Mein Abend mit AVENGED SEVENFOLD = mein Highlight 2010

4  13.11.2010

Pro:
AVENGED SEVENFOLD (die ganze Show ! ), Preis - Leistungsverhältnis

Kontra:
Band hat kaum Nähe zu den Fans gesucht, Merchandising überteuert, Veranstaltungsort

Empfehlenswert: Ja 

presscorpse

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Als ich im Sommer erfuhr, dass meine Lieblingsband Avenged Sevenfold nach Deutschland kommt, stand für mich fest, dass ich unbedingt zu mindestens einem der Konzerte gehen musste - koste es, was es wolle. Kurz darauf wurde angekündigt, dass drei der Konzerte, die Band auf ihrer Nightmare Promo-Tour 2010 geben würde, in den deutschen Städten München (23.10.), Köln (11.11.) und Hamburg (16.11.) stattfinden würden. Da ich in Köln lebe, sicherte ich mir im Vorverkauf ein Konzertticket für das Konzert in der Live Music Hall in Köln, für das ich bei eventim 29,45€ zzgl. Versand zahlte. Support war die Band Hyproglow aus Essen.


Allgemeines zur Band:

Avenged Sevenfold wurde 1999 in Huntington Beach, Kalifornien gegründet. Während ihre ersten beiden Alben "Sounding the Seventh Trumpet" und "Waking the Fallen" eher in Richtung Metalcore tendierten, sind die neueren Alben "City of Evil" und "Avenged Sevenfold" eher im Bereich des Hard Rock und Heavy Metal anzusiedeln.
Im Dezember 2009, noch bevor das neuste Album "Nightmare" aufgenommen werden konnte, verstarb Drummer Jimmy "The Rev" Sullivan überraschend. Da man das Album Sullivan zu Ehren trotzdem aufnehmen wollte, fragte man Jimmys Idol Mike Portnoy von der Band Dream Theater, ob dieser Jimmys Parts für das Album einspielen könnte. Dies tat er prompt und außerdem unterstützt er die Band auch als Live-Drummer für die Nightmare Promo-Tour 2010.


Veranstaltungsort:

Die Live Music Hall (von Kölnern, also auch von mir, meistens abgekürzt als "Live" bezeichnet) ist eine große Halle, in der regelmäßig Konzerte, aber auch Parties stattfinden. Die Live gehört nicht gerade zu meinen favorisierten Veranstaltungsorten in Köln, da sie dafür bekannt ist, dass man am Einlass sehr lange anstehen muss. Weiter sind die Toiletten unsauber und schlecht ausgestattet (als ich gestern auf Toilette war konnte man bei 2 von 5-6 Toiletten die Tür nicht verschließen, außerdem fehlte in mehreren Kabinen das Toilettenpapier und Seife war überhaupt keine da). Mir persönlich ist die Live außerdem zu groß, aber dass in die Halle bis zu 2500 Menschen passen, weiß man ja, bevor man zu einem Event geht.
Die Verpflegung war in Ordnung. An die Getränkepreise kann ich mich nicht mehr genau erinnern. Auf jeden Fall gab es Wasser, Bier und auch Hochprozentiges. Aus Erzählungen weiß ich aber, dass die Preise in der Live sehr human sind.


Der Abend began …

Aufgrund meiner Schusseligkeit schafft ich es leider erst gegen 19:00 Uhr an der Halle zu sein. Ab 19:00 Uhr war Einlass und das Konzert begann um 20:00 Uhr. Ich war zwar pünktlich, aber vor dem Eingang der Halle hatte sich schon eine Schlange gebildet, die

Bilder von Avenged Sevenfold Konzert-Tickets
Avenged Sevenfold Konzert-Tickets Avenged Sevenfold Konzertticket
mein Ticket
mehrere 100m lang war. Die Leute standen bis in die nächste Straße hinein! Na super, dachte ich mir, und stellte mich mit einem anderen Konzertbesucher, den ich auf dem Weg zur Live kennengelernt hatte, ganz hinten an. Wie bereits erwähnt ist die Live nicht gerade für ihren schnellen Einlass bekannt, aber so gegen 19:20 waren wir dann drin. Eine Ausweiskontrolle fand nicht statt, aber dafür wurden die Taschen kontrolliert. Waffen und anderes potenziell gefährliches Zeug sowie Getränke durften nicht mit in die Halle genommen werden.
Als ich endlich drin war, gab ich meine Sachen an der Garderobe ab, was mich 1,50€ kostete. Für die Garderobe musste ich nochmal ca. 5 Minuten anstehen, was jedoch zu verschmerzen war.
Ich ging noch kurz zur Toilette und dann ging es auch schon in die eigentliche Konzerthalle. Ganz hinten, also weit weg von der Bühne, befand sich der Merchandise-Stand. Dort konnte man Fanartikel von Avenged Sevenfold und vom Supportact Hyproglow kaufen. Ich habe mir jedoch nichts gekauft, weil ich die Preise unverschämt teuer fand. Ein T-Shirt von Avenged Sevenfold kostete 30€, ein Kaputzenpullover 60€ und, was ich am unverschämtesten fand, eine einfache Mütze mit Avenged Sevenfold-Aufdruck kostete 30€. Online kann man genau diese Artikel für weniger Geld kaufen. Ich frage mich echt, ob sich die Band nicht schämt, auf den Konzerten ihren treuen Fans so viel Geld für ein paar Fanartikel abzuknöpfen. Ich weiß, dass die Live Music Hall prozentual an den Gewinnen aus dem Merchandising-Verkauf beteiligt ist, aber ich habe ich der Live auch schon Band T-Shirts für 15€ gekauft und ich denke nicht, dass Avenged Sevenfold mehr Geld an die Live abgeben müssen als andere Bands auch …
Mit ein wenig Verspätung, also kurz nach 20:00 Uhr, betrat die Vorband Hyproglow die Bühne. Die Vorband war ganz nett und irgendwo im Bereich Metal (Metalcore) anzusiedeln. Richtig anheizen ließ sich das Publikum jedoch nicht. Die meisten haben nur stumm mit dem Kopf genickt. Bewegt hat sich kaum jemand, aber das sollte sich …


