Viel besser geht's nicht...
11.12.2002
Pro:
Fahrleistungen, Ausstattung, Ergonomie, Lenkung
Kontra:
Preis
Empfehlenswert:
Ja
 Finnegan23
Über sich:
Scream if you wanna go faster.
Mitglied seit:10.12.2002
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Vertrauende:1
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Modell: BMW 740d / 735i: Mein erste Auto-Meinung ist recht lang geraten – aber das geht bei diesem Auto gar nicht anders! Es ist so viel in dieses Fahrzeug hinein gesteckt worden, dass man es einfach nicht in zehn Zeilen abhandeln kann.
Vorbemerkung: Ich durfte den 735i und den 745i bei der internationalen Präsentation fahren (irgendwelche Vorteile muss mein Job ja haben :o) und den 735i und den 740d später jeweils zwei Wochen testen. Soviel vorweg: Ich beneide die Menschen, die sich dieses Auto kaufen können. Es stellt derzeit (2002) den Endpunkt dessen dar, was technisch machbar ist - und dabei ist es keine Technik zum Selbstzweck, sondern alle Features bleiben immer zielgerichtet, erfüllen also eine Funktion, die das Fahren angenehmer oder sicherer macht oder sie sorgen einfach nur für mehr Spaß. Maße/Gewichte:
Ich verzichte auf das Datenblatt, das gibts unter www.bmw.de. Nur soviel: Das Ding wiegt über zwei Tonnen (nicht mal die Sowjet-Staatskarossen hatten ein so hohes Leergewicht...) und ist über fünf Meter lang. Dafür ist der neue 7er aber erstaunlich handlich geraten. Die vollmundige BMW-Aussage bei der Präsentation ("der erste 7er, der sich fährt wie ein 3er") ist zwar zu hoch gegriffen, aber im Vergleich mit S-Klassse und A8 hat man tatsächlich deutlich weniger das Gefühl, eine so große Masse und Länge zu bewegen. Antrieb:
Der 735i ist als Benziner der kleinere der beiden Achtzylinder, aber völlig ausreichend. Es ist zwar furchtbar, in einem großen Auto mit einem kleinen Motor unterwegs zu sein (mir fällt da spontan der SL 280 ein), für den 735i muss man diese Befürchtungen aber nicht haben. Kultiviert, laufruhig, kraftvoll - erfüllt alle Ansprüche, die man an eine Oberklassen-Limousine haben könnte. Der 745i ist zwar noch souveräner (den 760i lassen wir vorerst mal außen vor...), aber nicht wirklich nötig. Außerdem kommt’s ja immer drauf an, was man sonst so fährt. 911er-Piloten werden das Gähnen bekommen, als Normalo-Autofahrer (als den ich mich betrachte) ist ein 3,5-Liter-Achtzylinder ja nun nichts unfeines… Der 740d sticht die Benziner allerdings klar aus. Obwohl ich ausgewiesener Benzin-Fan bin: Dieser Diesel lässt praktisch keine Gegenargumente mehr zu. Es fängt damit an, dass Außen- und Innengeräuschdämmung so gut sind, dass man trotz der hohen Drücke, die bei Common-Rail nun mal auftreten (und die zwangsläufig im kalten Zustand für ein hartes Nagelgeräusch sorgen), wirklich nicht mehr urteilen kann, ob man nun in einem Diesel oder einem Benziner unterwegs ist. Vorglühen oder ähnliche Geschichten fallen aus, wie im 735i setzt man sich rein, steckt den Schlüssel in den Schlitz (nicht mehr Schloss!) und drückt den Start-Knopf, fertig. Das einzige, was es zu bemängeln gab, war ein leicht unrunder Lauf beim Diesel direkt nach dem Start bei niedrigen Temperaturen (<+2 Grad). Danach wuchtet er derart viel Kraft auf die Kurbelwelle, dass bei forschem Anfahren das ESP selbst bei ordentlichem Straßenzustand eingreift. Der 740d geht, wenn man will, unter 8 Sekunden auf 100 und zieht locker durch bis 250 (abgeregelt). Eine Wucht. Insgesamt eine neue Diesel-Erfahrung, auch wenn DaimlerC das Privileg gebührt, als erste diesen 4-Liter-Monster-Diesel (in der S-Klasse) eingeführt zu haben. Der BMW kommt aber spontaner, die Wandler-Verluste beim Fahrstufen-Wechsel sind geringer.
