriebnahme. Doch auch die hier erfolgreicheren Anwender wissen von vielen Problemen zu berichten, die zum Teil der unterschiedlichen PC, Monitor aber auch TV Konfiguration zuzuschreiben sind.
Das ändert jedoch nichts daran, dass die Gebrauchsanweisung einfach zu knapp ist, die Hardware- und Softwareanforderungen viel zu oberflächlich und unzureichend beschrieben werden und zusätzlich der Bewerbungstext fälschlich für das Produkt den Eindruck einer kinderleichten Installation und Inbetriebnahme erweckt.
Problemursachen und konkrete Schritte zur Beseitigung werden so gut wie nicht dargestellt, aber auch nicht über den Hersteller angeboten.
Damit wird der Hersteller bzw. Pearl als Vertrieb sich selbst keinen Gefallen trotz der zunächst sehr hohen Verkaufszahlen (Bestseller) tun. Selbst wenn man Verbesserungen beim Produkt (Prozessorbelastung, Systemeingriffe, Monitoreinstellungen usw.) erreichen kann, wird die Enttäuschung der Anwender von den durch die Werbung erzeugten und nicht eingehaltenen Erwartungen so tief sitzen, dass diese Art des Produktes aber auch des Vertriebs auf längere Zeit keine Chance mehr beim Verbraucher hat.
Der kurzfristige Verkaufserfolg durch überzogene Werbung wird in einen längerfristigen Verkaufsstillstand münden.
Welche Alternativen bieten sich für Technologiefreaks mit Begeisterung für diese Produktidee an?
Da wäre die Android Full HD-Kino & Web-TV-Box, welche den Vorteil hätte, völlig PC unabhängig mit eigenen Systemressourcen zu arbeiten. Doch auch hier sollte man unbedingt die leistungsstärkere Version wählen.
Ob jedoch der Flash fähige HTML-Browser auch die Seiten mit TV-Playern nebst Sopcast, VLC und Co. nutzen kann, die man auf dem häuslichen PC gewohnt ist, kann ich nicht beurteilen und habe daran auch eher erhebliche Zweifel.
Am sichersten ist wohl doch, man kauft sich einen schön großen neuen LCD-Monitor mit 27 Zoll Widescreen, denn dann ist die gewohnte Internetsoftware auf jeden Fall in HD nutzbar.
Zum
vorläufigen Abschluss bleibt mir nur noch die Vergabe von 2 Sternen, weil letztendlich der Adapter funktioniert, aber auf dem Weg dorthin zahlreiche Problemfallen aufgestellt sind.
Die Bildqualität bei Livestreams erreicht nicht die Qualität am Monitor ohne Nutzung der PC2TV Software.
Sehr deutlich wird dieser Unterschied auch, wenn man einen Film in HD über einen USB Speicher am TV anschaut. Der ist völlig perfekt in Bild und Ton.
Spiele ich den selben Film am PC über den Monitor ab, ist ebenfalls alles perfekt, nur eben ein kleinerer Bildschirm.
Spiele ich den Film am PC ab und übertrage ihn mit der PC2TV Software, ergeben sich kaum Bildmängel aber vor allem schnelle Bewegungsabläufe sind nicht völlig fließend.
Fürs Netbook ist von einer längeren Verwendung sowieso abzuraten, da die Prozessorbelastung zu hoch wird. Am Desktop kann man für manche Internetseiten den Adapter nutzen, doch besonders Übertragungen von schnellen Bildfolgen sind kein Genuss.
Eine Empfehlung spreche ich daher nicht aus. Mal sehen, ob der Hersteller bereit und in der Lage ist, die eine oder andere Verbesserung der Übertragungsqualität durch bessere Treiber für und geringere Prozessorbelastung durch seine PC2TV Software zu erreichen.
Nachtrag 1: (einige Tage später)
Die Verbesserung der Bildschirmanpassung gelang mir durch ein verstecktes, schwer zugängliches Zusatzmenu der PC2TV Software. Nach weiteren Änderungen wie in der Gebrauchsanweisung vorgeschlagen z.B. China auf Deutschland,
Channel 1 für die Übertragung auf Channel 3, fand die Software nach dem geforderten Neustart den PC nicht mehr, möglicherweise, weil nun nicht änderbar die IP-Nummer des PC2TV Geräts auch verändert war.
Auch eine völlige Neuinstallation änderte daran nichts. Totaler Frust und Abwertung auf einen Stern. Schon mal die Unterlagen für die Rücksendung überprüft.
Nachtrag 2: (eine weitere Woche später)
Nach Aufruf der Software übers Netbook ließ sich das Programm auch wieder über den Desktop starten, samt den veränderten Einstellungen.
Erfreulich erschien mir, dass plötzlich Arbeitsspeicher- und Prozessorbelastung erheblich reduziert waren und damit auch die Flüssigkeit bei Filmen und Livestreams sich verbesserte.
Doch die Freude währte nicht zu lange. Denn skeptisch wie ich nun mal bin, schaltete ich die PC2TV Software aus und wieder ein. Und wie befürchtet, nun fand sie meinen PC wieder nicht. Erst wenn ich das Netzwerk PC2TV übers Netbook einmal aufrief, dann wollte auch der PC wieder mitspielen. Das geht über meinen Horizont. Übers Netbook (LAN) Verbindung herstellen (einmalig), damit über WLAN die PC2TV Software das PC2TV Netzwerk erkennt?
Der WLAN Stick meldete schon vorher, die Verbindung hergestellt zu haben, nur die PC2TV Software kann das nicht erfassen.
Dann brach mal wieder die Verbindung ab. Das ist mir zu viel Lotterie.
Mit dem Netbook und der inzwischen verringerten Arbeitsspeicher-, Prozessorbelastung ließe sich zwar die Hard- und Software nutzen, doch ich wollte ja vorwiegend den Desktop für Sportübertragungen spiegeln und das hat eindeutig zu hohen Lotteriecharakter mit nicht unerheblichen Mängeln.
Endergebnis nun doch 1 Stern und keine Kaufempfehlung.
Vielleicht gibt es ja unter den Lesern den einen oder anderen PC/Netzwerk Profi, der mir gute Tipps geben kann?
17.05.2012 15:35
bh
30.04.2012 09:27
Wieder ein bh für Dich....
22.04.2012 11:21
BH