Achtung Bremsprobe!
13.08.2006
Pro:
Leistung, Dosierbarkeit, Funktionalität
Kontra:
Bremsbelagverschleiß?
Empfehlenswert:
Ja
Details:
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 smoerle
Über sich:
Mitglied seit:29.07.2002
Erfahrungsberichte:19
Vertrauende:11
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 165 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Hallo Im Mai war es endlich an der Zeit, ich hatte mich endlich für ein neues Mountainbike entschieden. Specialized Epic FSR Disc hieß das gute Stück und eine Rohloff Speedhub als Extra, hier nun der erste Bericht dazu (weitere werden folgen). Für den Anfang heute der Bericht zu einem der wichtigsten Teile am Rad, die Bremsen. Die Avid Juicy Five ist eine hydraulische Scheibenbremse fürs Fahrrad, hier im speziellen fürs Mountainbike. Im Internet ist diese Bremse einzeln für ca. 120-130Euro zu haben.
Warum Diese? Hatte ich an meinem alten Mountainbike noch eine normale XTR-Felgenbremse war es mein wunsch fürs neue auf Scheibenbremsen umzusteigen. Ich versprach mir mehr Bremsleistung, weniger Einstellarbeiten, weniger Bremsgeräusche und einfach mehr Spaß beim fahren. Alles, nur nicht ständig die Felge zentrieren, damit auch ja nichts schleift und man die volle Bremspower hatte, das hatte ich langsam satt. An meinem Specialized Epic FSR Disc war die Avid Juicy Five serienmäßig, ich hatte zunächst überlegt mir eine der besseren Varianten anbauen zu lassen, da es aus der Avid Juicy Serie noch die Juicy Seven und die Juicy Carbon gibt. Jedoch sind die Bremsen von der Technik und vom Prinzip her gleich, man hat nur eben andere Materialen aus denen die Bremse gefertigt wurde und bei den besseren ein kleines Rädchen an jeder Bremse zum verstellen des Druckpunktes während der Fahrt. Etwas von dem ich meinte es nicht zu brauchen... Hurra - Das Fahrrad ist da, die Bremse muss eingebremst werden Das neue Rad kam erstaunlich schnell nach Bestellung vom Händler und die erste Aktion war das Einbremsen. Der Händler meinte zu mir 50 Vollbremsungen aus Tempo 30 oder einfach 2wochen normal fahren, dann würde sich die Bremse eingefahren haben. Ich entschied mich zunächst für die Beschleunigung-Vollbrems-Variante... nach dem 10. mal fand ich das aber zu doof und hab es gelassen, nach einer Woche etwa hatte die Bremse dann die volle Kraft, sprich die Beläge hatten sich auf die Scheibe eingeschliffen.
Funktionalität Ja funktionieren sollte die Bremse, das war mir am wichtigsten. Ich habe das Rad nun seit 3 Monaten, einen davon hab ich mit Angina im Bett verbracht, in den anderen beiden habe ich das Rad schon 1500km gequält. Die Bremse hat eine phantastische Bremsleistung, wesentlich höher als bei meiner alten XTR-V-Brake (Felgenbremse). Egal ob bei Nässe, 35° im Schatten und weit mehr in der Sonne, die Bremsen haben nie nachgelassen. Soweit zum fahren hier in Leipzig, wo alles relativ flach ist. Der erste richtige Test waren dann 2 Ausfahrten am Wochenende, endlich mal in die Berge. Auch hier, schönes Wetter und volle Bremsleistung über die ganze Strecke. Letztes Wochenende kam dann mein Saisonhöhepunkt, der Erzgebirgs-bike-marathon in Seiffen, 70km Strecke. Nach einem Sommer mit Hitzeschlacht musste es genau an diesem Wochenende regnen wie aus Kannen. Wobei es selbst da noch riesige Kannen gewesen sein mussten... Im Rennen musste einer meiner Kumpels nach einer Runde aufgeben, weil seine Bremsen bei all dem Schlamm versagten, die beiden anderen klagten auch über ihre Bremsen, fuhren aber die 70 km noch durch. Ich hatte das ganze Rennen über (zumindest mit den Bremsen) keine Probleme. Mein Rad, auch die Bremsen, waren komplett in Schlamm gehüllt (der Fahrer übrigens auch). Am Ende des Rennens bemerkte ich nur das ich die Bremshebel etwas mehr an den Lenker ziehen musste als ich gewohnt war, konnte aber die Bremsprobleme der anderen noch nicht verstehen. Beim Reinigen des Rades am Tag drauf sah ich dann aber das Übel, Schlamm in der Bremse, Schlamm überall auf der Scheibe und nach dem Säubern sah ich nix....sprich die Bremsbeläge waren völlig weg, dadurch funktionierte die automatische Belagnachstellung nicht mehr (war ja keiner mehr da) und nun schleift die Bremse an der Scheibe leicht. Belagwechsel Neue Bremsbeläge hatte ich mir bestellt, das Wechseln ging einfach von statten. Die alten Bremsbeläge erst einmal drin lassen, wieder auseinander drücken und dann die Alten, neuen rein und fertig.