Damit wären wir beim Getriebe. BMW kauft zu (von ZF), Mercedes baut selbst. Auch wenn die höhere Fertigungstiefe bei den Schwaben edel ist - die bessere Lösung scheint im Moment die 6-Gang-Automatik des BMW zu sein. Die Schaltpausen sind spürbar geringer als bei der S-Klasse (selbst nach deren Facelift vor einigen Wochen nimmt sich der Mercedes eine längere „Gedenksekunde“, bevor er schaltet). Auch die neue Wandler-Überbrückung in den Fahrstufen 1 und 2 bei der S-Klasse holt den Rückstand nicht auf. Auf seiten BMW gilt es, ein wenig zu differenzieren: 735i: Zu bemängeln gibt es hier so oder so nichts. Am besten fährt man hier aber im "M"-Modus (manuell). Dabei wird über Drucktasten (ergonomisch ordentlich vorne und hinten am Lenkrad angebracht) geschaltet. Es ist schwer zu glauben, aber Gangwechsel sind hier nur noch am Drehzahlmesser zu bemerken - zu spüren oder hören ist davon nichts mehr. Auch der "S"-Modus (Sport) macht Spaß. Dabei werden die Gänge in der Automatik weiter ausgedreht, man kann dem Achtzylinder seine sportlichen Reserven entlocken (und DANN hört sogar einmal was von ihm). Beim 740d verhält sich das anders. "M" ist ok, aber führt zu nichts. "S" ist eher kontraproduktiv (einen Diesel ausdrehen, wer will das, hum?). Hier ist die "D"-Stellung die beste Wahl: Einfach Lenkrad festhalten, rechten Fuß strecken und genießen. Schaltpausen und Zugkraftunterbrechung gibt es fast nicht, in der spontanen Gasannahme schlägt der 740d sogar die meisten Benziner. Durch das wesentlich höhere Drehmoment wirkt der 740d kräftiger als vergleichbare Ottomotoren. Wer die Möglichkeit (und einen nachsichtigen Händler) hat, sollte meiner Meinung nach auf einen Rundkurs gehen, das DSC (=ESP) ausschalten und die Kiste fliegen lassen. Lenkung:
Wie gut die 7er-Lenkung ist, habe ich schon daran bemerkt, dass ich nun (heute) direkt vom 740d auf den Audi A4 1.8T umgestiegen bin. Zum einen macht sich das Konzept des Heckantriebs natürlich positiv bemerkbar – Sinn des Prinzips ist ja vor allem, Antrieb und Lenkung zu trennen, womit (logo) die Lenkung frei von Antriebseinflüssen ist, was bei einem Vorderradler nie der Fall sein kann. Das klingt nur so lange akademisch, bis man den Unterschied er-fährt. Auch in eng gefahrenen Kurven gibt’s kein Zerren der Vorderräder am Lenkrad. Da die Lenkung bekanntlich eine der großen Stärken von BMW ist, muss ich hier nicht mehr lange salbadern: Sie ist irre präzise und das Verhältnis, in dem sie sich zur Geschwindigkeit strafft, dürfte das beste sein, das derzeit im Markt ist. Damit lässt sich der 7er mit einem Finger einparken, über 200 km/h wird der Widerstand richtig stramm (was auch gut so ist). Dass man in München hier das derzeit optimale verbaut, merkt man schon daran, dass jetzt auch DC bei den neuen Modellen von Parameter- auf Zahnstangen-Lenkung umsteigt ;) Einen kleinen Punktabzug gab es: Auf meinem Testwagen waren die großen 245er/18zöller montiert, was natürlich für Spurstabilität erster Güte