6 Monate E36 - Erfahrungen eines Studenten :o)
18. Feb 2002
Pro:
Verarbeitung, Komfort, Wiederverkaufswert, es ist ein BMW ("Freude am Fahren" ; - )
Kontra:
hohe Anschaffungs - und laufende Kosten
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Zuverlässigkeit:
Fahreigenschaften:
Bedienung:
Platzangebot:
mehr
 Cherubim78
Über sich:
Student der Informatik an der Uni-Bonn
Mitglied seit:30.07.2001
Erfahrungsberichte:4
Vertrauende:5
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 106 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Nachdem ich den 320er BMW in letzter Zeit vermehrt als Gebrauchtfahrzeug-„Tip“ in Presse+Rundfunk aufgenommen habe, möchte ich hier nun hier von meinen Erfahrungen mit diesem Fahrzeug – aus Sicht eines durchschnittlichen KFZ-Laien mit beschränktem Budget – berichten. Die Produktbeschreibung entnehmen Sie bitte der gut sortieren BMW-Webseite, hier gibt es einen Erfahrungsbericht.
Intro – persönlicher KFZ-Lebenslauf ----------------------------------- Ich bin 23 Jahre jung, besitze den Führerschein seit meinem 18. Lebensjahr und habe in dieser Zeit schon sehr viele Kilometer in zahlreichen Fahrzeugtypen unterschiedlicher Hersteller zurückgelegt. Durchs Elternhaus geprägt tendiere ich traditionell zu BMW, deren letzten Fahrzeuge (525, 535, 730) ich auch alle mehr oder weniger regelmäßig gefahren bin bzw. fahre. Meine eigenen PKWs waren bis jetzt allerdings ein Nissan Vanette (Mini-Van) sowie ein 13 Jahre alter Peugot 205 XE, dessen Bremssystem (neben einigen anderen Sachen :o)) vor rund einem halben Jahr komplett ausfiel – eine Neuanschaffung wurde erforderlich. Bleibt noch zu erwähnen, dass ich in einem Auto mehr ein Nutzfahrzeug sehe, als so manche meiner BMW-Kollegen. Ich zähle mich ergo nicht zur „Tiefer-Breiter-Schneller“-Fraktion, auch wenn ich ab und an gerne mal eine sportlichere Fahrweise einlege - ich bin auch noch unfallfrei und habe erst ein „Knöllchen“ (91km/h statt erlaubten 80). Ich bin seit einiger Zeit Berufspendler und auch neben meiner Arbeit Hobby- und Beziehungsbedingt viel unterwegs (>24Tkm/Jahr).
Anschaffung des Gebrauchtfahrzeugs ---------------------------------- Obgleich und auch weil ich als Noch-Student nur über ein vergleichsweise geringes Budget verfüge, stellte ich mich vor die Wahl zwischen einem „kleinen Vernunftsfahrzeug“ (preiswert in Anschaffungs- und laufenden Kosten) und einem „Funmobil“ (jung, ohne Familie -> Spaßcar :o) mit höheren Kosten).
Die Mittel meiner Fahrzeugauswahl waren wie heute wohl allgemein üblich Autohäusern der Gegend, Printmedien (Annonce, Such&Find), Internet (autoscout24 und ähnliche) und Inseraten in regionalen Zeitungen. Die ganzen Lupos (FSI) und baugleiche Seat Arosa waren mir zu teuer, ebenso die Klassiker Golf und Polo, einige nette Opel Corsa fielen in die engere Auswahl.
Doch meine Wahl fiel im August letzten Jahres per Aushang im örtlichen Fitness-Studio auf ein „Schnäppchen“, das ich auch bis heute als einen Glücksgriff empfinde: ein diamantschwarz-metallic BMW 320 E36 Coupe BJ92 (also einer der ersten der Serie) eines Frühpensionärs im Nachbarort, keine Vorbesitzer, unfallfrei, scheckheftgepflegt, 1A-Zustand (Sitzpolster wie unbenutzt, tadelloser Lack, Scheiben), 205er Sommerreifen. Anschaffungskosten ------------------ 111Tkm in 9 Jahren sind eine unterdurchschnittliche Laufleistung, gerade für die soliden BMW-Triebwerke, die insbesonders in den gebrauchten 3ern oft von ‚sportlich ambitionierten Fahrern’ ziemlich getreten werden. So sieht man in Inseraten auch verhältnismässig oft 3er, die schon bei unter 100Tkm mal einen zweiten Motor erhalten haben – schluck!
