Spass mit der F 650 GS Dakar
03.11.2003
Pro:
Handling, Ausstattung, Verarbeitung
Kontra:
Preis
Empfehlenswert:
Ja
 abodub
Über sich:
Mitglied seit:26.07.2003
Erfahrungsberichte:4
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 34 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Vor einigen Monaten hatte mich der Motorrad-Wahn wieder gepackt. Ich stand wieder einmal vor der Wahl, mir entweder ein gebrauchtes Bike zu holen, oder etwas tiefer in die Tasche zu greifen und mir etwas neues zuzulegen. Da ich seit 4 Jahren nicht mehr auf einem Motorrad gesessen hatte, suchte ich nach etwas „kleinerem“.
Kleiner relativiert sich bei mir schon dadurch, dass ich 2 Meter groß bin. Meine Wahl war die BMW F650 GS Dakar.
Hier erst mal ein paar technische Daten (Werksangaben): Motor: Wassergekühlter Einzylinder-Viertaktmotor, vier Ventile, zwei obenliegende Nockenwellen, Trockensumpfschmierung Hubraum: 652 ccm
Leistung: 37 kW (50 PS) bei 6.500/min Drehmoment: 60 Nm bei 5.000/min
Höchstgeschwindigkeit: ca.166 km/h Verbrauch auf 100 km bei konst. 90 km/h: 3,4l (Normalbenzin)
Verbrauch auf 100 km bei konst. 120 km/h: 5,0l Antrieb: Endlos O-Ring-Kette mit Ruckdämpfung in der Hinterradnabe
Rahmen: Brückenrohrrahmen aus Stahlprofilen mit angeschraubtem Heckrahmen Vorderradführung / Federelemente: Teleskopgabel, Standrohrdurchmesser 41 mm, Gabelstabilisator Hinterradführung / Federelemente 2-Arm-Kastenschwinge aus Stahlprofilen , Zentralfederbein über Hebelsystem angesteuert, Federvorspannung mittels Handrad hydraulisch stufenlos einstellbar, Zugstufendämpfung einstellbar
Federweg vorne / hinten 210 mm / 210 mm Räder Drahtspeichenräder
Felgenmaß vorne 1,60 x 21
Felgenmaß hinten 3.00 x 17
Reifen vorne 90/90 S 21
Reifen hinten 130/80 S 17
Bremse vorne Einscheibenbremse, Durchmesser 300 mm, Doppel-Kolben Schwimmsattel
Bremse hinten Einscheibenbremse, Durchmesser 240 mm, Ein-Kolben Schwimmsattel
ABS Sonderausstattung BMW Motorrad ABS (abschaltbar)
Maße / Gewichte Länge 2.189 mm
Breite (über Spiegel) 910 mm
Sitzhöhe bei Leergewicht 870 mm
Leergewicht fahrfertig, vollgetankt 1) 192 kg
Trockengewicht 2) 177,2 kg
zulässiges Gesamtgewicht 380 kg
Zuladung (bei Serienausstattung) 187 kg
nutzbares Tankvolumen 17,3 l
davon Reserve ca. 4,5 l
Basispreis: 7600 €
So, das sollte erstmal genügen.
Optik: Die Dakar hat eine Lackierung in den Hauptfarben Blau und Weiß mit Akzenten in Rot und Schwarz. Die Lackierung ist in Anlehnung an das Gauloise-Team, welches mit diesem Motorrad erfolgreich an der Dakar-Rally teilgenommen hat. da die Dakar-Version höher ist als die reguläre GS sieht sie auch schon etwas mehr nach "Rally" aus. Ich finde die Lackierung sehr schön, es ist aber sicherlich Geschmackssache. Im Gegensatz zur normalen GS gibt es die Dakar nur in dieser Lackierung.
Ausstattung: Die Basisausstattung der Dakar ist schon hervorragend. Angefangen bei einem übersichtlichen und gut beleuchteten Cockpit, gut positionierten Schaltern und Hebeln und einem fantastischen Bordwerkzeug, lässt sich eigentlich nicht viel mehr wünschen. Der kleine Windschild bietet selbst größeren Fahrern einen ausreichenden Schutz und nimmt eine Menge Winddruck von der Brust.
Ich habe mich für die Extras ABS und Griffheizung entschieden und habe von beiden schon guten Gebrauch gemacht.Der Aufpreis lohnt sich auf jeden Fall.Das ABS verkürzt den Bremsweg auf angenehme Weise ganz erheblich und die Maschine ist auch bei starken Bremsungen noch sehr gut zu kontrollieren. Die Heizgriffe haben 2 verschiedene Stufen und schon die kleinere hat mir bei einsetzendem Frost zu angenehm warmen und beweglichen Fingern verholfen. Ich will sie auf keinen Fall mehr missen.
Verbrauch: Die Werksangaben stimmen auf jeden Fall. Ich habe es selbst bei schnelleren Touren nicht geschafft, die magische 5 Liter-Grenze zu überschreiten.
