Liebe Ciao-Leser!
Nahezu 95 % der Leistungen der Krankenkassen sind vom Gesetzgeber vorgeschrieben!!!
Das war die Aussage, die mich vor Jahren überzeugte, in eine Krankenkasse zu wechseln, die einen deutlich günstigeren Tarif anbietet als die bisherige. 11,2 % war damals der Satz für die BKK Mobil Oil, mit der ich zu dem Zeitpunkt dann etwa zwei Prozentpunkte mehr auf meinem Lohnstreifen haben sollte.
Mal vorweg gesagt: 11,2 war leider nicht für immer. Mittlerweile ist die BKK Mobil Oil auch bei einem Beitragssatz von 12,6 % angekommen.
Aus meiner Mitgliedschaft habe ich aber eine andere, sehr wichtige Erfahrung mitgenommen: Eine (Kranken)versicherung läßt sich erst dann beurteilen, wenn man sie wirklich braucht.
Aber mal von vorne...
Basisdaten
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Die Krankenkasse besteht seit 1952 und ist offen für Mitglieder aus
- Hamburg
- Niedersachsen
- Schleswig-Holstein
- Rheinland-Pfalz
- Bayern
Der Hauptsitz ist in Hamburg
BKK Mobil Oil
Steinstr. 5
20095 Hamburg
Telefon: 040 / 30020
Telefax: 040 / 30022765
www.bkk-mobil-oil.de
Mittlerweile sind da über eine Million Menschen versichert. Es handelt sich also schon um eine größere Versicherung, besonders aus der Gruppe der BKKs.
Anmeldung:
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Der Wechsel zur BKK-Mobil-Oil (und zu jeder anderen Krankenkasse) ist ganz einfach. Zunächst muss bei der alten Krankenkasse gekündigt werden. Das geht immer zum Ende des übernächsten Monats, vorausgesetzt, das man mindestens achtzehn Monate Mitglied in der bisherigen Krankenkasse gewesen ist. Vor Ablauf der achtzehn Monate kann nur gekündigt werden, wenn eine Beitragserhöhung vorgenommen wurde. Die Kündigung muss innerhalb von vierzehn Tagen seitens der Krankenkasse gekündigt werden.
Nun kann man z.B. auf der Homepage den Aufnahmeantrag ausfüllen und diesen samt Kündigungsbestätigung zur neuen Krankenkasse schicken. Das wirklich schöne beim Status "gesetzlich versichert" ist, das die einen nehmen MÜSSEN.
Also kommen dann, hoffentlich relativ fix, die neuen Unterlagen samt neuer Chipkarte. Natürlich muss dann noch der Arbeitgeber über den Wechsel informiert werden. Aber dann war es das eigentlich auch schon.
Die Arztbesuche:
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Mit meiner Chipkarte von der BKK Mobil Oil war ich überall dort willkommen, wo allgemein gesetzlich versicherte Patienten behandelt werden. Es gab nirgendwo einen Spruch oder komische Blicke wenn ich mit dieser Karte von der "billigen" Krankenversicherung ankam.
INFOMED Gesundheitswegweiser:
Das ist ein Service, den mittlerweile viele Krankenkassen bieten. Mit Angabe der Versichertennummer kann man sich telefonisch von Ärzten beraten lassen. Diese Leistung habe ich in Anspruch genommen. Der Erfolg war eher mäßig, was aber in der Natur der "Fernberatungen" liegt. Natürlich dürfen die Ärzte am Telefon keine Diagnosen stellen. Aber um mal ein wenig Klärung zur aktuellen Lage zur erfahren, war dies ein guter Service. Der Service ist kostenlos!
Die BKK Mobil Oil funktioniert wie jede andere gesetzliche Krankenkasse auch. Es gilt (in der Regel)das Sachleistungsprinzip. D.h. der Arzt untersucht, behandelt usw. und rechnet direkt mit der Krankenkasse ab.
Der persönliche Kontakt zur Krankenkasse:
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Die BKK Mobil Oil ist für mich nicht mit einer Filiale vor Ort zugänglich. Alles wurde am Telefon bzw. schriftlich geklärt. Der telefonische Kontakt ist ziemlich nervig. Zunächst meldet sich eine Art Anrufbeantworter, bei dem sich der Anrufer selber zur richtigen Stelle weiter verbinden kann. Vorausgesetzt, das Telefon unterstützt diesen Service. Mein Telefon kann dies nicht, so das ich mir den Eingangstext immer wieder anhören durfte. Dann bekommt man auch meistens einen Mitarbeiter persönlich an die Strippe. Die Mitarbeiter am Telefon sind auch sehr freundlich und zumeist können die Anfragen auch kurzfristig geklärt werden.
Leistungen :
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Die BKK Mobil Oil bietet laut ihrer Homepage eine Menge Leistungen an. Wird hier das übliche bzw. gesetzlich vorgeschriebene und geregelt herausgestrichen, bleiben nur noch wenig erwähnenswerte Punkte. Im Normalfall gibt es auch keine Probleme mit irgendwelchen Behandlungen oder Verschreibungen.