Das Fahrzeug meiner Wahl verfügt neben den (damals schon) serienmäßigen elektrischen Fensterhebern+Sonnendach als Extras über eingetragende Zender Front- und Heckspoiler. Im Kaufpreis von 12.500DM war dann noch ein Satz Winterreifen auf Felge enthalten, da diese nicht auf den neuen E46 des Besitzers passten. Auf eine Klimaanlage muss man bei vielen Fahrzeugen dieses Alters verzichten, da diese seinerzeit ein teueres Extra waren. In der Schwacke-Liste stand das Fahrzeug (ohne Extras) übrigens mit rund 16TDM Händlereinkaufswert drin, unser Stamm-BMW-Händler nannte mir bei einer Probefahrt und Besichtigung rund 19TDM als ‚seinen Verkaufspreis’. Generell erreichen die 320er BMW auf dem Gebrauchtwagenmarkt einen eher überdurchschnittlichen Preis. Nicht ganz so hoch, wie die chronisch überteuerten VW Golf und Polo, doch auch nichts für den schmalen Geldbeutel.
Bei den zahlreichen „Schnäppchen“
(in Anbetracht des hohen Neupreises muß man auch schon relative neue Fahrzeuge unter 10.000€ als solche bezeichnen) würde ich stets im Hinterkopf halten, dass der gängige 3er aufgrund der Auslegung des Fahrzeugs und der Fahrer-Clientel einem überdurchschnittlich hohem Verschleiß unterliegt ... Mit meinem Rentner-3er 1.Hand habe ich persönlich aber bei dem Preis wohl wirklich einen guten Griff getan.
Erster Eindruck --------------- - Optik, Akustik, Image Neben dem zu erwartenden positiven optischen Ersteindruck, den das sportliche und gleichzeitig elegante Design der BMW den meisten Leuten bietet, fiel mir als KFZ-Laie auf Anhieb der ‚kernige Sound’ ins Auge bzw. ins Ohr.
Die 2-Liter-6-Zylinder-Maschine hat einen akustischen Charakter, der tief brummend beginnt und das ‚kernige Röhren’, welches der Motor im höheren Drehzahlbereich entwickelt, nur ansatzweise erahnen lässt. Die Kombination von Optik und Akustik verspricht auch in Serienausführung, d.h. ohne Tiefflug-Fahrwerk auf Ameisenkniehöhe, ausladenden Kotflügeln, „bösem Blick“, überdimensionierten Auspuffendstücken oder auffälligen Bemalungen, einfach auf Anhieb „Fahrspaß pur“.
Vom Interieur her bekommt man gewohnte BMW-Optik und Qualität. Wer sich einmal an ein BMW-Cockpit gewöhnt hat, welches schon alleine mit seinem zum Fahrer hin 'gebogenen' Amaturenbrett andere Cockpits in den Schatten stellt, wird ein solches nicht mehr missen wollen. Die gut lesbaren Anzeigen, die logische Anordnung sämtlicher Elemente bedarf keiner ausschweifenden Beschreibungen. Einzig vermisse ich manchmal -wie in jedem anderen Fahrzeug auch- das eingespiegelte, beispiellos kontraststarke Anzeigenfeld der Toyota "Lexus" Luxus-Limousinen; schade, daß das (meines Wissens nach) noch kein anderer Hersteller jemals wieder aufgegriffen hat, so teuer kann das doch gar nicht sein. Das eher ‚prollige’ Image eines 3er BMW verdankt der Fahrzeugtyp nicht zuletzt seiner ambitionierten Tuner-Fangemeinde – und man bezahlt es leider auch (siehe Abschnitt „laufende Kosten“).
Doch ich gebe zu .. auch nach einem halben Jahr ist es immer noch ein nettes Gefühl, im alltäglichen Straßenverkehr und selbst im engeren Freundeskreis mit neidischen Blicken und Kommentaren bedacht zu werden – BMW, Freude nicht nur beim Fahren ;-) - 1.Fahrt, Verarbeitung des PKW Die Kupplung ist sehr stramm (vielleicht war die meines alten PKWs aber auch einfach nur gnadenlos ausgelutscht?) und bei den ersten Fahrten fühlte ich mich gerade beim Anfahren in meine Zeit als Fahranfänger zurückversetzt; doch wie so vieles im Leben ist auch dies nur eine Gewöhnungssache und jetzt, ein halbes Jahr später, erlebe ich das Schalten schon nur noch unbewusst.