Endlich: der Auftritt von AVENGED SEVENFOLD

… mit dem Auftritt von Avenged Sevenfold ändern. Nach einer kurzen Pause, die zum Umbauen der Bühne genutzt wurde, gingen pünktlich um 21:00 Uhr bis auf wenige, blaue Strahler alle Lichter aus. Die ganze Halle war in ein blaues Licht getaucht. Da ertönte plötzlich das Lied "Sound Of Silence" von Simon & Garfunkel aus den Boxen. Das Publikum war sichtlich überrascht, denn alle hatten damit gerechnet, dass Avenged Sevenfold die Bühne betreten würde, aber schon nach kurzer Zeit hebte alle ihre Arme und wiegten diese im Takt. Gänsehaut pur! Und sofort musste ich an den im Dezember 2009 verstorbenen Drummer von Avenged Sevenfold, Jimmy "The Rev" Sullivan. Ob das die Intention hinter diesem Einspieler war, wurde uns nicht verraten, denn nach diesem kurzen Moment der Ruhe stürmten Avenged Sevenfold schon auf die Bühne und eröffneten ihre Show mit dem Knaller "Nightmare". Schon war das Publikum nicht mehr zu halten! Es wurde gemosht (hin- und herschubsen ohne hartes Zuschlagen, siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Pogo#Moshing) ohne Ende und schnell war ich bis in die vorderen Reihen vorgedrungen und sah meine Lieblingsband aus nur wenigen Metern Entfernung spielen. Ein Traum wurde wahr!

Die Setlist sah folgendermaßen aus (in Klammern das Album, auf dem der Song ursprünglich veröffentlicht wurde):

1. Nightmare (Nightmare)
2. Critical Acclaim (Avenged Sevenfold)
3. Welcome to the Family (Nightmare)
4. Beast and the Harlot (City Of Evil)
5. Buried Alive (Nightmare)
6. So Far Away (Nightmare)
7. Afterlife (Avenged Sevenfold)
8. God Hates Us (Nightmare)
9. Bat Country (City Of Evil)
10. Almost Easy (Avenged Sevenfold)

Zugaben:
11. Seize The Day (City Of Evil)
12. Unholy Confessions (Waking The Fallen)


Der emotionalste Moment war für mich das Lied "So Far Away", das Jimmy "The Rev" Sullivan gewidmet wurde. Bei den Worten, die M. Shadows über Jimmy verlor, bevor die Band das Lied zu spielen begann, kamen mir fast die Tränen. Während der Songs herrschte im Publikum eine schon fast andächtige Stimmung vor.
Weitere persönliche Highlights von mir waren die Lieder vom Album "City of Evil", die gespielt wurden, da "City of Evil" mein Lieblingsalbum von Avenged Sevenfold ist. Sehr schade fand ich, dass nur ein Lied von "Waking The Fallen" und gar kein Lied von "Sounding The Seventh Trumpet" gespielt wurde. Insgesamt fand ich die Songauswahl jedoch gut, da alle großen Hits der Band gespielt wurden und dass immer sehr viele Lieder von dem neusten Album, dass es zu promoten gilt, gespielt werden, ist ja normal.
Die insgesamt ca. 80-minütige Show war einfach genial. Avenged Sevenfold schienen gut drauf zu sein und es hat einfach Spaß gemacht, die Lieblingssong live zu hören und mitzusingen. Die meiste Zeit ließ es sich, obwohl es sehr eng war, angenehm moshen oder zur Musik headbangen (ihr glaubt gar nicht, was ich für Nackenschmerzen habe :o)).
Zwischen den Stücken hat Sänger M. Shadows immer wieder ein paar Worte an das Publikum gerichtet. Da wohl nicht alle im Publikum der englischen Sprache mächtig waren, war die Resonanz des Publikums auf M. Shadows Fragen und Anheizer oftmals ein wenig verhalten, aber sobald die ersten zu schreien oder klatschen anfingen, schloss sich der Rest der Halle an. Der Rest der Band war eher wortkarg. Nach den zwei Zugaben am Ende des Konzertes hat sich die Band auch leider recht schnell in ihren Tourbus verdrückt und ward vor der Konzerthalle auch nicht mehr gesehen, aber immerhin haben die Jungs nach ihrer Show noch benutzte Plektren, Drumsticks und ihre Wasserflasche ins Publikum geworfen - das machen mittlerweile zwar so gut wie alle Bands, aber als Fan freut man sich natürlich immer wieder drüber. Ich konnte aber leider kein Souvenir ergattern.


