Erfahrungsbericht BMW 320i E36 Limousine
06.02.2005 (08.02.2005)
Pro:
Fahrwerk, Motor, Quatlitätseindruck
Kontra:
Platzangebot, Wartungskosten, Verbrauch
Empfehlenswert:
Ja
 steevee73
Über sich:
Mitglied seit:05.02.2005
Erfahrungsberichte:2
Vertrauende:2
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 50 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Hallo Ciao-Gemeinde, ich habe hier bereits einige ausführliche und interessante Berichte gelesen und mich nun entschlossen, einen Bericht über mein Auto zu schreiben, das mir bei meinen täglichen Fahrten immer wieder ein Lächeln auf die Lippen zaubert :).
Das Fahrzeug habe ich im September 2003 mit einem Kilometerstand von 39.000 Kilometern beim Händler erworben. Der Wagen hatte einen Vorbesitzer und diente scheinbar als Zweitwagen., anders ist die Laufleistung von 39.000 KM wohl nicht zu erklären. Das lückenlos und von einem Vertragshändler geführte Serviceheft zerstreute allerdings meine anfänglichen Bedenken hinsichtlich einer evtl. „Tachojustierung“, da die Erstzulassung des Wagens im Oktober 1996 doch fast sieben Jahre zurücklag. Der makellose, sehr gepflegte Innenraum des Wagens unterstütze meine Annahme, doch dazu später mehr.
Äußere Erscheinung Bei meinem Fahrzeug handelt es sich um ein Facelift-Modell, u.a. wurde mach den Werksferien 1996 die Form der Niere geändert, sowie die Gestaltung der Frontschürze, zudem verzichtete man fortan bei BMW auf Projektortechnik in den Frontscheinwerfern. Das Auto ist frei von M-Paket oder oft nachdenklich bestaunten Anbauteilen aus dem Zubehörfachhandel und zeigt sich somit von der eher klassisch-konservativen Seite.
Die Form sollte ausreichend bekannt sein, wirkliche Rundungen sind Mangelware. Das Design orientiert sich an rechteckigen Formen und mit der geraden Linienführung erscheint es wie aus einem Betonblock herausgearbeitet. Die Proportionen mit verhältnismäßig langer Motorhaube, kurzem Heck und kleinen Überhängen sind BMW-typisch. Mein 3er wurde in der Farbe cosmosschwarz Metallic vom Erstbesitzer geordert. Ursprünglich war der Wagen mit gelben Blinkern ausgerüstet, die ich schnell durch weiße ersetzt habe. In Verbindung mit dem verbauten M-Sportfahrwerk und Leichtmetallfelgen in Styling 28 ergibt sich für mich eine dezent sportliche Gesamterscheinung.
Ausstattung / Innenraum Nachstehende Sonderausstattungen wurden im Fahrzeug verbaut: - Lederausstattung Montana schwarz inkl. Sitzheizung vorne - Kopfstützen im Fond - Sportlederlenkrad II - Innenspiegel, automatisch abblendend - Mittelarmlehne - Klimaautomatik mit automatischer Umluftkontrolle (AUC) - Bordcomputer V (der „große“) mit Fernbedienung über den Lenkstockhebel - Fernbedienung für Zentralverriegelung - Schiebe-Hebedach, elektrisch - Nebelscheinwerfer - Fensterheber vorn elektrisch (Warum nicht auch hinten? Auf diese Frage werde ich wohl nie eine Antwort erhalten ;) ) - Nebelscheinwerfer - Raucherpaket - Radio BMW Business CD
Zusätzlich dazu das bereits erwähnte M-Sportfahrwerk und die LM-Felgen. Wie bereits eingangs kurz angesprochen, zeigte sich der Innenraum in einem neuwagenartigen Zustand. Lediglich leichte Striemen an den Innenseiten der Fahrertür im Bereich des Ablagefachs fallen ins Auge und vermehren sich langsam, aber stetig ;). Trotz des vom Erstbesitzer georderten Raucherpakets ist der Wagen ein Nichtraucherfahrzeug. Wohlmöglich auch deswegen, weil der Aschenbecher weit hinter dem Schalthebel so platziert ist, dass man ihn nur bei stehendem Fahrzeug wirklich nutzen kann, ohne dauerhaft aufgrund der verzweifelten Suche nach eben diesem vom Verkehrsgeschehen abgelenkt zu sein. Ich bin zwar selber Raucher, mein Entschluss im Fahrzeug nicht zu Rauchen wurde aus o.g. Gründen sehr erleichtert.