Die Verarbeitung des Fahrzeugs generell ist wie von BMW gewohnt einfach sehr solide. Keine dünnen Blechtüren, knarzendes Plastik im Amaturenbrett oder in den Verkleidungen. Insgesamt hat man halt das Gefühl, in einem ‚massiveren’ Gefährt zu sitzen. - Raumangebot Der 2-Türer bietet auch auf dem Rücksitz noch so viel Platz, dass ich sie nicht mit den Notsitzen manch anderer Coupes vergleichen mag – wenn auch die Kopffreiheit zugegebenermaßen schon etwas eingeschränkt ist; überdurchschnittlich große Menschen werden es im Fond nicht bequem haben.
Der Kofferraum bietet für so ein kleines Fahrzeug sehr viel Raum, es geht tief rein bis zur Rückbank, die man zwecks Raumgewinn auch noch einklappen kann; ich weiß jetzt allerdings nicht, ob das ein Serienfeature der alten E36 ist. Der Kofferraum ist übrigens so groß, dass ich trotz 30cm-Bassrolle und einer Endstufe (hängend angebracht) noch mühelos 2 Getränkekästen unterbringen kann :o). Fahrgefühl ---------- Das erste, was mir –schon während der Probefahrt- aufgefallen ist, war neben den durchschnittlich langen Schaltwegen (nicht so superkurz wie bei aktuellen Fords, nicht so lang wie bei mancher Limousine oder älteren Ford Probes [hallo Garvin :)]) das für meinen Geschmack sehr kurz übersetzte Getriebe.
- Getriebe ... Normalerweise ist der 5. Gang eines Fahrzeugs extra lang übersetzt, als „Spargang“ für den Reiseverkehr. Der 5. Gang des 320 E36 ist jedoch nur wenig länger als der 4., und das bedeutet, dass das Fahrzeug trotz seiner Maximal-Nennleistung von 150PS nur mit Mühe über die 200km/h kommt, da man ‚schon’ bei dieser Geschwindigkeit den roten Bereich von 6,5T Umdrehungen erreicht. .. Höchstgeschwindigkeit, Fahrwerk .. Ich bin zwar mal einige Kilometer „Bleifuß“ mit voll durchgetretenem Pedal 220km (laut Tacho) gefahren, aber gut war das für den Motor, mit einer Drehzahl von über 7000 Umdrehungen, schon deutlich im roten Bereich, sicherlich nicht. Von Komfort kann bei so hohem Tempo alleine aufgrund der Lärmentwicklung natürlich keine Rede mehr sein. Auch wenn das Fahrwerk meiner Meinung nach sehr gut ist und auch bei hohen Geschwindigkeiten keinen Schweiss auf der Stirn ausbrechen lässt (auch bei 200 könnte man noch bequem „mit dem Daumen lenken“), die Karosserie gibts die Fahrtgeräusche schon deutlich früher und stärker an den Innenraum weiter, als ich dies vor der ersten Fahrt erwartet hätte – ein gutes Reisetempo liegt beim 3er nicht über 160.
.. Komfort (Lärmpegel) .. Beruhend auf meinen Erfahrungen z.B. mit einem modernen Golf IV, dem 730er meiner Eltern sowie einem Mercedes S500 würde ich den Innenraumlärmpegel in etwa auf Niveau des Golf einschätzen (oder leicht drüber), doch Klassen entfernt von den beiden schweren Limousinen. Na gut, der Vergleich ist vielleicht nicht fair, dennoch möchte ich hier zum Ausdruck bringen, dass ich von einem Fahrzeug dieser Preisklasse (3er BMW, Neupreis 1992 ~50TDM) mehr Komfort bzw. weniger Lärm erwartet hätte. So, genug zum Fahren, Komfort und Lärmpegel bei hohem Tempo – bevor ich mich endgültig zum Raser abstempele möchte ich erwähnen, dass ich den Sinn eines lang übersetzten Getriebes nicht im Erreichen einer großen Höchstgeschwindigkeit sehe (die der E36 mit 150PS eigentlich schaffen sollte), sondern im sparsamen Verbrauch. Da wird man mir sicherlich vorwerfen, dass Benzinverbrauch das letzte sein sollte, woran ein BMW-Fahrer denkt. Akzeptiert.
