Axe - Dinner Party

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... Kein Arbeitloser glaubt allein durch Axe seine Sachbearbeiterin im Jobcenter flachlegen zu können, aber jeder Mann fände es gut, wenn es so funktionieren würde. In einer Welt in der Sex ähnlich gehandelt wird wie Geld, wirken die Axe-Spots wie ein tröstendes Märchen für junge Männer, die, ... Bericht lesen





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Das Deo für's Ego
Erfahrungsbericht von Urgs2007 über Axe - Dinner Party
27.08.2007


Produktbewertung des Autors:   

Originalität: sehr hoch 
Story: gut 
Darsteller: ausgezeichnet 

Pro: Lustig
Kontra: Stinkt (bestimmt)

Empfehlenswert? nein 

Kompletter Erfahrungsbericht

Ich freu' mich jedesmal wenn einer dieser "Bom Chicka Wah Wah"-Spots läuft. Ich krieg' dann dieses pubertäre Grinsen und genieß die Show für 20 Sekunden. Der Inhalt ist immer der gleiche. Eine Frau verliert ihren Verstand, weil sie den maskulinen Duft eines billigen Deodorants einatmet. Natürlich ist es nicht irgendeine Frau, sondern ein aalglattes, hippes, schnörkeloses Alpha-Girlie, wie sie sich bevorzugt in Werbespots tummeln. Und natürlich ist es kein markantes Alpha-Männchen, das den Duft trägt, sondern einer, den das Weibchen vermutlich als sexuell reizlos einstufen würde. In dem Fall ist es der Vater ihres smarten Freundes, der sich, im Badezimmer seines Sohnes, eher versehentlich mit dem mysteriösen Duft besprüht. Als er von dort zurückkehrt kommt es zu dieser eigentlich peinlichen Situation, die quasi die Essenz des Spots darstellt. Allein durch die entfesselnde Wirkung der, unsichtbar durch die Luft wabernden Duftstoffe des beworbenen Deodorants, wird das unerreichbare Weibchen gefügig gemacht und gleichzeitig die Wildkatze in ihr geweckt. Ganz Raubtier gibt sie sich ihrem Trieb hin und faucht dem verblüfften Vater ein animalisches und gleichzeitig äusserst witziges "Bom Chicka Wah Wah" zu. Dabei gestikuliert sie vulgär um das Objekt ihrer Begierde und reisst ihn schliesslich mit einem Ruck seine Klamotten vom Leib. Der so Entblösste steht vollkommen passiv in altmodischer Unterschwäsche da und kann gerade noch ein benommenes "Geiles Zeug" stammeln, so als hätte er bereits Verkehr gehabt.

Sex ohne Anstrengungen und für jedermann, einfach nur durch das Auftragen eines geheimnisvollen Nebels, das suggeriert der Spot mit einem humorvollen Augenzwinkern. Natürlich ist das Quatsch. Kein Arbeitloser glaubt allein durch Axe seine Sachbearbeiterin im Jobcenter flachlegen zu können, aber jeder Mann fände es gut, wenn es so funktionieren würde. In einer Welt in der Sex ähnlich gehandelt wird wie Geld, wirken die Axe-Spots wie ein tröstendes Märchen für junge Männer, die, aufgrund ihrer sozialen Stellung, schon Probleme damit haben überhaupt ein Mädchen in's Bett zu kriegen. Im Spot dagegen wird das unerreichbare Premium-Weibchen aus einem merkwürdig skurrilen Blickwinkel gezeigt und damit der Lächerlichkeit preisgegeben. Sie ist nicht mehr unnahbar, sondern wirkt sogar, durch die persiflierte Ekstase, weniger bedrohlich. Das freut das Männerherz und macht ihm Axe sympatisch. Ein dufter Kumpel sozusagen, dieses Deodorant. Man versteht sich ohne grosse Worte.

Ich finde, genau dieser Aspekt macht die Werbung so sympatisch wie erfolgreich. Sie hebt für einen Moment die Spielregeln auf und verführt dadurch zum Lachen. Das "Bom Chicka Wah Wah" wird zum Kultspruch, der sich als nerviger Klingelton oder als befreiender Schrei über den Schulhof zum trendigen Sommergag aufbläst. Klar, spätestens im nächsten Jahr wird die Nummer ausgelutscht sein, bis dahin müssen sich die Werber etwas Neues ausdenken. Aber an der Grundidee, nicht nur den männlichen Körper, sondern auch das männliche Ego mit süsslichen Düften einzunebeln, wird sicherlich nicht gerüttelt.

Ich hielt Deodorants bisher ja für ein Relikt meiner Schulzeit in den 80iger Jahren, in der nach jeder Sportstunde unweigerlich ein infernalisch stinkender Deo-Cocktail die Luft der Umkleidekabine füllte. Aber scheinbar verkaufen sich diese Dinger wohl immer noch ziemlich gut. Die sogenannten "Düfte" habe ich als extrem und billig in Erinnerung. Dann kam die Ära der FCKW-Phobie und ich bin irgendwie auf unparfümierte Deo-Roller umgestiegen. Und die würde ich heute nicht mehr gegen ein Deodorant eintauschen wollen, es sei denn es wäre wirklich etwas dran an der Wirkung von Bom Chicka Wah Wah...   

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