WER VOR MIR FÄHRT, IST MEIN FEIND!
08.09.2002
Pro:
extrem kraftvolles, robustes Auto mit sehr angemessenem Verbrauch und hervorragend sicherer Strassenlage
Kontra:
bisschen zu klein
Empfehlenswert:
Ja
 sirius_6210
Über sich:
Mitglied seit:03.09.2002
Erfahrungsberichte:4
Vertrauende:5
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 34 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Mein 320er vom Typ E30 musste dem 325er weichen – nicht, weil mir der 320er mit seinen 129PS zu langsam gewesen wäre – ich hatte einfach nur bei 184.000 Kilometern einen Inspektionstermin, bei dem ich den 325i, Baujahr 1990, also das letzte Baujahr vom alten Modell, beim Händler auf dem Hof erblickte. Exzellenter Zustand, schwarz, helle Lederausstattung, Lederlenkrad, schicke Felgen, nix protziges und erst 60.000 auf der Uhr, Rentner-gepflegt, alle 8.000 Kilometer artig zur Inspektion gefahren. Die Probefahrt dauerte nur wenige Minuten, dann wollte ich den Wagen haben.
Der Boost des 170PS starken, eigentlich kleinen Wagens, ist vom Moment, da das Triebwerk auf Betriebstemperatur ist, absolut sportwagenmäßig. Der Wagen geht in 8.x Sekunden auf 100 KM/H und setzt sich dabei mit einem diskreten Röcheln in Szene, wie man es nur bei BMW erwerben kann. Spektakulär: Gegenüber meinem 320er mit 129 PS hat der Wagen rund 30% mehr Leistung, wiegt aber nur 30 Kilogramm mehr – das versteht jeder sofort, vor allem: Man spürt es, sobald man einmal die Drehzahl von 3500 überschritten hat – und das geht beim 325er noch viel viel schneller als schon im 320er, der wahrlich nicht langsam hochdrehte – Wahnsinn, muss man erleben, ist eine körperlich voll wirksame Droge!
Auch ansonsten zeigt der Wagen sich in allem ebenso perfekt wie sein kleiner 320er-Brurder, den ich zuvor gefahren war – die lederbezogenen Sportsitze sitzen sogar noch besser am Leib als die ohnehin schon gut geschnittenen und hervorragend konturierten Seriensitze mit dem Stoffbezug. Angenehm wirkt sich das deutlich höhere Drehmoment des 325ers aus, das ein schaltfauleres Fahren ebenso gestattet, wie eines, bei dem man den Motor nicht ständig in die süchtig machenden Regionen hineindreht – unterm Strich fährt sich der leistungsstärkere Wagen dadurch deutlich gelassener, man kommt dadurch auch ebenso mit 8,5 – 9 Litern Normalbenzin aus, was für 170PS und 220 KM/H Spitzengeschwindigkeit ein hervorragender Wert ist.
! Dreht man den Motor jedoch wirklich mal aus, prescht der Wagen in einer Art und Weise voran, die schon als brutal einzustufen ist. Auf der Autobahn beginnt man dann plötzlich all jene zu hassen, die "gerade mal" 180 fahren. ! Das Fahrwerk spielt dabei nicht nur mit, es lässt auch jede unsinnige Härte vermissen. Ich bin deutlich größere Wagen mit hohem Komfortanspruch gefahren, die eine wesentlich weniger schluckfreudige Federung aufwiesen (der Audi A8 etwa). In diesem Punkt setzt der alte 3er wirklich einen Maßstab, der die Mittelklasse bei weitem übertrifft, mit den meisten Wagen der nächstgrößeren Klasse mithält und sich in der übernächsten Klasse nicht verstecken muss. Mitbewerber wie der 190er, der Ford Mondeo, etc. wirken dagegen regelrecht hölzern – und die sind ja pauschal allesamt auch schon nicht schlecht.
Im Bereich des Innenraums kann der 325er natürlich mit deutlich billigeren Autos nicht mithalten. Die Golf-Klasse ist hier im Schnitt größer. Der Knieraum vor den hinteren Sitzen ist eine Beleidigung, die Innenbreite eine Gemeinheit. BMW-Fahrer scheinen nur auf den vorderen Plätzen zuhause zu sein – Hintensitzer sind ihnen egal... Vorne ist dafür alles wunderschön und wunderschön zum Fahrer hin ausgerichtet und leicht zu erreichen. Nur die Lautstärkeregelung des BMW Bavaria C kann man hinter dem dicken Lederlenkrad nicht sehen, nur ertasten. Die Beleuchtung in orange von hinten ist im Bereich von Armaturenbrettern wohl nach wie vor das Maß der Dinge. Das einzige, was man vorne besser machen könnte, ist die Verstellung der Sitze, an denen BMW ja eisern festzuhalten scheint. Weder die Verstellung der Höhe ist dabei gelungen, noch die der Lehnenneigung, die irgendwie immer zu grobrastig ist – hier ist ein schlichtes Rad zum drehen effizienter und einfacher zu begreifen.
Ansonsten ist auch mein zweiter Dreier BMW ein angenehm robustes Auto mit hohem Spassfaktor gewesen, ein wenig zu teuer in der Versicherung, weil er nun mal zum radikalen Fahren zu sehr einlädt.. Meiner jedoch fand ein sehr unrühmliches Ende: Nach dem tausch des Steuerriemens stellte sich heraus, dass die Mechaniker schlampig gearbeitet hatten – keine 5 Kilometer nach der Abholung blockierte der komplette Antriebsstrang bei rund 5.000 Umdrehungen im Dritten Gang spontan und unausweichlich. Mit voll blockierten Hinterrädern rutsche ich auf Nässe aus einer Kurve heraus und klatschte auf Höhe der rechten C-Säule gegen eine Mauer und zerlegte den Wagen vollständig.
Schade drum, denn ich hätte ihn sicherlich noch eine Zeit behalten. So hingegen hatte der BMW-Händler bei mir echt was gut zu machen...
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11.04.2003 22:36
Mein Vater fuhr von 1986 bis 1989 so einen 325 i, ein Klassewagen, keine Frage. Leider gibt´s die heute kaum noch, weil die meisten in den Händen verantwortungsloser Vollgas-Bengel verheizt worden sind. Gruß Zerni
23.12.2002 11:11
Was mit solch einer schwachsinnigen Überschrift beginnt...
12.09.2002 13:01
Oh, hier hatte ich schon die Fortsetzung vor dem 1. Teil gelesen. Guter Bericht. Muß ich einmal meinem Mann zeigen, der fährt auch seit Jahren BMW. Tschüs, Regina