sorgt, aber konzeptbedingt auch Nachteile mit sich bringt. Die Laufruhe ist nicht so gut wie bei 17zöllern (vor allem, da ich Winterreifen drauf hatte) und die dicken Dinger laufen auf der Autobahn wirklich jeder Spurrille brav hinterher. Normalerweise bekommt man ja auch bei Aquaplaning Schwierigkeiten, das regelt hier aber komplett die Elektronik (DSC, DTC = Digital Traction Control) weg. Noch eine Kleinigkeit: BMW hat seine Hausaufgaben in einem Punkt gemacht: Der obere Bereich des Lenkrades wurde so gestaltet, dass man freien Blick auf die Armaturen hat, wie immer man es einstellt (was in Zeiten der axialen und vertikalen Verstellbarkeit längst nicht mehr selbstverständlich ist). Das wurde erreicht, indem man die Bedienelemente des Multifunktions-Lenkrades recht weit nach unten verlagert hat, um so oben ein großes „Durchguck-Fenster“ zu realisieren. Damit sind allerdings die Bedientasten für die Stereo-Einheit so weit nach unten gerutscht, dass sie nicht intuitiv greifbar sind, sondern immer gesucht werden müssen – zumal sie auch nicht mit haptischen Hilfen (also Knubbeln oder Mulden) versehen sind. Das ist kein großes Manko, nur bei BMW, die sich ja als Ergonomie-Weltmeister sehen, fällt es eben auf.
Fahrwerk: Das kann ich knapp halten. BMW ist für erstklassigen Unterbau bekannt (irgendwo muss der hohe Preis ja herkommen), der neue 7er macht hier keine Ausnahme. Nachdem man hier nun noch einen Wankausgleich verbaut hat, ist es noch besser geworden. Es gibt zwei Einstellungen, Komfort und Sport, mir war die Komfort-Einstellung zu weich (erinnerte an Mercedes ;), aber das ist nun wirklich völlig vom Fahrer-Typ abhängig. In der Sport-Einstellung ist man deutlich straffer unterwegs, die einzige Komfort-Einbuße sind allerdings kurze Querfugen, die auf die Lenkung durchschlagen. Auf den hinteren Sitzen bekommt man davon rein gar nichts mit. Unbedingt empfehlenswert ist die Sonderausstattung „DynamicDrive“. Dahinter verbirgt sich ein Wank- und Neige-Ausgleich. Innerhalb von Millisekunden korrigiert das Fahrwerk die normalen Aufbaubewegungen, sowohl in der Querachse (beim Anfahren und Bremsen) als auch in der Längsachse (bei Kurvenfahrt). Der Effekt: Das Auto liegt immer satt auf der Straße. Mitfahrer, die das nicht gewöhnt sind, werden angesichts einer Kurve, die ihrer Meinung nach klar zu scharf angefahren wird, leicht nervös. Nun bleibt die (durch die Physik vorgegebene) Haftgrenze immer gleich, das heißt, wenn die Reifen die Querbeschleunigung nicht mehr vertragen, fliegt man in die Botanik, DSC und DD zum Trotz. Somit ist die Elektronik kein Freibrief zum Rasen. Aber wie weit man mit diesem System kommt, bevor das Auto auch nur zuckt, ist wirklich sensationell. Mercedes hatte das Feature vor BMW im Angebot (als ABC = ActiveBodyControl), zunächst nur im CL600, dann auch in der S-Klasse und im SL. Die erste Generation wirkte etwas ruckelig, inzwischen bewegen sich der 7er und die S-Klasse auch hier auf dem gleichen Level.