Internetportal:
Über die Adresse www.bkk-mobil-oil.de ist eine Internetfiliale erreichbar. Für dieses Portal muss sich der Versicherungsnehmer erst mal anmelden und bekommt ein kryptisches Paßwort. Dort kann man sich dann direkt an den richtigen Sachbearbeiter wenden oder auch z.B. Auslandkrankenscheine oder irgendwelche Anträge ausdrucken. Ganz interessant ist eine Datenbank über Versicherungsformalitäten im Ausland inkl. Verlinkung zur Reiseinfos. Problem bei mir war: Wenn ich einen persönlichen Kontakt zur Krankenkasse brauchte, dann hatte ich dieses Paßwort so gut wie nie zur Hand.
Akupunktur:
Die BKK Mobil Oil bietet in einem Pilotprojekt Kostenübernahme für Akupunktur an. Diese Leistung ist aber bisher auf Kopfschmerzen, Rückenschmerzen und Gelenkbeschwerden.
Internet-Apotheke:
Bei der Bestellung über die Internet-Apotheke medibonus erhalten Versicherte drei Prozent Rabatt auf ihre Medikamenten-Bestellungen. Mein persönlicher Tipp ist hier ebay - deutlich günstiger.
BKK Präventionskurse:
Die Mobil Oil zahlt etwas dazu, wenn der Versicherte an Präventionskursen teilnimmt. Dazu gehören u.a. Rückenschulungen, Ernährungsberatungen oder auch Kurse zum Erlernen von Entspannungstechniken. 80 % der Kursgebühren bis zu 75 EUR werden von der Krankenkasse erstattet.
Auf der Seite der Mobil Oil sind noch andere Dinge beschrieben, die ich aber nicht so wichtig finde.
Meine Erfahrungen mit der BKK-Mobil Oil:
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Hier stehen die meist positiven Dinge.
Wie schon oben erwähnt, wird es bei Krankenkassen erst interessant, wenn man sich in den fünf Prozent bewegt, die der Gesetzgeber nicht geregelt hat. Oder aber, wenn man auf Grauzonen stößt...
Es ist einfach zu sagen, das die Krankenkasse XY sehr gut ist, wenn man nie krank gewesen ist!
Ambulante Rehabilitation:
Hier habe ich ziemlich ausgiebige und auch relativ gute Erfahrungen mit der BKK. Nach bestimmten Operationen werden solle Maßnahmen mit Hilfe des Arztes beantragt. Die Krankenkasse muss hier eine Zustimmung erteilen, bevor die Reh losgeht. Hier habe ich immer eine Zustimmung erhalten, wobei die Bearbeitungszeit manchmal etwas lang war. Dieser Bereich war OK
Kostenübernahmeerklärungen Krankenhäuser:
Manche Krankenhäuser fordern von ihren Patienten eine Kostenübernahmeerklärung seitens der Krankenkasse. Kommt ein Patient ohne diese Erklärung am Aufnahmetag an, wird die Behandlung verweigert (bei Notfällen natürlich nicht). Diese Erklärung hat mir die BKK Mobil Oil immer freizügig ausgestellt. In dem Schreiben steht natürlich auch, das diese Erklärung nur für medizinisch notwendige Behandlungen gültig ist. Man kann sich also nicht einfach eine Kostenübernahmeerklärung für eine Schönheits-OP oder ähnlichem abholen. Die Erstattung von Fahrtkosten in weiter entfernte Krankenhäuser wurde von vorne herein ausgeschlossen.
Antragstellung "Kur"
Hier war die BKK Mobil Oil nicht der Kostenträger. Von der Krankenkasse habe ich aber die Antragsformulare für die Rehabilitation bekommen, die zunächst ich und dann der Arzt ausfüllte. Diese Formulare hat die Mobil Oil dann wiederbekommen, um eine Liste der Ausfallzeiten (Krankentage) beizufügen und um sie an den Kostenträger (bei mir die BfA) weiterzuleiten. Das alles ging schnell und unkompliziert.
Zahnersatz:
Auch hier lief die Beantragung jeweils korrekt. Der Zahnersatz wurde im allgemein gesetzlich festgelegtem Rahmen bezuschusst.
Das waren jetzt alles Dinge, wo die Krankenkasse tätig werden mußte. Es waren aber auch alles Dinge, die JEDER Krankenkasse relativ leicht fallen müßte, weil jedes Gericht, jeder Medizinische Dienst oder andere Gutachter die jeweilige Behandlung befürwortet hätte. Von daher blieb kaum was anderes übrig, als freudestrahlend zu schreiben "Wir freuen uns Ihnen mitteilen zu dürfen...".
Und nun zu dem was störte:
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Nun habe ich leider auch eine zugrundeliegende Erkrankung, die all diese Maßnahmen erfordert hatte. Zudem brauche ich auch relativ viele Medikamente. Es gibt einige, sehr teure und nebenwirkungsreiche Medikamente, die direkt für diese Erkrankung zugelassen sind. Bei diesen Verordnungen gab es weder seitens des Arztes noch der Krankenkasse Probleme. Das war der gesetzlich geregelte Teil. Nur konnte ich diese Medikamente aufgrund der Nebenwirkungen nicht dauerhaft nehmen. Es gibt aber auch ebenso effektive, günstigere Medikamente mit weniger Nebenwirkungen, die aber nicht für die Erkrankung zugelassen sind. Einfache Verhütungsmittel! Das war das Problem. Die Ärzte verordnen es nicht zu Lasten der Krankenkasse, weil sie das Budget belasten und es oft Regressforderungen gibt.