Nach dem Konzert …

Nach dem Konzert war ich von Kopf bis Fuß klitschnass von (überwiegend fremdem) Schweiß und meine Haare waren so feucht als wäre ich gerade frisch aus der Dusch gestiegen. Es war in der Halle nicht übermäßig heiß gewesen, aber man hat sich einfach so viel bewegt, dass man stark zu schwitzen anfing.
Es drängelten alle in Richtung Ausgang. Ich Da ich recht schnell draußen war, konnte ich mich gleich an der Garderobe anstellen. Nach weniger als 10 Minuten erhielt ich meine Jacke zurück und wartete dann noch vor der Halle auf die Band, die sich jedoch wie bereits erwähnt leider nicht mehr blicken ließ.


Noch ein paar Worte zu Technik und Publikum:

Die Technik war fast einwandfrei, was laut Berichten anderer Konzertbesucher daran lag, dass Avenged Sevenfold ihre eigenen Techniker mitgebracht hatten. Ich und noch einige andere Konzertbesucher waren dennoch der Meinung, dass die Vocals (Gesang) ein wenig leise waren. Bei dem Lied "Seize The Day" gab es außerdem kurzzeitg Probleme mit einer der beiden Gitarren, was aber nur eingefleischten Fans (so wie mir :o)) aufgefallen sein dürfte.
Sehr gut haben mir Lichteffekte und Bühnenbild gefallen.
Das Publikum war sehr gemischt. Vom pubertierenden Teenie mit Eltern bis zum 40-jähriger Rocker in der von Aufnähern übersähten Lederkluft war alles dabei. Bei den härteren Liedern (z.B. bei "God Hates Us") wurde sehr stark gedrängelt, sodass es für schmalere Personen wie mich in den vorderen Reihe kaum auszuhalten war. Leider haben sich auch einige Leute unter das Publikum gemischt, die meiner Meinung nach auf Konzerten nichts verloren haben. Diese Leute haben um sich geschlagen, wenn sie irgendwo nicht durchkamen oder haben andere bedroht und mit Kraftausdrücken beleidigt. Einfach unterste Schublade sowas, aber solche Leute gibt es leider auf jedem Konzert.


Mein Fazit:

Zugegebenermaßen bin ich als großer Fan der Band sehr voreingenommen, aber für mich war das Konzert ein großartiges Erlebnis und definitiv einer der schönsten Momente, wenn nicht der schönste Moment, in einem Jahr, in dem für mich leider nichts so wirklich rund gelaufen ist.
Die Show von Avenged Sevenfold war einfach großartig und das ist ja die Hauptsache. Ich bin auch zwei Tage nach dem Konzert noch in einem absolut euphorischen Zustand.
Weniger gut fand ich, dass die Band trotz der Tatsache, dass sie in Deutschland nicht wirklich groß ist, kaum die Nähe zu den Fans gesucht hat. Nach dem Konzert kam die Band nicht raus um Autogramme zu geben und abgesehen von Sänger M. Shadows waren die Jungs während der Show sehr wortkarg. Weiter habe ich mich an den unverschämt teuren Merchandising Preisen gestört. Den Veranstaltungsort fand ich auch nicht so toll.
Das Preis-Leistungsverhältnis finde ich dafür, dass es sich um eine Band handelt, die erst vor Kurzem ein Nr. 1-Album in den USA hatte, gut bis sehr gut.
Aufgrund meiner Kritikpunkte vergebe ich "nur"'''4 von 5 Sternen'''. Jedem Fan von Avenged Sevenfold kann ich es jedoch empfehlen, unbedingt mal auf ein Konzert der Band zu gehen, wenn sich die Gelegenheit bietet. Für mich war es wie gesagt ein großartiges Erlebnis. Sollte die Band, wie sie es auf dem Konzert angekündigt hatte, nächstes Jahr wieder nach Deutschland kommen, bin ich auf jeden Fall wieder mit dabei.

Zu dem Produktbild: leider habe ich während des Konzerts keine Fotos machen können. Es war einfach zu eng und zu viel Gedrängel, als dass ich mein Handy hätte rausholen können. Als "Beweis", dass ich auch wirklich da war, habe ich ein Foto meines Tickets angefügt :o) .


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
golden_rose

golden_rose

18.03.2011 23:18

Ab auf die BH-Wartebank. LG

Django006

Django006

12.03.2011 00:10

:o)))) lg Alan

Finetta12

Finetta12

11.03.2011 19:37

wunderbar

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