Kurzum: das Getriebe ist recht kurz übersetzt, insbesondere der 5. Gang ist ‚arg knapp’ und definitiv kein „Spargang“. Damit gleicht BMW aber den etwas drehmomentschwachen Motor aus. Der zieht nämlich erst ab 3 bis 4 Tausend Umdrehungen deutlich an (da wird es schon lauter...), Überholmanöver auf der Autobahn oder in der Stadt gehen aber stets sehr leicht und zu meiner vollsten Zufriedenheit vom Pedal ;-) - Durchzug, Leistung Nicht wenige Kritiker werfen dem 320 übrigens vor, ein verkrüppelter 325 zu sein – 2 Liter Hubraum seinen für einen 6 Zylinder doch einfach zu wenig. Das ist natürlich auch wieder eine Frage des Preises, doch kann ich, ohne jemals einen 325 gefahren zu sein, diese Kritik bestätigen. Der 730er meiner Eltern „zieht“ doch deutlich besser, obwohl er nur über 60PS mehr Leistung (213PS statt 150PS) verfügt, bei einem Mehrgewicht von rund 500kg.
Ich muss allerdings hinzufügen, dass ich, so kritisch ich das Fahrzeug gerade beschreibe, von Leistungen auf durchweg hohem Niveau spreche. Nicht vergleichbar mit kleinen, getunten Proloschüsseln, wie man sie in Form von bunten, aufgemotzten Ciquecento oder ähnlichen Blechkisten sieht. Außerdem ist die Laufruhe eines BMW-6-Zylindermotors schon eine Klasse für sich.
- Handling, Gewicht Das eingetragene Leergewicht des BMW 320 beträgt rund 1,3t. Das ist nicht nur der Zahl nach sehr schwer, es spiegelt sich auch im Fahrgefühl wieder. Ist das Gefühl, ein „massives“ (schweres und sicheres) Fahrzeug zu fahren, im Stadtverkehr noch angenehm, behindert es sowohl die ernsthafte sportliche Fahrweise als auch die Handlichkeit in Exremsituationen – der Wagen neigt zumindest in meiner Serienversion (nicht tief und steif wie ein Brett auf der Straße) früher zum Ausbrechen als ich das erwartet hätte. Mit den schmaleren 185er Winterreifen merkt man noch eher, wie das hohe Gewicht den Hecktriebler (d.h. in Extremsituationen Fuß vom Gas, statt wie bei Fronttrieblern „draufhalten“) aus der Spur zu drängen versucht.
Nur so nebenbei - was heutzutage wohl auch für Kleinwagen selbstverständlich ist, der E36 hat ABS und einen Fahrerairbag. Laufende Kosten --------------- - Benzinverbrauch Der Spritverbrauch liegt mit vom Werk angegebenen 9,0l im Drittelmix (Stadt, Land, Autobahn) für einen Coupe eher hoch. Ich mache das hohe Gewicht dafür mitverantwortlich. Mit einer sportlich-aggressiven Fahrweise (die Leistung des Motors über hohe Drehzahlen ‚herauskitzeln’) gelingt auch ein Verbrauch von 10 Litern und mehr, auf 100 Kilometern. Ich fühle mich mit meinen durchschnittlich 8,5 Litern als sparsamer Fahrer bestätigt – und das ohne den Verzicht auf Fahrspaß. Bei längeren Autobahntouren geht es auch schon mal auf 8l runter, bei Stauorgien und Stadtrundfahrten eher richtung und über 9l. Mit dem 60l-Tank komme ich damit auf eine Reichweite von im Schnitt 700 Kilometern; das bedeutet für mich als Vielfahrer, 1x die Woche für (über) nen Fuffi volltanken. Super, versteht sich. Heute gibt es ja ohnehin kaum noch Normal-Benziner, und selbst die würde ich –bei angemessenem Restwert des Fahrzeugs- mit Super fahren, das ist einfach besser für den Motor, Leistung und Reichweite, und so groß ist der Preisunterschied zwischen den Kraftstoffarten ja nicht.
- Wartungskosten Es fängt bei einem Satz Hochgeschwindigkeitsscheibenwischer an, geht über synthetisches Motorenöl für 15€/l und hört bei einem Satz neuer Bremsen noch lange nicht auf. Ich erwarte nicht, eine Vollinspektion in der BMW-Werkstatt meines Vertrauens für unter 500€ zu erleben (aufgrund der Erfahrungen meiner Eltern, die für ihren 7er stets 1000€ und mehr pro Inspektion zahlen). Es ist schon lange kein Geheimnis mehr, dass man mit der Nutzung von freien Werkstätten statt Vertragswerkstätten der Hersteller (in diesem Fall BMW) sehr viel Geld sparen kann. Was dennoch bleibt, sind die verhältnismäßig hohen Kosten der Ersatzteile. Nun, das ist natürlich alles relativ zum Fahrzeugneuwert zu sehen, und da ist ein BMW 320 natürlich auch kein Leichtgewicht. Ich nutze meinen 320 nun seit einem halben Jahr (>10Tkm Laufleistung in dieser Zeit) und es sind noch keine größeren oder unerwarteten Mängel/Reperaturen angefallen.
