AvD - Automobilclub von Deutschland

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Nicht perfekt, aber gut

4  07.01.2009 (09.09.2010)

Pro:
Ist sehr um Hilfe bemüht

Kontra:
könnte schneller sein

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Service

Beitragshöhe / Leistungsverhältnis:

Erreichbarkeit im Ernstfall:

Allgemeine Kundenfreundlichkeit:

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Krawattentraeger

Über sich: Ich sehe keinen Sinn darin, zum 100. Mal das gleiche wie alle Anderen zu schreiben. Deshalb beschrei...

Mitglied seit:02.01.2009

Erfahrungsberichte:36

Vertrauende:3

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 31 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

1. Warum ich vom ADAC zum AvD gewechselt habe

1. Ich finde den Vorschlag des ADAC für die Neuregelung der Kfz-Steuer (CO2-Papierwert!) völlig kontraproduktiv. Wer seinen Spritschlucker in der Garage stehen läßt, verhält sich wesentlich umweltschonender als jemand, der jedes Jahr zigtausend km mit seinem Mittelklassewagen abspult. Das ist natürlich nur meine Meinung, aber der ADAC vertritt genau das Gegenteil, und die Bundesregierung jetzt offenbar ebenfalls.

2. Als ich in der Schweiz liegengeblieben war, rief ich als erstes den ADAC an. Übers Handy erfuhr ich, daß man mir leider nicht helfen könne, weil ich keinen Auslandsschutzbrief hätte. Der hätte aus der Erinnerung mindestens 30 € zusätzlich gekostet, also In- und Ausland zusammen ca. 74 €.

Beim AvD kostet der Europa-Schutzbrief 59 €, und als Willkommensgruß gab es noch ein kostenloses Handy (das ich verschenkte) und die Feinstaubplakette dazu, die ich sowieso brauchte, also netto noch 54 € oder weniger.

2. Als ich den AvD zum ersten Mal brauchte

Um den Europa-Schutzbrief war ich dann auch froh, als ich im Sommer in Italien auf der Autobahn liegenblieb. Das Abschleppen kostete 101 €, und der AvD hat das recht schnell erstattet. Danke noch einmal!

3. Der zweite Liegenbleiber

Im Herbst, ich gebe zu, es war meine Schuld, fuhr ich den Tank leer. Ich hatte zwar einen vollen Kanister dabei, aber der Wagen sprang auch nach dem Hineinschütten nicht mehr an. Der AvD rühmt sich, den schnellsten Pannenservice zu haben, der in einer halben Stunde vor Ort sei. Denkste. Meiner brauchte eine ganze. Zum Glück war es warm und sonnig, und ich hatte es nicht eilig. Der Pannenhelfer kam direkt aus dem Urlaub mit Frau und Kind, aber ohne Start-Pilot. Also fuhr er noch einmal los, und nach einer weiteren halben Stunde war er wieder da und kriegte meinen Wagen auch ganz schnell wieder flott. (Seither habe ich selbst immer eine Dose Start-Pilot dabei.) Etwas irritiert war ich, als er danach fragte, ob ich außer der AvD-Standard-Mitgliedschaft nicht noch eine Plus-Mitgliedschaft hätte. Nein, warum? Weil er dann mehr als die "lumpigen 40 €" für den Einsatz bekommen würde. Aus Mitleid drückte ich ihm noch 10 € in die Hand.

4. Der dritte...

Zufälle gibt's, die gibt's gar nicht. Am Abend desselben Tages machte ich auf dem Rückweg noch einen Besuch bei einem abgelegenen Bauernhof. Als ich losfahren wollte, sprang der Wagen nicht an. Auch Überbrücken vom Traktor nützte nichts. Natürlich wieder den AvD angerufen. Der war gar nicht erfreut, daß ich nun schon zum dritten Mal innerhalb von fünf Monaten Pannenhilfe brauchte, hätte aber zur Not einen Abschleppwagen geschickt, der mich zur nächsten Werkstatt geschleppt hätte. Da es mir unangenehm war, verzichtete ich darauf. Ich war nur noch ca. 20 km von zu Hause entfernt, und die netten Bauersleut' liehen mir ihren Wagen. Am nächsten Tag nach dem x-ten Versuch sprang er dann endlich wieder an, auch ohne AvD, und nachdem er zweimal in der Werkstatt war, ist der Fehler endlich gefunden und behoben. Es war ein Wackelkontakt, und einen neuen Anlasser brauchte ich auch.