Worauf man achten sollte... Beim ausgebauten Vorderrad (beim Transport im Auto) immer den mitgeliferten Plastik-Keil in die Bremse schieben. Ein versehentliches Betätigen der Bremse, in Verbindung mit der automatischen Belagnachstellung kannst sonst zu unangenehmer Arbeit führen, das auseinander drücken der Beläge (wie beim Wechsel der Beläge) geht recht schwer, hier kann es leicht zu Beschädigungen am Belag kommen (deshalb macht mans beim Belagwechsel auch an den alten Belägen). Die Bremse nur mit Wasser reinigen, nie Öl, Fett oder Reinigungsmittel an die Scheibe kommen lassen, das unangenehme Quietschen bekommt man dann meist nie wieder weg (außer durch Scheiben und Belagwechsel) Standardmäßig kommt die Bremse mit 160mm Bremsscheiben, als schwerer Fahrer sollte man vielleicht die optional größeren Scheiben nehmen (185 oder 203mm). Technische Daten: Tri-Align Bremssattel Ausrichtungssystem vollständige Belagrückstellung werkzeugfreier Belagwechsel Polygon Bremsscheibe Gerasterte Hebelweitenverstellung Power Reserve Geometrie Tropfenfreies Entlüftungssystem Gewicht mit 160mm Scheibe ca. 450g www.avidbike.com
Fazit: Mit der Bremse bin ich hoch zufrieden, Bremskraft bei jedem Wetter und in jeder Lage. Der Langzeittest muss noch zeigen was nun mit den Bremsbelägen ist, waren das nun nur wirklich so extrem verschleißende Bedingungen oder halten sie wirklich nicht sehr lange? Vielleicht bin ich mit meinen 2,03m und 90kg auch einfach zu schwer, wenn die Scheiben abgebremst sind werde ich wohl auf größere Wechseln, dafür benötigt man noch passende Adapter. Man kann die Bremse nur empfehlen, das Rädchen zur Druckpunktverstellung vermiss ich im Übrigen überhaupt nicht... Da wär mir das Geld nach wie vor zu schade um es in die besseren Avid Juicy Modelle zu investieren. Die Bremse ist standhaft, kraftvoll und immer gut zu dosieren. Es ist auf keinen Fall die Billigvariante, sie hat die gleiche Technik und die gleichen Eigenschaften wie die teureren, ist nur eben aus anderem Material und hat die Schnellverstellung nicht. 5Sterne für die Bremse, für die Beläge vergebe ich mittel, werd das evtl. nachbessern wenn ich die nächsten abgefahren hab. Wenn euch was am Bericht missfällt oder ihr irgendwas vermisst, nur her mit den Kommentaren...
smoerle
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endlich mal wieder ein biker hier!
21.08.2006 13:06
Sehr guter Bericht über ein Produkt, das ich im Leben nicht brauchen kann;-D Dennoch sh und lG, Dani
16.08.2006 13:26
Hab leider gar kein Fahrrad, kann nur mit dem Auto Bremsproben machen. LG