Der Fahrersitz wurde aufgrund der Laufleistung nicht übermäßigen Belastungen ausgesetzt. Inzwischen zeigen sich leichte Abschürfungen an den Flanken von Sitzfläche und Rückenlehne, die ich als typische Gebrauchspuren ansehe. Das Leder ist ansonsten frei von Rissen oder sonstigen Beschädigungen bzw. Flecken. Die vorderen Sitze sind eher komfortbetont, der Seitenhalt bei schnellen Kurvenwechseln könnte besser sein. Zudem könnten Sie ein wenig straffer gepolstert sein. Die Wahl der Sportsitze mit der ausziehbaren Schenkelauflage und dem deutlich besseren Seitenhalt ist sicher eine lohenswerte Option für sportlich ambitionierte Fahrer. Dennoch sitzt man auf den Seriensitzen gut und auch lange Strecken sind ohne größere Ermüdungserscheinungen oder Rückenbeschwerden zu meistern. Sehr umständlich ist die Sitzhöhenverstellung. Man muss sich aus dem Sitz erheben, um nicht auf die niedrigste Sitzposition zu fallen. Möchte man den Sitz höher einstellen, erfordert dies mehrere Versuche, da man seinen Körper gleichzeitig am Lenkrad hochziehen und den Verstellhebel an der Sitzflächenaußenseite betätigen muss. Geht es noch umständlicher? Warum man nicht eine wirklich einfache Verstellung gewählt hat, wie z.B. mittels einer Art Ratsche oder eines einfachen Verstellrads, bleibt das Geheimnis der Entwickler.
Die Netze an der Rücklehnenverkleidung zur Aufnahme kleiner Utensielen wie Straßenkarten o.ä. sind nur wenig belastbar. Zwei Stadtpläne reichen aus, um das verwendete Material sichtbar auszuleiern. Auf der Rückbank schienen noch nie ein oder mehrere Mitfahrer Platz genommen zu haben, der Beifahrersitz zeigte sich ebenfalls nahezu unbenutzt. Dies hat sich bis heute nur unwesentlich geändert.
Insgesamt zeigt sich der Innraum auch heute noch von seiner besten Seite, wenngleich die Platzverhältnisse nicht gerade üppig sind. Der E36 orientiert sich eher in Richtung der Kompaktklasse, denn an der Mittelklasse. Als Fahrer fühlt man sich nach dem Einsteigen in das Auto integriert. Vergleichbar ist dies mit einem enggeschnittenen Maßanzug. Auf der Rückbank wird es eng, sobald auf den vorderen Sitzplätzen normalgroße Menschen platzgenommen haben und daher sehe ich den Wagen eher als Zweisitzer an. Kinder oder kleinwüchsige Menschen können sich jedoch an einer angenehmen Sitzposition auf den hinteren Rängen erfreuen, auf kurzen Etappen halten es aber auch durchschnittlich große Menschen aus. Das Cockpit ist auf den Fahrer ausgerichtet, die Bedienelemente für Radio und Klimaautomatik im Mittelteil des Armaturenträgers in Höhe der Tachoeinheit sind übersichtlich angeordnet. Die Symbole für die Steuerung des Radios und der Klimaautomatik geben keine Rätsel auf. Als nützlich hat sich die getrennte Temperaturwahl für Fahrer- und Beifahrerseite herausgestellt. Unbequem gestaltet sich die Bedienung und das Ablesen der Werte des Bordcomputers. Die Anzeige und Bedienelemente sitzen nur knapp über dem Mitteltunnel. Trotz Fernbedienung über den Lenkstockhebel ist es nötig den Blick deutlich von der Fahrbahn zu entfernen.