Der Fachpresse und anderen Medien entnahm ich als „Schwachstellen des E36“ übrigens: 1) anfällige Lenkstange vorn 2) anfällige Zylinderkopfdichtungen Beide Verschleißarten lassen meiner Meinung nach auch auf die eher sportlichen Nutzungsarten des Fahrzeugs schließen. Ansonsten liegt der 320 in der Pannenstatistik wohl im guten Mittelfeld (wenige gravierende Mängel, doch wenn sie mal auftreten, wird es teuer). - Steuer, Versicherung Die Hubraumabhängige Steuer des 2l-Otto-Motors schlägt bei serienmäßiger Euro1-Kat bereits mit über 200€ im Jahr zu Buche, ab 2004 wird es noch mal 50% mehr. Ich habe für mich ausgerechnet, dass eine Aufrüstung auf einen Euro2-Kat (Kosten rund 250€) sich erst rentiert, wenn das Fahrzeug länger als 4 Jahre gefahren wird. Die Versicherungen langen bei 320er-Fahrern richtig zu. Hier wird man dafür zur Kasse gebeten, ein so sportliches Auto zu fahren, mit dem sich laufend Prolls um den Baum wickeln, und das auf heißem Pflaster geparkt auch gerne mal geklaut wird. Ist man mit Haftpflicht Klasse 18 noch vergleichsweise günstig dran, schlägt die Teilkasko Klasse 37 echte Kerben in die Kasse. Bei der recht teuren Allianz zahle ich (über Eltern versichert) bei SF9=45% plus 10% Sonderrabbat im Jahr rund 900€ für die Teilkaskoversicherung. Sehr preiswert geht es zum Beispiel bei der HUK, da kostet die Teilkasko nur die Hälfte – in der Haftpflicht tun sich die Versicherungen aber scheinbar nicht viel.
Fazit ----- Das BMW 320 E36 Coupe ist ein sportlicher Zweisitzer in gewohnt solider BMW-Qualität und Optik. Als beliebtes Opfer von Tunern wird das Fahrzeug meiner Meinung nach seinem äußerst sportlichen Image (dem der nicht mehr bezahlbare M3 sicherlich mehr als gerecht wird) zumindest in der Serienversion mit 2l-Motorisierung nicht gerecht, dafür ist mir das Fahrzeug zu schwer, der Durchzug zu schwach und das Handling insgesamt nicht so ‚spritzig’ wie erwartet – dennoch bringt es seine Leistungen insgesamt auf hohem Niveau; in Anbetracht der hohen Kosten sowohl bei Anschaffung wie auch im Betrieb liegt dies jedoch im Bereich der (hohen) Erwartungen. Wenn das Budget nicht ganz so begrenzt ist, wie in meinem Fall, würde ich auch eine Testfahrt+Vergleich mit dem 325 anraten. Der 318-Vierzylinder ist ja nicht nur vom Image her nicht so sportlich wie die größeren 3er.
Insgesamt sehe ich den BMW 320 E36 als letztendlich gelungenen Kompromiss zwischen sportlichem Coupe und komfortabler Limousine, z.B. für den jungen Angestellten oder Manager mit besserem Budget und dem Willen, dies für sein Auto zu opfern. Ich hoffe ihr hattet so viel Spaß beim Lesen wie ich beim Schreiben .. und entscheidet euch demnächst auch für einen BMW ;-)
Mit Grüßen an die Ciao-Gemeinde, Andy PS: Bei dem Namen des Berichts könnte man denken, daß ich das Auto jetzt nicht mehr habe. Dem ist nicht so. Ich verzichte nur neuerdings auf die Teilkasko, werde das Fahrzeug aber sicherlich noch lange, lange Zeit (mit Freude ;-) fahren ...
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20.10.2003 12:33
Super Bericht sehr viel eigene Erfahrungen eingebracht einfach toll.
11.12.2002 22:52
Hi! Supi geschrieben der Bericht! Und richtig klasse ausführlich! Hatte vor einiger Zeit den Vorgänger (E30) und war auch sehr zufrieden damit, bis er leider bei einem Unfall Abschied nehmen mußte! Viel Spaß noch mit dem Dreier! MfG Lovedancer
21.11.2002 16:09
Ein super ausführlicher Bericht! Bevor ich mir das nächste Auto kaufe, frag ich mal bei Dir an ob Du es schon gefahren hast :-). Ich hatte das vorige Model des 3er (E30, BJ 90), war damit aber auch total glücklich.