5. Der vierte...

Für meinen vierten Liegenbleiber konnte ich nichts, weil der Tank mal wieder leer war, aber die Tankuhr etwas Anderes anzeigte. Diesmal kam nach nicht allzulanger Zeit der gleiche Pannenhelfer wie ein Jahr zuvor, und er erkannte mich auch wieder ;-( Mit 5 l Diesel und Start-Pilot sprang er auch wieder an, und die Werkstatt bog später den Tankgeber wieder zurecht.

6. Der fünfte und sechste (und hoffentlich letzte)...

Weil mein Mercedes der Baureihe S202 an dem berühmt-berüchtigten Luftproblem leidet, habe ich eine Entlüftungspumpe einbauen lassen. Deren Anschlüsse scheinen den ständigen Vibrationen des Motors nicht gewachsen zu sein, sondern lockern sich immer wieder. So sehr, daß ironischerweise genau dort Luft eindrang, so daß der Kraftstoffrücklauf nicht genügend Druck hatte und die Saugstrahlpumpe die linke Tankhälfte nicht mehr leerkriegte. Die Einzelheiten tun im Prinzip nichts zur Sache. Jedenfalls blieb ich wieder mal liegen. Zum Glück 50 m vor meinem Ziel, einem Thermalbad.

Diesmal hatte ich einen Kanister dabei und schüttet ihn hinein. Starten wollte er trotzdem nicht. Der AvD-Pannenhelfer hatte an diesem Abend alle Hände voll zu tun, so daß er sein Kommen erst in zwei Stunden ankündigte. Kein Problem; in dieser Zeit vergnügte ich mich im warmen Wasser. Mein Handy gab ich dem Bademeister, der mich fuchtelnd aus dem Wasser holte, als der Pannenhelfer dran war. Der stand bereits bei meinem Wagen, so daß ich mit nassen Haaren hinauseilte. Der Wagen sprang erstaunlicherweise beim ersten Versuch an, bevor er irgend etwas gemacht hatte. Ich war also einfach zu ungeduldig gewesen. Aber er entdeckte eine lockere Schlauchschelle bei der Enlüftungspumpe und zog sie an. Ich bedankte mich und fuhr guten Mutes los.

Auf dem Rückweg blieb ich wieder liegen. Diesmal nachts um 1.30 Uhr auf der Landstraße mitten in der Pampa :-( Es dauerte kaum zwei Minuten, da hielt ein LKW, dessen Fahrer fragte, ob er mir helfen könne :-) Er hatte auch eine Taschenlampe und merkte schnell, daß der Treibstoff bei der zweiten Schlauchschelle der Entlüftungspumpe hinaussiffte. Zum Glück hatte ich just an diesem Tag einen Treibstoffschlauch gekauft, mit dessen Hilfe ich Diesel von seinem Riesentank in meinen kleinen Kanister umfüllen konnte. Schon wieder den AvD zu rufen wäre mir echt peinlich gewesen.

7. Die juristische Beratung des AvD

Meine damalige Versicherung, die ineas (siehe meinen diesbezüglichen Erfahrungsbericht), gab mir einmal ganz dreist eine falsche Auskunft, um sich vor der Bezahlung zu drücken. Zum Glück ging ich ihr nicht auf den Leim, sondern fragte die Juristin des AvD nach der Rechtslage. Die half mir rasch, kompetent und kostenlos, und die ineas mußte natürlich bezahlen.