Mit dem Sportlederlenkrad II hält man ein wohlgeformtes Volant in der Hand, dessen Durchmesser ein wenig kleiner hätte ausfallen können. Die Lenkung ist um die Mittellage ein wenig gedämpft, mit zunehmenden Lenkradeinschlag wird sie jedoch feinfühliger und ist grundsätzlich präzise. Ausdrücklich loben möchte ich die sehr gute Funktion des automatisch abblendenden Innenspiegels. Ich bin ziemlich empfindlich, was Blendlicht angeht und sehe das schnelle, passende und stufenlose Abdunkeln der Spiegelfläche als ein Ausstattungsmerkmal an, das ich in meinem Autofahrerleben nicht mehr missen möchte.
Das Kofferraumvolumen mit 435 Litern ist alltagstauglich und für das Urlaubsgepäck zweier Personen ausreichend dimensioniert. Leider fehlt bei meinem Modell eine optional erhältliche umlegbare Rückbank, die bei Bedarf für sperrigeres Transportgut Raum schaffen könnte. Motor / Antrieb
Der Zwei-Liter-Reihensechszylinder mit Vanos (Variable Nockenwellensteuerung, passt die Ventilsteuerzeiten so an, dass bei niedrigen Drehzahlen hohes Drehmoment und bei hohen Drehzahlen eine hohe Leistung zur Verfügung steht. Der Drehmomentverlauf des Motors wird verbessert, der Schadstoffausstoß minimiert) glänzt durch sehr hohe Laufkultur. Die Leerlaufdrehzahl liegt um ca. 550 Touren. Man nimmt nach dem Starten kaum wahr, dass der Motor überhaupt seinen Dienst verrichtet. Sobald Betriebstemperatur erreicht ist, zeigen sich die besonderen Eigenschaften des damals kleinsten Reihensechszylinders der BMW-Motorenpalette. Konzeptbedingt benötigt der Motor generell höhere Drehzahlen, um zügiges Beschleunigen zu ermöglichen. Elastizität ist seine Stärke nicht, was auch der Grund der eher kurzen Getriebeübersetzung ist. Das Beschleunigen aus niedrigen Drehzahlen geschieht mehr oder weniger lustlos, weshalb der nächst niedrigere Gang gefragt ist. Für den Autobahnbetrieb wäre ein als Overdrive ausgelegter sechster Gang zur Minimierung des Drehzahlniveaus und des Spritverbrauchs wünschenswert. Das Getriebe lässt sich leichtgängig und exakt schalten.
Unterhalb ca. 3500 Touren ist der Motor in seiner Leistungscharakteristik sehr zahm, für den Alltag reicht es dennoch, um verhältnismäßig zügig voranzukommen. Der Grund der kurzen Getriebeübersetzung wird sehr deutlich. Ist diese Schwelle jedoch überschritten, wird aus dem braven und unauffälligen Triebwerk ein wahrer Dauerbrenner. Wie von der Tarantel gestochen und mit unerwarteter Leichtigkeit flitzt die Nadel des Drehzahlmessers in den roten Bereich, begleitet von einer ohrenschmeichelnden Akustik aus dem Motorraum und wird erst bei ca. 6700 Kurbelwellenrotationen gestoppt. Bei Nenndrehzahl 5900 sind die im Datenblatt angegebenen 150 Pferdestärken vollständig versammelt, bereits ab 4200 Umdrehungen steht das maximale Drehmoment von 190 NM an. Im fünften Gang liegt die Höchstge-schwindigkeit laut Tacho bei 225 km/h. Ich hatte bisher immer den Eindruck, dass da an sich noch einige km/h möglich wären, hätte man die höchste Fahrstufe ein wenig länger ausgelegt. Hohe Drehzahlen erfordern jedoch ihren Tribut an der Zapfsäule. Im Stadtverkehr erreiche ich mit Leichtigkeit Verbräuche um 12 Liter oder auch mehr, auf Landstrassen und Autobahnen sind bei zügiger Fahrweise Werte um 9 Liter die Regel. Es gibt sicher sparsamere Motoren, dennoch empfinde ich den Verbrauch als angemessen für die gebotene Fahrleistung. Über mittlerweile 15.000 KM habe hat sich ein Mittel von 10,1 Liter ergeben.