An dieser Stelle habe ich mich an die Krankenkasse gewendet und um nachträgliche Kostenübernahme gebeten. Wurde abgelehnt mit dem Hinweis, das es Sache des Arztes ist, ob so etwas verordnet werden darf oder nicht. Keinerlei Hilfestellungen..
An diesem Punkt habe ich recherchiert, mich mit anderen Patienten und Selbsthilfegruppen unterhalten. Dabei hat sich herausgestellt, das andere Krankenkassen in solchen Punkten deutlich kulanter sind. Zunächst gibt es dort Klärungsversuche seitens der Krankenkasse (die Mobil Oil hat sich da gar nicht bemüht) und es gibt auch Krankenkassen, die den Mitgliedern solche Kosten nachträglich erstatten. Scheint eine echte Grauzone zu sein. Aber doch gerade in solchen Fällen brauche ich doch Rat und Tat einer Krankenkasse!!! Die Mobil Oil hatte aber nur den Tipp, doch einfach mal den Arzt zu wechseln. Zur Not auch öfter, einer wird es vielleicht verschreiben. Sehr wirtschaftlich...
Die Sache mit den Medikamenten ist auch ein KO-Kriterium. Meine Erkrankung ist chronisch und was hilft es da, wenn ich eine Krankenkasse habe, die mich damit im Regen stehen läßt???
Ein weitere Punkt liegt schon ein wenig zurück. Da ging es um Zuzahlungen zur ambulanten Rehabilitation. Da habe ich mich wochenlang mit denen gezofft, weil mir im Vorfeld nicht mitgeteilt wurde, das diese Reh über den gesamten Zeitraum zuzahlungspflichtig ist. Das war ein Riesenbatzen Geld auf einmal. Im Vorfeld habe ich mich informiert und bin zu dem Schluß gekommen, das es sich um eine Art der Anschlussheilbehandlung handelt und somit nur für vierzehn Tage Zuzahlung erfordert. Als dann die Gesamtrechnung kam, fiel ich aus allen Wolken und bat um Klärung. Bei diesem Vorgang viel zunächst negativ auf, das bei der BKK Mobil Oil manchmal der zuständige Sachbearbeiter täglich ein anderer ist. Und jeder neue Sachbearbeiter gab noch seinen fachlich unrichtigen aber meist kreativen Senf dazu. Nach etwa vier Wochen kam dann noch die Aussage "Wieso fragen Sie eigentlich uns, die Reh hat doch die BfA bezahlt". Das war natürlich auch wieder falsch. Irgendwann war es denen selber peinlich und die haben mir die Zuzahlung ohne weitere Prüfung erlassen.
Mein Fazit:
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Ich werde wechseln. Ich möchte gern eine Krankenkasse, die mich individuell betreut und mir vielleicht auch mal Dinge erstattet, die nicht gesetzlich eindeutig geregelt sind. Eigentlich ist es gar nicht so das Geld, sondern irgendwie habe ich mich auch ziemlich allein gelassen gefühlt. Weiterhin stört mich, das ich nicht die Möglichkeit habe, dem Sachbearbeiter in die Augen zu schauen - sprich der persönliche Kontakt fehlt. Außerdem möchte ich einen Sachbearbeiter - für alle Fragen. Das kann die Mobil Oil nicht leisten und somit habe ich gekündigt. Ich hoffe auf eine bessere Betreuung in der neuen Krankenkasse und bin dann auch gern bereit, mehr dafür zu zahlen. Im Endeffekt ist es gar nicht mehr so viel mehr, weil die etwas teureren Krankenkassen auch oft mehr Zusatzleistungen bieten. Zum Beispiel ein Hausarztmodell, mit dem sich die Praxisgebühr sparen läßt oder auch Bonusmodelle. Ich hoffe, dies ist dann der richtige Weg.
Vielen Dank fürs Lesen. Ich hoffe auf viele Kommentare und Bewertungen :-)
LG
Ronja
09.09.2007 19:19
Glaub mir - andere Krankenkassen und -versicherungen sind auch nciht besser!!! :-)
11.06.2006 21:42
Der K(r)ampf mit den Krankenkassen. Ich kenn das. Wir sind in der Deutschen BKK, habe 1 Jahr lang gekämpft, damit die Zahnspangenbehandlung meiner Tochter übernommen wird. LG Humorig
06.06.2006 15:13
Dadurch, dass die BKK Mobil Oil nicht überall Niederlassungen hat, spart sie enorm an Verwaltungskosten und kann somit den Beitragssatz niedrig halten. Man muss eben wissen was man will: weniger bezahlen und alles telefonisch klären oder mehr zahlen und einen Mitarbeiter vor Ort haben!