Verarbeitung/Zuverlässigkeit: Meiner Meinung nach typisch BMW. Ich habe bisher nicht mal Kleinigkeiten zu bemängeln. Rundum gut verarbeitet, stabil und zuverlässig. Sitzposition:
Auf jeden Fall das richtige Motorrad für großere Leute. Es gibt zwei Sitzbankvarianten. Die original Dakar-Sitzbank hat eine relativ gerade Oberfläche, wohingegen die normale GS-Sitzbank eine Stufe hat, durch die der Fahrer ein Stück tiefer sitzt. Die "tiefe" Sitzbank läss sich auf Wunsch (normal ohne Aufpreis) bekommen. Für Fahrer über 1,90 m empfehle ich auf jeden Fall die Dakar-Sitzbank, da man hierdurch nochmal etwa 5cm an Höhe gewinnt. Trotz der sehr aufrechten Haltung wirkt das kleine Windschild hier wirkliche Wunder. Alles in Allem kann man mit der Dakar angenehm auch lange Touren fahren.
Fahrbericht: Die Dakar macht einfach Spass. Ich fahre regelmäßig durch die deutschen Mittelgebirge (Taunus/Westerwald etc,) und habe hier unwarscheinlich schnell wieder den Einstieg ins Motorradfahren bekommen. Die Dakar ist dank ihres niederigen Schwerpunkts (durch den Tank, der unter der Sitzbank liegt) sowohl bei engen Kurven als auch in schnell gefahrenen langen Kurven immer gut unter Kontrolle. Die Federung ist trotz der kurzen Federwege optimal. Sicherlich gibt es Motorrader, die mehr Komfort bieten, wenn man aber auf der Suche nach einer optimalen Abstimmung ist und ein Bike haben will, daß einem auch mal einen Feldweg nicht übel nimmt, dann ist die Dakar einfach die Erfüllung eines Traums.
Der Motor ist für einen Einzylinder wirklich kultiviert. Klar, die typischen Schwingungen, die einen "Eintopf" charakterisieren sind zu spüren, aber auf jeden Fall in einem angenehmen Rahmen. Die Dakar hat für ihre 55 PS eine ziemliche Kraft, die man beim ersten Gasgeben schon spürt. Zwischen 2000 und 3000 Umdrehungen merkt man zwar, daß sie nach "mehr" veralngt, hat man aber mal die 3000 U/min überschritten, ist sie absolut laufruhig. Die GS 650 hat nicht die immense Kraft ihrer großen Schwester (R 1150 GS) ist aber definitiv nicht untermotorisiert. Sowohl schnelle "Sprints" als auch längere Strecken mit höherem Tempo macht sie gut mit. Auf geraden Strecken fiel mir der ruhige Geradeauslauf sehr positiv auf. Die Dakar ist zwar nicht gerade auf der Autobahn zuhause, aber auch hier verhält sie sich gut.
Zuhause kann man bei ihr eigentlich nur so definieren: Landstrasse, Kurven, Berge......Spass!! Bei einer ausgedehnten Tour durch den Taunus und das Rheingau hat sie mich dann vollends überzeugt. Ein Teilstück dieser Strecke (Wispertal, falls es jemand kennen sollte) hatte mir vorher recht viel Respekt eingeflößt. Wie gesagt, vier Jahre nicht gefahren! Aber ich musste es einfach ausprobieren. Also los. Runter von der Bundesstrasse und steil bergab. Die erste Kurve ist noch easy going. Dann ein kurzes Stück geradeaus und dann geht es richtig los. Eine Mischung aus kurzen Geraden, langgezogenen Kurven und der ein oder anderen engeren Kehre. Und immer schön bergab. Und die Kleine macht es alles super mit. Nach den ersten 2 oder 3 Kilometern habe ich richtig Spass. Die Dakar schwebt nur so um die Kurven, daß es eine Freude ist. Auch bei schneller gefahrenen Kurven komme ich nicht ans Limit der GS. Als ich dann am Ende des Tals angekommen bin und am Rhein stehe kommt mir die Überlegung, einfach umzudrehen und das Ganze nochmal andersrum zu machen.
Na gut, ich habe ja ein Ziel. Also doch am Rhein entlang. Hier ist die Strecke vollkommen anders. Flach, langezogene Kurven und immer mal wieder eine Ortschaft zwischendrin. Also Abwechslung pur. Und die Dakar macht es alles mit. Schnelle Strecken, wieder abbremsen, gasgeben, abbremsen ,um die Kurve. Super! Ich will mehr. Wartung:
Einfach! Ölstand lässt sich gut ablesen, Öl gut nachfüllen. Kette spannen geht in Minuten. Und die Inspektionsintervalle sind schön lang. Nach der ersten Inspektion (bei 1000km) hat man dann 9000 km Zeit, bis man wieder in die Werkstatt muss.
Fazit: Jederzeit wieder. Die Dakar ist sowohl für den erfahrenen Fahrer als auch für den Anfänger ein gutes Bike. Der Preis liegt vielleicht etwas höher als bei ähnlichen Maschinen der Konkurenz, die Investition lohnt aber auf jeden Fall.
Ich würde die Dakar gegen nichts eintauschen. Mit Ausnahme der BMW R 1150 GS Advenventure. Aber das ist eine andere Geschichte...
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24.08.2004 11:00
Knappes "sh", weil Du noch ausführlicher auf Alltagserfahrungen eingehen könntest und auch die Menge an "Daten" zu Beginn nicht sonderlich attraktiv sind. Die könntest Du auch in den Text einbauen... Grüße, Andreas
05.11.2003 15:36
Ich denke da ist alles drin in dem Bericht weiter so!
03.11.2003 17:45
sehr gelungener bericht!!! sehr informativ. mein geschmack sind allerdings eher die boxer. kasikrul *bikergruß*