Die Ölfüllmenge beträgt enorme 6,5 Liter 0W-30 Leichtlauföls, ansteigender oder insgesamt hoher Ölverbrauch ist nicht feststellbar. Ein Nachfüllen war zwischen den Wartungen nicht nötig. Fahrwerk
Das verbaute M-Sportfahrwerk besticht bei zügig durchfahrenen Landstrassenkurven und hohen Autobahntempi durch seine ausgezeichnete Straßenlage. Schaukelbewegungen sind ihm fremd, Stöße und Unebenheiten werden in diesen Geschwindigkeitsbereichen bereitwillig geglättet. Im Stadtverkehr und bei niedrigen Tempi ändert sich das leider zu Lasten des Komforts. Stöße dringen deutlich zu den Insassen durch, was aber durch die o.g. Eigenschaften ausgeglichen und von mir zugunsten der Freude am Fahren gerne in Kauf genommen wird. Für den dauerhaften Kurzstreckenbetrieb ist das M-Sportfahrwerk daher für mich wenig geeignet. Das Fahrwerk ist tendenziell untersteuernd ausgelegt, Heckschwenks müssen durch Lastwechsel provoziert werden, was gerade auf rutschiger oder nasser Fahrbahn zügiges Gegenlenken erfordert. Ein Leistungsübersteuern ist nur bei sehr hohen Drehzahlen zu erwarten. .Mit eingeschaltetem ASC werden durchdrehende Räder jederzeit beruhigt, gerade beim Anfahren auf Schnee oder Eis ist dies sehr hilfreich, merkt man doch schnell, bei welcher Gaspedalstellung die Räder wieder greifen und wird dementsprechend sensibilisiert.
Die Bremsen arbeiten gut, bei mir sprechen sie sehr schnell an. Daran musste ich mich ein wenig gewöhnen, habe aber auf einem Fahrsicherheitstraining die Vorzüge des eher giftigen Ansprechverhaltens festgestellt. Dort konnte ich auch nachhaltig die Vorzüge des M-Sportfahrwerks feststellen. Ausweich- und Bremsmanöver auf unterschiedlichen Fahrbahnbelägen jenseits der 70 km/h gingen mit einer derartigen Leichtigkeit von der Hand, dass es einfach nur noch Spaß machte :D ESP war damals nicht erhältlich, mit dem serienmäßigen ABS und ASC in Verbindung mit der ausgewogenen Gewichtsverteilung auf Vorder- und Hinterachse habe ich dies noch nicht vermisst. Im Sommer sind Reifen der Dimension 205/60R15 montiert, im Winter 185/65R15. Mir persönlich gefällt die Leichtigkeit, mit der man sich gerade mit den schmaleren Winterreifen bewegt, etwas besser. Der Wagen wirkt etwas spritziger. Der Wechsel auf Sommerreifen bringt jedoch eine deutlich bessere Aufnahme der Seitenführungskräfte, was gerade bei zügigen Fahrten durch die Eifel das Fahrverhalten positiv beeinflusst. Ein Nachlaufen o.ä. ist bei der Dimension der Sommerreifen kaum spürbar, höchstens auf wirklich ausbesserungswürdigen Fahrbahndecken ist es im Ansatz feststellbar. Da der Vorwärtsdrang bereits bei 205er Reifen ein wenig leidet im Vergleich zu den 185er Winterreifen, schließe ich für mich eine andere Bereifung als die bisher vorhandene aus.
