Schlechte Erfahrungen mit dem BMW 316i compact
11.04.2003 (25.11.2008)
Pro:
Direkte Lenkung, gute Straßenlage .
Kontra:
Verarbeitung, Dichtungen, Kulanz .
Empfehlenswert:
Nein
 Wolfrex
Über sich:
Mitglied seit:10.04.2003
Erfahrungsberichte:1
Vertrauende:2
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Es ist schon ein Erlebnis, ein deutsches "Qualitätserzeugnis" für viel Geld zu erwerben und zu glauben, mit einem Auto, wie einem BMW 316 i compakt, unbeschwerte Fahrfreude zu haben. Besonders verwundernd ist es hierbei, dass es sich um ein scheckheftgepflegtes Auto handelt, was wohl nicht gerade für die Qualität der BMW-Werkstätten spricht. Diese "Autogeschichte" ist jenen potentiellen Käufern gedacht, die mit dem Gedanken spielen, ihr sauerverdientes Geld in ein solches Fahrzeug zu stecken. All jenen Menschen empfehle ich, noch mal genauestens die Tests von Autobild- und Motorwelt des ADAC und besonders die Veröffentlichungen von Pannen- und TÜV-Statistiken zu studieren. Man kann dort nämlich erkennen, dass es weitaus billigere, zum Beispiel japanische Autos gibt, die weniger anfällig sind und dazu auch noch längere Garantiezeiten bieten als beispielsweise ein BMW.
Meine Geschichte beginnt kurz nach dem Kauf im Jahre 1998, als bereits der Heckklappenverschluss seinen Geist aufgab. Von der Werkstatt Riller+Schnauck oHG (Berlin-Steglitz) notdürftig als Garantieleistung repariert, hielt das Schloss wenigstens so lange, bis die Garantiezeit vorbei war und dann völlig auf meine Kosten ausgetauscht werden musste. Ende 1998 ging auch noch das BMW-Radio kaputt, was zum Glück noch in die Garantiezeit fiel.
Feucht wurde es Mitte 1999 im Fußraum des Autos. Die "Spezialisten" von Riller+Schnauck nannten es fachmännisch "Wassereinbruch Fußraum vorne links". Sie überprüften alles, fanden nichts, nahmen mir dafür 137,34 DM ab und fortan war der Wagen dicht. Komisch. Anfang 2001 war die Sitzheizung der Rückenlehne vom Beifahrersitz defekt. Das Heizelement ersetzte man mir für 302,76 DM.
Im April 2001, bei einem Kilometerstand von "beachtlichen" 65.233 km, wurde tatsächlich die Zylinderkopfdichtung undicht. Diese ließ ich mir dann von der BMW Niederlassung in der Huttenstraße ersetzen. Stolze 717,88 DM musste ich als Eigenanteil selbst zahlen, der Rest nannte sich Kulanz. Aber mit einem deutschen Käufer kann man ja nach Ablauf der Garantie so umgehen, der murrt ja nicht. Für meinen Eigenanteil riet mir die BMW Niederlassung in der Huttenstraße, mich an Riller+Schnauck in Steglitz zu wenden, wo ich den Wagen gekauft hatte und dort auf dem Kulanzweg um Erstattung des Eigenanteils zu bitten. Das tat ich auch prompt schriftlich. Der Leiter von dort rief persönlich zurück, sagte, dass ich doch einen Teil der Kosten schon als Kulanz erhalten hätte und fragte, warum er meinen Eigenanteil als Kulanz erstatten solle. Er sagte aber großzügigerweise zu, den Fall noch einmal zu prüfen. Ich hörte nie wieder von ihm. Toller Service. Im Juli 2001 passierte, man will es kaum glauben, dasselbe bei einem Kilometerstand von nun "ganz beachtlichen" 72.835 km noch einmal. Die Zylinderkopfdichtung wurde undicht. Aber diesmal gab es zu meiner Freude die Reparatur umsonst, da ich endlich wieder Garantie hatte.