8. Die Sache mit den Service-Schecks

Nun bekommt man als AvD-Mitglied jedes Jahr ein Scheckheft, mit dem man bei Partnerbetrieben günstigere Inspektionen machen lassen oder billigere Reifen kaufen kann. Ich fand den Sicherheits-Check, den Ferien-Check und den Winter-Check beim Bosch-Service am wertvollsten, und die sind erst noch allesamt kostenlos. Inzwischen wird das Scheckheft nicht mehr zugeschickt, sondern man kann die gewünschten Schecks aus dem Internet herunterladen.

Bevor dieses Jahr HU und AU fällig waren, wollte ich einen Sicherheits-Check bei einem Premio-Partnerbetrieb machen lassen. Dabei werden 14 kritische Punkte überprüft. Der nächstgelegene war erst seit diesem Jahr bei Premio und hatte davon noch nie etwas gehört. Beim nächsten prangte groß das Schild "AvD-Partner" am Eingang, aber vom Sicherheits-Check hatte man auch dort keine Ahnung. Glück im Unglück, daß Premio von sich aus einen kostenlosen 14-Punkte-Urlaubs-Check anbietet, und den ließ ich dann auch machen. Der Premio-Mann nahm sich über eine Stunde Zeit und fand auch das eine oder andere. Eher zuviel, weil er bei Bremsscheiben und Bremsklötzen ein Fragezeichen machte, statt die Belagstärke zu messen. Ich habe das dann selbst nachgeholt, und sie waren in Ordnung. Auch die Stabilisatorgummis sollte ich seiner Ansicht nach austauschen, aber da beruhigte mich meine Hauswerkstatt. Der TÜV fand dann auch keinen einzigen Mangel :-) Aber das nur am Rande.

Ich fragte beim AvD nach, wie es dazu kommen kann, daß selbst ausgewiesene Partnerbetriebe (der fragliche wurde mir vom AvD explizit genannt) keine Ahnung von den Service-Schecks haben. Antwort: "Nach Rücksprache mit dem zuständigen Mitarbeiter für die Kooperation AvD & Premio, wurden alle Partner mittels Newsletter und Kooperationsliste auf die Zusammenarbeit mit dem AvD hingewiesen. Premio wird aufgrund Ihrer E-Mail hier nochmals aktiv werden." Als Wiedergutmachung erhielt ich ein Exemplar des neuesten AvD-Auto-Atlas. Herzlichen Dank!

9. Fazit

Der AvD ist nicht perfekt, aber ich bin froh, daß ich Mitglied bin, und hoffe, daß ich ihn so bald nicht wieder brauche.

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Krawattentraeger

Krawattentraeger

07.01.2009 12:35

Ob die langsamen Vertragspartner Schuld haben oder der AvD, weil er mit diesen kooperiert, dürfte eine philosophische Frage sein und ist für mich zweitrangig. Der AvD-Mann war am Telefon überrascht, als ich ihm erzählte, daß ich insgesamt anderthalb Stunden auf eine simple Starthilfe warten mußte Aber als ich noch beim ADAC war, mußte ich auch einmal eine geschlagene Stunde warten. Und wenn man im Ausland festsitzt und vom ADAC erfährt, daß er einem nicht helfen könne, ist man alles andere als froh, ADAC-Mitglied zu sein :-(

Magistix

Magistix

07.01.2009 09:10

Mir fehlen die Vergleichsaspekte. Denn Du schreibst selbst, dass Du froh bei EINEM Pannendienst zu sein. Wieso Du aber zu Deiner gtuen Wertung gelangst und trotz anderer geschildeter Eindrücke zufrieden bist, erschließt sich mir nicht. Sachlich würde ich Dir übrigens zum ADAC raten, der besser organisiert ist. Ich würde manchem Pannenhelfer dort sogar zutrauen den Werkstatt-erkannten Fehler bei den Pannenhilfen zu entdecken

Empoyerment

Empoyerment

07.01.2009 08:47

Und Abschleppkosten 20 KM von zu Hause entfernt übernehmen die ? Ist die Grenze nicht bei 50 KM ?

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