Mängel /Wartungsarbeiten An meinen Fahrzeug habe ich bisher nachstehende Mängel/Wartungsarbeiten beheben und ausführen lassen oder stehen zukünftig an:
1. Steinschlag Lackschäden durch Steinschlag an der Front und den Außenspiegelgehäusen, sowie andere Lackschäden, wurden nach Kauf beseitigt. 2. Nebelscheinwerfer Die Nebelscheinwerfer zeigen sich wenig robust. Nach einem ersten Austausch des linken NSW wegen gebrochenen Glases ist nun ein zweiter Austausch innerhalb nur eines Jahres fällig. Da sich zwei Erstausrüster für die NSW verantwortlich zeigen, kann dies bei Hella-bestückten Autos etwas teurer werden. Den Namen des zweiten Zulieferers habe ich leider vergessen, zumal der Ersatz da deutlich günstiger ist.
3. Nachfüllung Klimakühlmittel /Austausch der Bremsflüssigkeit War bei KM-Stand 41.000 nötig. 4. Inspektion II Bei KM-Stand 53.000 wurde nach Anzeige die Inspektion II durchgeführt. Im Rahmen der Wartungsarbeiten wurden neben den üblichen Kontrollen und Schmiermittelwechseln die Antriebsriemen für Generator und Klimakompressor erneuert. Grund waren deutlich sichtbare Risse im Material.
5. Autoradio Die Empfangsqualität des verbauten BMW Business CD RDS-Radios empfinde ich als unterdurchschnittlich. Nur lokale Sender sind dauerhaft in Stereo zu empfangen. Dies bin ich so nicht gewohnt. Möglicherweise hängt dies mit der in der Heckscheibe integrierten Antenne zusammen. Besonders zeigt sich dies im RDS-Betrieb, der nur unzureichend funktioniert. Das CD-Slot-in-Laufwerk ist besonders bei CD-Rs nicht in der Lage, die CD richtig im Schacht zu positionieren. Gepresste CDs funktionieren deutlich besser. 6. Sitze / Pedalarie Ein Knarzen aus dem Bereich der Rückenlehne des Fahrersitzes macht sich seit kurzem bemerkbar, bei hoher Luftfeuchtigkeit quietscht das Kupplungspedal. Den Ursachen werde ich auf den Grund gehen, sobald die Außentemperaturen freundlichere Werte erreicht haben.
Kosten Die Kosten hielten sich bisher in Grenzen. Größtenteils waren die Ausgaben bedingt durch normale Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten an Verschleißteilen:
- Lackausbesserungen 300 Euro - Kühlmittel, Bremsflüssigkeit und Austausch der NSW 250 Euro. - Inspektion II inkl. Austausch der Antriebsriemen 520 Euro Der freundliche BMW-Händler verlangt passend zur Premium-Positionierung der Marke auch einen Premium-Aufschlag bei Wartungsarbeiten. Für die Inspektion II habe ich einen Kurzurlaub abtreten müssen. Eine vom Umfang vergleichbare 90.000er-Wartung für unseren parallel genutzten Toyota Carina kostete beim Vertragshändler gerade mal den halben Betrag inkl. nagelneuem und kostenlos gestellten Leihwagen, den es für gute Worte bei BMW nicht gibt. Da muss schon gutes Geld her, sonst bewegt sich da nix. Kundenservice verstehe ich in diesem Punkt anders. Anzumerken ist jedoch, dass der freundliche und m.E. kompetente Umgang im Rahmen der Serviceaufenthalte dort sehr hoch gewichtet wird. Eine genaue Vorabnahme des Wagens auf der Bühne in meinem Beisein inklusive. Getrübt wurde der Service durch den Austausch einer Standlichtbirne, die nicht defekt war. Diesen kleinen „Aufschlag“ kann ich jedoch verschmerzen, da man mir parallel auf den Austausch der Antriebsriemen und das verwendete Material im Rahmen der Inspektion einen Rabatt von 10 % - 15% gewährte.