Ich nahm weiterhin alle Inspektionen wahr. So kam es, dass der Kühler bei stolzen 111.600 km im Dezember 2002 undicht wurde und ausgetauscht werden musste. Klarer Fall von Materialermüdung bei deutscher Qualitätsarbeit. Verdächtige Ölspuren waren zusätzlich bei diesem Termin in der BMW-Niederlassung, diesmal am Tempelhofer Weg, bemerkt worden und mussten ab jetzt beobachtet werden. Da es an diesen Tagen sehr sehr kalt war, versagte noch in der Werkstatt der elektrische Fensterheber in der Fahrertür. Es war zum Verzweifeln. Ich erhielt eine Rechnung von insgesamt 552,42 EURO. Fröhliche Weihnachten. Die Beobachtung der Ölspuren führten nun im Januar 2003 dazu, dass die Radialdichtung im Räderkastendeckel ersetzt werden musste. Das kostete mich bei einem Kilometerstand von 113.376 km 110,75 EURO. Ich merkte zumindest jetzt, dass es etwas Besonderes ist, einen BMW zu fahren. Es ist nämlich ärgerlich und teuer.
Im März 2003 hatte der Wahnsinn noch kein Ende. Es lief immer noch Öl unter dem Auto aus. Bei jetzt 115.796 zurückgelegten Kilometern wurden der Räderkastendeckel und die Ölwanne abgedichtet. Der Preis betrug 525,73 EURO. Kulanz wurde von BMW nicht gewährt, da der Wagen laut Auskunft der Niederlassung ja schon 5 Jahre alt sei. Selbst die geringe Fahrleistung für einen 3er BMW von knapp 116.000 km spielten bei der Entscheidung keine Rolle. Mir stellte sich langsam die Frage, warum ich eigentlich teure, regelmäßige Inspektionen wahrnehme und nicht einfach warte, bis das Auto mal wieder im Eimer ist und es dann zur Werkstatt bringe. Ach ja, wenigstens durch den TÜV kam kurz danach das 5 Jahre alte Auto. Was war ich darüber glücklich. Wenn man dann seinem Frust telefonisch freien Lauf lassen möchte, bietet BMW München einem die Tel.-Nr.: (089) 382 55 676, unter der sich die freundliche Telefonstimme einer Frau Lichtenberg meldet. Jetzt darf man sich so richtig ausheulen. Psychologisch geschult gibt es dann beruhigende Worte und ein großes Bedauern, wenn man andeutet, sich das nächste Mal lieber wieder einen stabilen 200er Diesel von Mercedes zu kaufen. Aber Hilfe oder sogar Kulanz gibt es nicht. Wahrscheinlich geht es BMW einfach noch zu gut. Aber das kann sich ja ganz schnell ändern, wie die wirtschaftliche Lage in Deutschland zeigt. Wenn immer mehr Menschen weniger verdienen, werden sie auf mehr Qualität und Preise achten und nicht, so unbesorgt wie ich, sein Geld für einen so "hochwertigen" Wagen zum Fenster rausschmeißen.
Und noch etwas: Nach jeder Reparatur liegt als kleines Geschenk ein weißes Staubtuch mit BMW-Logo auf dem Beifahrersitz. Mein Handschuhfach quillt inzwischen davon über. Mit teuren Grüßen (ein jetzt kritischer Autokäufer)
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24.12.2005 15:11
Nur mal als kleine Anmerkung: Die hier so hoch gelobten Japaner sind nicht besser. Einen Yaris Verso als Dienstwagen und andauernd in der Werkstatt wegen allen möglichen Sachen von Bremsen-Quietschen bis hin zu ständigem Geklappere!!! So was taucht aber halt in keiner Pannenstatistik auf, ist aber mindestens genauso nervig. Deshalb darf man es nicht so pauschal sehen, deutsch=schlecht, japanisch= gut!
20.11.2004 13:16
Ein kritischer Bericht! Finde es sehr gut diese Erfahrung hier zu verbreiten. Bin selbst auch ein Mensch der sich Pannenstatistiken durchliest und dann ein Auto kauft. Es klingt traurig aber deutsche Autos sind in puncto Zuverlässigkeit deutlich schlechter als zum Beispiel kleine japanische Billigautos vom Schlage Toyota Starlet. Nochmal super Bericht!!! Kann ihre vernichtende Meinung zu 100Prozent nachvollziehen.
06.05.2003 21:09
Hallo Wolfrex, die Geschichte mit deinem 3er tut mir sehr leid. Ich kann deinen Ärger gut nachvollziehen, weil ich jahrelang mit VW vergleichbaren Ärger hatte. Im Januar habe ich meinen mängelverseuchten Passat gegen einen '99er 3er Compact eingetauscht. Ich hoffe die Freude hält noch ein bißchen. Auf den ersten 9000km machte er keine Probleme. Zu deiner kritischen Grundhaltung gegenüber deutschen Autoherstellern kann ich dich nur beglückwünschen! Dafür erweise ich dir mein Vertrauen. Gruß Wolf Blank