Verbrauch: Ja... nun. Den 735i bekommt man kaum unter 13 Liter und er bevorzugt das gute Stöffchen (SuperPlus). Man kann natürlich auch ordinäres Super nehmen, das bestraft er aber über höheren Verbrauch (eine Leistungsminderung war dagegen nicht feststellbar). Der 740d hat mich wirklich umgehauen. Nach zwei Wochen Test ein Durchschnittsverbrauch von 9,8 Litern Diesel - und das, obwohl er leer 2090 Kilo bringt, Sportwagen-Fahrleistungen bietet und ich ihn übel getreten habe. Bei vernünftiger / normaler Fahrweise ist er sicher auf 9 Liter zu bringen, was sogar klar unter der Werksangabe von 9,7 Litern liegt.
Design: Am Anfang gab es ja mächtig Hiebe, vor allem für den eckigen Heckabschluss („Kastenwagen“). Inzwischen mehren sich die Fans, vor allen Dingen in Asien und USA verkauft sich der 7er wie warme Semmeln. Ich hatte das Glück (purer Zufall), Chefdesigner Chris Bangle bei der Präsentation abends an der Bar zu treffen. Er hat mir zwei Stunden lang geduldig erklärt, warum das Heck so aussehen MUSS. Ich habs sogar verstanden, gefallen hat es mir immer noch nicht. Nachdem nun einige Monate vergangen sind und ich das Auto gefahren habe, muss ich mich ein wenig revidieren. Es ist eben ein kompletter, sehr mutiger, Gegenentwurf zur zeitlosen Eleganz, die S-Klasse und A8 zurzeit zu vermitteln versuchen. Von hinten sieht er weiterhin gewöhnungsbedürftig aus, von vorne durchschnittlich, von der Seite allerdings (übrigens seit einiger Zeit die Ansicht, die BMW bevorzugt streut), hat er was, keine Frage. Dass Bangle so konsequent zu Flächen hinging, bedauere ich etwas, weil ich gegliederte Karosserien einfach schöner finde (auch wenn die Gegner der zahlreichen Sicken in den BMW-Flanken den 3er ja schon seit einiger Zeit als „Streifenwagen“ verspotten).
Das Innendesign ist meiner Meinung nach dagegen unstrittig über jeden Zweifel erhaben. Perfekte Verarbeitung, alles wirkt solide, edel, gediegen. Mir persönlich gefällt es sehr gut, dass der 7er weniger plüschig ist als die S-Klasse und gleichzeitig nicht so frostig kalt wie der über-aufgeräumte A8, aber das ist Geschmackssache. Objektiv gibt es jedenfalls nichts zu meckern. Kofferraum:
Kurz und knapp: Riesig, da schenken sich die Oberklasse-Hersteller zurzeit nichts, jeder bringt über 500 Liter auf die Waage (ok, man kann Liter nicht wiegen, ich weiß…). Gut beladbar, auch wenn eine Limousine immer relativ kleine Ladeöffnungen hat. Wenn man erfolglos versucht, ein Ikea-Paket ins Heck zu bugsieren, ist man sich des Spotts des nebenstehenden Toyota-Avensis-Kombi-Fahrers natürlich gewiss. Was mir nicht sehr gefallen hat, war die Funktion, den Kofferraum durch Drücken einer Taste (auf dem Schlüssel oder in der Heckklappe) elektronisch zu schließen. Das ist in dieser Klasse zwar schon längst Standard, ich hatte allerdings gehofft, dass beim neuen 7er die Geschwindigkeit ein bissen höher wäre als beim Vorgänger und der Konkurrenz. Das geht quälend langsam. Wenn man bei durchschnittlichem deutschem Sommerwetter (=Sturzregen) mit einer Kiste Wasser hinter seinem 7er steht und wartet, bis die Klappe endlich offen ist, sind sechs Sekunden verdammt lang – so sexy kann das beim Hochfahren gar nicht surren… Türen:
Die sind normalerweise keine Erwähnung wert, hier aber schon. Zum einen kennt jeder das Phänomen, dass Autotüren beim Öffnen nur in bestimmten Stellungen einrasten, und zwar in denen, die auf dem Supermarktparkplatz entweder zu groß sind (Nachbar steht zu nahe) oder zu klein (man kommt nicht raus). Die Türen beim 7er bleiben völlig stufenlos stehen. Erreicht wird das über ein relativ kompliziertes System, das erkennt, wenn man die Türe stehen lässt und sie dann in dieser Stellung leicht fixiert. Wie so vieles an diesem Auto ist das ein aufwändiger Weg, um ein Feature zu verwirklichen, das die meisten Fahrer wahrscheinlich nur selten bewusst wahrnehmen – aber es ist sehr elegant und wirklich hilfreich. Dazu gibt es eine Funktion namens Soft-Close (aufpreispflichtig – man nagle mich nicht fest, aber ich glaube, es geht um satte 1200 Euro). Damit genügt es dann, die Türe nur anzulehnen und der letzte Zentimeter zieht sich sanft von selbst zu. Das hört sich dekadent und überflüssig an (ist es vielleicht auch), aber man gewöhnt sich schweinisch schnell daran (langsam glaube ich, der Mensch ist DOCH für den Luxus geboren). In meinem Umkreis führte es jedenfalls dazu, dass die Leute danach bei ihren eigenen Autos die Türe nur noch sanft zufallen ließen und sich dann fluchend darüber ausließen, dass sie nun nicht von selbst zuging… Sitze:
Auch die sind normalerweise einfach nur da. Die Sitze im 7er MUSS man allerdings erwähnen. Dreistufige Sitzheizung? Alter Käse. Sitzbelüftung? Hat die S-Klasse schon seit zwei Jahren. Aber so vielfältig einstellbar wie im 7er sind sie nirgends. Vordere Sitzfläche, hintere Sitzfläche, oberer und unter Lehnenbereich, alles ist zu neigen, heben und senken, vor- und zurückschiebbar, wer hier seine optimale Sitzposition nicht findet, ist wirklich ein Fall für den Orthopäden. Dass die zahllosen Elektromotoren, die man für diese Freiheit benötigt, erheblich zum Gesamtgewicht beitragen, ist eine andere Geschichte. Zwei Dinge, die ich sonst noch nirgends gesehen habe, sollten nicht unerwähnt bleiben. Zum einen blasen sich (aufpreispflichtig) die Seitenwülste der Rückenlehnen bei Kurvenfahrt blitzschnell auf und erhöhen so den Seitenhalt. Das passt so gut mit dem Wankausgleich zusammen, dass man es erfahren muss, zu beschreiben ist es schlecht. Die Karosserie neigt sich nicht mehr und die verbleibende Zentrifugalkraft fängt der Sitz ab. Das zweite ist … eine Massagefunktion im Sitz. Kein Witz! Muss man sich das nicht wie im Wasserbett vorstellen, sondern eher sanft wellt sich die Sitzfläche von links nach rechts, vorne nach hinten. Braucht natürlich kein Mensch, aber faszinierend ist es doch. Es läuft allerdings noch ein bisschen nach, wenn man es wieder ausschaltet und ich persönlich mag es immer noch nicht, wenn Motoren! meinen Allerwertesten massieren ;) Bedienbarkeit / Elektronik:
Heißes Thema zum Schluss. Das Thema IDrive (dieser schicke Aluknopf auf der Mittelkonsole) nudle ich schnell durch, ist oft genug besprochen. Alle, die diesen Text lesen können, haben Erfahrung mit PC und Maus und Menüs und hätten somit kein Problem mit IDrive. Einige Dinge mag ich aber trotzdem an diesem Dreh-, Schieb-, Drückknopf nicht: Zum einen ist die Trennung zwischen den Richtungen zu unscharf. Man will nach links unten (Einstellungen), landet aber immer wieder unten (Entertainment). Dazu kommt, dass die Software ein wenig träge anspricht, oft meint man, dass nix passiert und schiebt nochmal und ist dann wieder zurück im Hauptmenü. Außerdem verstehe ich – bei allem Wunsch, das Cockpit von Schaltern zu befreien – nicht, wenn man Funktionen wie das Umleiten des Luftstroms der Klimaautomatik im zweiten Untermenü des IDrive verpackt. Wenn die Frau auf dem Beifahrersitz trotz 25°-Automatik kalte Beine hat, will ich doch fix im Fußraum einheizen können, ohne mich durch Menüs zu hangeln, oder? Außerdem: Wenn ich sportlich fahren will, bin ich ein sportlicher Fahrer, nicht wahr? Dann will ich nicht bei jedem Motorstart die Fahrwerkseinstellung WIEDER von Komfort auf Sport verstellen, hum? Wenn sich dieses Auto 3 Sitz- und Lenkradeinstellungen merken kann, sollte es mit einer Fahrwerkseinstellung nicht überfordert sein, oder? Ansonsten: Dass die Handbremse nun elektronisch über einen Knopf betätigt wird… Gottchen, die Mercedesse nerven uns seit Jahrzehnten mit einer Verrenk-Tret-Zieh-Handbremse, haben wir uns auch dran gewöhnt. Der Automatik-Wählhebel am Lenkrad und nicht in der Mittelkonsole? Lenkradschaltung ist nicht wirklich neu, kein Problem. Wäre nur schön, wenn man es in München auch noch schaffen würde, dass bei kaltem Getriebe das Wollen (Flottes Umschalten von Rückwärtsgang in Fahrstufe D) und das Sein (Flottes Umschalten von Rückwärtsgang in Fahrstufe N = Leerlauf mit anschließendem Hochjubeln des kalten Motors) etwas besser in Übereinstimmung gebracht werden könnten – meine Nachbarn würden’s danken.
Es gäbe noch viel zu sagen, über das Navi, die Dolby-Surround-Anlage, etc. Unter anderem deshalb, weil ich weiß, dass nach solcher Textlänge niemand mehr aufmerksam bei der Sache ist, lasse ich es aber dabei bewenden. Nur soviel noch: Es gibt noch 1000 andere Dinge, die im 7er verbaut sind, wer einmal die Gelegenheit bekommt, ihn zu fahren, sollte es unbedingt tun. Diskussionen über Preis, Sinnhaftigkeit, Öko-Bilanz führe ich hier nicht. Wenn man eine ordentliche Ausstattung wählt (und dann doch gleich bei 100.000 Euro landet), liegt das Ding weeeeeiiiit außerhalb meiner Gehaltsklasse, aber es ist ein trotzdem ein faszinierendes Auto.
F23
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26.03.2004 10:49
... vorbildlicher Bericht - und der erste unter allen 7er-Berichten hier, der keine Fragen mehr offen lässt ... Grüße, Jörg
23.02.2004 00:22
Auch hier beweist Du wieder unglaubliche Fachkompetenz. Und das bei deinem Erstlingswerk. Glückwunsch. Da fragt man sich doch, was Du beruflich machst. Noch ein Wort zum Fahrzeug: Ich habe schon mit diversen Personenschützern gesprochen. Die hassen den neuen 7er. Dieses IDrive scheint die Hölle zu sein. Alles sei viel komplizierter und dauert eine Ewigkeit bis es eingestellt ist. Die freuen sich immer, wenn sie einen alten 7er fahren dürfen. Ich persönlich gehöre auch zu denen, die das "Verbanglen" verurteilen. Der 7er sah vorher so klasse aus. Und erst der 5er. Hab ich immer von geträumt. Jetzt sag ich, niemals einen 5er. Jetzt wirds wohl ein 3er. sh von Jörg
15.08.2003 13:43
Guter Bericht! Das beste am Auto: das heck :-)