Versicherungstechnisch wurde die Limousine aktuell leider etwas höher eingestuft, ist aber weiterhin beim E36 die günstigste Form einen BMW 3er fahren zu können. Mit SF1 liegt der halbjährliche Obolus inkl. Teilkasko bei ca. 400 Euro bei meiner Versicherung. Die jährliche Steuer liegt bei ca. 147 Euro, Grund ist die Schadstoffklasse Euro2. Fazit
Wer auf der Suche nach einem großzügig geschnittenen Mittelklasse Wagen mit üppigem Kofferraumvolumen und Variabilität ist, sollte um die E36 Limousine einen Bogen machen. Ein Passat o.ä. wäre da eher angebracht. Ist man allerdings bereit bei diesen Punkten Einschränkungen in Kauf zu nehmen, erwartet einen dauerhafter und ungetrübter Fahrgenuss. Das Fahrwerk und das Hochdrehzahlkonzept des Motors passen zur eher sportlichen Gesamtauslegung der 3er Limousine. Die Innenausstattung ist solide und hochwertig, mit vereinzelten Abstrichen bei der Ergonomie. Gebrauchtkaufinteressenten mit kleineren Budgets sollten sich vorher genau überlegen, ob sie den Wagen unterhalten können. Sind größere Reparaturen fällig, kommen sehr schnell einige hundert Euro zusammen. Der Motor ist kein ausgewiesener Trinker, soll es jedoch schnell voran gehen, laufen einige Liter des teuren Superplus durch die Einspritzanlage.
Da sich der Gebrauchtmarkt durch den in kürze erhältlichen E90 auf den E46 konzentrieren wird, werden die Preise für den E36 weiter fallen. Auch die Tuning- und (Ver-)Bastelszene wird sich auf den E46 ausrichten. Eine gehobene Ausstattung ist hilfreich bei einem evtl. Wiederverkauf. Ich habe sehr großen Gefallen an dem Wagen. Für meine Bedürfnisse ist dies der richtige Wagen zum richtigen Zeitpunkt. Optisch gefällt mir allerdings das Coupé etwas besser, die Versicherungskosten sind jedoch deutlich höher, so dass ich mich damals für die Limousine entschieden habe. Wer eher schaltfaul fahren möchte, dem seien 323 (170 PS / 2,5L Hubraum) oder 328 (193 PS / 2,8L Hubraum) empfohlen, die überaus souveräne Fahrleistungen ermöglichen.
Der 320 ist allemal eine Empfehlung wert. Trotzdem erhält er von mir mit drei Sternen nur eine durchschnittliche Bewertung, weil die Unterhaltskosten recht hoch sind. Update: Da ich mittlerweile Bilder hochladen kann, habe ich das dann auch mal gemacht:)
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23.05.2005 15:15
Super Bericht. Gut gefällt mir auch, dass du die kleineren Reparaturen und Inspektionsergebnisse aufführst. Viel Spaß noch beim Fahren! LG - Gaby
16.02.2005 13:07
Gefällt mir super der Bericht. Würde mir wenn dann aber nur nen Z4 holen... aber bis ich mir den leisten könnte müsste ich noch laaange sparen
08.02.2005 23:33
Hallo Steevee! Danke für deinen netten Kommentar zu meinem Klimaanlagen-Bericht. Dein Artikel über den E36 ist mit viel Anspruch geschrieben worden und bringt das Feeling dieses Autos gut rüber. Dabei handelt es sich auch erst um einen deiner ersten Artikel. Respekt! Das Knarren in der Sportsitz-Rückenlehne konnte auch mein BMW-Händler nicht lösen. Ein Kollege mit baugleichem E36 Compact (aber ohne Sportsitzen) hat das selbe Problem. Und er meint, am Siebener seines Vaters würden die Sitze rutschen. Auch wenn ich im Großen und ganzen mit meinem '99er 316i Compcact zufrieden bin, finde ich es ehrlich gesagt bedenklich, daß es sich ein Premium-Hersteller leisten kann, offenbar jahrelang minderwertiges Möbiliar einzubauen. Gerade bei Autos mit unverkennbar sportlichem Anspruch sollte sowas nie passieren oder schnell in der Serienproduktion geändert werden. Oder die Werkstatt sollte immerhin eine kundenfreundliche Abhilfe parat haben. Zweimal Fehlanzeige. Ich werde zu einer Marke wechseln, wo man sich weniger auf seine Produkte einbildet und dafür substanzielle Qualität und besten Service bietet: Lexus.