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In 80 Tagen um die Welt mit Michael Palin

5  27.10.2000

Pro:
Sehr erkenntnissfördernde Art zu Reisen

Kontra:
-  -  -

Empfehlenswert: Ja 

Raileigh

Über sich: Hier erwarten Euch Texte ersonnen aus subjektivem Verbraucherempfinden. Auch für das Lesen benötigt ...

Mitglied seit:10.01.2000

Erfahrungsberichte:419

Vertrauende:86

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 12 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Es ist eine schnelle Welt, die Welt in der wir leben. Wir sind motorisiert und gelangen schneller von A nach B als noch vor hundert Jahren, obwohl wir zwischendurch noch einen Abstecher nach C mit einem größeren Umweg über D machen. Sich in ein Flugzeug zu setzen und um die Welt zu fliegen ist heute keine Frage der Zeit mehr, sondern nur eine Frage des Geldes.
Was heute Realität ist, war selbst für Jules Verne vor etwas über einhundert Jahren noch zu utopisch, um es sich auszudenken. Dabei war er, was Utopien anbelangt wesentlich einfallsreicher als seine Zeitgenossen.
Jules Verne begnügte sich mit der damals revolutionären These, das es möglich sein muss anhand der königlichen Fahrplangestaltung die Welt in 80 Tagen umrunden zu können. Das Ergebnis kennt jeder, der schon Mal von Literatur gehört hat.
Hundert Jahre später sitzen ein paar Männer in einem renommierten Club und stellen sich die selbe Frage. "Ist es im heutzutage möglich der selben Route zu folgen, die Phlieas Fogg damals einschlug und mit herkömmlichen Verkehrsmittel 80 Tage später wieder am Ausgangs zu erscheinen?"
Eine Frage, die angesichts der vielfältigen Fortbewegungsmöglichkeiten nahezu lächerlich wirkt.
Wie immer bei solchen Gelegenheiten wird gewettet.
Und so macht sich schließlich Ex-Monty-Python Michael Palin auf den Weg, einmal die Erde zu umrunden, wie Phileas Fogg, begleitet von seinem treuen Diener Passepartout (ein vierköpfiges BBC-Team).
Per Bahn nach Paris und Venedig, mit dem Schiff nach Alexandria, mit der Fähre übers Rote Meer und, da es keine Schiffsverbindung um die arabische Halbinsel herum zu geben scheint, mit dem Auto durch die Wüste Saudi-Arabiens.
Wo immer Palin Station macht, geht er mit seiner spontanen, lernwilligen, neugierigen Weltoffenheit auf die Einheimischen zu. Er lernt die venezianische Müllabfuhr kennen. Diese ist logischerweise mit der Müllgondel unterwegs. Prompt übernimmt er eine Schicht und lernt das Leben der Müllgondolierie kennen.
Er unterhält sich mit Ägyptern, die die Pyramidenbesucher durch die engen Gänge führen und die sich selbst als die Nachfahren der alten Ägypter bezeichnen. Palin segelt auf einer Dau über den indischen Ozean nach Bombay, durchquert es mit einem Zug auf den alten hundertjährigen englischen Gleisen. In Shanghai nimmt er verhalten in einem Schlangenrestaurant sein Dinner ein und im noch kolonialen Hongkong hört er sich die Befürchtungen der Einwohner vor der Rückgabe der Stadt an China an.
In Tokyo führt ihn ein Python-Fan durch die Stadt und mit einem Frachtschiff überquert er den Stillen Ozean. Auch die USA wird vorbildgemäß mit Bahn und Hundeschlitten überwunden. Am Ende erreicht Palin London nach knapp 80 Tagen, gerade so. Der Club hat natürlich zu und London empfängt ihm mit der vorweihnachtlichen Muffigkeit. Ungehobelt und genervt. Palin fragt sich, nachdem er sich in den 80 Tagen, in denen er um jeden Anschluss zur nächsten Reiseetappe bangte, in überfüllten Zügen schwitzte und auf kenterfreudige Fähren wartete, in denen er mit verwegenen Arabern auf einer Dau auf das Ende der Flaute hoffte und mit Menschen und Kulturen zusammentraf, die ihn jedesmal überraschten, warum er sich in diesen hektischen stressigen 80 Tagen Reise wohler fühlte, als an dem Tag, an dem er in seiner Heimat eintrifft.
Die Reisedokumentation, die die BBC 1989 produzierte ist geprägt vom feinen englischen Humor, den Michael Palin so hervorragend beherrscht, aber auch von seiner kindlichen Entdeckerfreude. Nie wirkt er überheblich, wenn er sich den Menschen nähert, die seinen Weg kreuzen. Im Gegensatz zu so vielen Reisedokumentationen wird diese auch nicht beim wiederholten Anschauen langweilig.
"In 80 Tagen um die Welt" mit Michael Palin läuft manchmal auf der BBC, hin und wieder auf Arte, 3Sat oder in den dritten Programmen. Ist aber auch als Video-Edition erhältlich in deutsch oder englisch.

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
unfinished_sympathy

unfinished_sympathy

17.06.2006 19:02

BBC World ist ein TV-Sender, kein Reisebericht

Rogabana

Rogabana

27.10.2000 13:13

Sag mal, hast Du ein Abo auf Monty Python ? Auf jeden Fall bin ich gespannt auf den Film.

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  1. marco77
  2. xaviera
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  1. unfinished_sympathy

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